Die Hauptseminarsarbeit analysiert ausführlich einerseits die Revolutionsursachen, den Verlauf der Revolution sowie vor allem schwerpunktmäßig die Gründe des Scheiterns der Revolution in weiterer Perspektive auf die gesamte Zweite Französische Republik unter Einschluss differenzierter Faktoren des Scheiterns. Ausführliches internationales Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ursachen der Revolution von 1848 / 49 in Frankreich
3. Von der Februarrevolution zum Staatsstreich Napoleons – eine problemorientierte Darstellung der Geschichte der Zweiten Französischen Republik
a) Die Februarrevolution und das Scheitern der „sozialen Republik“
b) Das Scheitern der „gemäßigten Republik“ bis zum Staatsstreich Napoleons
4. „Ein kurzlebiges Regime …“ – eine Analyse der Ursachen des Scheiterns der Revolution und Zweiten Französischen Republik
a) Ungeschlossenheit und Spaltung der Revolutionsbewegungen
b) Wirtschaftliche Entwicklung
c) Wirtschaftlich-soziales Gefälle: Der Faktor Landbevölkerung
d) „Figur Napoleon“
5. Resümee
6. Bibliographie
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Scheitern der Zweiten Französischen Republik im Zeitraum von 1848 bis 1851. Dabei wird untersucht, wie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren, insbesondere die Spaltung der Revolutionsbewegungen und der Einfluss Napoleons, zum Zusammenbruch der jungen Republik führten.
- Analyse der Ursachen der Revolution von 1848 in Frankreich.
- Darstellung der politischen Geschichte von der Februarrevolution bis zum Staatsstreich.
- Untersuchung der Spaltung zwischen städtischer Arbeiterschaft und bürgerlichen Kräften.
- Bewertung des wirtschaftlich-sozialen Gefälles und der Rolle der Landbevölkerung.
- Untersuchung der Bedeutung der „Figur Napoleon“ für den Systemwechsel.
Auszug aus dem Buch
d) „Figur Napoleon“
Mit dem überraschenden Sieg Louis-Napoleon Bonapartes bei den ersten Präsidentschaftswahlen der jungen Republik am 10. Dezember 1848 setzte nicht nur ein Rechtsruck ein, in dessen weiterem Verlauf die gemäßigten Republikaner zwischen den radikalen Polen der Linken und Konservativen zerrieben wurden. Der Wahlsieg des „Außenseiters“ leitete auch den Übergang zum Kaiserreich und damit das Ende der Zweiten Republik ein, indem vor allem der hoffnungsvollste republikanische Kandidat Cavaignac vernichtend mit einem Ergebnis von 1,4 zu 5,4 Millionen Stimmen geschlagen wurde.
Dürften die in den vergangenen Kapiteln dargelegten Probleme der jungen Republik dabei die Chancen des gerade aus dem Exil heimgekehrten Kandidaten deutlich erhöht haben, so ergibt sich die besondere Relevanz der „Figur Napoleon“ für das Scheitern der Republik vor allem aus der Tatsache, dass der Neffe des großen Kaisers nicht für ein bestimmtes politisches Programm oder eine Gruppierung stand, sondern seine Person in so maßgeblicher Weise zum programmatischen Wahlkampfschlager wurde, dass sich die – in historischen Forschungen zwar immer müßige, aber in diesem Fall dennoch sinnvolle - Frage stellt, wie sich die Zweite Französische Republik ohne den „Außenseiterkandidaten“ Napoleon und bei einem anzunehmenden Wahlsieg Cavaignacs entwickelt hätte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die Ursachen für das Scheitern der Zweiten Französischen Republik im Kontext der europäischen Revolutionen von 1848/49 zu untersuchen.
2. Ursachen der Revolution von 1848 / 49 in Frankreich: Dieses Kapitel erörtert die langfristigen politisch-gesellschaftlichen Ursachen, insbesondere die Wahlrechtsproblematik und die soziale Frage vor 1848.
3. Von der Februarrevolution zum Staatsstreich Napoleons – eine problemorientierte Darstellung der Geschichte der Zweiten Französischen Republik: Es folgt eine chronologische Darstellung der Phasen der Zweiten Republik von der Ausrufung bis zum Staatsstreich durch Napoleon.
4. „Ein kurzlebiges Regime …“ – eine Analyse der Ursachen des Scheiterns der Revolution und Zweiten Französischen Republik: Hier werden systematisch die Gründe für das Scheitern analysiert, unter anderem die Spaltung der Revolutionskräfte, wirtschaftliche Faktoren, die Rolle der Landbevölkerung und die Person Napoleons.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und gewichtet die Ursachen, die zum Ende der Republik und zum Übergang in das Kaiserreich führten.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Schlüsselwörter
Zweite Französische Republik, Revolution 1848, Februarrevolution, Louis-Napoleon Bonaparte, Staatsstreich 1851, Wahlrecht, Sozialfrage, Juniaufstand, Cavaignac, Nationalwerkstätten, Klassenkampf, Restauration, Agrargesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gründe für das schnelle Scheitern der Zweiten Französischen Republik, die aus der Februarrevolution von 1848 hervorging und 1851 durch den Staatsstreich Napoleons endete.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die politischen Ursachen der Revolution, der Verlauf der Zweiten Republik, die ökonomische Situation, soziale Spannungen und die politische Instrumentalisierung der „Figur Napoleon“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine systematische Analyse und Gewichtung der Faktoren, die zum Scheitern der Republik führten, wobei der Autor den Fokus auf spezifisch französische Gegebenheiten legt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer problemorientierten Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer und aktueller historischer Literatur, um den Verlauf und die Ursachen des Scheiterns zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Verlauf der Revolution, die Spaltung der politischen Lager, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die Haltung der Landbevölkerung und der Aufstieg Napoleons untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zweite Französische Republik, Revolution 1848, Louis-Napoleon, Sozialfrage, Staatsstreich und Klassenkampf sind zentrale Begriffe.
Warum spielte die Landbevölkerung eine so große Rolle beim Scheitern der Republik?
Die Landbevölkerung fühlte sich von der „hauptstädtischen“ Politik der Republik entfremdet und belastet durch Sondersteuern, weshalb sie sich als Protestwähler der „Figur Napoleon“ zuwandte.
War das Scheitern der Republik aus Sicht des Autors zwangsläufig?
Der Autor argumentiert, dass das Frankreich von 1848 zwar für große politische Innovationen offen war, aber aufgrund der tiefen politischen und sozialen Gräben noch nicht genügend politische Reife für ein dauerhaftes demokratisches System besaß.
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- Christian Schäfer (Author), 2004, Die revolutionäre Krise von 1848-51 in Frankreich , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23700