Die Haftung für fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen ist für Investoren ein sinnvoller und wichtiger Schutz, um die eigenen Interessen zu wahren. Dieser individuelle Anlegerschutz musste nach den Erfahrungen des
Neuen Marktes im Besonderen erarbeitet werden und führte zu vielbeachteten
Grundsatzurteilen. Daraus wird ersichtlich, dass die Haftung für fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen in wesentlichen Zügen Rechtsprechungsrecht ist. Dabei ist festzustellen, dass die Rechtsprechung
hierbei zwischen § 826 BGB und §§ 37b, c WpHG als mögliche Anspruchsgrundlagen unterscheidet, die sich jedoch z.T. in zentralen Aspekten
unterscheiden. Zum besseren Verständnis dieses wichtigen Elements des deutschen Kapitalmarktrechts ist es daher zunächst notwendig, die Charakteristika der §§ 37b, c WpHG i.v.m. § 15 WpHG herauszuarbeiten (I.). Anschließend bietet die Darstellung zentraler Aspekte des § 826 BGB in Bezug auf fehlerhafte und unterlassene Sekundärmarktinformationen (II.) die Möglichkeit, näher auf den IKB-Fall (III.) einzugehen, der deutsche und internationale Gerichte z.T. bis heute beschäftigt.2 Das IKB-Urteil ist -wie sich herausstellen wird- in wesentlichen Punkten eine Zäsur zu vorangegangenen Urteilen. Abschließend wird in Teil C ein Fazit gezogen und auf praktische Probleme der aktuellen Rechtsprechung verwiesen.
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
B Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen
I. Haftungsansprüche aus §§ 37b, c WpHG
1. Vorbemerkungen
2. Pflicht zur Veröffentlichung und Mitteilung kursbeeinflussender Tatsachen, § 15 WpHG
a) Tatbestandsvoraussetzungen
b) Haftung nach § 15 WpHG
3. Schadensersatz für unterlassene und unwahre Insiderinformationen nach §§ 37b, c WpHG
a) Vorbemerkungen
b) Tatbestandsvoraussetzungen
ba) § 37b WpHG
bb) § 37c WpHG
c) Kausalität
d) Verschulden und Ausschluss der Haftung
e) Schaden
f) Verjährung
4. Zusammenfassung
II. Haftungsanspüche aus § 826 BGB
1. Vorbemerkungen
2. Tatbestandsvoraussetzungen
a) Sittenwidrige Schädigung
b) Schaden und Kausalität
c) Schädigungsvorsatz
3. Rechtsfolgen
4. Zusammenfassung
III. Der IKB-Fall
1. Der tiefe Fall der IKB
2. Das IKB-Urteil
a) Sachverhalt
b) Entscheidung
c) Rechtsfolgen
C Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Sekundärmarkthaftung?
Es ist die Haftung von Emittenten für fehlerhafte oder unterlassene Informationen (z. B. Ad-hoc-Meldungen) am Kapitalmarkt nach dem Kauf der Wertpapiere.
Welche Rolle spielt § 15 WpHG?
Dieser Paragraph verpflichtet Emittenten zur unverzüglichen Veröffentlichung kursbeeinflussender Tatsachen (Insiderinformationen).
Was sind die Anspruchsgrundlagen für geschädigte Anleger?
Anleger können Ansprüche aus den §§ 37b, c WpHG oder bei vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung aus § 826 BGB ableiten.
Was war das Besondere am IKB-Fall?
Das IKB-Urteil markiert eine Zäsur in der Rechtspflege zur Haftung für fehlerhafte Kapitalmarktinformationen und beschäftigt internationale Gerichte.
Wann verjähren Haftungsansprüche am Kapitalmarkt?
Die Arbeit erläutert die spezifischen Verjährungsfristen, die für Ansprüche nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gelten.
- Quote paper
- Martin Wengemuth (Author), 2013, Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233648