Diese Arbeit soll der Frage nachgehen, warum mediale Sportereignisse weltweit eine so große Anziehungskraft ausüben. Dabei berücksichtigen wir insbesondere die Theorien „Mood Management“, „Exitation Transfer Theory“ und die „Affective Disposition Theory“ von Dolf Zillmann und prüfen, ob sich diese auch auf Sportsendungen übertragen lassen. Außerdem liegen dieser Arbeit die Texte „Mediensport als sozialer Ersatz“ von Otmar Weiß und „Sports on the screen“ von Bryant und Raney zugrunde. Während der Text von Brynat & Raney Mediensport unter besonderer Berücksichtung der Theorien von Zillmann betrachtet, enthält die Arbeit von Otmar Weiß einige interessant ergänzende Aspekte.
Nach der Vorstellung der einzelnen Theorien und Ansatzpunkte der Texte folgt ein Überblick über die Diskussion des Seminars. Anschließend geben wir ein Überblick über unsere Kritik, in der wir auf die einzelnen Bestandteile beider Texte eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Relevanz des Themas
3.0 Theoretische Erklärungsansätze von Bryant und Raney sowie von Weiß
3.1. Dispostion Theory des Sportfanseins und die Bedeutung des Spielausgangs
3.2. Drama in Sportprogrammen
3.3. Die Rolle der Spannung in der Sportunterhaltung
3.4. Neuartige, riskante und effektive Spielzüge
3.5. Genderspezifische Unterschiede in der Sportrezeption
3.6. Mediensport als pseudosoziale Kommunikation
3.7. Sportler als Idole
3.8. Mediensport als Vermittler von gesellschaftlichen Normen und Werten
3.9. Mediensport als gemäßigte Affektivität und dosierte Spannung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die medienpsychologischen und soziologischen Gründe für die weltweite Faszination an medialen Sportereignissen. Dabei werden theoretische Ansätze wie das Mood Management und die Disposition Theory angewandt, um die Mechanismen des Rezeptionsvergnügens bei Sportübertragungen zu erklären.
- Analyse psychologischer Erklärungsmodelle zur Sportrezeption
- Untersuchung der Bedeutung von Spannung und Dramaturgie
- Betrachtung von Sport als pseudosoziale Kommunikation
- Rolle von Sportlern als gesellschaftliche Idole
- Einfluss formaler Aspekte der Sportübertragung auf das Zuschauererleben
Auszug aus dem Buch
3.6. Mediensport als pseudosoziale Kommunikation
Ein Sportfan begnügt sich nicht damit, nur oberflächlich über seine Lieblingssportart, seinen Lieblingssportler oder die Lieblingsmannschaft bescheid zu wissen, sondern er sammelt detaillierte Informationen über beispielsweise Stationen der Karriere, Verletzungen, benutzte Marken, Statistiken, etc. Dadurch entstehen Möglichkeiten zur Interaktion in Familie, unter Bekannten oder bei der ersten Kontaktaufnahme mit Fremden. Es gibt eine Gemeinsamkeit, über die man sprechen kann (Weiß, 1991, S. 316).
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage und der theoretischen Grundlagen, die der Untersuchung der Sportrezeption zugrunde liegen.
2.0 Relevanz des Themas: Aufzeigen der hohen ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Sportübertragungen anhand von Einschaltquoten und Zuschauerzahlen.
3.0 Theoretische Erklärungsansätze von Bryant und Raney sowie von Weiß: Gegenüberstellung kommunikations- und sportwissenschaftlicher Perspektiven auf das Phänomen Sport.
3.1. Dispostion Theory des Sportfanseins und die Bedeutung des Spielausgangs: Erläuterung, wie der Erfolg oder Misserfolg einer bevorzugten Partei das Rezeptionsvergnügen maßgeblich beeinflusst.
3.2. Drama in Sportprogrammen: Untersuchung der Wirkung dramatisierender Kommentare auf die wahrgenommene Intensität eines Sportereignisses.
3.3. Die Rolle der Spannung in der Sportunterhaltung: Analyse der Stresssituation des Zuschauers und der Relevanz für die Exitation-Transfer-Theory.
3.4. Neuartige, riskante und effektive Spielzüge: Beschreibung des Zusammenhangs zwischen unerwarteten Spielaktionen und dem Vergnügen des Zuschauers.
3.5. Genderspezifische Unterschiede in der Sportrezeption: Aufzeigen unterschiedlicher Präferenzen bei Männern und Frauen hinsichtlich Spannung und Gewalt in Sportübertragungen.
3.6. Mediensport als pseudosoziale Kommunikation: Erläuterung der Funktion von Sportwissen als Grundlage für soziale Interaktion.
3.7. Sportler als Idole: Analyse der Identifikation mit Sportlern und der psychologischen Übertragung von Ruhm auf den Rezipienten.
3.8. Mediensport als Vermittler von gesellschaftlichen Normen und Werten: Untersuchung der Rolle von Sport als Spiegelbild gesellschaftlicher Leistungskultur.
3.9. Mediensport als gemäßigte Affektivität und dosierte Spannung: Beschreibung von Sport als Ventil für Affektbedürfnisse und die Bedeutung formaler Inszenierung.
Schlüsselwörter
Sportrezeption, Medienpsychologie, Mood Management, Disposition Theory, Sportübertragung, Zuschauerzahlen, Mediensport, Exitation-Transfer-Theory, Sportfan, Idole, soziale Kommunikation, Leistungsgesellschaft, Affektivität, Spannungsgrad, Fernsehmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die psychologischen und mediensoziologischen Ursachen für die hohe Attraktivität und Anziehungskraft von medialen Sportereignissen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die Mechanismen des Rezeptionsvergnügens, die Rolle von Spannung und Dramaturgie, die Identifikation mit Sportlern sowie die Funktion des Sports als gesellschaftliches Bindeglied.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum Sportübertragungen weltweit enorme Reichweiten erzielen und welche psychologischen Prozesse dabei beim Zuschauer ausgelöst werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Modellen, insbesondere der Mood Management Theory, der Exitation Transfer Theory und der Disposition Theory, ergänzt durch soziologische Ansätze von Otmar Weiß.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Theorien zur Sportrezeption, die von der Bedeutung des Spielausgangs über die Rolle der Kommentierung bis hin zur Identifikation mit Sportidolen reichen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird besonders durch die Begriffe Sportrezeption, Disposition Theory, Mediensport, pseudosoziale Kommunikation und Affektivität charakterisiert.
Wie unterscheidet sich laut dem Text das Erleben von Männern und Frauen bei Sportereignissen?
Männer bevorzugen tendenziell ein hohes Spannungsniveau und reagieren stärker auf gewalthaltige Inszenierungen, während Frauen eher durch moderate Spannungsgrade unterhalten werden.
Welchen Einfluss haben Kommentatoren auf das Zuschauererleben?
Kommentatoren verstärken den Unterhaltungswert, indem sie das Spiel dramatisieren, eine hohe Intensität suggerieren und die sportliche Auseinandersetzung mit "Kampf"-Metaphern aufladen.
- Arbeit zitieren
- Srdjan Govedarica (Autor:in), Christain Müller (Autor:in), 2002, Sportrezeption - Gratifikation und Rezeptionsvergnügen von Mediensport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24333