Das Kriegsschiff Ertuğrul Fırkateyni ist in der Geschichte der Türkei das berühmteste und legendärste Schiff, das durch das Untergehen in den Gewässern Japans einen unwiderruflichen Ruhm gewonnen hat und auch dort zulande bekannt ist. Fast 600 Männern kostete dieses Schiffsunglück das Leben und bildete somit sowohl in der Vergangenheit einen Verknüpfungspunkt zwischen beiden Ländern, als auch in der Gegenwart durch die erneute Aktualität der damaligen Ereignisse.
In dieser schriftlichen Ausarbeitung wird die Geschichte dieses Schiffes in den Mittelpunkt gestellt und anschließend mit verschiedenen Aspekten und Punkten verknüpft dargestellt. Begonnen wird mit einer kurzen Zusammenfassung der Japanisch-Türkischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Anschließend werden das Schiff und die Vorgeschichte, die Fahrt, der Aufenthalt in Japan und der Untergang behandelt. Zum Schluss soll eine Beschreibung der Nachwirkungen und der heutigen Situation die vorliegende Arbeit abrunden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1. Japanisch-Türkische Beziehungen
2. Ertuğrul Fırkateyni
2.1. Vorbereitungen und Komplikationen
2.2. Die Fahrt nach Japan
2.3. In Japan
2.4. Der Untergang
2.4.1. Die Überlebenden
2.4.2. Die Hilfsaktion
3. Nachwirkungen
3.1. Das Denkmal
3.2. Beziehungen bis heute
3.3. Die Bergungsaktion
4. Fazit
Nachwort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die historische Bedeutung des Untergangs der Fregatte Ertuğrul als Ausgangspunkt der diplomatischen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Japan. Dabei wird untersucht, inwiefern administrative Versäumnisse zur Katastrophe führten und wie das Ereignis das Fundament für die bis heute andauernde bilaterale Verbundenheit bildete.
- Historische Aufarbeitung der Mission der Ertuğrul im 19. Jahrhundert
- Analyse der Ursachen für den Untergang unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Mängel
- Darstellung der japanischen Hilfsbereitschaft und der Rettungsmaßnahmen
- Untersuchung der langfristigen Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen
- Dokumentation des Gedenkens und moderner archäologischer Bergungsbemühungen
Auszug aus dem Buch
2.4. Der Untergang
Das Ertuğrul Fırkateyni trat am Montag, dem 15. September 1890, nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Japan auf Befehl aus Istanbul trotz der Warnungen von japanischer Seite, das Schiff sei nicht reisefähig und das Wetter zudem sehr schlecht, die Rückreise an. Und in der nächsten Nacht, am 16. September 1890 um 3.30 Uhr (einer anderen Quelle nach um 21.30 Uhr), geschah das Unglück und das Ertuğrul Fırkateyni ging zwischen Yokohama und Kōbe, in der Nähe von Ǒshima, Kushimoto und Kishu Kashinozaki unter.
Die Problematik bei diesem historischen Ereignis ist, dass die stürmische Wetterlage als Hauptursache für den Untergang des Schiffes angesehen wird. In jeder Quelle wird von starken Böen und tobenden Wellen gesprochen. Nach genauerer Analyse der Augenzeugen- und Erlebnisberichte, dem Brief- und Telegramwechsel und den Zeitungsartikeln jedoch, die vorwiegend in Mütercimler´s Werk vorzufinden sind, wird man mit einer unbekannten Tatsache konfrontiert. Das Ertuğrul Fırkateyni ging nicht nur wegen dem Sturm unter, sondern hauptsächlich wegen einer Explosion im Maschinenraum.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die Entstehungsgeschichte der Arbeit durch ein Praktikum im Japanischen Kulturzentrum in Istanbul und die Bedeutung der dortigen Bibliothek.
Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes des türkischen Kriegsschiffes Ertuğrul als Symbol der Beziehungen zu Japan.
1. Japanisch-Türkische Beziehungen: Analyse der diplomatischen Annäherung zwischen dem Osmanischen Reich und Japan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
2. Ertuğrul Fırkateyni: Untersuchung der Planung, der Reise und der tragischen Umstände des Schiffbruchs.
3. Nachwirkungen: Dokumentation der Gedenkkultur, der Entwicklung der bilateralen Beziehungen und der gemeinsamen Bergungsaktionen.
4. Fazit: Kritische Reflexion über die Verantwortung des Staates und die Bedeutung des Unglücks für die Völkerverständigung.
Nachwort: Ausblick auf die weiterführende Bearbeitung des Themas im Rahmen einer Bachelorarbeit.
Schlüsselwörter
Ertuğrul, Osmanisches Reich, Japan, Diplomatie, Schiffsunglück, Maschinenraumexplosion, Kushimoto, Völkerverständigung, Geschichte, Meiji-Zeit, türkisch-japanische Beziehungen, Gedenken, Bergung, Marine, Projektmodul.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Fregatte Ertuğrul, die 1890 auf dem Rückweg von einer diplomatischen Mission nach Japan sank, und deren Rolle als Auslöser für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Japan.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben dem historischen Ablauf der Reise stehen die diplomatischen Beziehungen, die Umstände des Untergangs sowie die moderne Erinnerungskultur und archäologische Forschung im Vordergrund.
Was ist das Ziel der vorliegenden Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Schaffung einer fundierten Wissensbasis als Vorarbeit für eine geplante Bachelorarbeit, indem das Ereignis detailliert historisch rekonstruiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung türkischer Sekundärliteratur, zeitgenössischer Dokumente sowie Augenzeugenberichten basiert.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Mittelpunkt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die chronologische Darstellung der Reise und des Unglücks sowie die Analyse der nachfolgenden diplomatischen und kulturellen Auswirkungen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ertuğrul, bilaterale Beziehungen, Katastrophenmanagement, diplomatische Mission und interkultureller Austausch.
Wie bewertet die Verfasserin die Rolle der osmanischen Führung?
Die Autorin kritisiert – in Anlehnung an den Historiker Mütercimler – die „Unbekümmertheit“ und Nachlässigkeit der damaligen oberen Schichten bei der Wahl eines reiseunfähigen Schiffes.
Welche Bedeutung kommt dem Denkmal in Kushimoto zu?
Das Denkmal dient als dauerhaftes Symbol der Dankbarkeit und des Gedenkens an die Opfer und ist der zentrale Ort für die jährlich stattfindenden Zeremonien zwischen beiden Nationen.
- Citation du texte
- M.A. Cigdem Gedik (Auteur), 2008, Ertuğrul Fırkateyni. Ein türkisches Schiff in Japan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233152