1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die Personalarbeit der Unternehmen befindet sich derzeit im Wandel. Sie wird durch sich immer schneller verändernde unternehmensexterne Einflußfaktoren, wie die gesellschaftlichen, demographischen und technologischen Neuerungen geprägt.1
Der technologische Fortschritt führt zwangsläufig zu einer Weiterentwicklung der Personalarbeit. Er zwingt die Unternehmen, eingefahrene Organisationsstrukturen zu hinterfragen bzw. zu überdenken, da nach dem heutigen Stand der Technik viele Ziele der
Personalwirtschaft nicht mehr effektiv und effizient mit den herkömmlichen Methoden bzw. Vorgehensweisen erreicht werden können. Hierbei ist zwischen wirtschaftlichen und sozialen Zielen in der betrieblichen Personalarbeit zu differenzieren. Die wirtschaftlichen Ziele der betrieblichen Personalarbeit beinhalten die optimale
Personalbeschaffung und den optimalen Einsatz des Elementarfaktors „menschliche Arbeit“. Weiterhin ist die Minimierung der Kostensumme aller Einsatzfaktoren und die Maximierung des Gewinnes gemäß dem ökonomischen Prinzip in bezug auf die betriebliche Personalarbeit zu nennen. Die Steigerung der menschlichen Arbeitsleistung durch Schulungen und Training ist ebenso wichtig wie die Nutzung der Kreativität und der Erfahrung der Mitarbeiter zur Aufgabenerledigung.2 Hierbei stehen die wirtschaftlichen
Ziele den sozialen Zielen teilweise konträr gegenüber.
Das soziale Hauptziel der betrieblichen Personalarbeit ist die bestmögliche Gestaltung der Arbeitsumstände für die Mitarbeiter.3 Aus ihm lassen sich eine Reihe von sozialen Unterzielen ableiten, welche sich vor allem auf die Bereiche Arbeitsplatzgestaltung,
Arbeitsschutz, Arbeitszeitgestaltung, Personalentwicklung und Personalinformation beziehen. Durch den gesellschaftlichen Wandel entsteht für die Personalarbeit eine immer höhere Komplexität, welche für die Bewältigung der Personalaufgaben einen hohen Zeitbedarf erfordert. Dadurch bildet sich ein Spannungsverhältnis zwischen der benötigten und der verfügbaren Reaktionszeit der Unternehmen. Es kommen durch den technologischen Fortschritt ständig neue Anforderungen auf die betriebliche Personalarbeit der Unternehmen zu. Die Aspekte Effizienz und Effektivität stehen im Vordergrund und gewinnen durch den steigenden Konkurrenz- und Kostendruck eine wachsende Bedeutung.
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1 Vgl. Steiner, Urs (1998), S. 1
2 Vgl. Olfert, Klaus (1999), S. 24f.
3 Vgl. Olfert, Klaus (1999), S. 25
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung
1.3 Methodik der Unternehmensbefragung
2 Personalmarketing – Online-Recruiting
2.1 Begriffliche Erläuterung
2.2 Elektronische Stellenausschreibungen auf unternehmenseigenen Webseiten
2.3 Personalbeschaffung mittels Online -Jobbörsen
2.4 Online-Bewerbungen
2.5 Online-Assessment
2.6 Mögliche Prozedur eines Online -Recruiting
2.7 Betriebswirtschaftlicher Aspekt des Online -Recruiting
2.8 Virtuelle Jobmessen, der Weg in die Zukunft?!
3 Personalentwicklung – E-Learning
3.1 Begriffliche Erläuterung
3.2 E-Learning mit Hilfe unterschiedlicher Medien
3.3 E-Learning an praktischen Beispielen
3.4 Vor- und Nachteile des E-Learning
3.5 Betriebswirtschaftlicher Aspekt des E-Learning
3.6 Rechtliche Grenzen des E-Learning
3.7 Marktpotential des E-Learning in Unternehmen
4 Personalverwaltung
4.1 Begriffliche Erläuterung
4.2 Internetbasierendes Personalinformationssystem und dessen Funktionsweise
4.2.1 Die Nutzung von E-Mails zur Personalinformation
4.2.2 Erfassung und Pflege von Personaldaten mit der Integration eines Employee-Self-Service
4.2.3 Personalentgeltberechnung/-abrechnung im Internet
4.3 Application Service Providing als Alternative zu herkömmlichen Personalsoftwaresystemen
4.4 Human-Resource-Portale im Internet
4.5 Internetdatenbanken und ihre Nutzung
5 Resümee
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Potential des Internets zur Modernisierung und Qualifizierung der betrieblichen Personalarbeit. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse, wie Unternehmen durch digitale Anwendungen Prozesse in den Kernbereichen Personalmarketing, Personalentwicklung und Personalverwaltung effizienter und kostengünstiger gestalten können, um auf den technologischen Wandel und neuen Konkurrenzdruck zu reagieren.
- Optimierung der Personalbeschaffung durch Online-Recruiting und virtuelle Jobmessen.
- Einsatz von E-Learning-Instrumenten zur zielgerichteten Mitarbeiterqualifizierung.
- Implementierung internetbasierter Personalinformationssysteme und Self-Service-Portale.
- Betriebswirtschaftliche Bewertung und Kosteneffizienz neuer digitaler Personalmanagement-Lösungen.
- Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für die Digitalisierung im Personalwesen.
Auszug aus dem Buch
Beispiel
Ein praktisches Beispiel für das Online-Assessment „Challenge Unlimited“ zu erwähnen. „Challenge Unlimited“, ein leistungsfähiges Online-Assessment mit einem attraktiven, spannenden Online-Spiel der Siemens AG, wurde im Sommer 2000 für sechs Wochen ins Internet gestellt. Innerhalb dieser Zeit nutzten 13.000 Bewerber die Chance, daran teilzunehmen.
Die Teilnehmer wurden herausgefordert, als „Cyber-Consultants“ die Probleme auf dem Planeten „Nouvopolis“ zu lösen. Während der dreistündigen Reise durch den Cyber-Weltraum waren schwierige Aufgaben allein oder im Team zu bewältigen. Vor dem Start des Spieles wurden die Teilnehmer über den Umgang mit ihren Benutzerdaten aufgeklärt und konnten ihr Einverständnis zur Speicherung der Daten in eine Datenbank geben. Im Anschluß wurden biografische Daten erhoben. Jeder Teilnehmer bekam ein individuelles Paßwort, so daß er das Spiel jederzeit unterbrechen und später an gleicher Stelle wieder fortsetzen konnte.
Im Laufe des gesamten Online-Spieles erarbeiteten die Teilnehmer sukzessiv ihr Kompetenzprofil, das die erzielten Ergebnisse in den Tests abbildete. Jeder konnte sich sein eigenes Kompetenzprofil anzeigen lassen und selbst über die Freigabe dieses für die weitere Nutzung durch die Siemens AG entscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Personalarbeit durch gesellschaftliche und technologische Faktoren und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Methodik der durchgeführten Unternehmensbefragung.
2 Personalmarketing – Online-Recruiting: Dieses Kapitel analysiert moderne Ansätze der Online-Personalbeschaffung, einschließlich Online-Jobbörsen, Bewerberportalen und Online-Assessments, unter Berücksichtigung ihrer betriebswirtschaftlichen Vorteile.
3 Personalentwicklung – E-Learning: Hier wird die Bedeutung von E-Learning-Instrumenten für die Weiterbildung diskutiert, wobei praktische Anwendungsbeispiele sowie rechtliche Grenzen und Marktpotentiale beleuchtet werden.
4 Personalverwaltung: Dieses Kapitel befasst sich mit der administrativen Unterstützung durch internetbasierte Informationssysteme, Employee-Self-Service-Konzepte und die Nutzung von Human-Resource-Portalen und Datenbanken.
5 Resümee: Das Fazit fasst die Potenziale der Internetnutzung in den behandelten Personalbereichen zusammen und betont die Notwendigkeit einer strategischen Integration neuer Medien für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Personalmarketing, Online-Recruiting, Personalentwicklung, E-Learning, Personalverwaltung, Online-Assessment, Employee-Self-Service, ASP-Lösungen, Personalinformationssysteme, Internet, Personalbeschaffung, Wissensmanagement, Human-Resource-Portale, Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das Internet als technologische Basis genutzt werden kann, um die betriebliche Personalarbeit in den Bereichen Marketing, Personalentwicklung und Verwaltung zu modernisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in die drei Kernbereiche Online-Recruiting, E-Learning für Mitarbeiter sowie die internetbasierte Personalverwaltung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Einsatzmöglichkeiten des Internets aufzuzeigen, Vor- und Nachteile abzuwägen und Unternehmen Wege zu einer effizienteren und kostengünstigeren Personalarbeit darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer umfangreichen Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Unternehmensbefragung, die bei 333 Unternehmen durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den prozessualen Vorteilen digitaler Anwendungen, wie beispielsweise der Automatisierung von Bewerbungsprozessen, der Nutzung von E-Learning-Plattformen und der Einführung internetbasierter Personalinformationssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Personalmarketing, Online-Recruiting, E-Learning, Personalinformationssysteme sowie Personalmanagement.
Was ist unter dem in der Arbeit genannten „Challenge Unlimited“-Beispiel zu verstehen?
Dabei handelt es sich um ein innovatives Online-Assessment der Siemens AG, bei dem Bewerber ihre Kompetenzen durch ein spielerisch gestaltetes Online-Szenario auf dem Planeten „Nouvopolis“ unter Beweis stellen konnten.
Welche Rolle spielen „Rumpf-Personalabteilungen“ in der Zukunftsprognose des Autors?
Der Autor prognostiziert, dass sich Personalabteilungen durch eine umfassende Internetnutzung künftig verstärkt auf strategische und arbeitsrechtliche Aufgaben konzentrieren können, während administrative Routineaufgaben digitalisiert werden.
- Citation du texte
- Jens Zeissler (Auteur), 2001, Die Nutzung des Internets zur Qualifizierung der betrieblichen Personalarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2442