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Sexualität in Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“

Titre: Sexualität in Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Agata Waleczek (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Es war vielleicht eher die Ambivalenz des Werkes als die Unschuldbeteuerung der unbeirrbaren Regisseurin, die Leni Riefenstahls NS-Propagandafilm „Triumph des Willens“ (Dokumentarfilm D 1935) vor der völligen Vernichtung durch die kritische Nachkriegsrezeption gerettet hat – kein Triumph des wie auch immer gestalteten Willens also, sondern ein Triumph der raffinierten Form über den kontroversen Inhalt. International und noch Jahrzehnte später wurde die Bedeutung der Fortschrittlichkeit der Kamera- und Regietechniken und künstlerischen Genialität des Filmes über den Reichsparteitag der NSDAP 1934 in Nürnberg für die Filmgeschichte hervorgehoben (vgl. Oberwinter 2007: 34). Gleichzeitig wurden wiederholt Stimmen laut, die der Regisseurin vorwarfen, sich den Nationalsozialisten nur allzu leicht dienlich gemacht zu haben. Dieser Umstand überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass die Regisseurin und Adolph Hitler schon vor dem Wahlsieg der NSDAP auf Riefenstahls Initiative hin persönlichen Kontakt pflegten (vgl. Wichmann). Wesentlich ist: Riefenstahl lieferte Bildmaterial, das dem Nationalsozialismus nicht nur schmeichelte, sondern die monumentalen Phantasien der NS-Parteiführung gegenüber der internationalen Öffentlichkeit machtvoller und zeitloser kommunizieren sollte als es die Nationalsozialisten selbst durch ihre Politik vermochten.

Die vorliegende Arbeit wird sich nicht auf diese moralische Problematik fokussieren. Dennoch ist sie eine passende Einleitung für einen Text, der die fruchtbare Synthese des scheinbar Unpolitischen mit dem Politischen nachzuvollziehen versucht. Benjamin (1936) sah die Quelle der verführerischen Kraft des Filmes seinerzeit in einer Ästhetisierung der Politik. Im Folgenden wird untersucht, ob Riefenstahl neben der Ästhetik auf ein weiteres die Sinnlichkeit des Filmerlebnisses steigerndes Mittel zurückgegriffen hat: die Erotik, deren Reizen sich der Mensch als sexuelles Wesen schwerer entziehen kann, da sie an seinen Trieb appellieren. „Es“ (vgl. Freud 1923) rührt eben aus den unwiderstehlichen und teilweise unverständlichen Tiefen der menschlichen Psyche, in deren Sog der Mensch durchaus die Orientierung verlieren kann. Dabei kann es sich auch um die politische Orientierung handeln.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Vorgehen und Fragestellung

2. Theorie

2.1 Begriffsdefinitionen

3. Forschungsstand

4. Methode

4.1 Leni Riefenstahl: Indizien einer Biographie

4.2 Filmanalyse: „Triumph des Willens“

4.2.1 Sequenz 1: „Prolog, Ankunft Hitlers und Fahrt zum Hotel“

4.2.2 Sequenz 2: „Nürnberg erwacht – Morgenidyll und Zeltlager, Trachtenzug“

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie Leni Riefenstahl in ihrem Propagandafilm „Triumph des Willens“ filmische Bildsprache nutzte, um den Faschismus über ästhetische Mittel hinaus zu sexualisieren und somit eine höhere psychologische Bindungswirkung beim Zuschauer zu erzielen.

  • Analyse der Instrumentalisierung von Sexualität in nationalsozialistischer Propaganda.
  • Untersuchung der biographischen Hintergründe von Leni Riefenstahl.
  • Anwendung einer operationalisierten Definition von Sexualität auf Filmmaterial.
  • Psychologische Untersuchung der emotionalen Verführungskraft durch Körperbilder und Symbolik.
  • Vergleich von NS-Propagandabildern mit kommerziellen Darstellungsschemen (Pornografie-Vergleich).

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Sequenz 1: „Prolog, Ankunft Hitlers und Fahrt zum Hotel“

Nachdem Adolf Hitler als Heilandsgestalt (vgl. Loiperdinger 1987: 88) mit seinem Flugzeug vom Himmel herabfliegt, werden häufig die Reaktionen von Frauen auf seine Ankunft in halbnahen Einstellungen gezeigt. Die zum Hitlergruß erhobenen Arme dieser Frauen (vgl. 06:21 Min.) lassen den Stoff ihrer Blusen sich um ihre Körper spannen, bei einer der Frauen wird ein Stück ihres Unterhemdes sichtbar. Die nächste Kameraeinstellung impliziert einen Blickdialog zwischen Adolph Hitler, der gerade gelandet ist, und diesen Frauen: Aus Hitlers fast etwas verschämter Mimik spricht, dass er mit diesem Empfang zufrieden ist (vgl. 06:22 Min.). Hitler fährt mit einem Mercedes an der ihn umjubelnden Masse vorbei, er schwebt förmlich in seinem Auto stehend durch die Stadt, hält den Menschen seine vom Sonnenlicht erhellte Handfläche entgegen.

Hitler wird in diesen Szenen in fleischlichen und mystischen Rollen als „Heerführer“, „Ehemann“, aber auch als „Messias“ stilisiert, der die „Massen segnet“, aber auch führt und verführt. Die Stadt öffnet sich diesem „Führer“, gibt sich ihm euphorisch hin; ein Empfang durch gut gelaunte, gesellige Menschen von jugendlicher Vitalität und Attraktivität, ganz nach dem Geschmack des Reichskanzlers. Hitlers Macht wird durch den inszenierten Kontext dreifach legitimiert: Ihm wird die Rolle des Ehemannes, den die Frauen begrüßen, des Heerführers, dem gesunde, attraktive, starke Männer dienen, und des Messias zugestanden, der das Volk „erlöst“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ambivalenz des Films ein und formuliert die Forschungsfrage, ob neben der Ästhetisierung auch die Erotik als Mittel der filmischen Verführung eingesetzt wurde.

1.1 Vorgehen und Fragestellung: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen und die zentrale Frage, wie Riefenstahl den Faschismus durch Bilder sexualisiert hat.

2. Theorie: Hier werden theoretische Ansätze zur sexuellen Wahrnehmung, zur Massenpsychologie des Faschismus und die notwendigen Begriffsdefinitionen dargelegt.

2.1 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Operationalisierung von Sexualität als soziales und psychologisches Phänomen.

3. Forschungsstand: Ein Überblick über die bisherige Fachliteratur zu Leni Riefenstahl und die diskursive Auseinandersetzung mit dem Film „Triumph des Willens“.

4. Methode: Darstellung der hermeneutischen und empirisch-analytischen Vorgehensweise sowie der Auswahlkriterien für die untersuchten Filmszenen.

4.1 Leni Riefenstahl: Indizien einer Biographie: Dieses Kapitel kontextualisiert Riefenstahls Karriere und ihre Rolle als Regisseurin im NS-Staat.

4.2 Filmanalyse: „Triumph des Willens“: Einleitung in die formale Analyse des Propagandafilms und Begründung der Auswahl des Materials.

4.2.1 Sequenz 1: „Prolog, Ankunft Hitlers und Fahrt zum Hotel“: Analyse der stilisierenden Bilder von Hitler als Messias und Ehemann sowie der Reaktion der weiblichen Bevölkerung.

4.2.2 Sequenz 2: „Nürnberg erwacht – Morgenidyll und Zeltlager, Trachtenzug“: Untersuchung der Darstellung des männlichen Körpers und der homoerotischen Latenz im Kontext des Zeltlagers.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung und Überlegungen zu zukünftigen Forschungsfeldern bezüglich des persuasiven Potenzials von Sexualität.

Schlüsselwörter

Leni Riefenstahl, Triumph des Willens, Nationalsozialismus, Faschismus, Sexualisierung, Propaganda, Ästhetik, Körperkult, Massenpsychologie, Filmanalyse, Erotik, Ideologie, Herrschaftslegitimation, Rhetorik, Bildsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Leni Riefenstahl in ihrem Film „Triumph des Willens“ durch eine gezielte filmische Inszenierung sexuelle Reize nutzte, um eine stärkere emotionale Bindung zwischen dem Zuschauer und der faschistischen Ideologie zu erzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Filmwissenschaft, politische Kommunikation, Psychologie und Sexualwissenschaft, um die subtilen Propagandamechanismen des Nationalsozialismus zu entlarven.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu belegen, dass Riefenstahl den Faschismus nicht nur ästhetisierte, sondern durch die bewusste Verwendung von Körperbildern und erotischer Symbolik im Sinne einer Vermenschlichung und emotionalen Aufladung des Systems „sexualisierte“.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen kombinierten hermeneutisch-interpretativen Ansatz sowie eine empirisch-analytische Auswertung ausgewählter Filmsequenzen, basierend auf Definitionen aus der Psychologie und Soziologie.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einordnung von Riefenstahl, eine theoretische Begriffsbestimmung sowie eine detaillierte Filmanalyse, in der spezifische Sequenzen hinsichtlich ihrer „sexuellen“ Merkmale untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Propaganda, Sexualisierung, Leni Riefenstahl, Massenpsychologie, Körperkult und die filmische Inszenierung politischer Macht.

Warum zieht die Autorin Vergleiche zur kommerziellen Pornografie?

Die Autorin nutzt die Darstellungsschemen heutiger Pornografie als „Nullhypothese“, um Merkmale zu identifizieren, die von Menschen universell als „sexuell“ wahrgenommen werden, und wendet diese Kriterien auf die historische Propagandabilder an.

Wie deutet die Arbeit die „Waschszenen“ der HJ-Mitglieder?

Die Arbeit interpretiert diese Szenen als Darstellung latenter Homoerotik und als Versuch, durch die Inszenierung des nackten, kämpferischen Männerkörpers ein „arisches“ Schönheitsideal zu schaffen, das den Zuschauer verführerisch an das System binden soll.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu Riefenstahls Intention?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Riefenstahl als ambitionierte Karrierefrau handelte, die die Wünsche ihres Auftraggebers Hitler durch eine perfektionierte Bildsprache umsetzte, wobei die erotische Aufladung sowohl bewusste Inszenierung als auch Resultat ihrer eigenen körperästhetischen Vorlieben sein könnte.

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Résumé des informations

Titre
Sexualität in Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“
Université
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Cours
Hauptseminar Faschismustheorien im Exil
Note
1,0
Auteur
B.A. Agata Waleczek (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
22
N° de catalogue
V233164
ISBN (ebook)
9783656494249
ISBN (Livre)
9783656494157
Langue
allemand
mots-clé
sexualität leni riefenstahls triumph willens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Agata Waleczek (Auteur), 2013, Sexualität in Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233164
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Extrait de  22  pages
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