Praktikumsbericht SP3 für das Fach Italienisch am Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2010

17 Seiten


Leseprobe

Gliederung

1. Bedingungsfeldanalyse
1.1. Schulprofil
1.2. Italienischunterricht am Gymnasium Q
1.3. Aufgaben während des Praktikums

2. Darstellung eines fachdidaktischen Sachverhalts am Beispiel der Wortschatzarbeit
2.1. Einleitung und Grundlagen
2.2. Welche Position kommt der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht zu?
2.3. Wie wird der benötigte Wortschatz ausgewählt?
2.4. Welche Rolle spielt der Lehrer bei der Wortschatzarbeit?
2.5. Lerntechniken zum Wortschatzerwerb im Fremdsprachenunterricht

3. Dokumentation eines eigenen Unterrichtsversuchs
3.1. Bedingungsfeldanalyse
3.2. Sachanalyse
3.3. Didaktisch- methodischer Begründungszusammenhang
3.4. Methodische Überlegungen
3.5. Verlaufsplanung der Stunde
3.6. Tatsächlicher Stundenverlauf und Vergleich mit geplantem Verlauf

4. Bibliographie

1. Bedingungsfeldanalyse

1.1. Schulprofil

Das Gymnasium Q. befindet sich heute an zwei verschiedenen Standorten. Dies resultierte aus der 2004 durchgeführten Fusion des Gymnasiums Q. mit dem Gymnasium R. zum „Gymnasium Q.“ unter Beibehaltung der Gebäude. Die Schule trägt den Namen des Pädagogen Johann Christoph Friedrich Gutsmuths seit 1900, um ihn nicht nur für seine herausragenden Leistungen auf den Gebieten Geografie und Sport zu ehren, sondern auch in Anerkennung seiner pädagogischen Grundsätze, die bis heute Eingang in die unterrichtliche Arbeit finden. Der Name Gutsmuths wird seit 1991 als Gymnasium weitergeführt. Die Fusion bewirkte, dass Schüler der 5. bis 9. Klasse im Haus E unterrichtet werden, wohingegen die Klassen 10 bis 12 in Haus K. untergebracht sind. Für die Lehrer bedeutet das ein Pendeln zwischen zwei Gebäuden. Das Gymnasium ist eine öffentliche Schule und erfordert keinen Aufnahmetest.

Wichtige Ziele sieht das Gymnasium darin, eine grundlegende Allgemeinbildung zu gewährleisten, um sich für ein Studium zu qualifizieren und auch das soziale Verhalten der Lernenden zu fördern, das sich gegen jedwede Form der Gewalt richtet. So ist die Schule Mitglied im Projekt ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ von und für Schüler, „die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen“[1]. Es gilt diesen Titel jährlich zu verteidigen. Weiterhin versteht sich das Gymnasium als eine Ganztagsschule. So gibt es von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr diverse Freizeitmöglichkeiten und Schulprojekte. Die Schüler können die so genannten Clubräume nutzen, wie die Bibliothek; sie können Billard spielen oder Kreativarbeiten machen, sowie sich an Projekten wie „Jugend forscht“, „Denkmal aktiv“, Unihockey oder dem Internet-Café beteiligen. Das Modell der Ganztagsbetreuung sieht z.B. in Klasse 5 Stütz- und Förderkurse in Mathematik, Deutsch und Englisch vor, sowie ein Training in Lernmethoden. In Klasse 6 gibt es Stützkurse in Mathematik und Englisch, weiterhin den Schnupperkurs Französisch oder den Kurs „biologische Experimente“. In beiden Klassenstufen wird eine Hausaufgabenbetreuung in der Zeit von 12:15 Uhr bis 13:15 Uhr angeboten. Die Schule bietet allerdings auch klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaften an, wie den Chor, Badminton, Aquafitness, Fußball, Kochen & Backen oder auch Jazz Dance.

Das Gymnasium Q. trägt seit 2008 als erste Schule in Sachsen-Anhalt den Titel „Gesunde Schule[2] “. Erfolgreich bewältigte Kriterien zur Zertifizierung waren hierbei die Ausbildung von so genannten Auditoren, die Bildung von entsprechenden Arbeitsgruppen und die Bewertung durch eine externe Kommission, die z.B. Unterrichtshospitationen und eine Schulbesichtigung durchführte. Ebenso von Bedeutung ist die Einbeziehung der Eltern in das Schulgeschehen; diese haben die Möglichkeit im Elternrat oder im Förderverein aktiv zu werden. Unterricht haben die Schüler in so genannten Blöcken. Das heißt konkret, dass die Schüler ab der 5. Klasse Doppelstunden haben; also 90 Minuten am Stück. Nach jedem „Block“ gibt es 30 Minuten Pause (die auch notwendig sind, da, wie bereits erwähnt, manche Lehrer zwischen den Gebäuden pendeln müssen). Im aktuellen Schuljahr unterrichten dort 63 Lehrer etwa 700 Schüler.

1.2. Italienischunterricht am Gymnasium Q.

Am Gymnasium Q. steht derzeit ein Italienisch-Lehrer zur Verfügung. Das Fach Italienisch kann dort als dritte Fremdsprache ab der 9. Klasse gewählt werden und es besteht auch die Möglichkeit, sofern genügend Kursteilnehmer vorhanden sind, Italienisch in der Kursstufe bis hin zum Abitur zu belegen. Dennoch ist dieser Fall bis jetzt noch nicht eingetreten, da es nicht genügend Interessierte gab. Im aktuellen Schuljahr gibt es nur einen Italienisch-Kurs in der 10. Klasse, somit im zweiten Lernjahr. Es ist abzusehen, dass auch dieser Kurs im folgenden Schuljahr nicht mehr zustande kommt. Im Italienischunterricht wird derzeit das Lehrbuch Corso Italia 1 genutzt. Aufgrund der Ansicht des Lehrers, dass nicht alle Lektionen in diesem Buch sinnvoll sind, wird ab und zu noch Langenscheidts Praktisches Lehrbuch verwendet, das eigentlich für die Erwachsenenbildung bestimmt ist. Derzeit gehört Italienisch zu den Wahlpflichtkursen, die ab Klasse 9 belegt werden können. Im Gegensatz zu den anderen Kursen, die nur zwei Stunden pro Woche beanspruchen, sind für Italienisch drei Unterrichtsstunden vorgesehen. Neu war mir der schon erwähnte „Blockunterricht“, doch da die Schüler daran gewöhnt waren, ergab sich kein Problem, was die Konzentration betraf. Da Italienisch nun aber mit drei Stunden festgelegt ist, gibt es einen „vollständigen“ Block und eine 45-minütige Unterrichtsstunde.

Einen Austausch zwischen einer italienischen Schule mit dem Gymnasium gibt es nicht. Allerdings wurde im aktuellen Schuljahr ein Ausflug nach Rom angeboten. Da das Schuljahr erst begonnen hatte, weiß ich nicht, ob der Ausflug genügend Interessenten gefunden hat und somit stattfinden kann.

1.3. Aufgaben während des Praktikums

Während meines fünfwöchigen Praktikums habe ich in Ermangelung an Alternativen in nur diesem einen Italienischkurs hospitiert und unterrichtet. Da nur so wenige Stunden für Italienisch zur Verfügung standen, habe ich in der ersten Woche hospitiert (das heißt drei Stunden) und die restlichen vier Wochen unterrichtet (12 Stunden). Die übrigen, noch fehlenden Stunden zur erfolgreichen Bewältigung des Praktikums habe ich mit meinem Zweitfach Französisch ausgeglichen. Ich hatte demnach die Möglichkeit in Französisch in allen Klassenstufen zu unterrichten, um mir so einen Überblick zu verschaffen und in Italienisch eine Klasse über einen längeren Zeitraum zu betreuen. Mein Mentor für Italienisch pflegte es zu Beginn jeder Stunde einen Schüler aufzufordern zwei Minuten lang etwas auf Italienisch zu erzählen, einerseits natürlich um die Fertigkeit des freien Sprechens zu üben, andererseits um Zensuren zu verteilen. Er legte mir Nahe dasselbe in meinem Unterricht zu tun. Das heißt also, dass ich von Anfang an den Schülern mündliche Noten geben durfte (was mir zunächst ein bisschen schwer fiel). Außerdem habe ich in Absprache mit meinem Mentor eine schriftliche Kontrolle durchgeführt (als Abschluss des Themas: Reisen und Possessiva) und eigenständig korrigiert, sowie die entsprechenden Noten vergeben.

2. Darstellung eines fachdidaktischen Sachverhalts am Beispiel der Wortschatzarbeit

2.1. Einleitung und Grundlagen

Im folgenden Theorieteil meines Praktikumsberichtes möchte ich auf eine wichtige Komponente des Fremdsprachenunterrichts eingehen, die der Wortschatzvermittlung. Natürlich ist es nicht Sinn und Zweck dieses Aufgabenbereichs lediglich den unbekannten Wortschatz zu nennen und eine deutsche Übersetzung zu geben. Vielmehr ist der Lehrer gefordert, diesen auf anschauliche Art und Weise darzustellen, Erschließungsstrategien zu geben, sowie zur direkten Anwendung zu motivieren.

Als Wortschatzarbeit wird zunächst einmal „jeglicher Umgang mit lexikalischen Einheiten der Zielsprache innerhalb und außerhalb des Unterrichts […], welcher der Verbesserung der fremdsprachlichen Kompetenz dienen kann“[3] bezeichnet (wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um fremd- oder selbstbestimmtes Lernen handelt). Sie ist in drei Phasen unterteilt: die der Sprachaufnahme, der Sprachverarbeitung und die der Sprachanwendung.[4] Zu Beginn kommt es zu einer Erstbegegnung mit dem entsprechenden Vokabular, welches erschlossen werden muss. In der Sprachverarbeitungsphase gilt es den neuen Wortschatz zu festigen, so dass er sich möglichst schnell im Gedächtnis manifestiert. Bei der schließlich letzten Phase, die der Sprachanwendung, steht das Abrufen und Einsetzen des neu erlernten Vokabulars für die entsprechende Kommunikationssituation im Vordergrund.

Im Folgenden geht es vor allem um mögliche Methoden der kreativen und ansprechenden Wortschatzvermittlung durch den Lehrer. Die Frage nach der „richtigen“ Art und Weise Schülern den neuen Wortschatz bezüglich eines bestimmten Themengebietes näher zu bringen und gleichzeitig für eine angebrachte, effiziente Übung und Verwendung zu sorgen, erweist sich oftmals als Problem. Bevor ich dies näher beleuchte, möchte ich zunächst auf die Bedeutung des Wortschatzes im Fremdsprachenunterricht eingehen.

2.2. Welche Position kommt der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht zu?

Seit der Zeit der so genannten kommunikativen Wende in den 70er Jahren hat der Wortschatz eine überaus bedeutende Position im Fremdsprachenerwerb eingenommen. So ist ein umfangreiches Vokabular von elementarer Bedeutung in Kommunikationssituationen. Auch ist mehrfach erwiesen, „dass die Wortschatzarbeit nicht von den übrigen Lernbereichen isoliert werden kann. Der Wortschatzerwerb ist notwendigerweise immer mit der Entwicklung der sprachlichen Fertigkeiten Lesen, Hörverstehen, Sprechen und Schreiben verbunden und ohne grammatische, phonetische und orthografische Kenntnisse nicht „funktionstüchtig“.[5] Die Vermittlung und das Lernen des Wortschatzes stellen im Fremdsprachenunterricht ein durchaus großes Problem dar, denn ohne das notwendige Vokabular kann eine Kommunikation nicht funktionieren. Als Standard gilt im Fremdsprachenunterricht das bewusste Einprägen von Wörtern mithilfe des Schriftbildes. Doch können Wörter auch durch den reinen Sprachgebrauch gelernt werden. ‚Vor allem in der Primarstufe handelt es sich zunächst um einen überwiegend rezeptiven Wortschatz, der dann durch regelmäßige Wiederholungen zu einem aktiven Wortschatz führen kann. Außerdem existiert noch eine dritte Kategorie, nämlich der potentielle Wortschatz; hierbei werden die unbekannten Wörter von den Lernenden eigenständig erschlossen, sodass sich der Lernaufwand deutlich verringert.’[6] Es ist wichtig die Schüler über diese drei Kategorien zu informieren, denn nicht jedes zu lernende Wort hat denselben Anspruch.

[...]


[1] http://www.schule-ohne-rassismus.org/das-projekt.html

[2] Das Audit Gesunde Schule der LVG Sachsen-Anhalt ist eine unabhängige Qualitätsbestimmung für schulische Gesundheitsförderung.

[3] Jung, Udo: Praktische Handreichung für den Fremdsprachenlehrer,2006.

[4] Vgl.: Ebd.

[5] Bohn, Rainer: Probleme der Wortschatzarbeit, 2008.

[6] Vgl.: Nieweler, Andreas: Fachdidaktik Französisch, 2006.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht SP3 für das Fach Italienisch am Gymnasium
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V233412
ISBN (eBook)
9783656508649
ISBN (Buch)
9783656508762
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praktikumsbericht, fach, italienisch, gymnasium
Arbeit zitieren
Alida Ziehm (Autor), 2010, Praktikumsbericht SP3 für das Fach Italienisch am Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233412

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