Betrachtung des Themas "Sexueller Kindesmissbrauch" (SKM) aus kriminologischer Sicht.
Eine exakte Abgrenzung zwischen Kriminologie und Psychologie wird hierbei nicht möglich sein, da gerade die Kriminologie ihre Theorien zu einem nicht geringen Teil auf psychologischen Erkenntnissen aufbaut.
Unter anderem beinhaltet die Arbeit eine exemplarische Falldarstellung (Täter/Opfer) eines tatsächlich in Vellmar bei Kassel geschehenen Deliktes.
Behandelt werden zum Thema auch:
Strafrechtliche Fakten, die Dunkelfeldproblematik, die Phänomenologie des SKM und die Prävention.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einführung in die Thematik des sexuellen Kindesmißbrauchs (SKM)
3. Strafrechtliche Seite des SKM
4. Dunkelfeldproblematik
5. Phänomenologie des SKM
5.1 Einige Fakten zu den Kennzeichen des SKM
6. Exemplarische Falldarstellung
6.1 Tathergang und „Modus Operandi“
6.2 Der Täter (Erklärungsansätze)
6.3 Das Opfer (Viktimologie)
7. Prävention
7.1 Primärprävention
7.2 Sekundärprävention
7.3 Tertiärprävention
8. Schlußwort
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des sexuellen Kindesmißbrauchs (SKM) aus einer kriminologischen Perspektive. Ziel ist es, anhand eines konkreten Fallbeispiels sowohl allgemeine Strukturen als auch spezifische Aspekte dieses Deliktsbereiches aufzuzeigen, um ein besseres Verständnis für Täter, Opfer und die Möglichkeiten der Prävention zu schaffen.
- Kriminologische Einordnung und strafrechtliche Grundlagen von SKM
- Analyse der Dunkelfeldproblematik und deren Ursachen
- Phänomenologische Betrachtung und Kennzeichen des Kindesmißbrauchs
- Exemplarische Darstellung eines realen Falles inklusive Täterprofil und Viktimologie
- Präventionsstrategien auf primärer, sekundärer und tertiärer Ebene
Auszug aus dem Buch
6.2 Der Täter (Erklärungsansätze)
Der Beschuldigte ist, wie es in der Regel der Fall ist, ein erwachsener Mann, der eher unauffällig ist und in normalen Verhältnissen lebt. Er ist verheiratet, hat einen 20jährigen Sohn, ist Frührentner im Alter von 48 Jahren und erhält eine Sozialhilfe, die seine relativ geringe Rente aufbessert.
Er gilt als ein Bekannter bzw. Freund der Familien der betroffenen Kinder und wird als hilfsbereit und freundlich beschrieben.
Die Eltern der sexuell mißbrauchten Kinder ahnten während einer langen Zeit überhaupt nichts, was die später aufgedeckten Handlungen an ihren Kindern betrifft. Sie dachten sich nichts dabei, wenn der Beschuldigte den Kindern Geschenke macht oder ihnen kleinere Geldbeträge gibt. Auf Nachfrage durch eine Mutter erklärt er sein Verhalten damit, daß er es bedauere keine eigenen Kinder mehr bei sich zu haben. Sein erwachsener Sohn lebe in Süddeutschland. Er möchte den Kindern einfach nur eine kleine Freude machen.
Der Polizei gegenüber verhält er sich vordergründig offen, gibt aber nur die sexuellen Mißbräuche an einem der beiden Kinder zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Arbeit, die durch aktuelle Medienberichte über Kindesmißbrauch initiiert wurde.
2. Einführung in die Thematik des sexuellen Kindesmißbrauchs (SKM): Es erfolgt eine Definition des Begriffs sowie eine Einordnung des globalen Problems in den gesellschaftlichen Kontext.
3. Strafrechtliche Seite des SKM: Das Kapitel behandelt die relevanten Paragraphen des Strafgesetzbuches (StGB) zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung.
4. Dunkelfeldproblematik: Hier wird die Problematik der hohen Dunkelziffer bei Sexualdelikten und die Schwierigkeit der statistischen Erfassung diskutiert.
5. Phänomenologie des SKM: Es werden verschiedene Kennzeichen und Erscheinungsformen des Kindesmißbrauchs beleuchtet.
6. Exemplarische Falldarstellung: Ein realer Kriminalfall wird genutzt, um Modus Operandi, Täterpsychologie und Viktimologie anschaulich zu machen.
7. Prävention: Das Kapitel differenziert zwischen primären, sekundären und tertiären Ansätzen zur Verhinderung von Kindesmißbrauch.
8. Schlußwort: Ein kritisches Resümee zur Rolle der Politik und den Grenzen des Schutzes vor sexuellem Kindesmißbrauch.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Sexueller Kindesmißbrauch, SKM, Kriminologie, Dunkelfeld, Täterprofil, Viktimologie, Primärprävention, Sekundärprävention, Tertiärprävention, Kinderschutz, StGB, Strafverfolgung, Tätertherapie, Machtstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des sexuellen Kindesmißbrauchs (SKM) unter einer kriminologischen Fragestellung, indem sie das Phänomen analysiert und ein Fallbeispiel zur Illustration nutzt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung, der Dunkelfeldproblematik, der Phänomenologie der Tat, der Täter- und Opferanalyse sowie umfassenden Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, allgemeine Strukturen des SKM verständlich zu machen und kritisch zu hinterfragen, wie Täter agieren und wie man durch Prävention bestmöglich schützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine kriminologische Fallanalyse in Kombination mit einer Literaturrecherche und der Auswertung von Fachwissen zu den psychologischen Aspekten des Delikts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Strafrechts, die Analyse der Dunkelziffer, die Merkmale des Täters und Opfers anhand eines konkreten Falles sowie die verschiedenen Stufen der Prävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff "Sexueller Kindesmißbrauch" sind dies vor allem "Prävention", "Kriminologie", "Viktimologie" und "Dunkelfeld".
Warum ist die Dunkelziffer bei Kindesmißbrauch so schwer bestimmbar?
Da viele Taten im sozialen Nahbereich stattfinden und die Opfer aus Scham, Angst oder aufgrund von Abhängigkeitsverhältnissen schweigen, gelangen die meisten Fälle nicht zur Anzeige.
Gibt es eine Garantie für einen 100-prozentigen Schutz vor SKM?
Nein, der Autor kommt zu dem abschließenden Ergebnis, dass ein absolut lückenloser Schutz vor solch einem Delikt aufgrund der komplexen sozialen und psychologischen Dynamiken nicht möglich ist.
- Quote paper
- Mike Finke (Author), 2004, Sexueller Kindesmissbrauch aus kriminologischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24467