Meine Examensarbeit beschäftigt sich mit der „Planung, Durchführung und Reflexion
ausgewählter Aspekte der Projektwoche „Rund ums Buch“, durchgeführt an der
Grundschule Xx“. Die Projektwoche hat vom 17. 11 - 21. 11. 2003 stattgefunden.
Die angesprochenen Aspekte beziehen sich auf den Organisationsrahmen der
Projektwoche und des Projektes „Vom Papier zum Buch“.
In Teil I möchte ich dem Leser zunächst einen Einblick in das theoretische Gerüst der
Projektarbeit ermöglichen, dabei werde ich vertiefend die Kriterien von Projekten und
noch spezieller die der Projektwoche an sich aufgreifen.
Im zweiten Teil meiner Ausarbeitung werde ich dann die Projektwoche der Grundschule
Xx und das Projekt „Vom Papier zum Buch“ vorstellen. Bereits bekannte Aspekte aus
dem theoretischen Teil werden dort erneut aufgegriffen und auf die praktische
Durchführung übertragen (s. Teil I Kap. 2 und Teil II Kap. 1.2).
Bei der Erarbeitung von Projekten bzw. der Arbeit in einer Projektwoche orientiere ich
mich hauptsächlich an den Autoren Gudjons, Bunk, Jäger und Klippert.
Für die Begründung einer inhaltlichen Festlegung dieser Examensarbeit auf den
Projektgedanken bin ich bei meiner Literaturrecherche auf folgenden Gedanken Gudjons
gestoßen, der auf die Notwendigkeit einer ausführlichen Diskussion (s. meine Fragen
unten) verweist:
Die gegenwärtige Entwicklung der Projektidee wird erstens durch eine erhebliche
Verbreitung von Projektwochen an fast allen Schularten bestimmt – also durch
„quantitative Ausbreitung“. Gudjons widerspricht der Entwicklung nicht, jedoch sieht er
damit die Gefahr eines inflationären Gebrauchs des Begriffs „Projekt“ verbunden. Im
Zuge von Reformbestrebungen würde jeder Versuch etwas Praktisches zu machen mit
dem Begriff „Projekt“ etikettiert. Zweitens wird die „verengte“ Konzeption der
Projektwoche zunehmend überwunden, indem die Projektarbeit in den Fachunterricht
integriert wird (also auf didaktisch-qualitativem Wege). Zudem sieht er die Projektidee
nicht als Sonderstatus unter den Unterrichtsformen, sondern als heute dringend
notwendige Antwort auf gravierende Veränderungsprozesse der kindlichen Sozialisation.1
Die Begründungen für Projekte sind auf individuumbezogene und gesellschaftsbezogene
Notwendigkeiten zurückzuführen (s.Teil IKap. 1.3). Projekte sollen die Schüler förmlich
gesellschaftsfähig machen, ihnen die Möglichkeit geben, produktive Lösungen für sich
ihnen stellenden Problemen zu entwickeln (s.Teil IKap. 4.1). [...]
1 vgl.: Gudjons. 2001. S. 340 f.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
I. Theoretische Überlegungen zum Projektbegriff
1. Darstellung des Projektbegriffs
1.1 Beschreibung des Begriffs „Projektunterricht“
1.2 Der Projektunterricht
1.3 Begründungen für projektorientiertes Lernen
1.4 Projektformen
1.5 Ziele von Projektarbeit in der Grundschule
1.6 Methodische Überlegungen
2. Zeit- und Organisationsrahmen von Projektwochen
2.1 Zeitrahmen
2.2 Zeitliche Verankerung innerhalb eines Schuljahres
2.3 Zusammensetzung der Projektgruppen
2.4 Möglichkeiten der Integration von Elternarbeit in Projekten
2.5 Organisationshinweise zum Präsentationstag
3. Vorplanungen von Projektwochen
3.1 Aufbau und Phasen einer Projektwoche
3.2 Die Rolle des Lehrers als Projektbetreuer
3.3 Die Rolle des Schülers
4. Möglichkeiten und Grenzen von Projekten in der Grundschule
4.1 Möglichkeiten von Projektarbeit in der Grundschule
4.2 Grenzen von Projektarbeit in der Grundschule
II. Praktische Umsetzung eines Projekts
1. Planung der Projektwoche an der Grundschule Xx
1.1 Projektidee
1.2 Zeit- und Organisationsrahmen der Projektwoche „Rund ums Buch“
1.2.1 Zeitrahmen
1.2.2 Zeitliche Verankerung innerhalb des Schuljahres
1.2.3 Zusammensetzung der Projektgruppen
1.2.4 Integration der Elternarbeit in der Projektwoche
1.2.5 Organisation des Präsentationstags
1.2 Voraussetzungen für die Projekte an der Grundschule Xx
1.3 Vorplanung der Projektwoche
1.4 Ziele der Projektwoche „Rund ums Buch“ an der Grundschule Xx
1.5 Tabellarische Übersicht über das Projektangebot an der Grundschule Xx
1.6 Evaluation der Projektwoche an der Grundschule Xx durch die Gesamtkonferenz
2. Durchführung des Projekts „Vom Papier zum Buch“
2.1 Informationen zur Sache
2.2 Lernziele für die Projektgruppe „Papier schöpfen“
2.3 Didaktische Vorüberlegungen für die Projektwoche
2.4 Organisation innerhalb unserer Projektgruppe „Vom Papier zum Buch“
2.5 Methodische Vorüberlegungen zur Gestaltung des ersten Projekttages
2.6 Reflexion über den Ablauf der Woche
III. Gesamtreflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Planung, Durchführung und Reflexion einer Projektwoche zum Thema "Rund ums Buch" an einer Grundschule. Das Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen an projektorientiertes Lernen mit der praktischen Umsetzung zu vergleichen, Herausforderungen im Schulalltag zu identifizieren und Potenziale für künftige Projekte aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen des Projektunterrichts und des Projektbegriffs
- Organisatorische Rahmenbedingungen von Projektwochen in der Grundschule
- Praktische Umsetzung des Projekts "Vom Papier zum Buch"
- Reflexion der Lehrer- und Schülerrolle im Projektkontext
- Evaluation der Projektwoche durch das Kollegium
Auszug aus dem Buch
2.1 Informationen zur Sache
Der Name „Papier” ist ursprünglich von dem Produkt der Papyrusstaude abgeleitet, aus der im Altertum (Ägypten) und in der Antike (Griechen, Römer) Schriftrollen hergestellt wurden. Vor allem als Mittel zur Kommunikation hat Papier für die Menschheit eine herausragende Bedeutung erlangt. So wird Papier beispielsweise nicht nur zum Schreiben und zum Drucken benutzt, sondern auch als Verpackung und als Werkstoff für diverse Anwendungen. Selbst im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung und elektronischen Medien bleibt die elementare Bedeutung des Papiers erhalten.
Das grundlegende Verfahren zur Papierherstellung hat sich seit über 2 000 Jahren nicht geändert. Bei der traditionellen manuellen Papierherstellung wird das Rohmaterial – Stroh, Blätter, Rinde, Hadern oder andere faserige Materialien – in einen Bottich oder Trog gegeben und mit einem schweren Stößel oder Hammer bearbeitet, um die Fasern zu trennen. Wenn die Fasern ausreichend aufgebrochen sind, werden sie im Wasser belassen. Das flüssige Material im Bottich ist bereit für die eigentliche Papierherstellung. Nun wird der Schöpfrahmen in den Bottich eingetaucht, wird er ihm wieder genommen, ist die Oberfläche des Siebes mit einer dünnen Schicht aus Faserbrei bedeckt. Anschließend wird das Gerät in Längsrichtung und in Querrichtung gerüttelt. Damit soll bewirkt werden, dass die Mischung gleichmäßig auf der Oberfläche des Siebes verteilt wird, und die einzelnen Fasern sich miteinander verfilzen, wodurch das Papier an Festigkeit gewinnt. Beim Rüttelprozess fließt ein großer Teil des Wassers durch die Maschen des Siebes. Sieb und Papier werden umgedreht und das Blatt Papier vorsichtig auf ein Filztuch gelegt. Daraufhin kommt ein weiterer Filz auf das Blatt. Der Vorgang wird mit anderen noch feuchten Blättern wiederholt. In der Technik wird dieser Arbeitsschritt Gautschen genannt. Wenn mehrere Blätter Papier mit Filz aufgestapelt worden sind, gelangt der ganze Stapel zur Weiterbearbeitung in eine hydraulische Presse. Dabei presst man den größten Teil des Wassers aus dem Papier heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Examensarbeit ab und beschreibt das Vorhaben, die Projektwoche an der Grundschule Xx zu untersuchen.
I. Theoretische Überlegungen zum Projektbegriff: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente des Projektunterrichts unter Einbeziehung relevanter pädagogischer Autoren sowie organisatorische und methodische Aspekte.
II. Praktische Umsetzung eines Projekts: Hier wird die konkrete Planung, Durchführung und Reflexion der Projektwoche "Rund ums Buch" sowie des Projekts "Vom Papier zum Buch" detailliert dargestellt.
III. Gesamtreflexion: Das abschließende Kapitel analysiert kritisch, inwieweit die durchgeführte Projektwoche den theoretischen Kriterien für "Projekte" entspricht.
Schlüsselwörter
Projektwoche, Projektunterricht, Grundschule, Projektarbeit, Papierherstellung, Handlungsorientierung, Soziallernen, Selbstorganisation, Schulentwicklung, Projektplanung, Lernziele, Reflexion, Methodenkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Projektwoche an einer Grundschule mit dem Ziel, die Kluft zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorie des Projektunterrichts, die organisatorische Planung von Projektwochen und die didaktische Gestaltung des spezifischen Projekts "Vom Papier zum Buch".
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Qualität der durchgeführten Projektwoche zu evaluieren und die pädagogischen Lernprozesse, insbesondere das soziale Lernen und die Selbstständigkeit der Schüler, kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse (basierend auf Autoren wie Gudjons und Bunk) und eine praxisbezogene Fallstudie durch Evaluation und Reflexion der eigenen Unterrichtstätigkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und den detaillierten Bericht über die praktische Umsetzung, inklusive Zeitplanung, Gruppenzusammensetzung und methodischer Vorgehensweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Projektwoche, Projektunterricht, Grundschule, Handlungsorientierung, Soziales Lernen, Papierherstellung und Reflexion sind zentrale Begriffe.
Wie wurde die Partizipation der Kinder an der Projektplanung sichergestellt?
Die Autorin reflektiert kritisch, dass die Wahlfreiheit der Schüler eingeschränkt war und die Projektplanung maßgeblich durch das Kollegium erfolgte, anstatt die Ideen der Kinder vollumfänglich einzubeziehen.
Warum ist die Reflexion des "Auseinanderklaffens von Theorie und Praxis" so wichtig?
Dieser Punkt ist zentral, da die Autorin aufzeigt, dass Idealvorstellungen von Projekten (z.B. totale Schülerselbstständigkeit) in der schulischen Realität aufgrund von Rahmenbedingungen oft nur annäherungsweise umsetzbar sind.
- Quote paper
- Anne Zeller (Author), 2004, Die Projektwoche 'Buch' an der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24241