Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den Merkmalen und Funktionen von Redewendungen, der Einbindung in den Lehrplan und will Ideen zu einem verbesserten Umgang im Unterricht mit der Materie liefern. Dies beinhaltet auch eine kurze Exkursion zu Redewendungen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Redewendungen – allgegenwärtig – auch im Deutschunterricht?
2. Merkmale und Funktionen von Redewendungen
3. Aktuelle Einbindung in den Lehrplan
4. Anregungen zur Verbesserung der Unterrichtsgestaltung
5. Ein Exkurs: Redewendungen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache
6. Resümee
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die didaktische Bedeutung von Redewendungen im Deutschunterricht sowie im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DAF). Das Hauptziel besteht darin, den aktuellen Mangel an kreativen und integrativen Unterrichtskonzepten aufzuzeigen und praxistaugliche Methoden zu entwickeln, um Redewendungen lebendig und effektiv zu vermitteln.
- Bedeutung und Funktionen von Phraseologismen in der Kommunikation
- Kritische Analyse der aktuellen Lehrplanvorgaben
- Didaktische Ansätze zur Integration von Redewendungen in den Unterricht
- Spielerische und kreative Lehrmethoden zur Motivationssteigerung
- Besonderheiten und Herausforderungen bei der Vermittlung im DAF-Unterricht
Auszug aus dem Buch
4. Anregungen zur Verbesserung der Unterrichtsgestaltung
Mehrere Aspekte sprechen für das Prinzip der Integration bei der Bearbeitung von Phraseologismen. Dabei handelt es sich um ein Prinzip, bei dem die Thematik nicht isoliert behandelt, sondern mit anderen Lerngegenständen des Faches Deutsch verbunden werden und auch produzierend angewendet werden soll. Eine Begrenzung auf ein oder zwei Schulstunden im Jahr ist zu wenig. Vielmehr sollten Phraseme situativ in den Unterricht mit eingebunden und somit wiederholt und bestehende Kenntnisse vertieft werden. Dabei kann auch bei den Schülern ein Motivationsschub entstehen, weil sie auf bereits bestehendes Wissen aufbauen können. Dies beschränkt sich nicht nur auf die niedrigen Jahrgangsstufen, sondern kann auch immer wieder sporadisch in den höheren Klassen behandelt werden. Die Behandlung von Redensarten muss also zum durchgängigen Unterrichtsprinzip avancieren. Auch bloßes Abfragen von Redensarten sollte vermieden werden. Vielmehr sollten die Phraseologismen in ihrer konkreten adressaten-, textsorten-, und situationsspezifischen Verwendung behandelt werden, um sich Kompetenzen mit ihrem Umgang zu erwerben und zu erkennen, in welchem Zusammenhang welche Redensarten gebräuchlich und angemessen sind.
Diese kontextualisierte Anwendungsweise lässt sich im Unterricht bei beinahe jeder Textart problemlos umsetzen. Zum Beispiel können zur Erarbeitung der Charaktereigenschaften literarischer Figuren ihre verwendeten Sprichwörter herangezogen werden. Dabei wird der Einstieg in klassische Texte für einige Schüler erleichtert, da sie sich vom Bekannten zum Unbekannten vortasten können. Sie werden also nicht sofort von der Abstraktion des Textes erschlagen, sondern können sich über bekannte Redewendungen an den Stoff herantasten. Mit der Einbindung in die Bearbeitung von Lektüren zeigen wir nur ein Feld auf. Doch die Bearbeitung von Phrasemen kann auch beim Lesen von Zeitungsartikeln, Argumentationsforen oder anderen Textarten integriert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Redewendungen – allgegenwärtig – auch im Deutschunterricht?: Dieses Kapitel beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Redewendungen in der Alltagskommunikation und stellt fest, dass ihr Stellenwert in der Deutschdidaktik bisher unterschätzt wird.
2. Merkmale und Funktionen von Redewendungen: Hier werden der Begriff Phraseologismus definiert sowie die kommunikativen Vorteile und konnotativen Qualitäten von Redewendungen dargelegt.
3. Aktuelle Einbindung in den Lehrplan: Das Kapitel kritisiert die oberflächliche und isolierte Behandlung von Redewendungen im aktuellen bayerischen Lehrplan für Realschulen.
4. Anregungen zur Verbesserung der Unterrichtsgestaltung: Es werden didaktische Ansätze präsentiert, um Redewendungen durch Integration in den Unterricht und kreative Methoden nachhaltig zu vermitteln.
5. Ein Exkurs: Redewendungen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Schwierigkeiten für Deutschlernende und schlägt einen strukturierten Dreischritt zur Kompetenzentwicklung vor.
6. Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass ein bewussteres, konsequenteres und kreativeres Engagement der Lehrkräfte für die Phraseodidaktik notwendig ist.
Schlüsselwörter
Redewendungen, Phraseologismen, Deutschunterricht, Didaktik, Phraseodidaktik, Sprachkompetenz, Deutsch als Fremdsprache, DAF, Lehrplan, Unterrichtsgestaltung, Konnotation, Kommunikation, Wortschatz, Sprachvermittlung, Textarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und didaktischen Einbindung von Redewendungen im Deutschunterricht sowie in Deutsch als Fremdsprache (DAF).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Funktion von Phraseologismen, die Kritik an bestehenden Lehrplänen sowie die methodische Gestaltung eines lebendigen Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den notwendigen Handlungsbedarf in der Deutschdidaktik aufzuzeigen und neue Konzepte vorzustellen, die über bloßes Auswendiglernen von Bedeutungen hinausgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fachdidaktischen Analyse einschlägiger Literatur, ergänzt durch Reflexionen über Unterrichtspraktiken und persönliche Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Redewendungen, der aktuellen Situation im Schulunterricht und konkreten, kreativen Methoden zur Vermittlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Phraseodidaktik, Sprachkompetenz, didaktische Integration und spielerische Lehrmethoden.
Wie unterscheidet sich die Didaktik bei DAF-Lernenden im Vergleich zum Muttersprachunterricht?
Bei DAF-Lernenden ist eine stärkere Sensibilisierung für strukturelle Eigenschaften von Phrasemen erforderlich, da sie die Bedeutung oft nicht intuitiv aus dem Kontext erschließen können.
Warum spielt Humor eine Rolle bei der Unterrichtsgestaltung?
Humor und Unterhaltung tragen laut der Arbeit dazu bei, die Aufmerksamkeit zu steigern und das Behalten von Sprachwissen im Gedächtnis zu erleichtern.
- Citar trabajo
- Eymen Behrend (Autor), 2009, Redewendungen / Idiomatische Redewendungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233228