Innerhalb einer Sprache gibt es ebenso viele Wortschätze, wie es soziale Gruppierungen innerhalb einer Gesellschaft gibt. Die Sprache bildet unter anderem das Instrument der Verständigung und kann damit Gedankliches, Wahrgenommenes und Empfindungen kommunizieren. Insgesamt erfüllt die Sprache drei Funktionen, wie die „Verständigungsfunktion, die Ausdrucksfunktion, […]“ und „die Wirkfunktion.“ Außerdem ist die Sprache an unterschiedliche geographische und gesellschaftliche Bedingungen geknüpft. So sind sowohl Nationalsprachen als auch Soziolekte und Dialekte das Ergebnis gemeinschaftlicher Kommunikation.
Mit dem Beginn der Industrialisierung bildete sich auch eine Umgangssprache heraus, die an alltägliche Situationen angepasst ist. Neben einer breiten Trägerschaft der Umgangssprache gibt es noch spezielle Gruppierungen, denen eine geringfügigere Bedeutung zukommt. Zu nennen sind diesbezüglich beispielsweise die Sprache der Armee, die Fachsprachen oder die Jugendsprache, um die es mir in dieser Hausarbeit gehen soll. Sie alle üben einen enormen Einfluss auf die Umgangssprache aus.
Ebenso nehmen Sprachentlehnungen schon seit längerer Zeit eine bedeutende Rolle ein, unabhängig in welcher Epoche, in welchem Land oder in welcher Sprache. Im Deutschen kommt es größtenteils zu Entlehnungen aus dem Englischen, die sogenannten Anglizismen, die jedoch meistens gar nicht mehr befremdlich wirken. Dazu gehört beispielsweise der gern in Anspruch genommene Wellness-Urlaub, der über das Last-Minute-Angebot gebucht wurde. Im Urlaub gönnt man sich dann einen Cocktail, während dessen man die Live-Übertragung der Fussball-Frauen-WM im TV verfolgt und nebenbei im Computer seine E-Mails checkt.
Um mich in meiner Hausarbeit mit den Anglizismen in der Jugendsprache auseinandersetzen zu können, werde ich zunächst die Begriffe „Entlehnungen“ (vgl. 2.1 ff.) ...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Entlehnungen
2.1.1 Äußeres Lehngut
2.1.2 Inneres Lehngut
2.1.3 Geschichte der Entlehnungen
2.2 Anglizismen
3 Jugendsprache
3.1 Sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Jugendsprache
3.2 Was ist die „Jugend“ und wer gehört dazu?
3.3 Kennzeichen für die Entstehung einer Jugendsprache
3.4 Merkmale der Jugendsprache im deutschen Sprachraum
3.5 Anglizismen der Jugendsprache
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Anglizismen innerhalb der deutschen Jugendsprache. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Entstehung, Funktion und Verbreitung dieser sprachlichen Einflüsse zu entwickeln und dabei sowohl die soziolinguistischen Hintergründe als auch die Identitätsstiftende Funktion der Sprache für Jugendliche zu beleuchten.
- Definition und Klassifizierung von Entlehnungen und Anglizismen
- Historische Entwicklung des Sprachkontakts im Deutschen
- Soziolinguistische Einordnung der Jugendsprache und des Begriffs „Jugend“
- Merkmale und Funktionen der Jugendsprache in Deutschland
- Einfluss von Medien, Popkultur und Gruppendynamik auf den Wortschatz
Auszug aus dem Buch
3.4 Merkmale der Jugendsprache im deutschen Sprachraum
Wie bereits erwähnt, ist die Bezeichnung „Jugendsprache“ problembehaftet. Die Jugendsprache ist nicht nur regional verschiedenartig, sondern sie variiert ebenso zwischen den einzelnen Altersstufen und Schulformen sowie zwischen Mädchen und Jungen, was zu Verständigungsschwierigkeiten führen kann. „Von der Sprache der Jugend zu sprechen und dabei noch charakteristische Beispiele zu nennen, scheint daher wenig sinnvoll.“
Um einen Überblick zu bekommen, werde ich dennoch die typischsten Merkmale der Jugendsprache in Deutschland im Folgenden näher erläutern: Ein Merkmal der Jugendsprache im deutschen Sprachraum sind beispielsweise Wortneuschöpfungen oder sogenannte Neologismen, wie „rallen“, „peino“, „pienen“, „sumreal“, „abnudeln“, „alken“, „ödig“ oder „abprickeln“. Die Neologismen der Jugendsprache bezeichnen damit „keine neuen Referenten, sondern stellen stilistisch markierte Alternativbezeichnungen dar.“
Ein weiteres Merkmal der Jugendsprache in Deutschland sind diskriminierende Begriffe, wie „Nigger“ anstelle eines Afroamerikaners, „Sackgesicht“ im Sinne von einem Spinner oder die Verwendung von „Pisser“ gleichbedeutend mit verweichlicht und Schwächling. Die zumeist verletzenden Bezeichnungen werden alltäglich ohne jegliche Berücksichtigung der Begriffsetymologie gebraucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Sprache als Instrument der Kommunikation sowie die Sonderstellung der Jugendsprache als einflussreichen Soziolekt dar.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen wie Entlehnungen und Anglizismen und beleuchtet deren historische Entwicklung im Deutschen.
3 Jugendsprache: Der Hauptteil analysiert die soziolinguistischen Aspekte, die Entstehung, die spezifischen Merkmale sowie die Funktion von Anglizismen innerhalb der Jugendsprache.
4 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Rolle von Anglizismen in der Jugendsprache zusammen und bewertet deren Einfluss kritisch im Kontext des Sprachwandels.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Jugendsprache, Entlehnungen, Neologismen, Soziolekt, Sprachkontakt, Identitätsbildung, Sprachwandel, Medien, Peer-Groups, Fremdwörter, Lehnprägungen, Jugendkultur, Sprachgebrauch, Varietätenlinguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Vorkommen und die Funktion von Anglizismen in der deutschen Jugendsprache und deren soziolinguistische Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Entlehnungsarten, die soziologische Einordnung der Jugendphase sowie die Analyse sprachlicher Merkmale der Jugendsprache.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen, wie und warum Jugendliche Anglizismen nutzen und welche Rolle diese für ihre Identitätsbildung und Abgrenzung gegenüber Erwachsenen spielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Analyse unter Verwendung aktueller soziolinguistischer Modelle und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die soziolinguistische Einordnung der Jugendsprache und die detaillierte Analyse ihrer sprachlichen Kennzeichen und Einflüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Anglizismen, Jugendsprache, Identität und Sprachwandel geprägt.
Warum nutzen Jugendliche Begriffe wie „chillen“ oder „cool“?
Diese Begriffe dienen der Abgrenzung von Erwachsenen, der Gruppenzugehörigkeit und der Selbstdarstellung als Ausdruck einer trendorientierten, lockeren Haltung.
Wird die Jugendsprache als Gefahr für die deutsche Sprache bewertet?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Anglizismen in der Jugendsprache keine Bedrohung für die deutsche Sprache darstellen, sondern vielmehr der Bereicherung und Differenzierung des Ausdrucks dienen.
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- Dana Michaelis (Autor), 2011, Anglizismen in der Jugendsprache, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233477