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Der Rechtsstaat von seinen Anfängen bis zum Beginn der Weimarer Republik

Title: Der Rechtsstaat von seinen Anfängen bis zum Beginn der Weimarer Republik

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Albrecht (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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I. Einleitung

Beginnt man sich mit dem Begriff des Rechtsstaats auseinanderzusetzen und versucht seinem Inhalt exakt zu bestimmen, so sieht man sich schnell dem Problem gegenüber, daß dies so einfach, wie es zunächst den Anschein hatte, nicht ist. Denn obwohl es sich hier um einen sehr geläufigen und zum festen Bestandteil der politischen Alltagssprache gehörenden Ausdruck handelt, besteht bis heute keine Definition des Rechtsstaats, die sich selbst allgemeine Verwendung und dauernden theoretischen Wert gesichert hätte:(1)
„Nichts ist schwerer zu definieren, als die grundlegenden, die alltäglichen Begriffe, deren Bedeutung man als selbstverständlich vorauszusetzen pflegt“ stellte schon der Staatswissenschaftler Hugo Preuss in seiner 1888 erschienen Abhandlung „Liberale und autokratische Revolutionäre“ über das Phänomen dieses Begriffs fest.(2)
[...]
_____
1 Sarcevic, Edin: Begriff und Theorie des Rechtsstaats (in der deutschen Staats-und Rechtsphilosophie) vom aufgeklärten Liberalismus bis zum Nationalsozialismus; Saarbrücken 1991
2 Preuß, Hugo: Liberale und autokratische Revolutionäre; In: Staat, Recht und Freiheit; Tübingen 1926; S.520

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1 Die Entwicklung rechtsstaatlicher Prinzipien in Deutschland

II.1.1 Die Entstehung des Wortes „Rechtsstaat“

II. 1.2 Rechtsstaatliche Bestrebungen am Ende des 18. Jahrhunderts

II.1.2.1 Der Einfluß der Aufklärung

II.1.2.2 Das Naturrecht

II.1.2.3 Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten

II.1.3 Die Ausgestaltung des Rechtsstaats im 19. Jahrhundert

II.1.3.1 Friedrich Julius Stahl

II. 1.3.2 Die Anfänge des Konstitutionalismus

II.1.3.3 Der formelle Rechtsstaat

II.1.3.4 Der Rechtspositivismus und das Kaiserreich

II.2 Der Rechtsstaat beim Übergang vom Deutschen Kaiserreich zur Weimarer Republik

II.2.1 Die Weimarer Nationalversammlung

II.2.2 Die Säulen des Rechtsstaats in der neuen Verfassung

II.2.2.1 Die Gewaltenteilung

II.2.2.2Die Verwaltung

II.2.2.3 Die Justiz

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung rechtsstaatlicher Prinzipien in Deutschland vom späten 18. Jahrhundert bis zur Weimarer Republik. Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess des Rechtsstaatsverständnisses – vom materiellen Naturrechtsdenken hin zum formalen Rechtspositivismus – zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Traditionen die Implementierung rechtsstaatlicher Prinzipien in der neuen demokratischen Verfassung der Weimarer Republik beeinflussten.

  • Entwicklung rechtsstaatlicher Prinzipien im 18. und 19. Jahrhundert
  • Die Rolle des Rechtspositivismus und der Wandel zum formellen Rechtsstaat
  • Strukturen des Rechtsstaats beim Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik
  • Die Verfassungsarbeit der Weimarer Nationalversammlung
  • Funktionsweise der Gewaltenteilung, Verwaltung und Justiz in der Weimarer Zeit

Auszug aus dem Buch

II.1.3.1 Friedrich Julius Stahl

Nach weit verbreiteter Meinung ist es die Rechtsstaatsdefinition des Rechtsgelehrten Julius Stahl, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Epoche des Rechtsstaats einleitete und die bis weit in die Weimarer Republik hinein bestimmend sein sollte. 39 Sie lautet folgendermaßen: „Der Staat soll Rechtsstaat sein, das ist die Losung und auch in Wahrheit der Entwicklungstrieb der neueren Zeit. Er soll die Bahnen und Grenzen seiner Wirksamkeit, wie die freie Sphäre seiner Bürger in der Weise des Rechts genau bestimmen und unverbrüchlich sichern und soll die sittlichen Ideen von staatswegen, also direkt, nicht weiter erzwingen, als es der Rechtssphäre angehört, d.i. nur bis zur nothwendigsten Umzäunung. Dies ist der Begriff des Rechtsstaats, nicht etwa daß der Staat bloß die Rechtsordnung handhabe ohne administrative Zwecke, oder vollends bloß die Rechte des einzelnen schütze, er bedeutet überhaupt nicht Ziel und Inhalt des Staates, sondern nur Art und Charakter, dieselben zu verwirklichen.“40

Deutlich tritt in diesen Äußerungen eine Formalisierung des Rechtsstaats zutage. Sein Wesen wird hier nicht länger in einem, auf dem Naturrechtsgedanken basierenden, überstaatlichen Recht gesucht, sondern lediglich in der Form staatlichen Handelns. Um zu verstehen, wie es zu dieser, für die weitere Entwicklung wichtigen, Verengung des Rechtsstaatsgedankens kommen konnte, sind zwei Punkte ausschlaggebend: Erstens der Verlauf der rechtsstaatlichen Bestrebungen bis zu diesem Zeitpunkt, und zweitens, die sich gleichzeitig entwickelnde Rechtsanschauung jener Jahre:

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten einer eindeutigen Definition des Rechtsstaats und führt in die historische Vorgehensweise ein, um die Entwicklungen des Rechtsstaatsbegriffs und dessen Auswirkungen auf die Weimarer Republik zu untersuchen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Genese rechtsstaatlicher Prinzipien, beginnend mit den Einflüssen der Aufklärung und des Naturrechts über das Preußische Allgemeine Landrecht bis hin zum formalen Rechtsstaat des 19. Jahrhunderts und dessen problematischem Übergang in die demokratische Struktur der Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

Rechtsstaat, Rechtsstaatsbegriff, Weimarer Republik, Rechtspositivismus, Naturrecht, Gewaltenteilung, Verfassungsgeschichte, Preußisches Allgemeines Landrecht, Parlamentarismus, Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, richterliche Unabhängigkeit, Konstitutionalismus, Grundrechte, Weimarer Reichsverfassung, Nationalversammlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Wandel des Rechtsstaatsgedankens in Deutschland vom 18. Jahrhundert bis zur Gründung der Weimarer Republik.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Themenfelder umfassen die Aufklärung, das Naturrecht, den Aufstieg des Rechtspositivismus, die Rolle des Bürgertums sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Weimarer Verfassung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob sich das Verständnis von Rechtsstaatlichkeit beim Übergang von der konstitutionellen Monarchie zur parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik signifikant veränderte oder ob Kontinuitäten aus dem 19. Jahrhundert vorherrschten.

Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?

Der Autor wählt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung zeitgenössischer staatsrechtlicher Theorien (z.B. von Stahl, Bähr, Preuß) und moderner politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung rechtsstaatlicher Prinzipien im 19. Jahrhundert sowie die detaillierte Untersuchung der Institutionen (Gewaltenteilung, Verwaltung, Justiz) und Grundrechte in der Weimarer Verfassung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtsstaat, Rechtspositivismus, Weimarer Reichsverfassung, Gewaltenteilung und Verfassungsgeschichte charakterisiert.

Warum war der Einfluss des Rechtspositivismus auf die Weimarer Verfassung laut Autor problematisch?

Der Autor argumentiert, dass das rechtspositivistische Denken dazu führte, Grundrechte als bloße unverbindliche „Anhängsel“ der Verfassung zu betrachten, was deren Schutzwirkung schwächte und ihre vorübergehende Aussetzung durch Notverordnungen erleichterte.

Inwiefern beeinflusste die Haltung der Beamtenschaft und Richterschaft die Weimarer Republik?

Der Autor stellt fest, dass große Teile der Justiz und Verwaltung, die aus der Kaiserzeit übernommen wurden, dem demokratischen System ablehnend gegenüberstanden, was zu einer Diskrepanz zwischen der demokratischen Verfassungsrealität und einer monarchistisch geprägten Verwaltungspraxis führte.

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Details

Title
Der Rechtsstaat von seinen Anfängen bis zum Beginn der Weimarer Republik
College
University of Tubingen  (Historisches Seminar)
Course
HS: Politik- und Mentalitätsgeschichte der Inflation in den 1920er Jahren
Grade
1,0
Author
Andreas Albrecht (Author)
Publication Year
2001
Pages
27
Catalog Number
V2380
ISBN (eBook)
9783638114523
Language
German
Tags
Rechtsstaat- Rechtspositivismus-Naturrecht-Weimarer Reichsverfassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Albrecht (Author), 2001, Der Rechtsstaat von seinen Anfängen bis zum Beginn der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2380
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