Die vorliegende Seminararbeit widmet sich in erster Linie betriebswirtschaftlichen Fragestellungen, die die unternehmerische Entscheidung betreffen. Dabei werden im zweiten Teil zunächst präskriptive und deskriptive Entscheidungstheorien gegenübergestellt. Anschließend wird der Einfluss des menschlichen Verhaltens auf Unternehmen erläutert und dargelegt, warum dynamische Entscheidungsmodelle zur Analyse und Optimierung betrieblicher Entscheidungen benutzt werden können. Abschließend werden die speziellen Anforderungen an Prognosen in diesem Kontext verdeutlicht, bevor im dritten Teil ein Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unternehmerische Entscheidungstheorien
2.1. Präskriptive versus deskriptive Entscheidungstheorie
2.2. Unternehmerische Entscheidungen nach Cyert/March
2.2.1. Ein verhaltenswissenschaftliches Modell
2.2.2. Zusammenfassung und Implikationen
2.3. Dynamische Entscheidungsmodelle
2.4. Prognoseanforderungen für betriebliche Entscheider
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Rationalität und den kognitiven Einschränkungen von Entscheidungsträgern in Unternehmen, um aufzuzeigen, warum und wie verhaltenswissenschaftlich geprägte Modelle sowie Prognoseverfahren zur Optimierung betrieblicher Entscheidungen eingesetzt werden können.
- Gegenüberstellung von präskriptiver und deskriptiver Entscheidungstheorie
- Analyse unternehmerischer Entscheidungen nach Cyert und March
- Bedeutung dynamischer Entscheidungsmodelle für betriebliche Prozesse
- Anforderungen an Prognoseverfahren aus der Perspektive von Entscheidern
- Identifikation kognitiver Verzerrungen bei der Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
2.1. Präskriptive versus deskriptive Entscheidungstheorie
Innerhalb der Entscheidungstheorie –der logischen und empirischen Analyse des rationalen oder intendiert rationalen Entscheidungsverhaltens- wird zwischen der präskriptiven und der deskriptiven Entscheidungstheorie unterschieden.
Im Fokus der präskriptiven Entscheidungstheorie steht dabei die Rationalität, also das Vorhandensein eines in sich widerspruchsfreien Zielsystems. Entscheidungen gelten demnach als optimal, wenn sie mit dem subjektiv wahrgenommenen Informationen des Entscheiders in Übereinstimmung sind. Es wird davon ausgegangen, dass Individuen eine vollkommene Kenntnis ihrer Handlungsoptionen und der damit verbundenen Erträge haben. Sie nehmen anschließend eine Ordnung ihrer Präferenzen anhand der gegebenen Möglichkeiten vor und führen eine Nutzenmaximierung durch, indem sie die Option mit den höchsten Nutzen wählen.
Als eine der bekanntesten Ausprägungen der präskriptiven Entscheidungstheorie bei Entscheidungen unter Risiko hat sich die Erwartungsnutzentheorie (auch Bernoulli-Prinzip oder von Neumann-Morgenstern-Funktion) etabliert, der folgende Annahme zu Grunde liegt: a > b ⇔ Eu(a) ≥ Eu(b), wobei Eu(a) = ∑ni=1 pi ∙ u(ai). Demnach ist der Erwartungswert (E) bzw. der erwartete Nutzen der Aktion a größer als b, da das zufallsabhängige Ergebnis a größer als b ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik rationaler versus subjektiver Entscheidungen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Entscheidungsprozesse in Unternehmen wissenschaftlich zu analysieren.
2. Unternehmerische Entscheidungstheorien: Dieser Hauptteil vergleicht theoretische Ansätze zur Entscheidungsfindung und diskutiert verhaltenswissenschaftliche Faktoren, die rationale Modelle beeinflussen.
2.1. Präskriptive versus deskriptive Entscheidungstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Nutzenmaximierung den empirisch beobachtbaren Einschränkungen individueller Rationalität gegenübergestellt.
2.2. Unternehmerische Entscheidungen nach Cyert/March: Dieses Kapitel widmet sich der verhaltenswissenschaftlichen Theorie der Unternehmung und den Mechanismen organisationaler Entscheidungsfindung.
2.2.1. Ein verhaltenswissenschaftliches Modell: Der Fokus liegt auf der Analyse von Konflikten, Unsicherheitsvermeidung und organisationalem Lernen als prägende Faktoren unternehmerischer Entscheidungen.
2.2.2. Zusammenfassung und Implikationen: Hier werden die Ergebnisse zu adaptiv-rationalem Verhalten und kurzfristigen Reaktionen von Unternehmen zusammengefasst und auf betriebliche Prozesse übertragen.
2.3. Dynamische Entscheidungsmodelle: Es wird erörtert, wie intertemporale Abhängigkeiten und sich verbessernde Informationsstände durch dynamische Modelle zur Optimierung des Endergebnisses genutzt werden.
2.4. Prognoseanforderungen für betriebliche Entscheider: Dieses Kapitel analysiert spezifische Kriterien, die Entscheider an Prognosemethoden stellen, und diskutiert typische Fehler sowie Vorbeugungsstrategien.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass betriebliche Entscheidungen meist nicht a priori nutzenmaximal sind und daher durch sorgfältige Prognosebewertung und dynamische Anpassung optimiert werden sollten.
Schlüsselwörter
Entscheidungstheorie, präskriptive Entscheidungstheorie, deskriptive Entscheidungstheorie, begrenzte Rationalität, Cyert, March, dynamische Entscheidungsmodelle, Prognosen, Erwartungsnutzentheorie, Risiko, Unternehmung, kognitive Verzerrung, Organisationsverhalten, Optimierung, Unsicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse unternehmerischer Entscheidungsprozesse unter Berücksichtigung sowohl klassischer ökonomischer Theorien als auch verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Unterschiede zwischen präskriptiven und deskriptiven Theorien, das Modell von Cyert/March, dynamische Entscheidungsprozesse sowie die Rolle und Qualität betrieblicher Prognosen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kognitive Einschränkungen die rationale Entscheidungsfindung beeinflussen und durch welche Modellierungen betriebliche Entscheidungen verbessert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer vergleichenden Gegenüberstellung von Entscheidungstheorien und verhaltenswissenschaftlichen Modellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Entscheidungstheorien, die detaillierte Darstellung des verhaltenswissenschaftlichen Modells nach Cyert und March sowie die Anwendung dynamischer Entscheidungsmodelle und Prognoseverfahren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie begrenzte Rationalität, betriebliche Entscheidungslehre, Prognosequalität und verhaltenswissenschaftliche Unternehmungstheorie charakterisieren.
Warum spielt das Konzept der "begrenzten Rationalität" (bounded rationality) eine so wichtige Rolle?
Das Konzept erklärt, warum Akteure in Unternehmen nicht immer das theoretische Optimum wählen, sondern aufgrund begrenzter Kapazitäten bei der Informationsverarbeitung nach "ausreichenden" Lösungen suchen.
Welche spezifischen Anforderungen haben Manager an Prognoseverfahren?
Studien zeigen, dass Manager vor allem auf Flexibilität, Bedienungs- und Interpretierungsfreundlichkeit Wert legen, während sie theoretische Datengenauigkeit im Vergleich zu Wissenschaftlern oft als zweitrangig einstufen.
Wie gehen Unternehmen laut Cyert und March mit Unsicherheit um?
Unternehmen versuchen Unsicherheit häufig durch kurzfristige Markt-Reaktionen, standardisierte Verfahrensweisen und das Vertagen langfristiger Strategien zu bewältigen, anstatt komplexe Wahrscheinlichkeitsberechnungen durchzuführen.
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- Martin Wengemuth (Autor), 2013, Unternehmerische Entscheidung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233620