Der Aufbau dieser Seminararbeit orientiert sich an den energiepolitischen Zielen
· Versorgungssicherheit,
· Ressourcenschonung,
· Umweltverträglichkeit und
· Wirtschaftlichkeit.4
Des weiteren erfolgt auch die Auslegung von Anlagen zuerst auf der Basis von technisch sinnvollen
Alternativen, um im zweiten Schritt die wirtschaftlichste Variante auszuwählen.5
Nach der Betrachtung der Grundlagen zu der KWK im zweiten Kapitel, wird in Kapitel 3 eine
energietechnische Bewertung vorgenommen, die sich mit der technischen Effektivität und Effizienz
im Rahmen der Kraftwerksauslegung auseinandersetzt. Das vierte Kapitel befaßt sich mit
ökologischen Aspekten der KWK. Insbesondere wird auf die Möglichkeit, Emissionen und
Immissionen durch die gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom zu vermeiden, eingegangen.
Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt auf der Analyse der Wirtschaftlichkeit der KWK. Dazu
werden in Kapitel 5 die rechtlichen Rahmenbedingungen, denen die KWK unterliegt, vorgestellt,
sowie die Kostenzusammensetzung der Strom- und Wärmeerzeugung betrachtet. Eine abschließende
Bewertung der KWK mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die Lebensdauer der Anlage ist
Gegenstand von Kapitel 6.
In Kapitel 7 werden die Kernaussagen der Seminararbeit noch einmal zusammengefaßt.
4 Vgl. Prognos AG [Hrsg.] (2000), S. 5.
5 Vgl. Schmitz, K. W. / Koch, G. (1997), S. 20.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMSTELLUNG
1.2 AUFBAU DER SEMINARARBEIT
2 GRUNDLAGEN ZUR BETRACHTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
2.1 GRUNDSÄTZLICHES
2.2 BEGRIFFE UND KENNZAHLEN DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
2.3 KWK-KRAFTWERKSTYPEN
3 ENERGIETECHNISCHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
4 ÖKOLOGISCHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
5 ÖKONOMISCHE ASPEKTE DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
5.1 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
5.2 MÖGLICHKEITEN DER VERRECHNUNG VON KOSTEN BEI KUPPELPRODUKTEN
5.3 KOSTEN DER STROMERZEUGUNG
5.4 KOSTEN DER WÄRMEERZEUGUNG
6 GANZHEITLICHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomische Bewertung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) unter Berücksichtigung eines sich wandelnden energiepolitischen Umfelds, mit dem primären Ziel, Strategien zur wirtschaftlichen Auslegung von KWK-Anlagen im liberalisierten Energiemarkt aufzuzeigen.
- Grundlagen der Thermodynamik und Energietechnik in KWK-Anlagen.
- Methoden der energietechnischen und ökologischen Bewertung.
- Betriebswirtschaftliche Kostenallokation bei Kuppelproduktion.
- Vergleich verschiedener KWK-Systeme anhand einer beispielhaften Jahreskostenrechnung.
- Analyse der Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb im Strommarkt.
Auszug aus dem Buch
Möglichkeiten der Verrechnung von Kosten bei Kuppelprodukten
In Abschnitt 2.2 wurde die KWK als die Gewinnung von mechanischer und thermischer Energie in einer Anlage definiert. Dieser Prozeß kann auch unter dem Begriff Kuppelproduktion subsumiert werden. Diese definiert sich als die „Herstellung von mindestens zwei Produkten unterschiedlicher Art in ein und derselben Anlage aus einem einheitlichen Produktionsprozeß unter Einsatz eines oder mehrerer gemeinsamer Rohstoffe“.
Betriebswirtschaftlich bedeutet die Kopplung eine gemeinsame Nutzung der Produktionsfaktoren durch die Kuppelprodukte und somit auch gemeinsamer Aufwand an Einzelkosten. Folglich können die Einzelkosten zwar dem Produktionsprozeß als Ganzes zugeordnet werden, jedoch ist eine verursachungsgerechte Verteilung der Kosten auf die Kuppelprodukte im Zuge einer Kostenträgerrechnung nicht möglich. Dennoch existieren Verfahren, die nach physikalisch-technischen Gesichtspunkten eine kausale Zuordnung des Aufwandes vornehmen.
Eine andere Möglichkeit der Kostenallokation orientiert sich an dem Wertprinzip. Hier werden als Bewertungsmaßstab entweder Marktpreise oder Kosten für Alternativprodukte zu Grunde gelegt. Die Verrechnung der Kosten erfolgt nach dem Tragfähigkeitsprinzip.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung im Kontext der Marktliberalisierung und der energiepolitischen Ziele, welche die Motivation für diese Seminararbeit bilden.
2 GRUNDLAGEN ZUR BETRACHTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Einführung in die physikalischen Grundlagen der Energietechnik, Definitionen von KWK-spezifischen Kennzahlen und eine Systematisierung verschiedener Kraftwerkstypen.
3 ENERGIETECHNISCHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Analyse der technischen Effizienz von KWK-Anlagen und Herleitung der Brennstoffersparnis gegenüber getrennter Strom- und Wärmeerzeugung.
4 ÖKOLOGISCHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Untersuchung der Emissions- und Immissionsbelastung durch KWK-Anlagen im Vergleich zu konventionellen Erzeugungsmethoden.
5 ÖKONOMISCHE ASPEKTE DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Detaillierte Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Erörterung von Methoden zur Kostenverrechnung bei Kuppelprodukten und Ermittlung von Strom- und Wärmekosten.
6 GANZHEITLICHE BEWERTUNG DER KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Zusammenfassende Bewertung der Wirtschaftlichkeit und technischer Möglichkeiten unter Einbeziehung einer beispielhaften Jahreskostenrechnung für verschiedene Anlagentypen.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Abschluss der Arbeit durch eine synoptische Betrachtung der zentralen Ergebnisse aus allen vorangegangenen Kapiteln.
Schlüsselwörter
Kraft-Wärme-Kopplung, KWK, Energieeffizienz, Kuppelproduktion, Restwertmethode, Stromerzeugung, Wärmeerzeugung, Wirtschaftlichkeit, liberalisierter Strommarkt, Energietechnik, Brennstoffersparnis, Grenzkosten, Kostenzuordnung, Anlagenkonfiguration, Emissionsreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert die ökonomische und energietechnische Situation von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) in einem liberalisierten Energiemarkt, wobei besonderes Augenmerk auf die Kostenverteilung bei der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die energietechnische Auslegung, die ökologische Bewertung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie insbesondere die betriebswirtschaftliche Kostenallokation zwischen Strom und Wärme als Kuppelprodukte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie neue KWK-Anlagen in einem liberalisierten Marktumfeld ausgelegt sein müssen, um trotz entfallender Förderungen oder gesunkener Strompreise wirtschaftlich betrieben werden zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus systematischer Literaturanalyse technischer und betriebswirtschaftlicher Grundlagen sowie die Darstellung mathematischer Bewertungsmodelle wie der Restwertmethode zur Kostenallokation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die energietechnische und ökologische Bewertung, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die detaillierte Untersuchung der Kostenstrukturen von Strom- und Wärmeerzeugung in KWK-Anlagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Kuppelproduktion, Restwertmethode, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit.
Warum ist die Kostenallokation bei KWK-Anlagen eine besondere Herausforderung?
Da in einer KWK-Anlage aus einem gemeinsamen Prozess zwei unterschiedliche Produkte (Strom und Wärme) entstehen, können die Einzelkosten nicht direkt zugeordnet werden; dies erfordert spezifische Verfahren wie die Restwertmethode oder kausale Verfahren zur ökonomisch sinnvollen Verteilung.
Welche Rolle spielt die Restwertmethode in dieser Arbeit?
Die Restwertmethode wird als vorteilhafter gegenüber rein kausalen Methoden eingestuft, da sie auf einem ökonomischen Bewertungsmaßstab basiert und eine verursachungsgerechte Kostenallokation in einem wirtschaftlichen Kontext ermöglicht.
- Quote paper
- Ingo Peper (Author), 2002, Ökonomische Bewertung der Kraft-Wärme-Kopplung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24135