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Herders Nationsbegriff vor dem Hintergrund seiner Geschichtsphilosophie

Title: Herders Nationsbegriff vor dem Hintergrund seiner Geschichtsphilosophie

Term Paper , 2011 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hansrainer Bosbach (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Johann Gottfried Herder (1744-1803) lebt in einer Umbruchszeit. Er sucht Orientierung in der Geschichte, betreibt Empirie, will gerecht, einfühlend interpretieren und nimmt alle Zeiten und Kulturen gleichermaßen ernst. Was er findet, erscheint ihm so spezifisch wie allgemein: es ist immer der individuelle, an Zeit und Umstände gebundene Ausdruck einer allen Menschen gemeinsamen Anlage zur Humanität und zugleich Zeichen dafür, dass alle Geschichte auf diese Humanität als ihrem Ideal hinstrebt. Zwischen Keim und Telos verströmt sich das Universale als Partikulares: Humanität muss und soll sich beständig in immer neuen Konkretisierungen, Individuierungen entfalten, in jeder einzelnen Kultur und in jedem einzelnen Menschen, – für Herder „ein allgemeines Gesetz; dieses ist Bildung, bestimmte Gestalt, eignes Dasein“.
Eingangs werden Leben und Werk Herders skizziert. Abrisse schließen sich an: erst von Herders Geschichtsphilosophie allgemein, danach der Phasen ihrer Entwicklung. Dann werden die Begriffe ‚Nation‘/‚Volk‘, ‚Nationalcharakter‘ und ‚Staat‘ erläutert. Nach Hinweisen zu Herders Beziehung zum Historismus wird abschließend die Haltung angedeutet, die Herder in der aktuellen interkulturellen Diskussion möglicherweise eingenommen hätte.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Herders Leben und Werk

3. Herders Geschichtsphilosophie

3.1 Erste Phase: die Kette der Kulturen

3.2 Zweite Phase: der Baum der Menschheit

3.3 Dritte Phase: das Buch der Schöpfung

3.4 Vierte Phase: die Waage der Gerechtigkeit

4. Herders Nationsbegriff

4.1 Nation / Volk

4.2 Nationalcharakter

4.3 Staat

4.4 Herder und Historismus

5. Herder in den Zeiten der Globalisierung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Herders Geschichtsphilosophie sowie seinen Nationsbegriff, um ein besseres Verständnis seiner Position in Bezug auf Universalität und Partikularität zu vermitteln. Dabei wird die Entwicklung seines Denkens chronologisch aufgearbeitet und in den Kontext aktueller interkultureller Diskurse gestellt.

  • Die chronologische Entwicklung von Herders Geschichtsphilosophie anhand zentraler Metaphern
  • Die Differenzierung und gegenseitige Bedingtheit der Begriffe Nation, Volk und Staat
  • Die Rolle des Nationalcharakters und der Sprache als konstitutive Elemente einer Kultur
  • Herders Positionierung innerhalb des Historismus und die Abgrenzung zum Universalismus
  • Die Relevanz von Herders Denken für heutige globalisierungsbedingte Fragestellungen

Auszug aus dem Buch

3.3 Dritte Phase: das Buch der Schöpfung

Im Schlüsselwerk, den Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (1784-91), weitet sich der Fokus auf Naturgeschichte und die Welt außerhalb Europas. Herder würdigt Völker und Kulturen nicht mehr allein nach ihrem spezifischen Wert, sondern auch nach ihrem Beitrag zur Humanität.

In der Vorrede der Ideen sagt Herder, er wolle „das Schicksal der Menschheit aus dem Buch der Schöpfung lesen“. Dieses Buch enthält auch die Kapitel der Menschheitsgeschichte, ebenso wie „die feinsten Blätter, die sie [die Natur] je geschrieben, die Gehirntafeln selbst [...]“, und man soll es „ohne alle weitere metaphysische Umschweife [öffnen]“.

In diesem Buch zu lesen, ist der Mensch durch seine Sprache und Vernunft begabt, aber auch nur, wer wirklich liest, entwickelt diese Begabung: der Mensch muss bereit sein, sich den göttlichen Zeichen zu öffnen. Dann erkennt er das Buch der Schöpfung als „ein Universum der Bildung“.

So ist für Herder der Gegenstand aller vernünftigen Erkenntnis und Praxis die göttliche Offenbarung: indem sie uns die Gesetze der Geschichte zeigt – zum Beweis, zur Lehre, Warnung und Entscheidung –, ermöglicht sie uns ein Handeln in Übereinstimmung mit der Humanität.

Dies ist eine Sichtweise, deren Tradition bis zu Augustinus zurück reicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt Herders Zeit als Umbruchszeit und führt in die zentrale Fragestellung der Balance zwischen universeller Humanität und partikularen kulturellen Ausprägungen ein.

2. Herders Leben und Werk: Dieses Kapitel skizziert die biografischen Stationen Herders und seine vielfältige Tätigkeit als Prediger, Pädagoge, Übersetzer und Denker.

3. Herders Geschichtsphilosophie: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung von Herders geschichtsphilosophischem Denken in vier Phasen anhand von Metaphern wie der Kette, dem Baum, dem Buch der Schöpfung und der Waage.

4. Herders Nationsbegriff: Dieser Hauptteil erläutert die Bedeutung von Nation, Volk, Nationalcharakter und Staat bei Herder und setzt ihn in Bezug zum Historismus.

5. Herder in den Zeiten der Globalisierung: In diesem Kapitel reflektiert der Autor postum Herders mögliche Haltung zu aktuellen Herausforderungen der Globalisierung wie Migration und weltweiter kultureller Vernetzung.

Schlüsselwörter

Johann Gottfried Herder, Geschichtsphilosophie, Nation, Volk, Nationalcharakter, Humanität, Historismus, Sprache, Bildung, Kultur, Globalisierung, Sphäre, Metapher, Aufklärung, Offenbarung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das philosophische Denken Johann Gottfried Herders, insbesondere seine Geschichtsphilosophie und seinen Begriff von Nation, um Herders Verständnis der Verbindung von kultureller Besonderheit und menschlicher Einheit zu beleuchten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Herders Geschichtsverständnis, die soziale und kulturelle Bedeutung von Nation und Volk, das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft sowie die Rolle von Sprache und Geschichte für die menschliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Herders Position im Spannungsfeld zwischen Universalität und Partikularität zu entwickeln und aufzuzeigen, wie seine Ideen im Kontext moderner Globalisierungsdiskussionen neu interpretiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um Herders Werk chronologisch in Phasen zu unterteilen und zentrale Begriffe philologisch und philosophiegeschichtlich durch Sekundärliteratur zu erläutern.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der vier geschichtsphilosophischen Entwicklungsphasen Herders und die systematische Erläuterung der Begriffe Nation, Volk, Nationalcharakter und Staat sowie deren Einordnung in den Historismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Humanität, Sphäre, Nationalcharakter, Historismus, kulturelle Identität und die Metaphorik des "Buches der Schöpfung" oder der "Waage der Gerechtigkeit" charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet Herder zwischen 'Nation' und 'Staat'?

Für Herder ist die Nation eine organisch gewachsene kulturelle, sprachliche und historische Gemeinschaft, während der Staat als eine oft künstliche, rein territorial-politische Verwaltungsmaschine verstanden wird, die im Idealfall der Humanität dienen sollte.

Was hat es mit der "Waage der Gerechtigkeit" in Herders später Phase auf sich?

Die "Waage der Gerechtigkeit" dient als Metapher für eine historisch gewendete Theodizee, bei der antagonistische Kräfte langfristig durch göttliche Kompensation zum Guten und zur Humanität führen.

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Details

Title
Herders Nationsbegriff vor dem Hintergrund seiner Geschichtsphilosophie
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Hansrainer Bosbach (Author)
Publication Year
2011
Pages
28
Catalog Number
V232819
ISBN (eBook)
9783656498292
ISBN (Book)
9783656499794
Language
German
Tags
Herder Aufklärung Historismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hansrainer Bosbach (Author), 2011, Herders Nationsbegriff vor dem Hintergrund seiner Geschichtsphilosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232819
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