Arten und Ausprägungen regionaler Disparitäten in der EU


Seminararbeit, 2004

18 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Ausmaß regionaler Disparitäten
2.1.1 Bevölkerungsunterschiede
2.1.2 Einkommensunterschiede
2.1.3 Arbeitslosigkeit
2.1.4 Weitere Indikatoren.

3 Die Osterweiterung
3.1 Die Lage in den Mittel– und Osteuropäischen Ländern (MOEL)
3.2 Tendenzen in Europa

4 Fazit

Literatur

1 Einleitung

Seit ihrer Entstehung im Jahr 1958 vollzog die Europäische Union (EU) zahlreiche Integrationsprozesse. Die ursprüngliche Gründerzahl von sechs Staaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande) wurde schrittweise auf momentan 15 erweitert und schon in diesem Jahr 2004 werden weitere zehn Länder Osteuropas der Gemeinschaft beitreten. Europa zählt in dieser Form zu den wohlhabendsten Regionen der Welt. Doch bestehen innerhalb ihrer 250 Regionen bedeutende Unterschiede in Bezug auf Wirtschaftskraft, Demographie und geographischer Lage, woraus erhebliche Ungleichgewichte und unterschiedlichste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung resultieren.

In diesem Zusammenhang ist die Rede von regionalen Disparitäten. LEESER beschreibt sie als: „Unausgeglichenheit der Raumstrukturen in einer bzw. in verschiedenen Regionen“ (LEESER 2001 S. 143), aus denen sich unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Diese Arbeit soll einen Überblick über die verschiedenen Arten von Regionen geben und erläutern, in welcher Form sich regionale Disparitäten ausprägen. Weiterhin wird erwähnt, welche Ursache den Ungleichgewichten zugrunde liegt. Im Hinblick auf die bevorstehende Osterweiterung wird die Situation in den zukünftigen Integrationsstaaten erörtert und abschließend eine Prognose für die Europäische Union mit 25 Mitgliedern gewagt.

2. Ausmaß regionaler Disparitäten

Zu Beginn bietet es sich an, die regionale Abgrenzung der Regionen zu erklären und Indikatoren zur statistischen Messung regionaler Disparitäten zu nennen.

Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaft (EUROSTAT) hat eine Gliederung [„Nomenclature des Unités Territoriales Statistiques“ (NUTS)] erstellt, welche die entsprechenden Betrachtungsebenen nach Bevölkerungszahlen genau definiert. Folgende Grafik spiegelt die Verteilung der vier Gebietstypen NUTS 0 bis NUTS 3 wieder.

Tab. 1: Regionale Gliederung der Europäischen Union

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: SCHÄTZLE 2000 S. 258

Grundlage zur Evaluierung von Fördergebieten sind neben den beiden meist bedeutenden Indikatoren

Pro-Kopf-Einkommen (zu Kaufkraftparitäten) und

Arbeitslosenquote,

Produktivitätsniveau, Infrastrukturausstattung und Bevölkerungsverteilung. Ebenso werden der Bildungsstand, der Autobahnindex oder ein Index für den Ausstoß von sauren Gasen als Indikatoren zu Rate gezogen (AMT FÜR AMTLICHE VERÖFFENTLICHUNGEN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT [im Folgenden AVEG] 2003 S.42). WEGNER warnt indes davor, das Pro-Kopf-Einkommen und die Arbeitslosenquote als einseitige Wohlstandsindikatoren zu verwenden, da diese nur unzureichend über die Unterschiede von Standort- und Lebensbedingungen informieren (vgl. WEGNER 1991 S. 76).

Das Ausmaß der Ungleichgewichte der EU wird unter folgenden demographischen, ökonomischen und ökologischen Merkmalen erläutert:

- Einkommensunterschiede
- Arbeitslosigkeit
- Bevölkerungsverteilung
- Weitere Indikatoren wie:
- Erwerbsquote
- Bildungsstand
- Autobahnindex

2.1.1 Bevölkerungsverteilung

Die Bevölkerung in Europas ist in einigen Gebieten stark konzentriert, während andere Regionen nur sehr dünn besiedelt sind. Zu den Ballungsräumen zählt zum einen der so genannte Nordwesteuropäische Metropolraum, der das Gebiet zwischen Nordwest-England, der französischen Region Nord und den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen sowie dem Saarland mit anschließender Rhein-Main/Rhein-Neckar-Region umfasst. Zum anderen sind die Gebiete um die Hauptstädte der Länder Konzentrationsräume von Bevölkerung.

Dünn besiedelte Areale hingegen sind Finnland, Schweden, Irland, weite Teile Frankreichs und der iberischen Halbinsel sowie Griechenland. Die Entwicklung wird dieses Gefälle wohl nur Verstärken, zumal die Bevölkerung in dicht besiedelten Regionen eher steigt, während sie in dünn besiedelten Gebieten zurückgeht. Dieses Gefälle wird wiederum durch das Durchschnittsalter der entsprechenden Gebiete unterstützt. Denn städtische Bevölkerung ist relativ jünger als die im ländlichen Raum (vgl. AVEG 2003 S. 27ff). BATHELT nennt diesen Stadt-Land-Gegensatz das „Ergebnis räumlich differenziert wirkender sozialer Prozesse“. Er beschreibt die Gebiete als Abgrenzung von Verdichtungsräumen. Dabei unterscheidet er die Stadt als „Industrie- und Dienstleistungsstandort mit Verdichtung, als kulturell geprägte Raumeinheit [...] mit neuen Gesellschaftsstrukturen und sich verändernden Werten“ vom Land, das er als „agrarisch geprägt, [...] mit traditionellen Strukturen und einer ländlichen Lebensweise“ definiert (vgl. BATHELT 2002 S.67). Ob eine solche Verallgemeinerung in der Form möglich ist, wird sich im Laufe der Arbeit noch zeigen.

Die Stadt-Land- Dimension befasst sich demnach verstärkt mit der Verteilung der Bevölkerung, genauer gesagt der Bevölkerungsdichte (als Resultat der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik).

2.1.2 Einkommensunterschiede

Zur Ermittlung von Einkommensunterschieden bietet sich ein Vergleich zwischen Staaten (NUTS 0) oder Regionen (NUTS 2) an. Als Beispiel für das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle in Europa dient der Vergleich Luxemburgs mit einem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (1995) von 165,4 % des EU-12-Durchschnitts gegenüber Griechenland mit einem Wert von 64,7 % (vgl. SCHÄTZLE 2000 S.264).

Die folgende Graphik ergänzt, dass auch innerhalb der einzelnen Staaten auffallende Unterschiede hinsichtlich des Pro-Kopf-Einkommen bestehen.

Abb. 1: Regionale Disparitäten des Pro-Kopf-BIP zwischen den Mitgliedsstaaten 1997

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Arten und Ausprägungen regionaler Disparitäten in der EU
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Proseminar VWL
Note
1.7
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V24725
ISBN (eBook)
9783638275286
ISBN (Buch)
9783638819787
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschreibt das Ausmaß der regionalen Ungleichheiten in der EU. Zum einen werden die verschiedenen Arten von Disparitäten erläutert, anschließend werden die (geographisch und strukturell) unterschiedlichen Regionen der EU angesprochen. Dabei werden an Beispielregionen die Ausprägungen sehr gut erkennbar. Der letzte Teil befasst sich mit der inzwischen vollzogenen Osterweiterung. Auch dieses Gebiet wird in seiner Wirtschaftsstruktur differenziert betrachtet.
Schlagworte
Arten, Ausprägungen, Disparitäten, Proseminar
Arbeit zitieren
Martin Klöckner (Autor), 2004, Arten und Ausprägungen regionaler Disparitäten in der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24725

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