Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Teología - Religión (como asignatura escolar)

Islamisches Schriftverständnis im Religionsunterricht nach dem Erlanger Modell

Verwendung islamischer Quellen im wörtlichen oder übertragenem Sinn

Título: Islamisches Schriftverständnis im Religionsunterricht nach dem Erlanger Modell

Trabajo , 2008 , 14 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: M.Phil Lydia Einenkel (Autor)

Teología - Religión (como asignatura escolar)
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau eines islamischen Religionsunterrichtes an deutschen Schulen am Beispiel Bayern und hinterfragt aus islamisch-theologischer Perspektive dessen theologische Grundlagen und Herangehensweisen.

Die Bildung eines islamischen Religionsunterrichtes an deutschen Schulen befindet sich derzeit noch in einer Entwicklungsphase, in der verschiedene Wege vom interreligiösen Unterricht über eine türkisch geprägte islamische Unterweisung bis zu einem bekenntnisorientiertem Unterricht, nach Vorbild des christlichen Religionsunterrichtes, vorzufinden sind.

Im Fachlehrplan für den Schulversuch Islamunterricht an der bayrischen Hauptschule ist als zentrale Methode des Umganges mit den islamischen Primärquellen Qur’an und Sunna folgendes Leitprinzip vermerkt. Daher wird in dieser Arbeit sowohl die Notwendigkeit dieser Herangehensweise für Schüler an deutschen Schulen, als auch der islamische Beleg für diese Methodik untersucht werden. Mithilfe von Beispielen aus Qur’an und Sunna werden die Differenzen zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung und deren Konsequenzen betrachtet.

Es werden einige ausgewählte Methoden qur’anischer Exegese betrachtet werden, um die Legitimation des gewählten Grundsatzes des wortwörtlichen hinter dem Sinn erschließenden Schriftverständnisses im bayrischen Rahmenlehrplan aufzuzeigen. Dabei wird fast nur auf grundlegende Methoden und Ansätze eingegangen, die innerhalb der Gelehrten nicht sonderlich umstritten sind. Dieses, das Gesamtsystem betrachtende Verständnis, wird den islamischen Wissenschaften eher gerecht und liegt zudem näher an der Lebenswirklichkeit der Schüler. Durch Negativbeispiele der wortwörtlichen Auslegung sollen Meinungen dargestellt werden, mit denen die Schüler konfrontiert werden können. Mithilfe des sinngebenden Verständnisses klären sich etwaige Widersprüche auf.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung und Notwendigkeit der sinngebenden Auslegung für den Schulunterricht

3. Islamische Konzepte zum Umgang mit religiösen Texten

3.1 Maqasid al Scharii

3.2 Tafaasir

3.3 Metaphern und Gleichnisse im Qur’an

3.3.1 Anthropomorphe Audrücke

3.3.2 Metaphern

4. Beispiele

4.1 Erschaffung der Welt

4.2. Adams Länge

4.3 Islamische Wanderprediger im Internet

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und wissenschaftliche Legitimation eines sinngebenden, koranhermeneutischen Ansatzes im islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen, um ein zeitgemäßes Verständnis der Quellen zu fördern und dogmatisch-wörtlichen Interpretationen entgegenzuwirken.

  • Islamische Hermeneutik und die Bedeutung von Offenbarungsanlässen
  • Die Rolle der Maqasid al Scharii für ein flexibles Textverständnis
  • Differenzierung zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung (Metaphorik)
  • Herausforderungen durch ein wörtliches Schriftverständnis in der Moderne
  • Analyse praxisnaher Beispiele im Kontext des Erlangener Modells

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Anthropomorphe Audrücke

Im Qur’an finden sich Beschreibungen Gottes, die seiner Transzendenz und Unähnlichkeit zu den Geschöpfen scheinbar zuwiderlaufen. Besonders bei Termini, die sich auf die Attribute Allahs beziehen, kann eine wortwörtliche Übersetzung auf die die deutschen Schüler angewiesen sind, zu falschen Schlüssen führen. So gibt es beispielsweise ichtilaf darüber, wie yad Allah (wörtl. etwa Hand Gottes) zu verstehen ist. Verwendet man das Wort Hand, läuft man Gefahr, dass dies im menschlichen Sinn mit fünf Fingern verstanden wird. Man kann das arabische Wort beibehalten, durch die geistige Entfernung zum arabischen Sprachraum wird dennoch eine Interpretation gefordert werden. „Hand“ ist auch deshalb nicht korrekt, weil yad immer vom Wesen des betreffenden Subjekts abhängig ist. So kann yad im Bezug auf eine Tür ein Griff, auf einen Vogel ein Flügel oder auf eine Tasse ein Henkel sein. Wer sich für eine Übertragung als „Hand Allahs“ ausspricht, kann also mit der gleichen Beweiskraft vom „Henkel Allahs“ reden. Zudem gibt es ein abgeleitetes Verb (ᵓayada), welches „unterstützen“ bedeutet. Amir Zaidan übersetzt daher die entsprechende Stelle mit:

„Gewiß, diejenigen, die dir gegenüber Bai'a leisten, leisten eigentlich Bai'a ALLAH gegenüber. ALLAH bekräftigt ihren Handschlag“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Entwicklung des islamischen Religionsunterrichts in Deutschland ein und skizziert das Ziel, die Notwendigkeit einer historischen und sinngebenden Koranhermeneutik zu begründen.

2. Bedeutung und Notwendigkeit der sinngebenden Auslegung für den Schulunterricht: Das Kapitel erläutert, warum ein tieferes Verständnis religiöser Texte für die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern entscheidend ist und wie es zur Prävention von Vorurteilen beiträgt.

3. Islamische Konzepte zum Umgang mit religiösen Texten: Hier werden zentrale Methoden der Exegese und Hermeneutik wie die Maqasid al Scharii, verschiedene Tafaasir und die Bedeutung von Metaphern vorgestellt, die ein wörtliches Schriftverständnis kontextualisieren.

4. Beispiele: Anhand praktischer Fälle wie der Erschaffung der Welt, der Überlieferung zur Körpergröße Adams und Internet-Predigten wird demonstriert, wie die Theorie auf konkrete Texte und aktuelle Fragestellungen angewendet wird.

5. Zusammenfassung: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass das sinngebende Verständnis nicht nur wissenschaftlich legitim ist, sondern auch der Lebenswirklichkeit der Schüler entspricht und das islamische Ideal einer Religion der Mitte stützt.

Schlüsselwörter

Islamischer Religionsunterricht, Koranhermeneutik, Schriftverständnis, Maqasid al Scharii, Tafaasir, Metaphern, Anthropomorphismus, Exegese, Historischer Kontext, Offenbarungsanlässe, Religion der Mitte, Bildung, Islam, Textauslegung, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herangehensweise an islamische Quellentexte im Religionsunterricht und plädiert für ein sinngebendes statt eines rein wörtlichen Schriftverständnisses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Koranhermeneutik, die Bedeutung historischer Kontexte, die Unterscheidung zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung sowie die Vermittlung dieser Konzepte im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Notwendigkeit einer hermeneutischen Textauslegung zu belegen, die den Schülern ermöglicht, religiöse Gebote und Texte zeitgemäß und differenziert zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse grundlegender exegetischer Methoden (Tafaasir) sowie deren Anwendung auf beispielhafte Texte aus Qur’an und Sunna im Sinne des Erlangener Modells vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung islamischer Konzepte zum Textumgang und einen praktischen Teil, in dem konkrete Beispiele – wie die Schöpfungsgeschichte oder die Interpretation von Körpermaßen – analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Koranhermeneutik, Maqasid al Scharii, Exegese, Religion der Mitte und didaktische Textvermittlung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der hier vorgeschlagene Ansatz von einem wörtlichen Verständnis?

Während ein wörtliches Verständnis dazu führen kann, dass Texte in Konflikt mit heutigen Lebensumständen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen geraten, erlaubt der sinngebende Ansatz eine Übertragung auf moderne Verhältnisse unter Wahrung der zentralen Zielsetzungen des Islams.

Warum wird im Dokument auf Internet-Prediger Bezug genommen?

Diese dienen als Negativbeispiel, um zu verdeutlichen, wie ein pharisäisches, rein wörtliches Festhalten am Text den eigentlichen Sinn und die Barmherzigkeit der religiösen Gebote konterkarieren kann.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Islamisches Schriftverständnis im Religionsunterricht nach dem Erlanger Modell
Subtítulo
Verwendung islamischer Quellen im wörtlichen oder übertragenem Sinn
Universidad
University of Bayreuth  (Kulturwissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Religionswissenschaft II)
Curso
Islam in Deutschland
Calificación
1,0
Autor
M.Phil Lydia Einenkel (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
14
No. de catálogo
V232949
ISBN (Ebook)
9783656496540
ISBN (Libro)
9783656497318
Idioma
Alemán
Etiqueta
islamisches schriftverständnis religionsunterricht erlanger modell verwendung quellen sinn
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.Phil Lydia Einenkel (Autor), 2008, Islamisches Schriftverständnis im Religionsunterricht nach dem Erlanger Modell, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232949
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  14  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint