Interkulturelle Freundschaften und ihre Entwicklung am Beispiel ehemaliger ERASMUS-Studierender


Magisterarbeit, 2013
103 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Freundschaftsbegriff
2.1.1 Geschichtliche Entwicklung des Freundschaftsbegriffs
2.1.2 Kulturspezifische Unterschiede
2.1.3 Aktuelle Besonderheiten und der Einfluss der neuen Medien
2.1.4 Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede
2.1.5 Freundschaft und Identität
2.2 Entwicklung von Freundschaft
2.2.1 Entstehen von Freundschaft
2.2.2 Pflege und Erhaltung von Freundschaft
2.2.3 Beendigung von Freundschaft
2.3 Interkulturelle Freundschaft
2.3.1 Entstehen von interkultureller Freundschaft
2.3.2 Hindernisse bei der Entwicklung interkultureller Freundschaft
2.3.3 Nutzen von interkultureller Freundschaft
2.4 Auslandsaufenthalt im Rahmen von Austauschprogrammen für Studierende
2.4.1 Beschreibung des ERASMUS-Programms
2.4.2 Kontakte der Austauschstudierenden während des Auslandsaufenthalts

3 Empirische Untersuchung
3.1 Das narrative Interview als Erhebungsinstrument
3.2 Auswahl der Probanden
3.3 Durchführung der Interviews
3.4 Transkription
3.5 Textanalyse nach Deppermann/Lucius-Hoene

4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Vorstellung der Interviewpartner und deren Positionierung zum Freundschaftsbegriff
4.2 Kennenlernen und Kontaktaufnahme
4.3 Entwicklung der Beziehungen während des ERASMUS-Aufenthalts
4.4 Weitere Entwicklung der Beziehungennach dem ERASMUS- Aufenthalt
4.5 Zusammenfassung der Analyseergebnisse

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang A: Einverständniserklärung

Anhang B: Gesprächsinventar (Interviewprotokoll)

Anhang C: Interviewleitfaden

Anhang D: Transkriptionsregeln

Kurzfassung

Die vorliegende Studie befasst sich mit interkulturellen Freundschaften, die sich im Rahmen von ERASMUS-Aufenthalten herausgebildet haben. Anhand narrativer Inter- views mit fünf ehemaligen deutschen ERASMUS-Studierenden werden besonders die Entstehung der Freundschaftsbeziehungen sowie deren weitere Entwicklung während und nach Beendigung des Auslandsaufenthalts untersucht. Dabei werden die Phasen Kennenlernen und Kontaktaufnahme, Freundschaftsbildung und Freundschaftserhal- tung bzw . -beendigung unterschieden. Als Ergebnis der Untersuchung werden die Kernpunkte der geäußerten Meinungen offengelegt und die speziellen Umstände identi- fiziert, die für das Gelingen einer Freundschaft förderlich bzw. hinderlich sind.

Schlagwörter: Freundschaft, interkulturelle Freundschaft, ERASMUS, Auslandsaufenthalt, Beziehung

Abstract

This paper analyzes cross-cultural friendships that have been developed through student exchanges within the ERASMUS program. For this purpose, five former German ERASMUS students have been interviewed. The formation and development of friendships have been closely researched throughout and upon completion of the stay abroad. In this context, three different phases are distinguished: establishing contacts, friendship formation and friendship maintenance. In conclusion to the study, this paper will examine the key points of the student’s statements and reveal the specific circumstances that are either constructive or destructive for successful friendships.

Keywords: friendship, intercultural friendship, ERASMUS, stay abroad, relationship

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zwiebelmodell (in Anlehnung an Hofstede/Hofstede 2011: 8)

Abbildung 2: Einflussfaktoren interkultureller Freundschaft nach Gareis (1995: 49)

Abbildung 3: Erklärungen der seltenen Kontakte zu deutschen Studierenden (Budke 2003: 211)

Abbildung 4: Erklärungen der häufigen Kontakte zu deutschen Studierenden (Budke 2003: 221)

Abbildung 5: Von der Grobstruktur zur Feinanalyse (Deppermann/Lucius-Hoene 2004: 317)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Regeln für Freundschaft (in Anlehnung an Argyle/Henderson 1986: 121)

Tabelle 2: Zerbrechen von Freundschaften (in Anlehnung an Argyle/Henderson 1986: 122)

Tabelle 3: Einflussfaktoren interkultureller Freundschaft (eigene Darstellung in Anlehnung an Gareis 1995: 49)

Tabelle 4: Bekanntenkreis von ERASMUS-Studierenden (in Anlehnung an Conacher 2008: 11)

Tabelle 5: Segmenttypen

1 Einleitung

Freundschaft ist eine positive gefühlsmäßige Beziehung, die auf den Prinzipien von Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit aufbaut (vgl. Auhagen/von Salisch 1993: 217; Nöt- zoldt-Linden 1994: 29-30). Auch wenn Freundschaft individuell unterschiedlich emp- funden wird (vgl. Schipper 2012: 95), so ist das persönliche Verständnis des Freund- schaftsbegriffs auch durch äußere Einflüsse wie Zeitgeist und gesellschaftliche Normen beeinflusst. Im deutschen Kulturkreis wird Freundschaft heutzutage als eine zwischen- menschliche Verbindung verstanden, die sich durch gegenseitigen Respekt, Zuneigung und Hilfsbereitschaft auszeichnet (vgl. Ceballos 2009: 3; Vaccarino/Dresler-Hawke 2011: 180-181; Argyle/Henderson 1986: 121). Notwendige Charakterzüge und soziale Umgangsformen umfassen dabei u. a. Vertrauen und Offenheit (vgl. Ceballos 2009: 3; Argyle/Henderson 1986: 121). So sind Freunde neben Verwandten häufig die wichtigs- ten Begleiter und Helfer in vielen Lebenslagen (vgl. Nötzoldt-Linden: 24-25; Ceballos: 3).

In anderen Zeitaltern oder anderen Kulturen galten oder gelten zumeist abweichende Auffassungen über die speziellen Eigenschaften einer Freundschaft (vgl. Schmidt- Mappes 2001: 15-16; Tenorth 2007: 263). So können auch die freundschaftlichen Be- ziehungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen ihre eigenen Be- sonderheiten und Regeln haben. Dies trifft sowohl für das Kennenlernen und die Ent- wicklung einer Freundschaft zu als auch für die Erhaltung und ggf. Beendigung der Be- ziehung.

1.1 Motivation und Ziel der Arbeit

Das ERASMUS-Programm als wichtigstes Bildungsprojekt der EU ist ein Austausch- programm für europäische Studierende, die für eine Dauer von drei bis zwölf Monaten an einer europäischen Partneruniversität studieren möchten (vgl. de Federico de la Rúa 2008: 89). Es hat unter anderem zum Ziel, junge Menschen aus unterschiedlichen Kul- turen und Sprachräumen im Studium zusammenzuführen, um die studentische Mobilität in Europa zu verstärken und das Gemeinschaftsgefühl der Europäer herauszubilden (vgl. Budke 2003: 31-32). Das ERASMUS-Programm bildet somit den passenden Rahmen, um die Entwicklung von interkulturellen Freundschaften zu begünstigen. Sol- che Freundschaften entwickeln sich unter den ganz besonderen Bedingungen des Auslandsaufenthalts und können nach der Rückkehr ins Heimatland nur unter diesen ganz speziellen Umständen der räumlichen Trennung fortgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die durch das ERASMUS-Programm vorgegebenen Ziele hinsichtlich der Vermittlung von dauerhaften interkulturellen Freundschaften tatsächlich erreicht werden bzw. welche Umstände ggf. für ein Scheitern dieser Absicht verantwortlich sind. Indem bestehende Probleme erkannt und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden, kann der Handlungsspielraum für mögliche Verbesserungen aufgezeigt werden.

Für diese Arbeit ergibt sich daraus folgende allgemein gehaltene Formulierung der Forschungsfrage:

Wie entstehen interkulturelle Freundschaften im ERASMUS-Austausch und wie entwickeln sie sich nach Beendigung des Auslandsaufenthalts weiter?

Aufbauend darauf stellen sich speziellere Fragen:

1. Welche Umstände sind förderlich für die Bildung und die Erhaltung interkultu- reller Freundschaften im Rahmen des ERASMUS-Programms?

2. Welche Umstände können die Bildung und Erhaltung interkultureller Freund- schaften im Rahmen des ERASMUS-Programms behindern?

Anhand narrativer Interviews mit fünf ehemaligen deutschen ERASMUS-Studierenden sollen die Besonderheiten der Freundschaft untersucht und nach einer Methode von Lucius-Hoene und Deppermann (2004) analysiert werden. Schwerpunkte sind dabei der erste Kontakt, gemeinsame Erlebnisse, die Kommunikation untereinander, Gemeinsam- keiten und Unterschiede sowie die Entwicklung der Freundschaft und die Gründe, die dazu geführt haben. Ferner geht es auch um die Frage, wie ehemalige deutsche ERAS- MUS-Studierende den interkulturellen Freundschaftsbegriff definieren.

1.2 Aufbau der Arbeit

Im Folgenden werden die einzelnen Kapitel vorgestellt, um einen Überblick über die in dieser Arbeit behandelten Themen und Aspekte zu geben.

Zu Beginn der Arbeit wird der Freundschaftsbegriff allgemein diskutiert (Kapitel 2.1) und im Kontext der in dieser Arbeit zugrunde liegenden empirischen Untersuchung de- finiert und eingegrenzt. Dabei wird insbesondere auf Veränderungen eingegangen, die der Freundschaftsbegriff im Laufe der Geschichte erfahren hat (Kapitel 2.1.1). Daneben gibt es ethnologisch bzw. kulturell bedingte Unterschiede im Freundschaftsverständnis, die im Kapitel 2.1.2 behandelt werden. Unter dem Einfluss des technologischen Fort- schritts sind in den letzten Jahrzehnten neue Wege der Kommunikation entstanden, de- ren Bedeutung für die Entstehung und Erhaltung von Freundschaften in Kapitel 2.1.3 diskutiert werden. Gegebenenfalls sind bei der Ausgestaltung von Freundschaftsbezie- hungen spezielle geschlechts- oder altersabhängige Besonderheiten zu berücksichtigen, die in Kapitel 2.1.4 erörtert werden. Freundschaft lässt sich als ein spezielles Merkmal der Persönlichkeit begreifen. Der zugrundeliegende Zusammenhang mit dem Begriff der Identität wird in Kapitel 2.1.5 behandelt.

In Kapitel 2.2 erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Entwicklungsprozess, dem Freundschaften allgemein unterliegen, mit besonderer Berücksichtigung der Phasen Entstehung (Kapitel 2.2.1), Pflege und Erhaltung (Kapitel 2.2.2) sowie ggf. Beendigung (Kapitel 2.2.3) von Freundschaften. Aufbauend darauf schließt sich eine Spezialisierung auf den Begriff der interkulturellen Freundschaft (Kapitel 2.3) an. Dabei wird auf die Besonderheiten beim Entstehen solcher Freundschaften (Kapitel 2.3.1) eingegangen. Kapitel 2.3.2 widmet sich den möglichen Hindernissen bei der Entstehung interkulturel- ler Freundschaftsbeziehungen und Kapitel 2.3.3 behandelt speziell den besonderen Nut- zen von kulturübergreifenden Freundschaften.

Kapitel 2.4 befasst sich mit Auslandsaufenthalten im Rahmen internationaler Austauschprogramme für Studierende unter besonderer Berücksichtigung des ERASMUSProjektes (Kapitel 2.4.1). In Kapitel 2.4.2 wird dargelegt, welche Art von Kontakten im Rahmen von Austauschprogrammen entstehen kann.

Kernpunkt dieser Arbeit ist die empirische Untersuchung (Kapitel 3), die als Erhebungsinstrument das Werkzeug des narrativen Interviews verwendet. Dieses wird in Kapitel 3.1 vorgestellt und die Auswahl der Probanden in Kapitel 3.2 begründet. Im Anschluss daran werden die Durchführung der Interviews (Kapitel 3.3) und die Transkription der Texte (Kapitel 3.4). beschrieben sowie die Einzelheiten der Auswertungsmethode dargestellt (Kapitel 3.5).

Der praktische Teil dieser Arbeit wird abgeschlossen mit der Präsentation und Interpre- tation der Ergebnisse (Kapitel 4). Dazu werden zunächst die Interviewpartner kurz vor- gestellt und deren persönliche Positionierung zum Freundschaftsbegriff (Kapitel 4.1) erfragt. Sodann werden die sich aus der Analyse der Interviews ergebenden allgemeinen Erkenntnisse und Erfahrungen in Form von prägnanten Aussagen präsentiert, inhaltlich erläutert und ggf. kommentiert. Diese Aussagen werden gemäß der in der Grobstruktu- rierung vorgenommenen Untergliederung den Entwicklungsphasen Kennenlernen und Kontaktaufnahme (Kapitel 4.2), Freundschaftsbildung (Kapitel 4.3) und Freundschafts- erhaltung bzw. -beendigung (Kapitel 4.4) zugeordnet. Nach einer resümierenden Kom- mentierung der Analyseergebnisse (Kapitel 4.5) wird die Arbeit mit dem Fazit und ei- nem Ausblick abgeschlossen (Kapitel 5).

2 Theoretische Grundlagen

Nachfolgend soll auf die theoretischen Grundlagen eingegangen werden, die für die Beantwortung der Forschungsfrage relevant sind. Zuerst wird der Freundschaftsbegriff allgemein diskutiert (Kapitel 2.1) und im Kontext der in dieser Arbeit zugrunde liegen- den empirischen Untersuchung definiert und eingegrenzt. Anschließend folgt eine Dis- kussion zur Entwicklung von Freundschaften (Kapitel 2.2). Aufbauend darauf schließt sich eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der interkulturellen Freundschaft (Kapi- tel 2.3) sowie dem Auslandsaufenthalt im Rahmen von Austauschprogrammen für Stu- dierende (Kapitel 2.4) an, um zu verstehen welche Besonderheiten es bei der Bildung und Pflege interkultureller Freundschaften im ERASMUS-Aufenthalt gibt.

2.1 Der Freundschaftsbegriff

Der Begriff Freundschaft ist generell nicht klar und eindeutig definiert, sondern wird individuell empfunden, persönlich ausgestaltet und den eigenen Vorstellungen entspre- chend gelebt. Dennoch wird dieses persönliche Verständnis des Freundschaftsbegriffs auch durch äußere Umstände beeinflusst, die vom Zeitgeist und von den jeweils gelten- den gesellschaftlichen Normen geprägt sind. Folglich hat das Freundschaftsverständnis sowohl eine historische als auch eine geographische Variabilität: Andere Zeiten oder andere Länder bringen auch andere Vorstellungen von Freundschaft hervor. Im Folgen- den werden die genannten Aspekte des Freundschaftsbegriffs im Einzelnen diskutiert. In Kapitel 2.1.1 wird die geschichtliche Entwicklung des Freundschaftsbegriffs behan- delt. Im Anschluss daran werden kulturspezifische Differenzen (Kapitel 2.1.2), der Einfluss der neuen Medien 1 (Kapitel 2.1.3) und geschlechts- und alterspezifische Unter- schiede (Kapitel 2.1.4) aufgezeigt sowie der Zusammenhang zwischen Freundschaft und Identität (Kapitel 2.1.5) dargelegt.

Wie bereits erwähnt, können Freundschaften interindividuell sehr unterschiedlich inter- pretiert werden, da der Begriff mehrdeutig ist (vgl. Schipper 2012: 95). Auhagen und von Salisch (1993) sprechen auch vom „Paradox der Freundschaft […] Eines der wich- tigsten Merkmale dieser Beziehung ist, daß [sic] sie so wenige eindeutige inhaltliche Vorgaben an ihre Beteiligten macht“ (Auhagen/von Salisch 1993: 216). Sowohl Schip- per (2012) als auch Auhagen und von Salisch (1993) verdeutlichen also die Schwierig- keit, den Freundschaftsbegriff inhaltlich für jede Person einheitlich zu konstruieren. Die individuelle Wahrnehmung von Freundschaft kann somit als uneinheitlich beschrieben werden.

Des Weiteren definieren Auhagen und von Salisch (1993) den Freundschaftsbegriff wie folgt:

„ Freundschaft ist eine dyadische, persönliche, informelle Sozialbezie- hung. Die beiden daran beteiligten Menschen werden als Freundinnen oder Freunde bezeichnet. Die Existenz der Freundschaft beruht auf Ge- genseitigkeit. Die Freundschaft besitzt für jede(n) der Freundin- nen/Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann. Freundschaft wird zudem durch folgende weitere essentielle Krite- rien charakterisiert:

- Freiwilligkeit - bezüglich der Wahl, der Gestaltung und des Fortbe- standes der Beziehung;
- zeitliche Ausdehnung - Freundschaft beinhaltet einen Vergangen- heits- und einen Zukunftsaspekt;
- positiver Charakter - unabdingbarer Bestandteil von Freundschaft ist das subjektive Erleben des Positiven;
- keine offene Sexualität. “ (Auhagen/von Salisch 1993: 217)

In dem oben angeführten Zitat sprechen Auhagen und von Salisch (1993) von einer „dyadischen Sozialbeziehung“2. Diese Definition schließt generell nicht aus, dass es auch Freundschaften zwischen mehreren Personen (also eine Gruppenfreundschaft) gibt. Es handelt sich dann eben um eine Summe einzelner Zweierbeziehungen zwischen den Mitgliedern der Freundschaftsgruppe. Des Weiteren wird in der Definition von Au- hagen und von Salisch (1993) die Tatsache, dass Freundschaften - neben einem Ver- gangenheits- und einem Zukunftsaspekt - auch einen Gegenwartsaspekt besitzen, um- gangen. Diesen Gegenwartsaspekt betont Nötzoldt-Linden (1994), indem sie von Freundschaftsbeziehungen ohne Zwang spricht, die spontan geschehen und dauerhaft erneuerungsbedürftig seien. Es könne sich ein spezielles Vertrauensverhältnis zwischen Gleichgesinnten bilden, da man sich über einen längeren Zeitraum voll und ganz am anderen orientiere (vgl. Nötzoldt-Linden 1994: 61). Die Autorin spricht auch von einer erotischen Komponente, die in jeder Freundschaft vorhanden ist in der Form, „daß [sic] man sich zum Beispiel gerne anschaut, sich gefällt, sich ‚riechen’ kann und gerne be- rührt“ (ebd.: 30). Dieser gefühlsmäßige Aspekt wird umgangssprachlich meist mit dem Begriff Sympathie umschrieben.

Nötzoldt-Linden (1994) schränkt den Freundschaftsbegriff sehr eng ein, indem sie ihn wie folgt beschreibt: „Freundschaft ist eine auf freiwilliger Gegenseitigkeit basierende dyadische, persönliche Beziehung zwischen nicht verwandten, gleichgeschlechtlichen Erwachsenen in einer Zeitspanne“ (ebd.: 29). Diese Definition betont einerseits noch- mals die zeitliche Begrenzung wie sie letztendlich durch den Beginn der freundschaftli- chen Bindung und deren Beendigung spätestens durch die begrenzte Lebenszeit gege- ben ist. Ihre Einschränkung auf Nichtverwandte und Gleichgeschlechtliche ist jedoch zumindest diskussionswürdig. Ihr wird im Rahmen dieser Arbeit insbesondere hinsicht- lich der Gleichgeschlechtlichkeit nicht gefolgt. Auch die weitere Einschränkung auf lediglich erwachsene Personen scheint angreifbar; sie spielt jedoch hier im Rahmen dieser Untersuchung keine Rolle, da alle betroffenen Studierenden implizit erwachsen sind.

An anderer Stelle schreibt Nötzoldt-Linden (1994) aber auch, dass Freunde eine ähnli- che Funktion wie die Familie im Leben eines Menschen übernehmen würden. Freunde böten - ähnlich wie die Familie - seelisch-moralischen Beistand sowie Unterstützung und Schutz vor der Einsamkeit. Daneben tauschen sie sich persönlich aus und seien ein- ander zugeneigt (vgl. ebd.: 24-25). Die Unterscheidung von Verwandten und Nichtver- wandten in obiger Definition erfolgt vermutlich mit dem Argument, dass Verwandte schon alle Funktionen einer Freundschaft innehaben und deshalb als eigenständige Ka- tegorie in Konkurrenz zu Freunden stehen. Andererseits ist zu hinterfragen, ob denn jeder Verwandte nun auch die genannten Funktionen erfüllt, also ein befreundeter Ver- wandter ist, oder ob es nicht auch zahlreiche verfeindete Verwandte gibt. Die Ver- wandtschaft ist angeboren (oder angeheiratet), aber wahre Freundschaft innerhalb der Familie will auch erst erarbeitet werden.

Auhagen und von Salisch (1993) merken an, dass eine Freundschaft fast dieselben Auf- gaben wie Beziehungen zwischen Familienmitgliedern, Nachbarn oder Kollegen habe (vgl. Auhagen/von Salisch 1993: 226-227). Auch Ceballos (2009) spricht davon, dass freundschaftliche Beziehungen neben Liebes- und Familienbeziehungen die stärksten sozialen Bindungen seien. Sie würden sich auf Freiwilligkeit, Respekt und Vertrauen stützen und wären scheinbar ein menschliches Grundbedürfnis (vgl. Ceballos 2009: 3). Es ergibt sich häufig, dass Menschen ihre neuen Freunde auch in den Kreis der eigenen Familie einführen, was für ERASMUS-Freundschaften bedeutet, dass der Gaststudent ggf. auch die Familie seines Betreuers oder neuen Freundes zumindest kennenlernt. Dies hat zumeist auch einen vertiefenden Effekt auf die Freundschaftsbeziehung.

Bezug nehmend auf o. a. Aussage, dass Freundschaft nur zwischen gleichgeschlechtli- chen Erwachsenen möglich sei (vgl. Nötzoldt-Linden 1994: 29), ist gegenzuhalten, dass gleichgeschlechtliche Freundschaften zwar die Regel sind, es aber grundsätzlich kein Argument gibt, warum sich nicht auch zwischen gegengeschlechtlichen Personen freundschaftliche Bindungen ergeben können, sofern das Thema Sexualität beiderseitig mit Sicherheit ausgeklammert werden kann. Lenz (2007) stützt die Ansicht, dass eine Freundschaft auch zwischen Männern und Frauen möglich sei. Allerdings würde es mehr Freundschaften unter gleichgeschlechtlichen als unter ungleichgeschlechtlichen Personen geben (vgl. Lenz 2007: 210). Geschlechtsspezifische Unterschiede in Freund- schaften werden in Kapitel 2.1.4 dieser Arbeit noch einmal aufgegriffen.

Auf die besonderen kulturspezifischen Differenzen, die bei interkulturellen Freund- schaften meist eine gestaltende Rolle spielen, geht Tenorth (2007) ein. Er beschreibt Freundschaft als „eine wechselseitig […] positiv wahrgenommene zwischenmenschli- che Beziehung, die von Sympathie, emotionaler Nähe und Vertrauen geprägt ist, wobei die Bedeutung dieser Merkmale kulturabhängig ist“ (Tenorth 2007: 263). So kann es in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Auffassungen dieser Merkmale geben. In einem späteren Teil dieser Arbeit wird sich mit kulturspezifischen Unterschieden bei Freundschaften befasst (Kapitel 2.1.2).

Freundschaftliche Bindungen sind lebendig; auch in unterschiedlichen Stadien, wie zum Beispiel ihrem Entstehen oder ihrer Beendigung, sind sie ständig veränderbar (vgl. Au- hagen 1991: 10). Ändern sich die Lebensumstände, ändert sich auch oft die Beziehung zueinander (vgl. Schmidt-Mappes 2001: 5). Dies lässt sich auch auf interkulturelle Freundschaften übertragen, da sich nach Abschluss des Auslandsaufenthalts die Le- bensumstände im Vergleich zu den Verhältnissen im freundschaftsbildenden ERAS- MUS-Semester drastisch ändern. Die in dieser Arbeit vorgenommene empirische Unter- suchung (Kapitel 3) soll u. a. zeigen, wie sich diese Freundschaften zwischen Angehö- rigen unterschiedlicher Kulturen nach dem Auslandssemester weiter entwickeln.

Valtin und Fatke (1997) unterteilen die Funktionen der Freundschaft in drei Kategorien: „(1) Geselligkeit und Austausch, (2) Beistand und Unterstützung, (3) Selbstverwirklichung“ (Valtin/Fatke 1997: 45-46). Auhagen und von Salisch (1993) postulieren, dass es das Ziel einer Freundschaft sei, ein positives interpersonelles Beisammensein ins Leben zu rufen und aufrecht zu erhalten (vgl. Auhagen/von Salisch 1993: 228). Argyle und Henderson (1986) haben den Versuch unternommen, die wichtigsten Regeln für Freundschaft in einer Aufzählung zusammenzustellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Regeln für Freundschaft (in Anlehnung an Argyle/Henderson 1986: 121)

Obwohl alle der genannten Regeln inhaltlich wohl richtig sind, kann festgestellt werden, dass es sich bei dieser Aufstellung wohl eher um eine Ideensammlung zum Verhalten gegenüber dem Partner und zur Gestaltung des freundschaftlichen Zusammenseins han- delt. Manche dieser Anregungen sind sehr speziell auf die Situation zugeschnitten, wäh- rend andere wiederum sehr allgemein gehalten sind und den Charakter von gängigen Anstands- und Verhaltensregeln haben, wie sie auch gegenüber anderen Menschen, also auch Nichtfreunden, beachtet werden sollten. Leider weist die Aufzählung auch einen unübersehbaren Mangel an Vollständigkeit auf. So könnte man z. B. die Liste ergänzen um Punkte wie:

- Zeit füreinander haben, dem Freund Priorität geben;
- geduldig zuhören und dem anderen die Gelegenheit geben, sich zu äußern;
- einander auch Misserfolge mitteilen, Hilfe anfordern, Probleme und Leid teilen;
- Trost suchen und spenden.

Darüber hinaus ist in o. a. Tabelle 1 von Argyle und Henderson (1986) keine Systematik der Anordnung oder Logik der Reihenfolge erkennbar.

Allan (1989) betont, dass die meisten Menschen nur einen oder zwei wahre Freunde („‚real’ or ‚true’ friends“) hätten und dass die Mehrheit sogenannter Freundschaften nicht zu dieser Kategorie gehöre. Wahre Freundschaft müsse nicht bedeuten sich regel- mäßig zu sehen; sie funktioniere auch auf Distanz (vgl. Allan 1989: 14). Aufgrund per- sönlicher Erfahrungen der Autorin ist davon auszugehen, dass interkulturelle Freund- schaften (Kapitel 2.3), die während eines ERASMUS-Aufenthalts entstanden sind, häu- fig nur noch über eine größere räumliche Distanz stattfinden. So wird eine im ERAS- MUS-Semester geschlossene Freundschaft zwischen eigentlich weit auseinander leben- den Personen nach dem Auslandsaufenthalt häufig primär über E-Mail oder soziale On- line-Netzwerke3 wie z. B. Facebook 4 gepflegt. Unter Bezugnahme auf die Argumentation Allans (1989) bedeutet dies aber zugleich, dass solche Freundschaften trotz der ange- sprochenen großen Distanz prinzipiell sehr tiefgründig sein können, auch wenn der Fak- tor Nähe grundsätzlich eine große Rolle bei der Entstehung und Pflege von Freund- schaften spielt. Zudem wird über die modernen elektronischen Medien dabei quasi eine virtuelle Nähe hergestellt. Die besondere Bedeutung des Faktors Nähe wird im späteren Verlauf dieser Arbeit noch weiterführend diskutiert (Kapitel 2.2.1).

Nötzoldt-Linden (1994) ist der Ansicht, dass dem Freundschaftsbegriff ein hoher Sym- bolwert zugeschrieben werde. So können positive Assoziationen hervorgerufen werden, indem eine Person oder eine Gruppe von Menschen als Freunde benannt werden, ohne jedoch über diese Bezeichnung nachzudenken. Oft entspreche diese Assoziation nicht der wirklichen Qualität der Beziehung (vgl. Nötzoldt-Linden 1994: 29). Auch Vaccari- no und Dresler-Hawke (2011) weisen darauf hin, dass unterschiedliche Personen unter- schiedliche Auffassungen vom Freundschaftsbegriff hätten. So könne für den einen ein Freund jemand sein, mit dem man sich gelegentlich austausche, während es für jemand anderen bedeute, unterschiedliche Freizeitaktivitäten gemeinsam auszuführen. Und für andere wiederum sei ein Freund jemand, mit dem man über seine Probleme sprechen könne (vgl. Vaccarino/Dresler-Hawke 2011: 178). Es ist ebenfalls möglich, dass für den einen die Beziehung zur anderen Person eine reine Arbeitsbeziehung darstellt und für den anderen bereits eine Freundschaft (vgl. Heidbrink et al. 2009: 23). Der Begriff Freund bzw. Freundin ist darüber hinaus kontextabhängig und bezieht sich entweder auf eine Freundschafts- oder eine Liebesbeziehung (vgl. ebd.: 24). So ist immer nur aus dem Zusammenhang erkennbar, ob jemand von seinem Freund als Liebespartner oder als Freundschaftspartner spricht. Auch die englische Notation friend ist nicht eindeutig definiert; es kann damit zum einen ein Bekannter gemeint sein und zum anderen eine freundschaftliche Beziehung (vgl. Wanhoff 2012: 64). Der Ausdruck boyfriend hinge- gen ist unmissverständlich belegt und bezeichnet eine partnerschaftliche heterosexuelle bzw. homosexuelle Beziehung.

Auch bei Facebook kann die Bezeichnung der Kontakte zu Missverständnissen führen, denn das soziale Online-Netzwerk weicht den Freundschaftsbegriff in seiner Verwen- dung doch sehr auf, indem die sogenannten Freunde zu einem Oberbegriff für Freunde, Bekannte, Klassenkameraden, Kommilitonen, Arbeitskollegen und Verwandte werden (vgl. Brunner 2011: 22). In Kapitel 2.1.3 wird auf die besondere Bedeutung des sozialen Online-Netzwerks im Hinblick auf die Aufrechterhaltung von Freundschaften einge- gangen.

Vaccarino und Dresler-Hawke (2011) führten eine Fragebogen-Untersuchung zu Freundschaften durch. Die 161 internationalen und nationalen befragten Studierenden in einem Kurs in Neuseeland assoziierten mit dem Freundschaftsbegriff Folgendes:

- Vertrauen und Respekt;
- Offenheit;
- Komfort und Leichtigkeit der Kommunikation;
- Unterstützung;
- Fürsorge und Zuneigung;
- gemeinsam Zeit verbringen und Spaß haben (vgl. Vaccarino/Dresler-Hawke 2011: 180-181).

Im Hinblick auf die vorgesehene Untersuchung wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff Freundschaft wie folgt verstanden:

Freundschaft ist eine positive zwischenmenschliche Beziehung von mindestens zwei Personen, unabhängig von deren Geschlecht und Alter - ohne sexuelle Anziehung. Die Beziehung ist freiwillig, lebendig, dauerhaft erneuerungsbedürftig und beruht auf Ehrlichkeit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen. Zudem spielen Toleranz, Offenheit und gegenseitige Rücksichtnahme eine wichtige Rolle. Freundschaften können sowohl unter Familienmitgliedern als auch unter Nicht-Verwandten entstehen.

Weitere Einschränkungen ergeben sich implizit aus der zu behandelnden Fragestellung. So handelt es sich bei den ERASMUS-Teilnehmern (und dadurch möglichen Freunden) um erwachsene Personen, die in der Regel nicht miteinander verwandt sind und sich auch vorher nicht kannten.

2.1.1 Geschichtliche Entwicklung des Freundschaftsbegriffs

Zu früheren Zeiten war Kommunikation nur von Angesicht zu Angesicht möglich und die Entfernung oft unüberbrückbar. Die Freunde kamen folglich überwiegend aus dem- selben Ort oder aus der Nähe. Heute existiert dagegen eine hohe Mobilität weltweit, die Entfernungen schrumpfen und sind kein wesentliches Hindernis mehr, um Kontakte aufnehmen und pflegen zu können. Die Folge ist, dass viele Menschen eine große An- zahl von Bekannten haben, die oft bedenkenlos als Freunde bezeichnet werden.

Im Folgenden wird der Freundschaftsbegriff im zeitlichen Kontext betrachtet, um die Herkunft des Terminus und seine historische Entwicklung zu erläutern. Die Entstehung des Wortes Freundschaft wird mit Verwandtschaft, Kameradschaft, Liebe und Freiheit in Verbindung gebracht (vgl. Nötzoldt-Linden 1994: 27).

Nach Schmidt-Mappes (2001) hat sich der Freundschaftsbegriff in verschiedenen Zeit- abschnitten verändert. So habe sich seine Gestalt von einer „institutionalisierten Bezie- hung zu einer freiwilligen, individualisierten“ Beziehungsform entwickelt (Schmidt- Mappes 2001: 15). Zudem sei der Inhalt des Freundschaftsbegriffs nun eher „expressiv“ als „instrumentell“ und im Laufe der Zeit habe sich die „soziale Funktionalität“ gegenüber der personenbezogenen durchgesetzt (ebd.: 15-16).

Schmidt-Mappes (2001) legt dar, dass Freundschaft in der Antike eine politische Verbindung und keine freiwillige Angelegenheit gewesen sei; man habe sich vielmehr verpflichtet, sich gegenseitig zu unterstützen. Diese Unterstützung sei sogar soweit gegangen, dass man das eigene Leben für den anderen geopfert hätte. Zudem sei diesen „Kriegerfreundschaften“ ein höherer Stellenwert zugesprochen worden als der eigenen Familie (ebd.: 16). Daneben existierten die sogenannten Hetairia, politische Freundesbünde, die zwischen institutionalisierter und individueller Freundschaft standen. Im Klassizismus entstand daraus mit dem Fall der Stadtstaaten im antiken Griechenland eine freiere Freundschaftsauffassung; es wurde über die Besonderheiten von Freundschaft diskutiert und philosophiert (vgl. ebd.: 16-17).

Wolf (2007) merkt an, dass die ersten Erklärungen der Arten und Strukturen von Freundschaftsbeziehungen auf Platons Schüler Aristoteles zurückgehen. Das griechische Wort philia (zu deutsch: Freundschaft) werde für einen breiteren Rahmen verwendet als der deutsche Begriff Freundschaft. Relationen zwischen Eheleuten und zwischen Eltern und Kindern gehören beispielsweise auch dazu (vgl. Wolf 2007: 213). Für Aristoteles bezeichnet der Begriff philia jede Art menschlicher Beziehungen, in der die Betroffenen sich gegenseitig Gutes wünschen (vgl. ebd.: 215).

Nach Wanhoff (2011) waren für den Philosophen Aristoteles Freundschaften die Grundlage des Staates, denn nur derjenige, dem die Gunst des Staates zu Teil wurde, konnte etwas erreichen. Diese Gunst wiederum war eng verbunden mit Freundschaft. Es gab Freundschaften zwischen gleichrangigen Bürgern, die sich in Nutzen, Lust und Tu- gend aufteilten. Von diesen drei Arten der Freundschaft konnte jedoch nur die Tugend- freundschaft für immer halten. Neben Freundschaften unter Gleichen gab es auch Freundschaften unter Ungleichen wie z. B. von Bürger zu Staat, bei denen es um Respekt und Ehre ging und die nicht frei auserwählt waren (vgl. Wanhoff 2011: 96-97).

Auch Doyle und Smith (2002) verweisen auf Aristoteles drei Arten von Freundschaft: Freundschaft basierend auf Nutzen, Freundschaft basierend auf Spaß und perfekte Freundschaft basierend auf Gutherzigkeit. Freundschaft, die auf Nutzen basiere, finde sich hauptsächlich unter Älteren und Menschen mittleren Alters. Wenn der Grund der Freundschaft wegfalle, gehe auch die Freundschaft zu Ende. Es werde wenig Zeit mit einander verbracht, da man sich untereinander manchmal gar nicht leiden könne. Freundschaft basierend auf Spaß finde sich hauptsächlich unter jungen Leuten. Da sich Interessen schnell änderten, sei diese Art von Freundschaft eher kurzlebig. Nur die Freundschaft, die auf Gutherzigkeit beruhe, sei perfekt. In dieser Freundschaft wünsche man sich gegenseitig Gutes und liebe den anderen so wie er ist. Die perfekte Freundschaft sei allerdings selten (vgl. Doyle/Smith 2002: 2-3).

Das Freundschaftsverständnis der Antike war also durch wichtige Philosophen und Staatsmänner geprägt (vgl. Ceballos 2009: 11).

Durch den starken Einfluss der Kirche änderte sich im Mittelalter der Freundschaftsbeg- riff, welcher besonders durch Mystik, Glaube und Aberglaube beeinflusst wurde (vgl. Ceballos 2009: 14-15). Das in der Antike entstandene individualisierte Freundschafts- bild sagte den Menschen im Mittelalter nicht mehr zu; mittelalterliche Freundschaften waren z. B. „Verhältnisse zwischen Lehnsherr und Vasall oder Ritterfreundschaften“ (Schmidt-Mappes 2001: 18).

„ Im Zusammenhang mit dem aufstrebenden Christentum kam es jedoch erneut zu philosophischenüberlegungenüber Freundschaft, wobei die Frage nach ‚ wahrer ’ Freundschaft bis in die Neuzeit hinein aktuell blieb. “ (ebd.: 18)

Im Verlaufe der Renaissance war der Mensch zentral und seine Freiheit und Selbststän- digkeit standen im Vordergrund (vgl. Nötzoldt-Linden 1994: 43-44). Michel de Mon- taigne spricht von Freundschaft als einer “Verschmelzung der Willen”, bei der gegen- seitige Gefälligkeiten zur Selbstverständlichkeit werden (Derrida/de Montaigne 2001: 23). Da die Willen der beiden Freunde voll und ganz miteinander übereinstimmen und zueinander gehören, sei es nicht möglich, voneinander zu nehmen oder einander zu ge- ben (vgl. ebd.: 23-24). Für de Montaigne ist wahre Freundschaft demnach eine Ver- schmelzung zweier Seelen, die vollkommen miteinander verbunden sind (vgl. ebd.: 74- 75). In dieser vollendeten Freundschaft gebe es keine Verbindlichkeiten. Es würden sich von anderen anvertraute Geheimnisse an ebendiesen Freund weitergeben lassen, ohne die Pflicht zur Verschwiegenheit zu brechen, da diese beiden Freunde zu einer einzigen Person verschmolzen seien (vgl. ebd.: 82). Gegenüber dieser als vollkommen angesehe- nen Freundschaft grenzen Derrida und de Montaigne (2001) aber auch solche Bezie- hungen ab, die aus egoistischen Gründen geschlossen werden und deshalb von ihnen als falsche („weniger wahre“) Freundschaften eingestuft werden:

„ All jene menschlichen Beziehungen nämlich, die aus geschlechtlichem Bedürfnis oder Gewinnstreben, ausöffentlicher oder persönlicher Not- wendigkeit entstehn [sic] und gepflegt werden, sind um so weniger schön und edel und daher um so weniger wahre Freundschaften, als sie hier an- dere Gründe, Zwecke und Erwartungen beimischen. “ (Derrida/de Mon- taigne 2001: 65-66)

Kurz vor Beginn der Romantik „entstand ein regelrechter Freundschaftskult“ (Schmidt- Mappes: 19-20). Die Menschen lösten sich von Staat und Kirche und konzentrierten sich vermehrt darauf, ihre Gefühle mit anderen zu teilen (vgl. ebd.: 20). So erläutert Steinhausen (1968):

„ Das achtzehnte Jahrhundert war das goldene Zeitalter der Freundschaft und darum war es das goldene Zeitalter des Briefes. [ … ] Die Freund- schaftssucht mußte [sic] notwendig eine Briefsucht hervorbringen. “

(Steinhausen 1968: 307-308)

Das Verständnis von Freundschaft war in dieser Zeit sehr tiefgehend in Bezug auf ge- genseitige Hilfe und Opferbereitschaft. Es reichte bis hin zum Einsatz des eigenen Le- bens, wie es z. B. im Gedicht „Die Bürgschaft“ von Friedrich von Schiller (1798) thema- tisiert wurde: „Ich lasse den Freund dir als Bürgen - Ihn magst du, entrinn’ich, erwür- gen.“

Zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine erneute Veränderung des Freundschaftsbegriffs. „Mit zunehmender Industrialisierung und Bürokratisierung sowie dem Aufkommen von Massenkommunikation gerieten die Menschen immer mehr in Abhängigkeit von unpersönlichen Organisationsstrukturen“ (Schmidt-Mappes 2001: 21). Mit der individuellen Selbstbestimmung des eigenen Lebens ergab sich jedoch auch eine freie Wahl der Freundschaftsgestaltung (vgl. Ceballos 2009: 16).

2.1.2 Kulturspezifische Unterschiede

Das Verständnis von Freundschaft ist nicht nur einer geschichtlichen Wandlung unterworfen, sondern unterliegt auch einer geographischen Variabilität. Dabei sind es vor allem die ethnologischen und kulturellen Unterschiede, die diesen Wandel des Freundschaftsverständnisses ausmachen.

Heringer (2007) beschreibt Kultur als eine Lebensart und als eine von den Individuen gemeinsam geschaffene Organisation, die „auf gemeinsamem Wissen“ beruhe und den Rahmen für sinnvolles Agieren bilde (Heringer 2007: 107). Für Maletzke (1996) hingegen ist Kultur ein „System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen, Wertorientierungen, die sowohl im Verhalten und Handeln der Menschen als auch in ihren geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden“ (Maletzke 1996: 16).

Kultur lässt sich als eine Kombination aus Sprache, Brauchtum, Mentalität, Religion etc. auffassen und umfasst die geteilten Normen, Werte, Handlungs- und Interpretationsmuster einer Gruppe oder Gemeinschaft (vgl. Transkulturelles Portal 2013).

Lüsebrink (2008) definiert den anthropologischen Kulturbegriff als die Summe der ge- meinsamen „Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster einer Gesellschaft“ (Lü- sebrink 2008: 10). Hofstede und Hofstede (2011) verstehen darunter die „kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Men- schen von einer anderen unterscheidet“ (Hofstede/Hofstede 2011: 4). Kultur sei also „erlernt, und nicht angeboren“ (ebd.: 4). Nach Hofstede und Hofstede (2011) werden vier Tiefenebenen unterschieden, auf denen sich kulturelle Unterschiede ausprägen (vgl. ebd: 8). Sie werden in einem Modell dargestellt, das dem einer Zwiebel ähnelt:

Abbildung 1: Zwiebelmodell (in Anlehnung an Hofstede/Hofstede 2011: 8)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbole seien dabei „die oberflächigsten und Werte die am tiefsten gehenden Manifestationen von Kultur“ (ebd.: 8). Hofstede und Hofstede (2011) fassen Symbole, Helden und Rituale unter Praktiken zusammen: „Als solche sind sie für einen außen stehenden Beobachter sichtbar, aber ihre kulturelle Bedeutung ist nicht sichtbar; sie liegt genau und ausschließlich in der Art und Weise, wie diese Praktiken von Insidern interpretiert werden“ (Hofstede/Hofstede 2011: 9).

Bei Studierenden, die sich im ERASMUS-Austausch befinden, können grundsätzlich in allen vier Schichten unterschiedliche Besonderheiten beobachtet werden:

1. in der Symbol -Ebene sind davon betroffen: Sprache, Kleidung und Frisur, Gestik und Körpersprache;
2. in der Ebene der Helden: Politiker, Künstler, Religionsstifter des jeweiligen Kul- turkreises;
3. in der Ritual -Ebene: Form der Ehrerbietung und Gruß (z. B. Verbeugung, verbale Ansprache, Händedruck, Umarmung, Kuss);
4. in der Werte -Ebene: Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Treue, Zuverlässigkeit, Respekt, Toleranz.

Dementsprechend haben unterschiedliche Kulturen auch mehr oder weniger unter- schiedliche Wesensmerkmale. Die Lebensweisen der betroffenen Menschen differieren und werden durch die jeweilige Kultur geprägt. Laut Hofstede und Hofstede (2011) steht in individualistischen Gesellschaften das Individuum im Vordergrund; in kollekti- vistischen Kulturen sei es die Gruppe und vor allem die Familie, die ein großes Zusam- mengehörigkeitsgefühl schaffen „und dafür bedingungslose Loyalität verlangen“ (ebd.: 97). Daneben betonen Hofstede und Hofstede (2011), dass in kollektivistischen Kultu- ren Freundschaften durch die Familie oder Gruppenzugehörigkeit bestimmt seien. Die enge Verbundenheit mit der Familie sei geprägt durch Respekt und sexuelle Enthalt- samkeit der Frauen (vgl. ebd.: 103). Da sich Austauschstudierende während ihres ERASMUS-Aufenthalts fernab von ihren Familien befinden, hat die Familie wohl eher einen geringeren Einfluss auf die Freundschaftsbildung als in ihrem Heimatland. Doch es lässt sich vermuten, dass die kollektivistische Denkweise dennoch einen nicht uner- heblichen Einfluss auf die Freundschaftsbildung hat. So weist de Federico de la Rúa (2003) darauf hin, dass südländische ERASMUS-Studierende oftmals sehr eng mit an- deren Studierenden aus dem Süden Europas befreundet seien, da sie sich durch die ähn- lichen geselligen Charaktereigenschaften enger miteinander verbunden fühlen würden (vgl. de Federico de la Rúa 2003: 36). Auch Lee und Gudykunst (2001) heben hervor, dass Zuneigung gegenüber Mitgliedern einer anderen ethnischen Gruppe durch die wahrgenommene Ähnlichkeit in der Kommunikationsart entstehe (vgl. Lee/Gudykunst 2001: 382).

Aufgrund der kulturellen Differenzen ist es auch naheliegend, dass der Freundschafts- begriff in unterschiedlichen Gesellschaften anders interpretiert wird. Zudem ist nicht immer gewährleistet, dass die Übersetzung in eine andere Sprache eindeutig und un- missverständlich gelingt. So kann es schnell zu verschiedenartigen Auffassungen kom- men z. B. über die gewollte Intensität der Beziehung, den Umfang der Pflichten und die Erwartungen an die Freundschaft. „In manchen Kulturen nimmt Freundschaft eine Form an, bei der ernsthafte Hilfe fest erwartet wird, wie in der mateship 5 Australiens und der Blutsbrüderschaft“ (Argyle/Henderson 1986: 109). Wenn allzu unterschiedliche Vor- stellungen über die wechselseitige persönliche Beziehung aufeinandertreffen, kann die Entstehung bzw. Fortentwicklung einer Freundschaft erheblich gestört werden.

2.1.3 Aktuelle Besonderheiten und der Einfluss der neuen Medien

Gerade heutzutage ist Freundschaft „eine vertraute, sehr intime und somit äußerst relevante persönliche Beziehung zwischen den Partnern, die sich durch gemeinsam verbrachte Zeit und Aktivitäten auszeichnet“ (Schipper 2012: 108).

Die neuen Medien und vor allem das Internet spielen eine immer wichtigere Rolle für das Entstehen und Aufrechterhalten von Freundschaften (vgl. Auhagen 2002: 107). Nach Döring (2003) lassen sich durch die leichtere Erreichbarkeit mittels Online- Medien, Kontakte lebendig erhalten oder verstärken. Die Kommunikation per E-Mail, Internet-Telefonie (z. B. Skype) oder Sofortnachrichten (z. B. SMS, Facebook, Chat- gespräche) sei entfernungsunabhängig und dabei kostengünstiger als das Telefon. Au- ßerdem sei man dadurch auch asynchron 6 erreichbar, egal in welcher Zeitzone man sich befinde (vgl. Döring 2003: 429). Auch Kneidinger (2012) ist der Ansicht, dass compu- tervermittelte Kommunikation in Form sozialer Online-Netzwerke die Aufrechterhal- tung und das Entstehen von Kontakten orts- und zeitunabhängig vereinfachen (vgl. Kneidinger 2012: 85). Schipper (2010) legt dar, dass computervermittelte Kommunika- tion ergänzend zu anderen Medienarten genutzt werde und sich dadurch die Kontakte intensivieren würden (vgl. Schipper 2010: 33). So ist das soziale Online-Netzwerk Fa- cebook nach Görig (2011):

„ eine nahezu perfekte Plattform, um mit weit entfernt lebenden Freunden in Kontakt zu bleiben, alte Bekannte wiederzufinden, schnell Neuigkeiten auszutauschen oder sich einfach nur die Zeit zu vertreiben. Facebook ist der Dienst, der wohl die meisten alten Freunde wieder zusammenführt, lockere Bekanntschaften vertieft und Kontakte angebahnt hat. “ (Görig 2011: 45)

Neben Facebook gibt es noch weitere soziale Online-Netzwerke mit ähnlichen Möglichkeiten und Funktionen wie z. B. StudiVZ 7 oder LinkedIn 8.

Kommunikation und Intimität sind wichtig, um zwischenmenschliche Beziehungen auf- rechtzuerhalten, aber sie sind nicht allein entscheidend (vgl. Auhagen 2002: 107). So hat der geographische Abstand früher meist den Kontakt zu anderen Kulturen und Sprachräumen verhindert. Das spielt heute kaum noch eine Rolle, da die Globalisierung und hohe Mobilität es ermöglichen, sich weltweit immer wieder persönlich von Ange- sicht zu Angesicht zu begegnen und zwischen den Treffen häufigen Kontakt über die elektronischen Kommunikationsmedien zu pflegen. Auch wenn der gefühlte Abstand zwischen den Menschen enorm geschrumpft ist, so existieren jedoch immer noch Sprachbarrieren sowie ein Fremdheitsgefühl gegenüber ungewohnten Kulturen und an- deren Religionen. Dieses kann aber zugleich auch ein Anreiz und eine Attraktion bzw. Neugier sein, fremde Kulturen kennenzulernen und neue Freunde zu gewinnen. Auha- gen (2002) weist darauf hin, dass sich durch die „zwischenmenschliche Globalisierung“ Distanzen zwischen Raum und Zeit schneller und einfacher überwinden ließen und die neu geschaffene Kommunikationskultur ihren eigenen Regeln folge (ebd.: 104-105). So ließen sich Freundschaften laut Ceballos (2009) ohne großen Aufwand auch über größe- re Entfernungen hinweg pflegen. Dank der fortgeschrittenen Globalisierung und einfa- chen Kommunikationsmitteln entstünde kein größerer Zeitaufwand und es ließen sich immer mehr freundschaftliche Kontakte aufbauen und weiterentwickeln. Das Internet erleichtere die interkulturelle Kommunikation. Allerdings könne die virtuelle Freund- schaft durch die vorgetäuschte Nähe auch oberflächlich sein (vgl. Ceballos 2009: 37). Soziale Online-Netzwerke beispielsweise bieten durch das Verschicken von Nachrich- ten, Links oder Fotos die Möglichkeit, mit Bekannten in lockerem Kontakt zu verweilen (vgl. Brunner 2011: 26). Bekanntschaften sind im Gegensatz zu Freundschaften unper- sönlicher, oberflächlicher und nicht von Dauer (vgl. Krosta/Eberhard 2007: 21). Besonders in sozialen Netzwerken wird eine Art von Nähe vorgetäuscht, wie durch die Studie von Yun et al. (2010) bewiesen wird. Sie fanden in ihrer Umfrage mit koreanischen Internetnutzern heraus, dass 59 Prozent und somit ein Großteil dieser sogenannten Freunde in sozialen Online-Netzwerken lediglich Online-Kontakte sind, 25 Prozent sind Bekannte sowie 7 Prozent Mitschüler und Kollegen. Nur 9 Prozent werden als gute Freunde eingeschätzt (vgl. Yun et al. 2010).

Auhagen (2002) vermutet, dass über die neuen Medien zwar mehr kommuniziert werde, diese Verständigung aber bedeutungsloser und weniger eng sei. So würden in der heuti- gen Zeit in bestimmten Situationen Informationen ausgetauscht, in denen in der Ver- gangenheit ohne die neuen Medien womöglich gar kein Austausch stattgefunden hätte (vgl. Auhagen 2002: 105-106). Menschen könnten sich also auf der einen Seite mehr zu einander hingezogen fühlen, jedoch auch auf der anderen Seite „Gefühle der Übersätti- gung, der Kontrolle und auch der Sinnentleerung von Kommunikation“ empfinden (ebd.: 106). Auhagen (2002) hält es deshalb für wichtig, bewusster mit den neuen Me- dien umzugehen (vgl. ebd.: 106).

2.1.4 Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede

„Freundschaften zwischen Männern und Frauen [...] sind offenbar nur dann möglich, wenn die Sexualität einigermaßen unter Kontrolle gebracht ist. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn es sich um ‚verflossene’ Liebschaften handelt“ (Valtin/Fatke 1997: 40).

Durch ihre Interviews mit 32 männlichen und 32 weiblichen Teilnehmern fanden Valtin und Fatke (1997) heraus, dass es zahlreiche Unterschiede zwischen Frauen- und Män- nerfreundschaften gibt. Demzufolge würden Frauen großen Wert auf kommunikative Eigenschaften legen und hätten meist mehr gleichgeschlechtliche Freunde als Männer. Männer hingegen würden bei der Freundschaftswahl dazu tendieren, auf Aktivitäten und Interessen zu achten. Des Weiteren würden Männer, im Gegensatz zu Frauen, ihr Verlangen nach Intimität und emotionaler Anteilnahme eher in Liebesbeziehungen als in Freundschaften zeigen. Demnach würden Männer eine Liebesbeziehung vermehrt wichtiger einschätzen als eine Freundschaft. Für Frauen hingegen sei oft die Freund- schaft wichtiger als die Liebe.

[...]


1 Zu den neuen Medien zählen u. a. E-Mail, DVD und das WWW, da sie digitale Daten senden oder dar- auf zugreifen; daneben gehören auch Internet-Dienste dazu (vgl. dtp-neuemedien 2013)

2 Bei einer Dyade handelt es sich um eine Zweierbeziehung, die besonders intensiv und emotional ist (vgl. Lexikon für Psychologie und Pädagogik 2013).

3 Ein soziales Online-Netzwerk ist ein „Portal im Internet, das Kontakte zwischen Menschen vermittelt und die Pflege von persönlichen Beziehungen über ein entsprechendes Netzwerk ermöglicht“ (Bibliographisches Institut GmbH 2012).

4 http://www.facebook.de

5 Die Bezeichnung mateship stammt aus dem Australischen und wird oft verwendet, um die Beziehungen zwischen Männern in Momenten der Herausforderung zu beschreiben (vgl. Australian Government 2007).

6 Bei der asynchronen Kommunikation geschieht das Senden und Empfangen von Daten zeitlich verscho- ben.

7 http://www.studivz.net

8 http://www.linkedin.com/

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Freundschaften und ihre Entwicklung am Beispiel ehemaliger ERASMUS-Studierender
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Interkulturelle Kommunikation)
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
103
Katalognummer
V233028
ISBN (eBook)
9783656521600
ISBN (Buch)
9783656529828
Dateigröße
1620 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freundschaft, interkulturelle Freundschaft, ERASMUS, Auslandsaufenthalt, Beziehung
Arbeit zitieren
Svenja Gerling (Autor), 2013, Interkulturelle Freundschaften und ihre Entwicklung am Beispiel ehemaliger ERASMUS-Studierender, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233028

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