„Witz, so es dein Wille ist, so hilf mir zu einer guten Posse! Die witzigen Leute, die dich zu haben glauben, werden oft zu Narren; und ich, der ich gewiss weiß, dass du mir fehlst, kann für einen weisen Mann gelten. Denn was sagt Quinapalus? Besser ein weiser Tor, als ein törichter Weiser.“ Der Narr in „Was ihr wollt“ Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit William Shakespeares (1564-1616) Komödie „Was ihr wollt oder die zwölfte Nacht“ („What you will or twelfth night“). Um eine Einordnung des Stückes zu erleichtern, werde ich dabei, einige theatergeschichtlichen Hintergründe der Entstehungszeit, Fakten zum (wahrscheinlichen) Zeitpunkt der Uraufführung, sowie der Aufführungspraxis in der elisabethanischen Zeit dazustellen, bevor ich zum Hauptteil der Arbeit, der Analyse der Charaktere von Viola, Malvolio und des Narren übergehe. Als Grundlage dient mir dabei die Übersetzung der Komödie von August Wilhelm von Schlegel, die gemeinhin als die gelungenste angesehen wird. Das Hauptaugenmerk der Hausarbeit liegt auf der Analyse der erwähnten Figuren, ihren unterschiedlichen charakterlichen Eigenschaften, Verhaltensmustern, sowie ihren Beziehun- gen zueinander. II Hauptteil 1 Entstehungszeit und Schaffensperioden „Unmittelbar nach ´Much ado about nothing´ und ´As you like it´ entstanden, stellt die letzte der ´romantischen´ Komödien Shakespeares den Höhepunkt seiner frühen Komödien dar.“1
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Hauptteil
1 Entstehungszeit und Schaffensperioden
1.1 Unklare Datierung
1.2 Wendepunkt in Shakespeares Schaffen
1.3 Maskenumzüge und ein Ehrengast
2 Quellen der Inspiration
3 Formale Analyse und dramaturgischer Aufbau
3.1 Formaler Aufbau des Stücks
3.2 Männer in Röcken: Viola und Olivia
3.3 Vertraute Schauspieler
3.4 Stilistische Mittel: Blankvers und Stabreime
3.5 Stilistische Mittel: Prosa
3.6 Spärliche Bühnen vs. Wortkulissen
3.7 Stilistische Mittel: Vers und Prosa im Wechsel
3.8 Dramentext
3.9 Handlungsort Illyrien
4 Darstellung des Inhalts von „Was ihr wollt“
4.1 Akt I
4.2 Akt II
4.3 Akt III
4.4 Akt IV
4.5 Akt V
5 Figurenanalyse am Beispiel des Malvolio
6 Sprache
III Schluss
IV Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, William Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ theatergeschichtlich einzuordnen und eine fundierte Charakteranalyse der zentralen Figuren durchzuführen. Dabei wird untersucht, wie Identität, Verstellung und das Spiel mit Geschlechterrollen zur dramatischen Wirkung des Stücks beitragen.
- Historischer Kontext der Entstehung und Aufführungspraxis
- Strukturelle und formale Analyse des Dramas
- Charakterisierung von Viola, Malvolio und dem Narren
- Einsatz stilistischer Mittel wie Vers, Prosa und „Wortkulissen“
- Die Funktion der Intrige und das Motiv der Verkleidung
Auszug aus dem Buch
1.2 Wendepunkt in Shakespeares Schaffen
Über sein gesamtes Werk betrachtet, fällt „Was ihr wollt“ in einen Wendepunkt von Shakespeares Schaffen, der parallel zu einem Umbruch des Lebensgefühls der gesamten Epoche stattfand: Dem Optimismus des Renaissancezeitalters wich zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts ein Gefühl der Ernüchterung, welches sich nur kurze Zeit später in der weltverneinenden Skepsis und Melancholie des Barockzeitalters etablierte. Diese Veränderung des Zeitgeistes spiegelt sich auch in Shakespeares Werk wider: „Mit dem Stück ´Was ihr Wollt´ erreichte Shakespeare den Höhepunkt seiner Meisterschaft in der Komödie [...]. Aber der Renaissancehof des Herrschers ist hier bei all seinem Glanz nicht mehr eine Quelle des Optimismus. [...] In der Geschichte Englands kam es zu einem Umschwung – und es begann die Epoche der shakespeareschen Tragödien.“
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Einführung in das Thema der Komödie und Darlegung der methodischen Vorgehensweise unter Verwendung der Schlegel-Übersetzung.
II Hauptteil: Untersuchung der historischen Entstehung, der Quellen sowie der dramaturgischen und stilistischen Gestaltung des Stücks.
III Schluss: Reflexion über Shakespeares Schaffen an der Schwelle zu seinen großen Tragödien und die Bedeutung des Dramas.
IV Anhang: Zusammenstellung der verwendeten Quellen, Anmerkungen und Literaturhinweise.
Schlüsselwörter
William Shakespeare, Was ihr wollt, Dramenanalyse, elisabethanisches Theater, Komödie, Viola, Malvolio, Renaissance, Maskerade, Blankvers, Intrige, Charakteranalyse, Literaturwissenschaft, Theatergeschichte, Twelfth Night
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“ und beleuchtet sowohl die Entstehungsumstände als auch die erzählerische Struktur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Motiv der Verkleidung, die soziale Hierarchie, die Abgrenzung von Vers- und Prosasprache sowie die Charakterentwicklung der Hauptfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die detaillierte Untersuchung der Figurenkonstellationen und der dramaturgischen Mittel, mit denen Shakespeare die Identitätssuche seiner Charaktere inszeniert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes sowie eine Einbettung in den theatergeschichtlichen und zeitgenössischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Quellen des Stücks, den formalen Aufbau, die Sprache, den Schauplatz Illyrien und bietet eine detaillierte Figurencharakteristik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Shakespeare, Komödie, Verkleidung, Malvolio, Renaissance und elisabethanische Aufführungspraxis.
Welche Rolle spielt die Figur des Malvolio in dieser Analyse?
Malvolio wird als tragische Figur und Repräsentant des Puritanismus betrachtet, dessen soziale Ambitionen ihn zum Ziel der Intrigen machen.
Warum wird die Sprache im Stück so intensiv untersucht?
Die Analyse der Sprache, insbesondere der Wechsel zwischen Blankvers und Prosa, offenbart die Charakterzüge der Figuren und deren emotionalen Status im Stück.
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- Holger Schneider (Author), 2003, Dramenanalyse: Shakespeare - "Was ihr wollt", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23288