Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist die Fragestellung, welche PR-Strategien die
Verbände der Musikindustrie in den USA und Deutschland verfolgt haben und verfolgen,
um die so genannte Internet-Piraterie zu unterbinden und das Unrechtsbewusstsein
der Verbraucher zu steigern. Es wird im wesentlichen untersucht, wie sich die verfolgten
Strategien in Deutschland und den USA unterscheiden und ob die Aktivitäten ihren
Zweck erfüllen.
Im Rahmen meiner Analyse werde ich mich auf die Verbandsarbeit der Musikindustrie
in den USA und Deutschland bezüglich der so genannten „Internet-Piraterie“ in Hinblick
auf Tonträger beschränken. Internet-Piraterie ist eine spezielle Form von Tonträgerpiraterie
und bezeichnet das Angebot von Musikaufnahmen über das Internet ohne
Einwilligung des Rechtsinhabers. Nachfolgend wird der Begriff Raubkopie als Synonym
für Internet-Piraterie bezüglich Tonträgern genutzt. Andere hier nicht behandelte
Formen der Piraterie sind Herstellung und Vertrieb von Raubpressungen, Ident-
Fälschungen und Bootlegs.
Im Folgenden wird der theoretische Hintergrund für zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit
/ Public Relations (PR) vorgestellt und ein Aufbau für erfolgreiche PRKonzeptionen
aufgezeigt. Vorab beschreibe ich ergänzend den Zweck öffentlicher Informationskampagnen
und nehme eine Abgrenzung zu PR-Kampagnen vor.
Die Erfolgskriterien einer PR-Konzeption werden auf die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des amerikanischen Verbandes Recording Industry Association of Amerika (RIAA)
und der deutschen Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry
(IFPI) angewandt. Hier werde ich weiter die Unterschiede zwischen dem deutschen
und dem US-amerikanischen Vorgehen darstellen und die Kommunikationsmaßnahmen
auf ihren Erfolg überprüfen.
Abschließend werde ich ein Fazit bzw. eine Bewertung abgeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Die aktuelle Situation in der Musikindustrie
1.2 Ziel der Arbeit und Struktur
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Kampagnebegriff
2.2 PR-Konzeptionen
2.2.1 Strategiebestandteile
2.2.1.1 Public Relations-Ziele
2.2.1.2 Dialoggruppen
2.2.1.3 Botschaften / Positionierung
2.2.1.4 Strategische Umsetzung
2.2.2 Kommunikations-Taktik
3 Analyse der Aktivitäten in den USA und Deutschland
3.1 Strategie in den USA
3.1.1 Die Recording Industry Association of America (RIAA)
3.1.2 Übersicht über die Aktivitäten
3.1.3 Analyse / Einordnung
3.1.3.1 Soundbyting
3.1.3.2 Music United
3.1.4 Auswertung der Kampagnen in den USA
3.2 Strategie in Deutschland
3.2.1 Die Deutsche Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI)
3.2.2 Übersicht über die Aktivitäten
3.2.3 Analyse / Einordnung
3.2.3.1 Copy kills Music
3.2.3.2 Mailing-Aktion der Deutschen Landesgruppe der IFPI an Unternehmen, Behörden und Universitäten im Februar / März 2003
3.2.3.3 Pro Music
3.2.4 Auswertung der Kampagnen in Deutschland
3.3 Vergleich der Vorgehensweisen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die PR-Strategien der Musikindustrie in den USA und Deutschland, um der wachsenden Internet-Piraterie entgegenzuwirken und ein Unrechtsbewusstsein für urheberrechtlich geschützte Werke zu schaffen. Ziel ist ein kritischer Vergleich der eingesetzten Maßnahmen und deren Erfolg.
- Analyse der PR-Konzeptionen von Musikverbänden (RIAA und IFPI)
- Vergleich der Vorgehensweisen in den USA und in Deutschland
- Evaluation der gewählten Dialoggruppen und Kommunikationsmittel
- Untersuchung der Reaktionen auf illegale Filesharing-Plattformen
- Bewertung der Wirksamkeit von Aufklärungskampagnen versus rechtlicher Drohszenarien
Auszug aus dem Buch
Soundbyting
Die Zielsetzung dieser Kampagne war es, einen Aufruf zur Diskussion über Musik im Internet zu starten. Schüler und Studenten sollte ein Grundverständnis über den Teil des Urheberrechts vermittelt werden, der Musik im Internet betrifft. Die Anerkenntnis der kreativen Arbeit und der Rechte der Künstler stand im Mittelpunkt.
Als Dialoggruppen wählte die RIAA Studenten an Colleges und Universitäten. Sie waren bereits stark internet-affin und stellten illegale MP3-Webseiten – für jedermann frei verfügbar – ins Internet. Universitätscomputer wurden oft dazu genutzt, derartige Webseiten zu erstellen und ins Internet zu stellen. Um diese Personen zu erreichen, wurde eine Mittlergruppe nötig, die durch die RIAA persönlich ansprechbar war und die wiederum mit der Dialoggruppe in Kontakt treten konnte. Als Kontaktpersonen wählte die RIAA Lehrkräfte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die akute Krise der Musikindustrie durch illegale Internet-Downloads und definiert das Ziel der Arbeit, die PR-Strategien der Verbände zu vergleichen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Informationskampagne und legt den konzeptionellen Rahmen für erfolgreiche PR-Arbeit nach Dörrbecker und Fissenewert-Gossmann dar.
3 Analyse der Aktivitäten in den USA und Deutschland: Hier werden die konkreten Maßnahmen der Verbände RIAA und IFPI chronologisch dargestellt, analysiert und hinsichtlich ihrer strategischen Umsetzung bewertet.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass die Musikindustrie es versäumt hat, rechtzeitig legale und bequeme Alternativen zu schaffen, und die rein repressive Strategie oft hinter der technischen Entwicklung zurückbleibt.
Schlüsselwörter
Musikindustrie, Internet-Piraterie, Urheberrecht, PR-Konzeption, Raubkopien, RIAA, IFPI, Filesharing, Aufklärungskampagnen, Tonträger, Rechtsänderung, Dialoggruppen, Marketingstrategien, Urheberrechtsgesetz, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Musikverbände in den USA und Deutschland durch PR-Strategien versuchen, das Problem der Internet-Piraterie anzugehen und das Bewusstsein der Nutzer zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzeption von Informationskampagnen, die Rolle des Urheberrechts, die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und die Herausforderungen durch den technologischen Wandel (MP3, Filesharing).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche PR-Strategien die Verbände verfolgen, ob diese sich zwischen Deutschland und den USA unterscheiden und ob sie ihr Ziel – die Eindämmung illegaler Angebote – tatsächlich erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse, bei der die durchgeführten Kampagnen der Verbände anhand eines theoretischen PR-Konzeptionsmodells (nach Dörrbecker/Fissenewert-Gossmann) systematisch zerlegt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Aktivitäten der RIAA in den USA und der IFPI in Deutschland, inklusive spezifischer Kampagnen wie "Soundbyting", "Music United", "Copy kills Music" und "Pro Music".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Musikindustrie, Internet-Piraterie, Urheberrecht, PR-Konzeption, Filesharing und Urheberrechtsgesetz.
Warum war die Zusammenarbeit mit Lehrkräften bei der Kampagne "Soundbyting" problematisch?
Es konnte nicht gewährleistet werden, dass die Lehrkräfte das Thema tatsächlich in ihren Veranstaltungen ansprachen, zudem bestand die Gefahr, dass die Mittlerrolle bei den Studenten auf Ablehnung stieß.
Welchen Stellenwert nimmt die rechtliche Komponente im Vergleich zur Aufklärung ein?
Die Arbeit zeigt einen Wandel auf: Während anfangs auf Aufklärung gesetzt wurde, liegt der Fokus aktuell stärker auf der Androhung rechtlicher Schritte und Klagen gegen Nutzer, wobei die gesellschaftliche Akzeptanz dabei oft vernachlässigt wird.
- Quote paper
- Frank Lefering (Author), 2004, Informationskampagnen der Musikindustrie zur Eindämmung von Raubkopien - Ein Vergleich der Kampagnen in Deutschland und den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23320