Die Aufgabe dieser Hausarbeit sollte sein, den Analyseteil des Buches "Patientenbezogene Krankenhausorganisation," von Dr. Marianne Hofer zusammenzufassen. Dieses war mir aber auf Grund der Komplexität des Analyseteils nur sehr schwer möglich. Denn wenn man den Analyseteil des Buches alleine betrachtet, kommt es einem vor, wie eine zusammenhangslose Aneinanderreihung von einzelnen Strukturen und Prozessen eines Krankenhauses, die ohne das abschließende Kapitel ihres Buches äußert schwer in einen Kontext zubringen sind. Darüber hinaus schienen mir einige Teile der Analysen für sehr veraltet, da sie aus den Jahren 1975 und 1978 stammen und sich seit dem einiges im Gesundheitswesen verändert hat. Da mir für diese Arbeit nur ein begrenzter Rahmen zur Verfügung stand und ich keine reproduzierende Zusammenfassung einer Aneinanderreihung teils veralteter Untersuchungen erstellen wollte, habe ich mich einwenig freier in der Materie bewegen müssen und gewisse Teile Hofers Analyse vernachlässigt.
Somit habe ich versucht das Wesentliche des Analyseteils herauszuarbeiten und die beschriebenen Sachverhalte an die heutige Situation im Gesundheitswesen anzupassen. Da ich selber nicht in der Lage war eine methodische Untersuchung der heutigen Gegebenheiten durchzuführen, griff ich auf meine Erfahrung als ausgebildeter Krankenpfleger - mit nunmehr fünf jähriger Berufserfahrung - zurück. Im Rahmen meiner Tätigkeit konnte ich auf mehreren Stationen und Funktionsbereichen tiefergehende Einblicke in die Prozesse und Strukturen eines Krankenhauses werfen. Hierbei kommt mir zu gute, dass ich Erfahrungen in fünf deutschen Krankenhäusern, einem Reha-Zentrum und einer Tagesklinik sammeln konnte.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
1.1 Ziele
1.2 Aufbau des Buches
2. Theoretische Ansätze der Krankenhausorganisation
2.1 Patientenbezogene Krankenhausorganisation
2.2 Aktuelle Ansätze der Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung
3. Analyse der Akteure
3.1 Die ‚Rolle’ eines Kranken
3.2 Die ‚Rolle’ eines Krankenhauspatienten
3.2.1 Krankenhauspatienten und ihre Bedürfnisse
3.2.2 Rechte und Pflichten des Patienten
3.3 Das Krankenhauspersonals
3.3.1 Die ‚Rolle’ der Pflegekräfte
3.3.2 Die ‚Rolle’ der Ärzte
4. Analyse der Prozesse im Krankenhaus
4.1 Patientenorientierte Arbeitsprozesse
4.2 Lenkung der Arbeitsprozesse
4.3 Instrumente der Koordination
4.4 Der Tagesablauf im Krankenhaus
4.4.1 Die ärztliche Visite
5. Zusammenfassung
6. Literaturliste
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, den aktuellen Status der Patientenorientierung in Krankenhäusern zu untersuchen und dabei theoretische Konzepte mit praktischen Erfahrungen aus dem Pflegealltag kritisch zu verknüpfen. Ausgehend von der Analyse von Akteursrollen und Organisationsprozessen wird aufgezeigt, dass trotz politischer Reformbemühungen weiterhin ein signifikanter Handlungsbedarf besteht, um den Patienten nicht nur als passives Objekt, sondern als aktiven Partner im Behandlungsprozess zu begreifen.
- Analyse der sozialen Rollen von Patienten, Ärzten und Pflegekräften.
- Untersuchung der Auswirkungen von Krankenhausstrukturen auf die Grundbedürfnisse von Patienten.
- Kritische Beleuchtung von Arbeitsprozessen und Koordinationsinstrumenten.
- Vergleich zwischen theoretischen Anforderungen an Qualität und dem realen Stationsalltag.
- Herausarbeitung der Bedeutung von Kommunikation und Abbau von Schnittstellen für eine patientenbezogene Versorgung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die ‚Rolle’ eines Krankenhauspatienten
Mit der Aufnahme in ein Krankenhaus vollzieht sich beim Menschen ein abrupter sozialer Rollenwechsel hin zur Rolle des Patienten.
Wie stark sich die neue Rolle ausprägt oder angenommen wird ist natürlich von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Schwere der Krankheiten und unterschiedliche Lebenssituationen schaffen jeweils andere Grundvoraussetzungen. Außerdem haben Patienten oft Angst vor einer möglichen bevorstehenden Operation, einer bevorstehenden Untersuchung oder einfach nur vor der Ungewissheit was jetzt mit einem selber, der Familie, dem Beruf oder ganz banal mit Haustier, Zimmerpflanzen oder Garten passieren wird.
Abgesehen von den individuellen Rollencharakteristika, ist bei jedem Kranken die Suche oder der Bedarf nach medizinischer Hilfe vorhanden. Diese Not und ein fehlendes medizinisches Fachwissen zwängen den Menschen in eine unterlegene Position, die zu einer Bevormundung und teilweisen Entmündigung des Menschen durch die Institution Krankenhaus führen kann. Siegrist benannte das Phänomen „institutionelle Vereinnahmung“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition der Zielsetzung der Arbeit, eine patientenorientierte Arbeitsweise in Krankenhäusern anhand der Vorlage von Marianne Hofer zu untersuchen.
2. Theoretische Ansätze der Krankenhausorganisation: Einführung in den Begriff der patientenbezogenen Krankenhausorganisation sowie Erläuterung aktueller Qualitätsansätze im Gesundheitswesen.
3. Analyse der Akteure: Untersuchung der verschiedenen Rollen von Patienten, Pflegekräften und Ärzten im Krankenhauskontext und deren jeweilige Erwartungen und Verpflichtungen.
4. Analyse der Prozesse im Krankenhaus: Betrachtung der komplexen Arbeitsabläufe, deren Lenkung sowie der notwendigen Koordinationsinstrumente unter dem Aspekt der Patientenfreundlichkeit.
5. Zusammenfassung: Resümee über den nach wie vor bestehenden Handlungsbedarf und das Erfordernis, den Patienten als Individuum in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen.
Schlüsselwörter
Patientenorientierung, Krankenhausorganisation, Rollenverhalten, Qualitätssicherung, Pflege, Patientenrechte, Arbeitsprozesse, Kommunikation, Gesundheitswesen, stationäre Versorgung, Koordination, Institution, Patientenbedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit die heutige Krankenhausorganisation patientenorientierten Ansprüchen gerecht wird und wo weiterhin strukturelle Defizite bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Rollenbilder der Akteure (Patienten, Ärzte, Pflegepersonal) sowie der Untersuchung von Arbeitsabläufen und Lenkungsprozessen im Klinikalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Organisation von Krankenhäusern durch den Abbau von Schnittstellen und die Stärkung des Patienten als Partner verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus der Auseinandersetzung mit Fachliteratur und der Einbringung seiner eigenen fünfjährigen Berufserfahrung als Krankenpfleger, um die Theorie mit der klinischen Praxis abzugleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Akteursanalyse, bei der Rollenverhalten hinterfragt wird, und eine Prozessanalyse, die den Stationsalltag, die Visite und Koordinationsprobleme beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Patientenorientierung, Rollenverhalten, Qualitätssicherung, Koordination und Krankenhausorganisation geprägt.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Patienten von seiner Rolle im Alltag?
Der Patient gerät durch die Krankenhausaufnahme in eine unterlegene, bevormundete und passive Rolle, in der seine bisherige Selbstbestimmung durch Regeln und Routinen der Institution eingeschränkt wird.
Warum wird die Rolle der Pflegekraft als besonders belastet dargestellt?
Die Pflegekraft muss zwischen zahlreichen, oft widersprüchlichen Erwartungen von Patienten, Ärzten und Verwaltung vermitteln, während gleichzeitig pflegefremde administrative Aufgaben ihre Zeitressourcen binden.
- Quote paper
- Tim Ellmers (Author), 2003, Qualitätssteigerung durch eine patientenbezogene Krankenhausorganisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24061