1.Einleitung
Die Gesellschaft brach im letzten Jahrzehnt eine Reihe von gewohnten Strukturen und Systeme auf, die in vielen Lebensbereichen Veränderungen ausgelöst haben. Die Auswirkungen sind im sozialen, politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und technologischen Umfeld zu verspüren. Schlagwörter wie „Globalisierung“, „Digitalisierung“ oder „Informationsgesellschaft“ prägen die heutige Zeit. Der Faktor Zeit spielt im täglichen Geschäft eine immer größere Rolle, und das wiederum versetzt die Unternehmer unter einen höheren Druck. Für die Manager wird es daher in Zukunft wesentlich schwieriger, die notwendige Performance an den Tag zu legen und die gesteckten Unternehmensziele zu erreichen.
1.1.Gegenstand der Arbeit
Auch im engeren wirtschaftlichen Umfeld der Kfz-Branche stehen in den nächsten Jahren grundlegende Veränderungen an: Ab 01.10.2003 tritt eine neue EU-Verordnung der Gruppenfreistellung (GVO) in Kraft, welche die Markt- und Wettbewerbsbedingungen im europäischen Raum liberalisiert. Als zweite große Änderung werden neu überarbeitete Eigenkapitalregeln für Banken eingeführt, die unter der Bezeichnung Basel II bekannt sind. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird zukünftig genauer analysiert und bewertet und erst danach wird die Höhe des Kreditzinssatzes festgelegt.
Es wird daher in Zukunft sowohl für den Importeur als auch für die Kfz-Einzelhändler noch viel wichtiger werden, operative und wirtschaftliche Stärken und Schwächen möglichst zeitnah aufzuzeigen, um konkurrenzfähig und vor allem wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.
1.2.Problemstellung
Vielfach steht heute als einzige Informationsquelle lediglich die jährliche Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres zur Verfügung, die eine Reihe von Nachteilen in Bezug auf Unternehmenssteuerung verzeichnet:
• Die Bilanz liegt meist erst wesentlich zeitverzögert vor und ist immer vergangenheitsorientiert.
• Außer den Vorjahresdaten enthält sie keine Vergleichswerte, aus denen Stärken und Schwächen ableitbar wären.
• Die Kennziffern aus der klassischen Bilanzanalyse sind in der Regel zu global, um daraus konkrete Schwachstellen erkennen zu können.
Die nahe Zukunft der Kfz-Branche wird also von vielen Veränderungen geprägt sein, die die Wettbewerbsbedingungen deutlich verschärfen und damit das Management der Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt. Ziel dieser Diplomarbeit ist daher, ein umfassendes Konzept einer Unternehmenssteuerung (Business Management System) zu liefern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Gegenstand der Arbeit
1.2. Problemstellung
1.3. Aufbau und Methode
2. Konnex Management, Strategie und Kennzahlensystem
2.1. Managementaufgaben
2.2. Allgemeine Strategieansätze
2.3. Strategieansätze der österreichischen Kfz-Branche
3. Kennzahlensysteme
3.1. Ziele, Nutzen und Aufgaben von Kennzahlensystemen
3.2. Konnex strategische Führung und Kennzahlensystem
3.3. Allgemeine Kennzahlensysteme
3.4. Trends im Controlling
4. Empirische Umfrage österreichische Kfz-Importeure
4.1. Auswahl der Untersuchungseinheit
4.2. Durchführung und Rücklauf der Erhebung
4.3. Methodische Aspekte der Fragebogenerstellung
4.4. Methodische Aspekte zur Fragebogenauswertung
4.5. Wesentliche Erkenntnisse aus der Untersuchung
4.6. Resümee der Untersuchung
5. Praxisbeispiel Intercar Austria
5.1. Standortbestimmung Intercar Austria
5.2. Fachliche Schwächen-Analyse des Kennzahlensystems
5.3. Technische Schwächen-Analyse des Kennzahlensystems
5.4. Technischer Lösungsansatz eines neuen Kennzahlensystems
5.5. Fachlicher Lösungsansatz eines neuen Kennzahlensystems
5.6. Integration eines Benchmarkansatzes im Kennzahlensystem
5.7. Darstellung der Internetapplikation mit Prozessabläufen
6. Ausblick Anforderungen an Kennzahlensysteme
6.1. Basel II / Ratingkriterien
6.2. Intangible Assets
6.3. Risiko-Chance-Management / Unternehmensplanung
6.4. Technische Integration in Kennzahlensysteme
7. Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist die Entwicklung eines umfassenden Konzepts für ein internetbasiertes Business Management Benchmark System (iBMBS), um Unternehmen in einem durch Strukturwandel und verschärften Wettbewerb geprägten Marktumfeld eine effektive Unternehmenssteuerung zu ermöglichen. Die Arbeit fokussiert sich darauf, betriebswirtschaftliche Stärken und Schwächen der Vertriebsorganisationen zeitnah zu identifizieren, um durch datengestützte Managemententscheidungen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität zu sichern.
- Grundlagen der Unternehmenssteuerung, Strategieentwicklung und Kennzahlensysteme.
- Empirische Analyse des Ist-Zustandes der Kennzahlennutzung bei österreichischen Kfz-Importeuren.
- Entwicklung eines IT-Konzepts zur Integration von Kennzahlensystemen am Beispiel von Intercar Austria.
- Einfluss moderner Anforderungen wie Basel II, Intangible Assets und Risikomanagement auf die Controlling-Instrumente der Zukunft.
Auszug aus dem Buch
Schwächen der Architektur des Kennzahlensystems
Derzeit gibt es bei Intercar Austria keine Gesamtlösung, sondern das KZS besteht aus mehreren Teillösungen. Für die einzelnen Wertschöpfungsbereiche und Abteilungen des Importeurs sind jeweils eigene Systeme aufgebaut worden. Dadurch ergibt sich das Manko, dass weder der Importeur noch die Kfz-Einzelhändler selbst einen Gesamtüberblick haben, wie sie wirtschaftlich liegen. Um einen wirtschaftlichen Gesamtüberblick eines Kfz-Einzelhändlers zu erhalten, müssen derzeit die Informationen mühevoll aus den einzelnen Abteilungen zusammengetragen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den strukturellen Wandel in der Kfz-Branche durch rechtliche und technologische Veränderungen und definiert das Ziel der Arbeit, ein modernes Business Management System zu konzipieren.
2. Konnex Management, Strategie und Kennzahlensystem: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Managements sowie verschiedene Strategieansätze und verdeutlicht deren enge Verzahnung mit dem Kennzahlensystem.
3. Kennzahlensysteme: Bietet einen Überblick über etablierte Kennzahlensysteme wie das Du-Pont-System und die Balanced Scorecard sowie aktuelle Trends im Controlling.
4. Empirische Umfrage österreichische Kfz-Importeure: Analysiert den Status Quo der Kennzahlennutzung bei österreichischen Automobilimporteuren mittels einer quantitativen Studie und leitet daraus Schwachstellen ab.
5. Praxisbeispiel Intercar Austria: Detailliert die Konzeption eines neuen, internetbasierten Kennzahlensystems für den Importeur Intercar Austria, basierend auf den Erkenntnissen der vorherigen Analyse.
6. Ausblick Anforderungen an Kennzahlensysteme: Diskutiert zukünftige Anforderungen an Kennzahlensysteme, insbesondere unter Berücksichtigung von Basel II, immateriellen Vermögenswerten (Intangible Assets) und Risikomanagement.
7. Resümee: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Diplomarbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer digitalen, integrierten Unternehmenssteuerung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Unternehmenssteuerung, Kennzahlensystem, Kfz-Branche, Business Management System, Benchmarking, Strategie, Controlling, Basel II, Intangible Assets, Risikomanagement, Internetapplikation, Prozessoptimierung, Unternehmensplanung, Automobilimporteure.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines internetbasierten Business Management Benchmark Systems für die Kfz-Branche, um die Unternehmenssteuerung für Importeure und Einzelhändler in einem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld zu optimieren.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die Bereiche Managementtheorie, Strategieansätze, Kennzahlensysteme (KZS), empirische Marktforschung in der Kfz-Branche, IT-technische Implementierung sowie Zukunftstrends wie Basel II und Risikomanagement ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines umfassenden Konzepts, das es Importeuren ermöglicht, ihre Vertriebsorganisation durch zeitnahe Analysen wirtschaftlicher Stärken und Schwächen effizienter zu steuern und somit die Rentabilität langfristig abzusichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Literaturrecherche zu den theoretischen Grundlagen sowie eine empirische, österreichweite Umfrage bei Kfz-Importeuren. Die Ergebnisse fließen in ein praxisorientiertes Fallbeispiel (Intercar Austria) ein, ergänzt durch Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte empirische Schwächen-Analyse der Branche, die konkrete Konzeption eines neuen KZS für Intercar Austria und einen zukunftsorientierten Ausblick auf die Anforderungen an moderne Controllingsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kennzahlensysteme, Unternehmenssteuerung, Benchmarking, Kfz-Handel, Digitalisierung, Basel II und Intangible Assets.
Warum ist eine internetbasierte Lösung für das Kennzahlensystem essentiell?
Da eine rein manuelle oder papierbasierte Datenverarbeitung zeitverzögert und fehleranfällig ist, ermöglicht eine Internetlösung eine effizientere Datenübermittlung, schnellere Auswertung durch Drill-Down-Mechanismen und eine bessere Transparenz für alle beteiligten Partner.
Welche Rolle spielt die Bilanzanalyse in der Konzeption von Intercar Austria?
Obwohl Bilanzdaten meist nur jährlich vorliegen, sind sie für Intercar Austria von zentraler Bedeutung, da sie als Basis für interne Ratingverfahren zur Festlegung von Kreditrahmen (Obligo) gegenüber den Kfz-Einzelhändlern dienen.
- Arbeit zitieren
- Herbert Wenger (Autor:in), 2003, Konzeption eines internetbasierenden Management Benchmark Systems (iBMBS) am Beispiel einer Kfz-Handelsorganisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23338