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Strukturen des satirischen Erzählens

Title: Strukturen des satirischen Erzählens

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Regler (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Strukturen des satirischen Erzählens analysiert Theorien zu narrativ-strukturellen Strategien von Satire mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Northrop Fryes theoretischem Modell wie er es in The Anatomy of Criticism entwirft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Northrop Frye

2.1 Relevanz

2.2 Literaturtheoretische Prämissen in Fryes „Anatomy Of Criticism“

2.2.1 Mythoi

3. Satirisches

3.1 Satirisches als Mythos, Struktur oder Technik des Erzählens

3.1.1 Formen, Mittel und Techniken des Satirischen

3.1.2 Ein „object to attack“ und „wit or humor“

3.1.3 Das Lachen

4. Fazit

5. Bibliographie

5.1 Literatur

5.2 Angeführte Beispiele

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des "Satirischen" als eine übergeordnete narrative Kategorie und analysiert dessen Strukturen, Funktionsweisen und Techniken, wobei sie sich primär auf die literaturtheoretischen Ansätze von Northrop Frye stützt. Ziel ist es, das Satirische von traditionellen Gattungsbegriffen zu lösen und als ein abstraktes, formunabhängiges Ordnungsprinzip der Darstellung zu begreifen.

  • Theoretische Fundierung durch Northrop Fryes "Anatomy of Criticism".
  • Abgrenzung des Satirischen von formalen Gattungsdefinitionen.
  • Analyse der konstitutiven Elemente "object to attack" und "wit or humor".
  • Untersuchung der moralischen Implikationen und der Rolle des Publikums.
  • Beleuchtung der komplexen Beziehung zwischen Autor, Rezipient und satirischem Objekt.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Ein „object to attack“ und „wit or humor“

„The satirist has to select his absurdities, and the act of selection is a moral act.“ Das Satirische stellt, wie gesagt, Absurditäten dar. Absurditäten in dem Sinn, dass sie gegen die Normen und moralischen Standards verstoßen, die im Satirischen explizit oder implizit gesetzt oder eingenommen werden. Positiv gesehen bedeutet das: Nimmt man die uneingeschränkte Ehrlichkeit des Satirikers und die Wahrhaftigkeit und Ehrenhaftigkeit seiner moralischen Position an, so prangert Satirisches gesellschaftliche Unzulänglichkeiten und Missstände an. Moral ist aber nichts Absolutes, sondern etwas Relativer, wertneutral richtig: Standards und Normen, die in einer Gruppe im Konsens als richtig gelten, aber selten unangefochten.

Da der Akt der Wahl der Absurditäten ein moralischer ist, d.h. er ist bestimmt durch die Sichtweise und Interpretation des Autors von Moral, sind die Absurditäten relative Absurditäten, also Absurditäten im Verhältnis zum Wertesystem, welches der Satiriker benutzt. Satirisches Erzählen besteht also aus der Darstellung von Absurditäten, welche die Kenntlichmachung dieser als Absurditäten enthält, was nur möglich ist durch die Vertretung und Gegenüberstellung – direkt oder indirekt – eines den Absurditäten entgegengesetztem ‚Normalen’, das die akzeptierbaren Werte verkörpert.

Dabei ist hierbei die Verbindung zwischen Satiriker/satirischem Ausdruck und Publikum/Rezipienten entscheidend. Diese Darstellung der Absurditäten stellt einen Angriff auf ein Objekt, etwas aus der Erfahrungswelt von Autor und Publikum dar. Das Objekt kann eine Person, eine Institution, eine Gruppe von Menschen, ein Kunstwerk, eine Religion, aber auch die zu Grunde liegenden Weltanschauungen sein, im Prinzip alles, was der Erfahrungswelt entspringt und an das der Satiriker seinen moralischen Wertmaßstab ansetzen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung problematisiert die Definition von Satire und begründet die Abkehr von rein gattungshistorischen Ansätzen hin zu einer Untersuchung des "Satirischen" als kulturellem Phänomen.

2. Northrop Frye: Dieses Kapitel erörtert die Relevanz der "Anatomy of Criticism" für die Satiretheorie und diskutiert das Konzept der "Mythoi" als narrative Kategorien.

2.1 Relevanz: Hier wird aufgezeigt, warum herkömmliche Gattungsbegriffe für die Analyse des Satirischen unzureichend sind und warum Fryes Ansatz als interdisziplinäres Werkzeug dient.

2.2 Literaturtheoretische Prämissen in Fryes „Anatomy Of Criticism“: Das Kapitel erläutert Fryes strukturalistischen Ansatz, der Literatur als autonomes "verbales Universum" begreift.

2.2.1 Mythoi: Dieser Abschnitt führt die Begriffe "Dianoia" und "Mythos" als Bausteine der archetypischen Bedeutung ein.

3. Satirisches: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse des Satirischen als Modus des Erzählens, der über theoretische Modellbildung hinausgeht.

3.1 Satirisches als Mythos, Struktur oder Technik des Erzählens: Es wird diskutiert, wie "verbal patterns" im Kontext der Satiretheorie neu rekonstruiert werden können.

3.1.1 Formen, Mittel und Techniken des Satirischen: Dieses Kapitel beleuchtet die rhetorische Vielfalt und die instrumentelle Natur satirischer Darstellung.

3.1.2 Ein „object to attack“ und „wit or humor“: Die zentralen Komponenten der Satire – der Angriff auf ein Objekt und der Einsatz von Witz/Humor – werden im Kontext moralischer Wertesysteme analysiert.

3.1.3 Das Lachen: Der Abschnitt reflektiert die Rolle des Lachens als rezipientenseitigen Affekt und dessen komplexe Verbindung zur satirischen Struktur.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass das Satirische ein abstraktes, auf ein Objekt bezogenes Darstellungsverfahren ist, das auf spezifische gesellschaftliche Kontexte angewiesen ist.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

5.1 Literatur: Vollständiges Verzeichnis der theoretischen Quellen.

5.2 Angeführte Beispiele: Verzeichnis der als Anschauungsmaterial herangezogenen Werke.

Schlüsselwörter

Satirisches, Satire, Northrop Frye, Anatomy of Criticism, Mythoi, Erzählstruktur, object to attack, wit or humor, Moral, Normen, Literaturtheorie, Sozialkritik, Darstellungstechnik, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bestimmung des Phänomens "Satirisches". Sie hinterfragt, wie man Satire jenseits enger Gattungstraditionen als ein übergreifendes, narratives Strukturprinzip analysieren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit kombiniert literaturtheoretische Analysen (insbesondere basierend auf Northrop Frye) mit Fragen der Kommunikationsästhetik, der Rolle moralischer Wertesysteme und der Wirkung von Satire auf das Publikum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Satirische als eine "narrative Kategorie" zu etablieren, die unabhängig von spezifischen literarischen Formen (wie Vers- oder Prosasatire) auf verschiedene Medien und Ausdrucksformen angewendet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen strukturalistischen und literaturtheoretischen Ansatz. Dabei wird die "Anatomy of Criticism" von Northrop Frye als analytisches Instrumentarium verwendet, um das "Satirische" in seinen funktionalen Bestandteilen zu zerlegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die strukturellen Merkmale der Satire: die notwendige Zielscheibe (object to attack), den Einsatz von Humor (wit or humor), die moralischen Implikationen des Autors sowie die rezipientenseitige Reaktion des Lachens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen "Satirisches", "Mythoi", "narrative Kategorie", "object to attack", "wit or humor" sowie die theoretische Fundierung durch den literaturwissenschaftlichen Strukturalismus.

Wie unterscheidet sich "Satirisches" von einer expliziten "Satire"?

Die Arbeit argumentiert, dass "Satire" oft als Gattungsbegriff (Tradition) verstanden wird, während "das Satirische" eine abstrakte, prägenerische Kategorie oder ein Darstellungsmodus ist, der prinzipiell in allen medialen Formen vorkommen kann.

Welche Rolle spielt die Moral in der satirischen Darstellung?

Die Moral dient als notwendiger, wenn auch oft nur impliziter Maßstab. Der Satiriker wählt Absurditäten aus, die gegen eine von ihm oder seinem Publikum geteilte Norm verstoßen; der Akt der Selektion ist somit immer ein moralischer Akt, um das Ziel als "unerwünscht" zu markieren.

Warum ist die Rezeption bei satirischen Werken so problematisch?

Satire ist stark kontextabhängig. Da sie sich auf die Erfahrungswelt von Autor und Publikum bezieht, kann sie ihre Wirkung verlieren oder missverstanden werden, wenn das Publikum das satirische Objekt nicht kennt oder die impliziten moralischen Normen nicht teilt.

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Details

Title
Strukturen des satirischen Erzählens
College
University of Stuttgart  (Neuere Deutsch Literatur)
Course
Satire
Grade
1,0
Author
Marc Regler (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V24687
ISBN (eBook)
9783638275033
ISBN (Book)
9783638648431
Language
German
Tags
Strukturen Erzählens Satire
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Regler (Author), 2003, Strukturen des satirischen Erzählens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24687
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