Die Arbeitsweise zur Darstellung der pädagogischen Chancen und Nachteile von Neo-/ Behavioristischen Lerntheorien ist hermeneutisch. Die Grobgliederung der Arbeit umfasst vier Teile, die Einführung mit der Gliederung und einer Einleitung in die Thematik, einen zweiteiligen Hauptteil und den Punkt vier als Schlussteil. Der Hauptteil ist zweifach untergliedert, wobei zum einen eine Darstellung der Theorien der behavioristischen und der neobehavioristischen Theorien anhand ihrer wichtigsten Vertreter und zum anderen eine Gegenüberstellung mit den lerntheoretischen Ansätzen der Systemtheorie erfolgt. Der Schlussteil befasst sich mit einer abschließenden Bewertung der zuvor erarbeiteten Vor- und Nachteile von Neo-/ Behavioristischen Lerntheorien im Hinblick auf die systemtheoretischen Möglichkeiten. Der Behaviorismus und der Neobehaviorismus als seine nächste „Evolutionsstufe“ können mit Sicherheit als eine der wichtigsten lernpsychologischen Theorien für die Pädagogik angesehe n werden. Trotz ihrer Begründung schon um die Wende des 19./20. Jahrhunderts, lassen sich noch heute in den vielfältigsten Bereichen von Lernen die Ansätze dieser beiden Theorien finden. Diese Arbeit will sich nun zum einen mit den Ideen der Psychologe n Watson und Hull als Stellvertreter beschäftigen, um die Begründung der Ansätze zu verdeutlichen, zum anderen die Frage nach der Anwendbarkeit und Aktualität für die Pädagogik zu beleuchten. Hierbei sei noch erwähnt, dass die beiden genannten Personen keinesfalls als Urheber der Theorien anzusehen sind, sondern lediglich als deren anschaulichste Stellvertreter. Viele andere Zeitgenossen wie Guthrie, Thorndike, Skinner, Spence und Hebb haben ihrerseits Variationen und Abwandlungen entwickelt, die vorzustellen jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Gliederung
1.2. Einleitung
2. Behavioristische und Neobehavioristische Lerntheorien
2.1. Darstellung der behavioristischen und der neobehavioristischen Lerntheorie
2.1.1. Der Behaviorismus
2.1.2. Der Neobehaviorismus
2.2. Pädagogische Chancen und Nachteile neo-/ behavioristischer Lerntheorien
2.2.1. Chancen
2.2.2. Nachteile
3. Die neo-/ behavioristischen Lerntheorie aus dem Blickwinkel der Systemtheorie
3.1. Klassische Erkenntnistheorie
3.2. Systemtheoretische Erkenntnistheorie
3.3. Neo-/ Behavioristische Lerntheorien aus dem Blickwinkel der Systemtheorie
4. Konklusion
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die pädagogischen Chancen und Nachteile behavioristischer sowie neobehavioristischer Lerntheorien. Das primäre Ziel ist es, diese klassischen Ansätze zu analysieren, ihre Anwendbarkeit in der modernen Pädagogik zu bewerten und sie kritisch mit systemtheoretischen Lernansätzen zu vergleichen, um deren heutige Relevanz und ethische Implikationen zu hinterfragen.
- Grundlagen des Behaviorismus (Watson) und Neobehaviorismus (Hull)
- Analyse des Reiz-Reaktions-Schemas und der "Black Box"
- Pädagogische Anwendungsmöglichkeiten und deren ethische Grenzen
- Gegenüberstellung: Objektivistische Lerntheorie versus systemtheoretischer Konstruktivismus
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Der Behaviorismus
Der Behaviorismus ist eine der einflussreichsten und verbreitesten Schulen in der amerikanischen und angelsächsischen Psychologie. Er dominierte dort vorwiegend zwischen den 20er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Im deutschsprachigen Raum gewann er erst nach dem zweiten Weltkrieg an Bedeutung, behauptete sich hier aber bis in die späten 70er Jahre als das vorherrschende Forschungsparadigma. Erst dann wurde er in Deutschland im Zuge der „kognitiven Wende“, die eine stärkere Subjektbetrachtung des Menschen einführte, abgelöst.
Als einer der wichtigsten Begründer dieser Theorie gilt John B. Watson. Er stützte sich bei der Formulierungseiner Theorie auf Ergebnisse von Pawlow, der im Vorhinein wichtige Grundlagen für die Formulierung von Lerntheorien im Stimulus (S) – Reaktions (R) – Schema durch seine Erforschung des klassischen Konditionierens gelegt hatte. Pawlow hatte zuvor allerdings mehr Wert auf die Physiologie des erlernten, konditionierten Stimulus bei seinen Forschungen gelegt. Watson war im Gegensatz dazu eher an dem Ursache – Wirkung – Prinzip, also dem Warum und Wie, anstelle des Was eines Lernprozesses interessiert. Watsons Beitrag in der „Psychological Review“ von 1913, „Psychology as the Behaviorist views it“, gilt als einer der elementarsten und revolutionärsten Beiträge der Psychologie im 20. Jahrhundert. Hier beschreibt er die wichtigsten Ansätze seiner Theorie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung erläutert die hermeneutische Arbeitsweise der Untersuchung und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Behavioristische und Neobehavioristische Lerntheorien: Dieses Kapitel stellt die Grundkonzepte des Behaviorismus und Neobehaviorismus dar und diskutiert kritisch deren pädagogische Anwendungsmöglichkeiten sowie die damit verbundenen Nachteile.
3. Die neo-/ behavioristischen Lerntheorie aus dem Blickwinkel der Systemtheorie: Hier erfolgt eine theoretische Gegenüberstellung zwischen dem klassischen Reiz-Reaktions-Modell und den erkenntnistheoretischen Ansätzen der Systemtheorie.
4. Konklusion: Das Schlusskapitel bewertet den Nutzen der behandelten Lerntheorien für die Pädagogik und hinterfragt die ethische Vertretbarkeit einer rein konditionierenden Erziehung.
Schlüsselwörter
Behaviorismus, Neobehaviorismus, Lerntheorien, John B. Watson, Clark Hull, Reiz-Reaktions-Schema, Black Box, Pädagogik, Systemtheorie, Konstruktivismus, Autopoiesis, Erziehung, Konditionierung, Erkenntnistheorie, Subjekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung der behavioristischen und neobehavioristischen Lerntheorien hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken für pädagogisches Handeln.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen von Watson und Hull, die Problematik der "Black Box" sowie die kritische Reflexion dieser Ansätze aus der Perspektive der systemtheoretischen Erkenntnistheorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den pädagogischen Wert behavioristischer Theorien zu bestimmen und aufzuzeigen, warum diese Ansätze heute zunehmend hinter eine subjektorientierte, konstruktivistische Sichtweise zurücktreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt eine hermeneutische Arbeitsweise, um die Theorien darzustellen, gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der behavioristischen Modelle sowie deren kontrastierende Gegenüberstellung mit systemtheoretischen Lernansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behaviorismus, Konditionierung, Black Box, Systemtheorie und Konstruktivismus charakterisiert.
Warum wird das behavioristische Menschenbild kritisiert?
Das behavioristische Menschenbild wird als objektivistisch kritisiert, da es den Lernenden als steuerbare Maschine betrachtet und dabei seine Fähigkeit zur Eigenreflexion und Individualität negiert.
Was bedeutet "autopoietisches System" in diesem Kontext?
Ein autopoietisches System ist ein sich selbst erzeugendes System, das Lernprozesse nicht als passive Informationsaufnahme, sondern als aktive Konstruktion von Wirklichkeiten versteht.
- Quote paper
- Jan Jaeger (Author), 2003, Die pädagogischen Chancen und Nachteile behavioristischer und neobehavioristischer Lerntheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24578