Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Western Europe

Der Gaullismus in der Krise? Die Entwicklung des RPR in den Jahren 1993, 1995 und 1997

Title: Der Gaullismus in der Krise? Die Entwicklung des RPR in den Jahren 1993, 1995 und 1997

Seminar Paper , 1998 , 19 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Juliane Polenthon (Author)

Politics - Region: Western Europe
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Erstaunlich systematisch konnte ich bei der Ausarbeitung und Gliederung meiner Haus-arbeit mit dem Titel „Der Gaullismus in der Krise? Die Entwicklung des RPR in den Jahren 1993, 1995 und 1997“ vorgehen. Bevor die drei Themenabschnitte der neunziger Jahren diskutiert werden, habe ich zwei erste erläuternde Abschnitte vorangestellt. Der erste behandelt die Vorgeschichte, die Wiederbelebung und einige partei-programmatische Grundelemente des „Rassemblement pour la République“ (RPR), der zweite geht näher auf die Niederlagen gegen Francois Mitterrand und die inner-parteilichen Krisen ein. Diesen Abschnitt, der sich dem Zeitraum 1981/1988 bis 1993 widmet, versah ich mit der Überschrift „Die Reifezeit des RPR“, weil die Bewegung unter ihrem Impulsgeber Jacques Chirac nach verschiedenen Mißerfolgen und internen Konflikten zu einer regierungsfähigen Partei heranwächst - als ob sie durch die Nieder-lagen stärker und reifer geworden sei.

Naheliegend war es daraufhin, den drei Entwicklungstufen der Jahre 1993, 1995 und 1997 drei Kapitel zuzuordnen, die sowohl den politischen Erfolg des RPR darstellen, aber in der Abhängigkeit dazu auch die Folgewirkungen - positiv oder negativ - betrach-ten. So geht der Parlamentswahlgewinn der Rechten einher mit der wachsenden Riva-lität der RPR-Präsidentschaftskandidaten Chirac und Edouard Balladur. So muß im Be-zug auf die siegreiche Präsidentschaftswahl 1995 eine forcierte Gruppenbildung im RPR nicht aus dem Auge gelassen werden. In den letzten beiden Kapitel beziehe ich mich besonders auf aktuelle Veränderungen, personeller sowie ideologischer Art, durch die der RPR auf die „Krise 1997“ reagiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.) Der „Rassemblement pour la République“

1.1) Vorgeschichte

1.2) Die Wiederbelebung der gaullistischen Bewegung

1.3) Parteiprogrammatik

2.) Die Reifezeit des „Rassemblement pour la République“

2.1) Die Niederlagen gegen Mitterand

2.2) Innerparteiliche Krisen

3.) Der Wendepunkt 1993

3.1) Die „cohabitation respectueuse“

3.2) Der „Bruderzwist“ zwischen Balladur und Chirac

4.) 1995: Chirac gewinnt die Präsidentschaftswahl

4.1) Neogaullistischer Wahlkampf

4.2) Der „Rassemblement pour la République“ an der Macht...

4.3) ...und im Fadenkreuz der Kritik

5.) Die Krise 1997

5.1) Chiracs Vabanquespiel ermöglicht den Triumph der Linken

5.2) Die „doppelte cohabitation“

6.) Fazit: Krise des Gaullismus?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der gaullistischen Partei „Rassemblement pour la République“ (RPR) in den Jahren 1993, 1995 und 1997. Ziel ist es, der Forschungsfrage nachzugehen, ob sich der Gaullismus in einer tiefgreifenden personellen sowie ideologischen Krise befindet und worin die Ursachen für diese Entwicklung, insbesondere im Kontext innerparteilicher Spannungen und Wahlergebnisse, liegen.

  • Historische Genese und parteiprogrammatische Grundlagen des RPR
  • Analyse der innerparteilichen Rivalitäten (insb. Chirac vs. Balladur)
  • Auswirkungen der Präsidentschaftswahl 1995 auf die Parteistruktur
  • Die Auswirkungen der Parlamentswahlen 1997 und die Rolle der „Kohabitation“
  • Zukünftige Ausrichtung und Erneuerungsversuche unter Philippe Séguin

Auszug aus dem Buch

3.2) Der „Bruderzwist“ zwischen Balladur und Chirac

Chirac hatte darauf verzichtet, ein drittes Mal in den Matignon zu ziehen und das Amt des Regierungschef zu übernehmen. Maurice Ulrich, der in der Regierung Chirac 1986 bis 1988 dem Kabinett vorstand, erkennt den Unterschied der Präsidentschaftskampagne von 1995 im Gegensatz zu 1988. Die Kampagne ist, da sie länger andauert, überlegter und kohärenter, der Kandidat gehe mit gedanklicher Stärke und Ausdruck vor das Volk. Auf die Frage, ob er es bedauere, auf das Amt des Premiers verzichtet zu haben, soll Chirac Jean-Louis Debré geantwortet haben: „Nein. Ich werde gewinnen, gerade weil ich nicht im Matignon sitze“19. Es bleibt das Problem: „jetzt, da Balladur den Premierposten bezieht, bereitet er die Präsidentschaft für Jacques Chirac oder für sich selbst vor?“20

Jacques Chirac hatte sich lange Zeit dagegen gewehrt zu glauben, daß sich hinter dem Premierminister Edouard Balladur, den er zu demselben gemacht hatte, sein Berater und Freund, ein Präsidentschaftskandidat, sein Rivale verbergen könnte21. Eine „Fassade der Herzlichkeit“ stört auch Edouard Balladur auf den RPR Parlamentstagen Ende September 199322. Ihm fällt auf, daß sich aus der Natur der Sache selber ein Konflikt entwickelt hatte, denn die unausgesprochene Tatsache, daß sich sowohl er als auch Chirac für das höchste Staatsamt interessierten, blockiere ihre Beziehung - nichts würde mehr so sein, wie es zwischen ihnen einst war. Die alte Rivalität zwischen RPR und UDF wurde nunmehr durch die neue, innergaullistische Rivalität abgelöst. Das Duell Chirac-Balladur rückt ins Zentrum des Wahlkampfs.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert den systematischen Aufbau der Arbeit, die sich mit der Krisenentwicklung des Gaullismus anhand der markanten Daten 1993, 1995 und 1997 befasst.

1.) Der „Rassemblement pour la République“: Dieses Kapitel skizziert die Vorgeschichte, die Wiederbelebung der Bewegung unter Jacques Chirac und die programmatischen Grundelemente.

2.) Die Reifezeit des „Rassemblement pour la République“: Es wird die Phase zwischen 1981 und 1993 analysiert, die durch Niederlagen gegen Mitterrand und innerparteiliche Konflikte geprägt war.

3.) Der Wendepunkt 1993: Der Fokus liegt auf der „cohabitation respectueuse“ und dem aufkommenden internen Machtkampf zwischen Balladur und Chirac.

4.) 1995: Chirac gewinnt die Präsidentschaftswahl: Untersucht werden der neogaullistische Wahlkampf, die Machtübernahme und die darauffolgenden gesellschaftlichen Spannungen.

5.) Die Krise 1997: Die Analyse konzentriert sich auf die Parlamentsauflösung, den Sieg der Linken und die daraus resultierende „doppelte Kohabitation“.

6.) Fazit: Krise des Gaullismus?: Abschließend wird resümiert, dass der Gaullismus durch vergangene Konflikte gespalten ist und sich in einer tiefen personellen und ideologischen Identitätskrise befindet.

Schlüsselwörter

Gaullismus, RPR, Jacques Chirac, Edouard Balladur, Philippe Séguin, Kohabitation, Präsidentschaftswahl, Parteikrise, Neogaullismus, Sozialgaullismus, französische Innenpolitik, Parlamentswahlen, politische Machtkonstellation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die politische Entwicklung der französischen Partei RPR im Zeitraum der 1990er Jahre und untersucht, ob sich der Gaullismus in einer systemischen Krise befindet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Parteiprogrammatik, die innerparteilichen Machtkämpfe, der Einfluss der Kohabitation auf die Stabilität der Rechten und die personellen Wechsel an der Parteispitze.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu ermitteln, welche Faktoren zur aktuellen Krise des Gaullismus beitragen und ob die Partei durch eine interne Erneuerung unter neuer Führung wieder an Stärke gewinnen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von zeitgenössischen Presseberichten und Umfragedaten, um die politischen Wendepunkte und Machtkonstellationen chronologisch zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des RPR, die Rivalität zwischen Chirac und Balladur, den Wahlsieg 1995 sowie die kritische Situation nach der Parlamentsauflösung 1997.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Gaullismus, RPR, Kohabitation, Machtkonflikt und politische Erneuerung.

Wie hat der „Bruderzwist“ zwischen Balladur und Chirac die Partei beeinflusst?

Der Konflikt führte zu einer tiefen Spaltung der Basis und der Führungsebenen, was das einheitliche Bild des RPR nachhaltig schwächte und die Partei in eine Orientierungskrise stürzte.

Welche Rolle spielt Philippe Séguin für die Zukunft des RPR?

Séguin wird als Hoffnungsträger gesehen, der die Aufgabe hat, die Partei nach der Ära Chirac/Juppé zu einen, zu erneuern und einen „sozialen Gaullismus“ zu etablieren.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Der Gaullismus in der Krise? Die Entwicklung des RPR in den Jahren 1993, 1995 und 1997
College
University of Bonn  (Seminar für Politische Wissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
1,5
Author
Juliane Polenthon (Author)
Publication Year
1998
Pages
19
Catalog Number
V23868
ISBN (eBook)
9783638268929
Language
German
Tags
Gaullismus Krise Entwicklung Jahren Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Polenthon (Author), 1998, Der Gaullismus in der Krise? Die Entwicklung des RPR in den Jahren 1993, 1995 und 1997, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23868
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint