Die Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten haben sich im Internet in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Die klassische One-Way-Kommunikation bei der Unternehmen ausschließlich über "offizielle" Kanäle wie (Unternehmens-)Webseiten oder Massenmedien, wie beispielsweise Fernsehen, Radio oder Print, ihren Kunden Informationen bereitstellten, ist abgelöst worden von einer interaktiven, multimedialen Kommunikation.
Heutzutage sind die Nutzer im Informationsprozess nicht mehr nur passive
Rezipienten, sondern gleichzeitig auch aktive Produzenten, die digitale Inhalte mitgestalten und erweitern. Dabei nimmt jeder Nutzer als aktiver, gestaltender Prosument mit eigenen Kommentaren, Bewertungen, Videos etc. am interaktiven Kommunikationsprozess im Social Web teil. Der sogenannte User Generated Content (kurz: UGC; dt.: nutzergenerierte Inhalte; auch als Consumer Generated Media oder User Created Content bezeichnet) enthält ungefilterte, authentische Aussagen und Meinungen zu Produkten, Dienstleistungen, Marken oder gesamten Märkten. Gleichzeitig ist das Social Web eine der wichtigsten Informationsquellen für Kaufentscheidungen. Laut einer Studie der BITKOM liest jeder zweite (48%) Internetnutzer in Deutschland vor einer Kaufentscheidung die Bewertung anderer Kunden. Zudem gibt jeder dritte (31%) Nutzer an, dass die Meinung anderer Verbraucher im Social Web die eigene Kaufentscheidung beeinflusst hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
2 Begrifflichkeiten und Definitionen
2.1 Social Web
2.2 Social Web Monitoring
3 Möglichkeiten und Chancen des Social Web Monitoring
3.1 Reputationsmanagement
3.2 Produkt- und Innovationsmanagement
3.3 Wettbewerbsbeobachtung
3.4 Kampagnenanalyse
3.5 Meinungsführeridentifikation und Customer Relationship Management
4 Schwierigkeiten und Grenzen des Social Web Monitoring
4.1 Zugangsgeschützte Quellen
4.2 Kosten
4.3 Beachten spezieller Richtlinien
4.4 Zuständigkeiten im Unternehmen
4.5 Hohes Beitragsaufkommen
5 Marktübersicht
5.1 Vorstellung ausgewählter Monitoring-Anbieter
5.1.1 Attensity Europe GmbH
5.1.2 Brandwatch Germany
5.1.3 complexium GmbH
5.1.4 infospeed GmbH
6 Zukünftige Entwicklung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Social Web Monitoring als Instrument zur systematischen Beobachtung und Analyse unternehmensrelevanter Informationen, die im interaktiven Web durch Nutzer generiert werden, um daraus strategische Handlungsoptionen abzuleiten.
- Grundlagen des Social Web und des Monitoring-Prozesses
- Einsatzmöglichkeiten für Reputations-, Produkt- und Wettbewerbsmanagement
- Herausforderungen wie Datenschutz, Kosten und Ressourcenplanung
- Marktübersicht und Profilierung spezifischer Monitoring-Anbieter
Auszug aus dem Buch
2.2 Social Web Monitoring
Social Web Monitoring (auch als Social Media Monitoring bezeichnet) kann vereinfacht als das Beobachten von Meinungsäußerungen und Diskussionen der Internetquellen im Bereich der sozialen Medien verstanden werden. Eine sehr exakte Definition liefert die eCircle GmbH auf ihrer Webseite:
"Social Media Monitoring ist die Weiterentwicklung des klassischen Webanalysebereichs von der Website hinaus in die Weiten des sozialen Webs. Userbewegen sich nicht nur auf Marken-Websites, sondern in Foren, Blogs und Netzwerken, wo ihre Konversationen durch Social Media Monitoring Software identifiziert, analysiert und zur Weiterentwicklung des Unternehmensmarketing genutzt werden könne."
In der Literatur werden die Begriffe Webmonitoring und Social Web Monitoring häufig im gleichen Bedeutungszusammenhang verwendet. Nach BRAUCKMANN umfasst Webmonitoring jedoch allgemeine Erhebung und Auswertung von Daten, die während der Kommunikationsprozesse der Nutzer im gesamten Internet entstehen. In diesem Sinne kann Social Web Monitoring als "Spezialisierung" des Webmonitoring aufgefasst werden.
Social Web Monitoring kann als einmalige Maßnahme, beispielsweise in Form einer Status-Quo Analyse, erfolgen. Ein systematisches Monitoring ist jedoch keine einmalig auftretende und zeitlich begrenzte Handlung. Die Untersuchung des Social Web und die Konklusion von Erkenntnissen ist vielmehr das Zusammenwirken einzelner, aufeinander aufbauender und sich wiederholender Prozessschritte. Nach PLUM teilen sich diese Schritte grob in die folgenden vier Phasen:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Evolution der Internetkommunikation hin zum interaktiven Social Web und die wachsende Bedeutung von nutzergenerierten Inhalten für Unternehmen.
2 Begrifflichkeiten und Definitionen: Definiert die Konzepte von Web 2.0 und Social Web sowie die methodischen Phasen des Monitoring-Prozesses.
3 Möglichkeiten und Chancen des Social Web Monitoring: Analysiert den Nutzen des Monitorings für Reputationsmanagement, Innovation, Wettbewerbsanalyse und Kundenpflege.
4 Schwierigkeiten und Grenzen des Social Web Monitoring: Beleuchtet operative Herausforderungen wie Zugangsbarrieren, Kostenkalkulation und interne Verantwortlichkeiten.
5 Marktübersicht: Bietet einen Überblick über den deutschen Markt und detaillierte Profile führender Monitoring-Anbieter.
6 Zukünftige Entwicklung und Fazit: Fasst die Bedeutung des Monitorings zusammen und betont die Notwendigkeit strategischer Integration in die Unternehmensstruktur.
Schlüsselwörter
Social Web, Social Web Monitoring, Web 2.0, Reputationsmanagement, Marktforschung, User Generated Content, Online-Kommunikation, Datenanalyse, Customer Relationship Management, Monitoring-Anbieter, Wettbewerbsbeobachtung, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Einführung in das Social Web Monitoring als Methode, mit der Unternehmen öffentliche Diskussionen und Meinungsäußerungen im Web systematisch erfassen und analysieren können.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Neben den theoretischen Grundlagen des Web 2.0 werden vor allem der praktische Nutzen, die methodische Durchführung, die betriebswirtschaftlichen Grenzen sowie die deutsche Anbieterlandschaft analysiert.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen den "User Generated Content" als wertvolle Informationsquelle nutzen können, um in verschiedenen Geschäftsbereichen strategisch besser zu agieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die den aktuellen Stand der Forschung zusammenfasst und diesen mit Expertenwissen aus Praxisleitfäden und Anbieterevaluationen verknüpft.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Chancen des Monitorings, die kritische Auseinandersetzung mit Hürden sowie eine strukturierte Vorstellung von Dienstleistern wie Attensity oder Brandwatch.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Social Web Monitoring, Reputationsmanagement, User Generated Content, Marktforschung und Innovationsmanagement.
Was genau versteht man unter dem in der Arbeit beschriebenen "Prosumer"?
Der Prosumer ist ein hybrider Nutzer im Social Web, der nicht mehr nur Informationen konsumiert, sondern durch eigene Kommentare oder Beiträge aktiv am Kommunikationsprozess mitwirkt.
Welche Bedeutung kommt dem "Monitoring-Kreislauf" für Unternehmen zu?
Der Kreislauf verdeutlicht, dass Social Web Monitoring ein iterativer Prozess ist, bestehend aus Datenerhebung, Aufbereitung, Analyse und Ergebnisinterpretation, der ständige Pflege erfordert.
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- Anonym (Autor), 2012, Social Web Monitoring, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233696