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Die Darstellung der Hölle und des Teufels in der Historia von D. Johann Fausten

Title: Die Darstellung der Hölle und des Teufels in der Historia von D. Johann Fausten

Seminar Paper , 2011 , 34 Pages , Grade: 5 (Schweiz)

Autor:in: Bachelor Sandro Tschuor (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Es scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein, Ordnung in seine unmittelbar erfahrbare Umwelt bringen zu wollen. Das Christentum mit seiner Einteilung der eschatologischen Grundeinheiten, wie Himmel und Hölle, ist nicht losgelöst von anderen Traditionen entstan-den, sondern muss als Bündelung verschiedenster Einflüsse älterer Kulturen betrachtet wer-den. Fundamentalen Einfluss auf die christlichen Vorstellungen nahmen sicherlich die Auf-fassungen der antiken Griechen und Römer sowie diejenigen der Bewohner des alten Meso-potamiens (Babylonier, Assyrer, Sumerer usw.) und Ägypter. Die Bibel ist in diesem Zusam-menhang, als „Schmelztiegel“ verschiedener Kulturen und Vorstellungen zu sehen. Dabei ist der biblische Kanon, wie er sich heute präsentiert, über längere Zeit und von verschiedenen Autoren kompiliert worden. Dieser Prozess begann circa im 1.Jh. v. Chr. und fand im 4.Jh. n. Chr. seinen Abschluss. Durch Übersetzungen vom hebräischen Text in die griechische Koiné (Septuaginta) und später wiederum deren Umschrift ins Lateinische (Vulgata) bewirkte zum Teil Verschiebungen von Wortbedeutungen oder es wurden Wörter aus einem Kulturkreis, welche kein Pendant in der anderen Sprache hatten, einfach beibehalten, so dass wir für ge-wisse Dinge (z.B. den Teufel) mehrere Bezeichnungen haben.
In meiner Arbeit möchte ich analysieren, wie der Raum der Hölle in dem reformierten Volks-buch der Historia von D. Johann Fausten dargestellt wird. In einem Vergleich zwischen sakra-len und profanen Texten sowie der Bibel selbst möchte ich auf etwaige Differenzen vom Fausttext aufmerksam machen und einige Thesen zu deren Erklärung anbieten, sofern man denn Differenzen ausmachen kann. Die Grundfragen wären demnach: Wie wird der Raum der Hölle im Faustbuch beschrieben? Wie wird die Figur des Teufels rein äusserlich dargestellt? Gibt es Unterschiede zur Bibel oder anderen wichtigen Werken, welche die Hölle darzustellen versuchen? Mein Ansatz ist vorwiegend ein relativer. Durch den Vergleich von breitgestreu-ten Texten werden möglicherweise gewisse epochale Tendenzen oder historische Erkenntnis-se zusätzlich gewonnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Antike und ältere Kulturen

3. Die Bibel

3.1. Altes Testament

3.1.1. Die Hölle im AT

3.1.2. Der Teufel im AT

3.2. Neues Testament

3.2.1. Hölle im NT

3.2.2. Der Teufel im NT

3.2.3. Die Offenbarung des Johannes

4. Apokryphe Apokalyptik

5. Profane Visionsliteratur

5.1. Visio tnugdali

5.2. Dantes Höllentrichtermotiv

6. Historia von D. Johann Fausten

6.1. Die Hölle bei Faust

6.1.1. Die grobe Einteilung der Hölle mit ihren Regimentern

6.1.2. Die Quelle für die zehn Regimente der Hölle

6.2. Fausts konkrete Fragen zur Hölle an Mephistophiles

6.3. Faustus` imaginierte Höllenfahrt

6.4. Der Teufel bei Faust

7. Schlusswort

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Hölle und des Teufels im Volksbuch "Historia von D. Johann Fausten" im diachronen Vergleich mit sakralen und profanen Texttraditionen. Ziel ist es, Differenzen in der Beschreibung des Höllenraums sowie der Figur des Teufels herauszuarbeiten und diese Unterschiede unter Berücksichtigung des reformatorischen historischen Kontextes zu interpretieren.

  • Kulturelle und biblische Fundamente der Höllenvorstellung (Antike, AT, NT, Apokryphen).
  • Entwicklung und Transformation der Höllen- und Teufelsikonographie in der Visionsliteratur.
  • Analyse der Raumbeschreibung und Hierarchisierung der Hölle im Faustbuch.
  • Untersuchung der Teufelsfigur als Verführer und Gaukler unter dem Einfluss der Reformation.
  • Symbolik von Tier- und Farbsemantik zur Charakterisierung des Bösen.

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Die grobe Einteilung der Hölle mit ihren Regimentern

Nun wollen wir das Höllenbild, welches vom Fausttext gezeichnet wird genauer erfassen. Bereits im Kapitel drei spricht Mephostophiles mit Faust ein erstes Mal über das Regiment und die Hierarchie des Bösen. Dabei erwähnt er, dass Luzifer sich durch seine `Hoffart` und seinen `Vbermuht` selbst zu Fall brachte. Der Geist erklärt, dass es unter den Teufeln eine Rangordnung gibt und dass Luzifer in dieser am höchsten steht. In diesem Gespräch eröffnet Mephostophiles Faust zudem, dass „wir [die Teufel] dem Menschen das rechte Fundament vnserer Wohnung nie offenbaret“ haben. Er erklärt diesen Umstand damit, dass der Verdammte erst nach seinem Ableben die `letzten Dinge` erfahren kann.

Zunächst will ich das zwölfte Kapitel, welches mit „Ein Disputation von der Hell vnnd jhrer Spelunck“ überschrieben ist, auf zeitgenössische Höllenvorstellungen untersuchen. Mephostophiles erklärt darin D. Faustus, dass die Hölle gleich nach dem Sturz Luzifers durch Gott bereitet war. In der Hölle herrscht Finsternis und Luzifer ist bis zum Anbruch des Jüngsten Gerichts mit Ketten gefesselt. Diese Beschreibung folgt exakt der Bibel (Offenbarung des Johannes) und wir kennen sie bereits aus dem Tundalus und der Komödie. Ansonsten trifft man im Raum `Hölle` auf „Nebel / Feuwer / Schwefel / Bech / vnnd ander Gestanck“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Fragestellungen und der methodischen Vorgehensweise anhand eines diachronen Vergleichs von Höllendarstellungen.

2. Antike und ältere Kulturen: Analyse früher Unterweltsvorstellungen als reale Orte ohne die christliche moralische Komponente der ewigen Qual.

3. Die Bibel: Untersuchung der spärlichen Informationen über die Hölle und das Wirken des Teufels im Alten und Neuen Testament sowie der Offenbarung des Johannes.

4. Apokryphe Apokalyptik: Darstellung der prägenden Rolle apokrypher Schriften wie der Paulus-Apokalypse für das mittelalterliche Höllenbild.

5. Profane Visionsliteratur: Untersuchung der "Visio tnugdali" und Dantes "Göttlicher Komödie" als strukturgebende Vorbilder für die Höllen-Topographie.

6. Historia von D. Johann Fausten: Zentrale Analyse der Höllenvorstellungen, der Teufelsgestalt und der pädagogischen Intention hinter der Darstellung im Faustbuch.

7. Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der Faust-Hölle in den reformatorischen Kontext.

Schlüsselwörter

Hölle, Teufel, Faustbuch, Reformation, Visionsliteratur, Unterwelt, Eschatologie, Luzifer, Mephostophiles, biblische Exegese, Höllentrichter, Tiersemantik, Gott, Sünde, Jüngstes Gericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung der Hölle und der Figur des Teufels im "Faustbuch" von 1587 und vergleicht diese mit traditionellen biblischen sowie profanen Quellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die eschatologische Raumvorstellung der Hölle, die Transformation der Teufelsgestalt sowie die Bedeutung dieser Darstellungen vor dem Hintergrund der Reformation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, wie der Raum der Hölle und das Äußere des Teufels im Faustbuch beschrieben werden und ob sich Unterschiede zu biblischen oder anderen literarischen Werken durch den historischen Kontext (Reformation) erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative, diachrone literaturwissenschaftliche Methode, um Motive, topographische Beschreibungen und theologische Bezüge über verschiedene Epochen hinweg zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert biblische Grundlagen, apokryphe Texte, Dantes Einfluss und detailliert die Kapitel des Faustbuchs, die sich mit der Hierarchie der Hölle, den Fragen Fausts an Mephistophiles und der Teufelsikonographie befassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hölle, Teufel, Faustbuch, Reformation, Visionsliteratur, Unterwelt und die christliche Symbolik.

Warum wird die Hölle im Faustbuch als "blass" beschrieben?

Der Autor argumentiert, dass der reformierte Kontext der Historia eine stärkere Gewichtung auf das Wort Gottes und den Kampf zwischen Gut und Böse legt, statt auf eine detailverliebte Topographie des Jenseits.

Wie deutet der Autor die fingierte Höllenfahrt im Faustbuch?

Sie wird als Kritik an katholischen Visionsberichten und dem Ablasshandel interpretiert; der Teufel täuscht Faust, um ihn als Gaukler zu entlarven, was wiederum die reformatorische Skepsis gegenüber solchen Schilderungen widerspiegelt.

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Details

Title
Die Darstellung der Hölle und des Teufels in der Historia von D. Johann Fausten
College
University of Basel  (Deutsches Seminar)
Grade
5 (Schweiz)
Author
Bachelor Sandro Tschuor (Author)
Publication Year
2011
Pages
34
Catalog Number
V233697
ISBN (eBook)
9783656502210
ISBN (Book)
9783656503194
Language
German
Tags
darstellung hölle teufels historia johann fausten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor Sandro Tschuor (Author), 2011, Die Darstellung der Hölle und des Teufels in der Historia von D. Johann Fausten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233697
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