Ziel der folgenden Hausarbeit ist es zu zeigen, warum nach Thomas von Aquin
Gott sein eigenes Sein ist. Hierzu wird ein besonderes Augenmerk auf
Thomas' Behandlung von Wesen gelegt, um anschließend auf das Wesen und die Existenz Gottes eingehen zu können. Die Lektüre, auf die sich diese Hausarbeit
hauptsächlich stützt, ist die Schrift „De ente et essentia“ („Über das Seiende und
das Wesen“), von Thomas von Aquin, die er um 1255 verfasste.
Zunächst ist der Begriff des Wesens darzustellen, da das Hauptaugenmerk
in „De ente et essentia“ auf der Definition des Wesens liegt. Darauf folgen unter Kapitel II zusammengefasst die zwei verschiedenen Arten von Substanzen,
zum einen die zusammengesetzten und zum anderen die einfachen
Substanzen, da Gott nach Thomas von Aquin eine ganz besondere Art von einfacher Substanz ist. Aus diesem Grund wird die zusammengesetzte
Substanz auch nur kurz und oberflächlich behandelt. Die darauf folgende Behandlung der einfachen Substanzen ist wichtiger und ausführlicher, da Gott
unter die zusammengesetzten Substanzen fällt. Eigentlich ist es kaum möglich, Wesen und Substanz stark voneinander getrennt zu erläutern. Aus diesem Grund fließt immer wieder etwas von dem vorher gehenden Kapitel des Wesens in das Kapitel über die Substanz ein.
Zwischen dem Wesen und der Substanz wird auf die Gattung, die Art und den Unterschied eingegangen und deren Zusammenhänge erläutert.
Die Hausarbeit baut sich stufenweise immer weiter auf, ähnlich wie Thomas es in seiner Schrift ebenfalls tut, bis es zu dem Kapitel über Gott kommt, der somit die Spitze der Erklärungspyramide darstellt.
Abschließend wird kurz das Leben des Thomas von Aquin und dessen geschichtlicher Kontext skizziert, um einen kurzen Einblick in die Welt und
Lebens- und Sichtweisen der damaligen Welt zu bekommen. Dabei nämlich lässt sich erkennen, dass das komplette Leben Aquins beeinflusst durch die katholische Kirche war. Dieses letzte Kapitel soll helfen zu verstehen, warum Thomas von Aquins'Sichtweise, wie sie in dieser Hausarbeit dargestellt wird, sich so stark an dem kirchlichen Denken und Glauben konzentriert.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Wesen (essentia)
III Gattung, Art und Unterschied
IV Die verschiedenen Arten von Substanzen
IV.1 Die zusammengesetzten Substanzen
IV.2 Die einfachen Substanzen
V Das Wesen und die Existenz Gottes
VI Thomas von Aquin
VII Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Argumentation von Thomas von Aquin nachzuvollziehen, warum Gott nach dessen Verständnis sein eigenes Sein ist. Dabei wird ausgehend von der Schrift "De ente et essentia" eine stufenweise Herleitung entwickelt, die vom allgemeinen Begriff des Wesens über die Klassifikation von Substanzen bis hin zur ontologischen Bestimmung Gottes führt.
- Analyse des Begriffs der Essenz (Wesen) bei Thomas von Aquin.
- Unterscheidung zwischen zusammengesetzten und einfachen Substanzen.
- Herleitung Gottes als erste Ursache und absolute Form.
- Einordnung des Lebens und Wirkens von Thomas von Aquin in seinen geschichtlichen Kontext.
- Kritische Reflexion der theologisch-philosophischen Argumentationsstruktur.
Auszug aus dem Buch
IV.2 Die einfachen Substanzen
Das Wesen der einfachen Substanzen umfasst, so Thomas, lediglich die Form. Auch nennt er die einfache Substanz „die von Materie „getrennte“ Substanz (substantia separata), die eben nicht aus Form und Materie besteht. Zu diesen zählt Thomas die menschliche Seele, die Engel – und Gott.“
Bei der ersten Ursache (Gott) ist es klar, dass es sich um eine von der Materie getrennte Substanz handelt. Bei den Engeln und der Seele ist diese Klarheit jedoch nicht sofort erkennbar.
Am einfachsten ist die Aussage, dass die einfachen Substanzen lediglich Form umfassen, mit Hilfe der „Kraft des übersinnlichen Erkennens“ zu sehen, wobei „übersinnliches Erkennen“ hier das intellektuelle Erkennen meint.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, zu zeigen, warum Gott nach Thomas von Aquin sein eigenes Sein ist, und führt in die Schrift "De ente et essentia" als zentrale Textgrundlage ein.
II Wesen (essentia): Dieses Kapitel definiert den Begriff des Wesens in Abgrenzung zum Sein und führt die drei Arten ein, wie das Wesen in Substanzen vorliegen kann.
III Gattung, Art und Unterschied: Hier werden die logischen Kategorien Gattung, Art und Unterschied erläutert, die dazu dienen, das Wesen eines Dings näher zu bestimmen.
IV Die verschiedenen Arten von Substanzen: Es wird die Differenz zwischen zusammengesetzten Substanzen (Form und Materie) und einfachen, von Materie getrennten Substanzen dargelegt.
IV.1 Die zusammengesetzten Substanzen: Das Kapitel behandelt Substanzen, deren Wesen aus Form und Materie besteht, und erläutert deren Begrenztheit.
IV.2 Die einfachen Substanzen: Fokus auf Substanzen, die lediglich aus Form bestehen, wie Engel oder die Seele, und deren Abgrenzung zur ersten Ursache.
V Das Wesen und die Existenz Gottes: Gott wird als absolute, in sich selbst begründete Form und erste Ursache identifiziert, bei der Wesen und Sein identisch sind.
VI Thomas von Aquin: Eine biografische Skizze des Philosophen, die seinen Werdegang und den Einfluss der katholischen Kirche auf sein Denken beleuchtet.
VII Fazit: Die Arbeit zieht Bilanz, reflektiert die Stärke der thomistischen Beweisführung und äußert kritische Perspektiven zur Kausalität der Gottesbeweise.
Schlüsselwörter
Thomas von Aquin, De ente et essentia, Wesen, Essentia, Sein, Substanz, Gott, erste Ursache, zusammengesetzte Substanz, einfache Substanz, Form, Materie, Metaphysik, Gottesbeweis, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die philosophische Argumentation von Thomas von Aquin bezüglich der Natur Gottes, insbesondere dessen Identität als "eigenes Sein".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ontologie des Wesens (Essenz), der Differenzierung von Substanzarten und der metaphysischen Bestimmung Gottes als erste Ursache.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die methodische Nachvollziehung des Beweisganges von Thomas von Aquin, der in der Schrift "De ente et essentia" dargelegt wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine systematische Textanalyse der scholastischen Philosophie, die den Argumentationsaufbau des Originaltextes stufenweise nachvollzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Wesen, die Unterscheidung von Substanzen (zusammengesetzt vs. einfach) und die spezielle Stellung Gottes innerhalb dieses Systems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Thomas von Aquin, Substanz, Essenz, Sein, Gott, Materie, Form und erste Ursache.
Warum spielt die Unterscheidung von einfachen und zusammengesetzten Substanzen eine so wichtige Rolle?
Diese Unterscheidung ist notwendig, um aufzuzeigen, dass Gott eine vollkommene, von Materie getrennte Substanz ist, bei der Wesen und Sein im Gegensatz zu anderen Geschöpfen zusammenfallen.
Wie bewertet der Verfasser die logische Stimmigkeit des thomistischen Gottesbeweises?
Der Verfasser erkennt die Stärke und logische Struktur der Argumentation an, äußert jedoch kritische Zweifel an der Notwendigkeit der Schlussfolgerung, die erste Ursache zwingend mit dem christlichen Gottesbegriff gleichzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Sarah Ahlborn (Autor:in), 2011, "Gott ist sein eigenes Sein": Thomas´ Behandlung von Wesen und Existenz Gottes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233159