In dieser Arbeit wird versucht, die wesentlichen Stationen von Arnulfs Leben als bayerischer Herzog nachzuzeichnen. Der Begriff "biografische Skizze" ist dabei bewusst gewählt, da auf Grund der mangelhaften Quellenlage eine umfangreiche, lückenlose Biographie aus heutiger Sicht nicht möglich ist. Neben den historischen Tatsachen wird sich auch bemüht, die Bewertung der Person Arnulfs in der Forschungsliteratur aufzugreifen und zu überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Herzog Arnulf – Fluch oder Segen für Bayern?
2. Leben und Wirken von Herzog Arnulf
2.1 Vorgeschichte und Regierungsantritt Herzog Arnulfs
2.2 Der Kampf gegen die ungarischen Aggressoren
2.3 Arnulfs Verhältnis zum Königtum
2.4 Interessen in Böhmen und Italien
2.5 Herzog Arnulfs Nachfolge und letzte Jahre seiner Regentschaft
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine biographische Skizze über Herzog Arnulf zu erstellen, um sein Wirken und seine Persönlichkeit unter Berücksichtigung eines modernen Forschungsstandes neu zu bewerten und das historisch überlieferte, überwiegend negative Bild kritisch zu hinterfragen.
- Historische Einordnung von Herzog Arnulf und dem Beinamen "der Böse"
- Die militärische und politische Konsolidierung Bayerns nach 907
- Das ambivalente Verhältnis zwischen Herzog Arnulf und dem ostfränkischen Königtum
- Außenpolitische Interessen in Böhmen und Italien
- Der Übergang der Macht an die nachfolgende Herrschergeneration
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Kampf gegen die ungarischen Aggressoren
Um das geschwächte bayerische Heer wieder zu stärken und die Bedrohung von außen durch die Ungarn einzudämmen, die nach der Niederlage 907 größer denn je zu sein schien, führte Arnulf in den Jahren 907-914 umfangreiche Säkularisationen kirchlicher Güter in Bayern durch, um Geldmittel für die Aushebung neuer Truppen zu erlangen. Dieses Handeln brachte Arnulf in der geistlichen Geschichtsschreibung den Beinamen „de[r] Böse[…]“ ein, der auch heute noch in Verbindung mit seinem Namen gebräuchlich ist. Den Hass, den er sich von der Geistlichkeit zuzog wird in folgenden zeitgenössischen Quellen aus der Chronik von Scheyern und der Chronicon Schlierseense sichtbar:
Künick Chunrat der starb und ward erwelet künick Heinrich, wider den kom hertzog Arnold gen Bayrn von Ungern und stelltnach dem reiche und ward wundervaren, allso das hertzog Arnold und sein erben, dy sollten haben den saz an den pistummen, wann zu den zeiten allew pistum von dem reich wurden gelichen, des übernam sich der vorgenant Arnold, und verderbet pistumm und clöster un tet vil ybels, Sant Ulreich hett in erhoben auzz der tauff. Sein strauff half an im nitt, er tet vil ybels […]
Item auch ist zw merchn, das ain Bischoff zw Freysing gewesn ist genant Ott der ander des nams, und der czwayczgist Bischoff, der selbig nach der zerstörung des Gotzhaws zu Wessenhoven, auch layder ander vil und maniger Gotzhawser in Bayrn von einem , der dann zw den selbigen zeittn regierät als ain Tyrann wider dye kristenhait, und nach dem selbigen sind dye Gotzhäwser von den Sarracenern ganz verwüest und verprennt warden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Herzog Arnulf – Fluch oder Segen für Bayern?: Einleitung in die Thematik und Problemstellung zur historischen Wahrnehmung von Herzog Arnulf.
2. Leben und Wirken von Herzog Arnulf: Darstellung der politischen und militärischen Entwicklung Arnulfs, seiner Herrschaftsübernahme und Konsolidierung Bayerns.
2.1 Vorgeschichte und Regierungsantritt Herzog Arnulfs: Analyse der Situation nach 907 und Arnulfs Aufstieg zum eigenständigen Herrscher.
2.2 Der Kampf gegen die ungarischen Aggressoren: Erläuterung der militärischen Gegenmaßnahmen gegen Ungarn sowie der daraus resultierenden Konflikte mit der Geistlichkeit.
2.3 Arnulfs Verhältnis zum Königtum: Betrachtung der komplizierten Beziehung zwischen dem bayerischen Herzogtum und den ostfränkischen Königen Konrad I. und Heinrich I.
2.4 Interessen in Böhmen und Italien: Untersuchung der außenpolitischen Aktivitäten und Ambitionen des Herzogs außerhalb der bayerischen Grenzen.
2.5 Herzog Arnulfs Nachfolge und letzte Jahre seiner Regentschaft: Dokumentation der Regelung der Nachfolge und der Ereignisse bis zum Tod Arnulfs.
3. Resümee: Zusammenfassende Bewertung von Arnulfs Leistungen und Korrektur des negativen historischen Geschichtsbildes.
Schlüsselwörter
Herzog Arnulf, Bayern, Luitpoldinger, Ungarn, Säkularisation, Königtum, Ostfranken, Geschichte, Mittelalter, Regensburg, Heerwesen, Außenpolitik, Machtanspruch, Herrscherbild, Konsolidierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Herzog Arnulf, um sein historisches Erbe als bayerischer Herrscher neu einzuordnen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben dem Machtantritt Arnulfs stehen sein Kampf gegen die Ungarn, das Verhältnis zum ostfränkischen Königtum und seine außenpolitischen Ambitionen im Fokus.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob Arnulfs negatives historisches Bild gerechtfertigt ist oder ob er im Lichte neuerer Erkenntnisse als fähiger Herrscher und Staatsmann gesehen werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine biographische Skizze, die auf der Analyse von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Konsolidierung Bayerns, die politische Auseinandersetzung mit den Königen und die außenpolitischen Interessen in Böhmen und Italien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Herzog Arnulf, Bayern, Luitpoldinger, Säkularisation und die Beziehung zum ostfränkischen Reich.
Warum wurde Arnulf in der Geschichte oft negativ dargestellt?
Der negative Beiname "der Böse" geht maßgeblich auf seine Säkularisationen kirchlicher Güter zurück, die er zur Finanzierung der Landesverteidigung gegen die Ungarn tätigte.
Wie endete Arnulfs Bestreben, eine dynastische Nachfolge zu sichern?
Obwohl er 935 die Nachfolge seines Sohnes Eberhard regelte, setzte sich dieser nach Arnulfs Tod nicht gegen König Otto I. durch, was zum Ende der Luitpoldinger-Dynastie führte.
Wie bewertet der Autor Arnulfs Italienpolitik?
Der Autor stuft den Italienfeldzug als militärisch schlecht geplant und in Bezug auf die dortigen Verhältnisse als Fehleinschätzung Arnulfs ein.
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- Stefan Besenhard (Author), 2008, Herzog Arnulf. Eine biografische Skizze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233417