Die französische Romantik


Seminararbeit, 2003
16 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Gliederung

1. Definition Romantik
1.1 Literatursoziologischer Definitionsansatz
1.2 Poetologischer Definitionsansatz
1.3 Ideologiegeschichtlicher Definitionsansatz

2. Historischer Hintergrund

3. Literarische Vorbilder
3.1 Vorbilder
3.2 Impulse

4. Allgemeine konstitutive Epochenmerkmale
4.1 Eingrenzung
4.2 Die soziologischen Fronten und ihre Auswirkung auf
die romantische Literatur
4.3 Cénacles:
4.4 „école de l´art pour l´art“

5. Stoffe und Motive
5.1 Ich-Kult, Subjektivität
5.2 Naturbeschreibungen
5.3 Historische Stoffe
5.4 Religion
5.5 Reisebeschreibungen
5.6 Künstlerfiguren in ihrer Problematik

6. Gattungen
6.1 Epik
6.1.1 Historischer Roman
6.1.2 Philosophischer Roman
6.1.3 Journal intime
6.2 Dramatik
6.2.1 Form
6.2.2 Stilmischung
6.3 Lyrik

7. Autoren
7.1 Victor-Marie Hugo (1802-1885)
7.2 Anne-Louise-Germaine de Staël (1766-1817)
7.3 François-René, Vicomte de Chateaubriand (1768-1848)
7.4 Alphonse-Marie-Louis de Lamartine (1790-1869)

1) Definition Romantik

altfranzösisch= romanz, romant oder roman, d.h. ursprünglich alle in der Volkssprache verfassten Schriften, vor allem aber die höfischen Versromane;

Unter Berücksichtigung folgender Definitionsansätze lässt sich die Romantik nicht verstehen als simple Reaktion gegen die Aufklärung, als der Triumph von Gefühl und Individualität gegen Rationalismus und Vernunftglauben; sie ist auch keine ausschließlich konservative Bewegung, die ihr gesellschaftliches Ideal nostalgisch in einer verklärten Vergangenheit sucht, sondern sie entsprang einem veränderten Geschichtsbewusstsein.

1.1 Literatursoziologischer Definitionsansatz

Die Umbrüche in Folge der franz. Rev. bewirken eine Rückbesinnung auf traditionelle Institutionen wie z.B. das Christentum. Soziale Orientierungslosigkeit hat zur Folge, dass die Betonung und der Ausdruck des Individuums zu einer literarischen Forderung wird. Den Autoren tritt eine in ihrem Geschmack diffus bleibende Leserschaft gegenüber. Neue künstlerische Darstellungsverfahren entwickeln sich (Feuilleton).

1.2 Poetologischer Definitionsansatz

Dichtung in der Volkssprache vs. lat. Sprache.

Das génie des Schriftstellers, und nicht länger poetische Regeln, wird zum alleinigen ästhetischen Maßstab. Die Romantik wird hier als Gegenbewegung zur Klassik gesehen. Sie räumt in diesem Zusammenhang dem christlichen Mittelalter statt der Antike den Vorraum ein und stellt gegen die Doctrin der Stiltrennung, dem Rationalitätsprimat und dem absoluten Schönheitsbegriff die Stilmischung, die Gefühlsherrschaft und einen historischen Schönheitsbegriff.

1.3 Ideologiegeschichtlicher Definitionsansatz

Als Reaktion auf das Vernunftprinzip heben die Autoren ein von Gefühl und Phantasie geleitetes Verhalten hervor. Die Welt in ihrer Ganzheit ist nur dem subjektiven Bewusstsein zugänglich. Deshalb muss das Individuum der Gesellschaft seiner Zeit also hinreichend distanziert gegenüberstehen.

2. Historischer Hintergrund

1789 frz. Revolution, zerstörte polit. und religiöse Ordnungen, schuf Vorraussetzungen für gesellschaftl. und wirtschaftl. Umwälzungen.

1799-1814 Konsulat und Kaiserreich, Napoleon Bonaparte

Napoleon verbreitet das Gefühl er wolle eine parlamentarische Monarchie, setzt aber doch nur seine eigenen machtpolitischen Ambitionen durch („moi seul suis le représentant du peuple“) Die Auswirkungen auf die Literatur sind „zensierender“ Art: er akzeptiert keine kritisch-autonomen geistigen Instanzen.

1814-1830 „Restauration“ unter Louis XVIII(1814-1824) und CharlesX(1824-1830). Versuch zur Monarchie zurückzukehren.

1830-1848 Julimonarchie

In der Julirevolution wird Charles X aus dem Amt gejagt. Louis-Philippe („Bürgerkönig“) macht einen Spagat zwischen Monarchie und parlamentarischer Demokratie, was zu einem politischen Stillstand führt.

3. Literarische Entwicklung

3.1 Vorbilder

Jean Jacques Rousseau (1712-1778) führte den Begriff “romantisch“ als Beschreibungskategorie bestimmter seelischer Zustände ein. Er bearbeitete die Themen Subjektivität und eigene Identität und beschrieb einen positiven Naturbegriff.

Lebrun-Pindare (1729-1807), André Chénier (1762-1794). Sie widmen sich zwar inhaltlich romantischen Themen, greifen jedoch unter formalen und sprachlichen Aspekten vielfach auf antike Modelle und klassische Vorbilder zurück.

William Shakespeare (1564-1616). Seine dramatische Gestaltung der Leidenschaften und seine Überwindung künstlerischer Regeln beeindruckte die franz. Romantiker sehr, ebenso der junge Goethe (1749-1832).

3.2 Impulse

In Frankreich regte Francois René de Chateaubriand mit seinem Roman „René“(1802) die romantische Bewegung mit an.

Prägende deutsch/englische Einflüsse (Goethe und Scott); gegenseitige Inspiration : Germaine de Stäel machte in F. die deutsche Literatur bekannt, indem sie mit ihrem programmatischen Werk „De l´Allemagne“ (1803) versucht den Franzosen zu beweisen, dass das politisch rückständige Deutschland auf dem Gebiet Kunst, Literatur, Philosophie und Religion einen Vorsprung gewonnen hat. Victor Hugo schafft gesamteuropäische Impulse durch seine Poetologie, die er in seiner Vorrede zu seinem Drama „ Cromwell“ (1827) niederlegte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die französische Romantik
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die französische Literaturwissenschaft
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V24677
ISBN (eBook)
9783638274951
ISBN (Buch)
9783638909839
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Romantik, Einführung, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Isabelle Grob (Autor), 2003, Die französische Romantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24677

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