Globalisierung ist in aller Munde. Erschließung von neuen Zielmärkten sowie die Expansion auf diesen Märkten entwickelt sich immer mehr zum Credo der deutschen Großunternehmen (Meffert 1998). Nur die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zögern trotz der Konjunkturschwäche und den damit verbundenen Absatzproblemen auf den Heimatmärkten. Nur 7 % der deutschen KMU sind in irgendeiner Weise international tätig, wobei sich die Internationalisierung zu 90 % auf die Anrainerstaaten und Mitglieder der Europäischen Union (EU) begrenzt.
Doch gerade „exotische“ Länder wie die Volksrepublik China, die sich im wirtschaftlichen Aufbau befinden, könnten von dem Wissen und den Produkten deutscher KMU profitieren. Ziel dieser Hausarbeit ist die Darstellung von Internationalisierungsstrategien und deren Motive. Diese Strategien werden im Allgemeinen auf die Realisierbarkeit seitens der deutschen KMU untersucht und anschließend am Beispiel Volksrepublik China unter Berücksichtigung einer Befragung von 20 deutschen KMU aus dem baden-württembergischen Ostalbkreis überprüft. Der Fokus liegt auf der Entwicklung des deutsch-chinesischen Handels, der hauptsächlich anhand der Import- und Exportbilanz zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China skizziert wird. Empfehlungen zu weiterführenden Internationalisierungsschritten werden jedoch kurz ausgesprochen, und durch die Erkenntnisse aus der Befragung gestützt. Die Hausarbeit untergliedert sich in 6 Kapital. Kapitel 2 skizziert die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Kerninhalte der Außenwirtschaftsstrategie sowie der deutschchinesische Handel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung – Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Wirtschaftliche Situation Chinas
2.1 Allgemeine Wirtschaftsdaten
2.2 Chinas Außenwirtschaftsstrategie
2.3 Die Entwicklung des deutsch-chinesischen Außenhandels
3 Theoretische Ansätze zur Internationalisierung von Unternehmen
3.1 Allgemeine Ansätze
3.2 Grundstrategien zur Internationalisierung von Unternehmen
3.2.1 Exportstrategie ( ab den 50er Jahren )
3.2.2 Internationale Strategie ( ab den 70er Jahren )
3.2.3 Multinationale Strategie ( ab den 70er Jahren )
3.2.4 Globalstrategie ( ab den 80er Jahren )
3.2.5 Transnationale Strategie ( ab den 90er Jahren )
3.2.6 Kollektivstrategie ( ab den 80er Jahren )
4 Internationalisierung von deutschen Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU)
4.1 Merkmale von Kleinen und Mittlere Unternehmen (KMU)
4.2 Internationale Ausrichtung von deutschen KMU
4.2.1 Kein Interesse an der Internationalisierung
4.2.2 Mangelnde Managementkapazitäten
4.2.3 Mangelnde Anpassungsfähigkeit
4.2.4 Finanzielle Hürden
4.3 Markteintritt von deutschen KMU
4.3.1 Informationsbeschaffung vom Heimatland aus
4.3.2 Informationsbeschaffung und Kontaktaufnahmen vor Ort
4.3.3 Markterschließung
5 Deutsche KMU und China
5.1 Export nach China
5.1.1 Export von Investitionsgütern
5.1.2 Export von Konsumgütern
5.2 Import aus China
5.3 Weitergehende Internationalisierung zur Sicherung der Märkte
6 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, Internationalisierungsstrategien für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Kontext des chinesischen Marktes zu analysieren, wobei sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen durch eine empirische Untersuchung von 20 Unternehmen aus dem Ostalbkreis validiert werden.
- Analyse von Internationalisierungsstrategien unter Berücksichtigung von KMU-spezifischen Kapazitätsgrenzen
- Evaluation des Markteintritts von deutschen Unternehmen in China
- Untersuchung der deutsch-chinesischen Handelsbilanz bei Export und Import
- Bewertung kultureller, wirtschaftlicher und bürokratischer Barrieren beim Markteintritt
- Ableitung von Empfehlungen zur nachhaltigen Markterschließung und Beziehungsgestaltung
Auszug aus dem Buch
4.3.3 Markterschließung
Nach der notwendigen Informationsbeschaffung steht nun die Markterschließung, die eigentliche Internationalisierung an.
Die Internationalisierung erfolgt durch die in Kap. 2 beschriebenen Strategien. Grundsätzlich wird für den Markteintritt die Exportstrategie gewählt, weil diese keinen Kapitaleinsatz vorsieht.
Die Exportstrategie, die in der theoretischen Abhandlung in Kap. 2.1 aus Sicht des Leistungserstellenden Unternehmens dargestellt wird, kann durch den Wechsel der Betrachtungsweise auch als Importstrategie verstanden werden. KMU wählen durch ihre in Kap. 3.2 genannten Kapazitätsengpässe bevorzugt diese Formen der Internationalisierung.
Der Export von Gütern wird stark durch Zollbestimmungen beeinflusst, wodurch sich die Rentabilität der Leistung einschränkt. Das Ausland, vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer, erhebt diese Zölle zum Schutz der eigenen Wirtschaft. Das bedeutet aber nicht, dass sich diese Länder wirtschaftlich abschotten wollen, was in dem heutigen Globalisierungszeitalter sowieso kaum mehr möglich ist, sondern dass der Zutritt eines ausländischen Unternehmens auf dem Heimatmarkt mit Investitionen, Technologie- und Wissenstransfer verbunden ist.
Die Internationale Strategie überwindet durch die Errichtung von Verkaufs-, Vertriebs- und Produktionsstellen diese Problematik.
Klassischer Weise gilt die Internationale Strategie als die Weiterentwicklung der Exportstrategie, und wird von Unternehmen nach dem Marktzutritt durch die Exportstrategie eingesetzt.
Die Marktnähe erhöht die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die vor Ort herrschenden Verhältnisse. Durch die Produktion im Ausland kann, wie in Kap. 2.2 beschrieben, erhebliche Kostenreduktion verwirklicht werden. Diese Kostenreduktion kann bei gleichzeitigem Vertrieb auf dem Zielmarkt, einen entscheidenden komparativen Konkurrenzvorteil bedeuten, und dem Unternehmen weitere Marktanteile auf dem Zielmarkt sichern. Außerdem kann sie auch zur aggressiveren Preisgestaltung auf dem Heimatmarkt verwendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung – Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Globalisierung für deutsche KMU und definiert die Zielsetzung der Untersuchung, welche auf einer Befragung lokaler Unternehmen basiert.
2 Wirtschaftliche Situation Chinas: Das Kapitel bietet einen Überblick über die volkswirtschaftlichen Daten Chinas und analysiert die Entwicklung der Außenwirtschaftsstrategie sowie den wachsenden deutsch-chinesischen Handelsaustausch.
3 Theoretische Ansätze zur Internationalisierung von Unternehmen: Hier werden grundlegende Strategien zur Internationalisierung, wie Export-, Global- und Kooperationsstrategien, theoretisch hergeleitet und in ihren Kontexten erläutert.
4 Internationalisierung von deutschen Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU): Dieser Teil beleuchtet die spezifischen Charakteristika von KMU und untersucht die Hürden sowie die methodischen Schritte eines Markteintritts, insbesondere unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit.
5 Deutsche KMU und China: Das Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse auf den chinesischen Zielmarkt, analysiert Import- und Exportstatistiken und bewertet Chancen sowie Risiken für deutsche KMU.
6 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Markteintritt in China trotz hoher Anforderungen durch den Aufbau persönlicher Beziehungen und lokaler Präsenz äußerst profitabel sein kann.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, KMU, Markteintritt, China, Exportstrategie, Jointventure, Außenwirtschaft, Wettbewerbsvorteil, Marktforschung, Differenzierungsstrategie, Ressourcenorientierung, Lohnveredelung, Handelsbarrieren, Interkulturelle Kompetenz, Investitionsgüter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen deutscher kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) bei der Internationalisierung, mit besonderem Fokus auf den Markteintritt in der Volksrepublik China.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Strategien der Internationalisierung, die besonderen Rahmenbedingungen für KMU sowie die konkrete Analyse des Wirtschaftsraums China in Bezug auf Import- und Exportmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Strategien zur Internationalisierung auf ihre Realisierbarkeit für deutsche KMU zu prüfen und unter Einbeziehung einer Befragung von 20 Unternehmen aus dem Ostalbkreis Empfehlungen für den Markteintritt in China abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf eine empirische Befragung von 20 deutschen KMU, ergänzt durch die Auswertung aktueller Handelsstatistiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Internationalisierungsstrategien, die Analyse KMU-spezifischer Eintrittsbarrieren sowie eine detaillierte Betrachtung des Chinageschäfts in den Bereichen Export, Import und lokale Produktionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Internationalisierung, KMU, Markteintritt, China, Exportstrategie, Wettbewerbsvorteil und interkulturelle Kompetenz maßgeblich geprägt.
Welche Bedeutung hat der WTO-Beitritt Chinas in dieser Arbeit?
Der WTO-Beitritt wird als entscheidender Katalysator für die wirtschaftliche Öffnung Chinas bewertet, der durch sinkende Zölle und den steigenden Bedarf an Technologiehilfen neue Chancen für deutsche KMU schafft.
Warum spielt der Aufbau persönlicher Beziehungen eine so wichtige Rolle in China?
Laut den Erkenntnissen der Arbeit steht in China nicht das unmittelbare Geschäft im Vordergrund, sondern der Aufbau langfristiger, vertrauensvoller persönlicher Beziehungen, die als Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unerlässlich sind.
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- Sven Röhm (Author), 2003, Internationalisierung von deutschen Kleinen und Mittleren Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24459