Ein wesentlicher Teil des sportlichen Trainings ist das Erlernen und Anwenden
sportlicher Techniken. Aus dem Verlangen nach sportlichen Höchstleistungen ergibt
sich die Forderung, immer zeitiger mit dem Training - im Besonderen dem
technischen - zu beginnen.
Ist es jedoch auch wichtig im Freizeitsportbereich eine solche hohe Anforderung an
die sportliche Technik zu stellen? Muss die Lösung einer sportlichen
Bewegungsaufgabe immer die zweckmäßigste und effektivste sein?
Es heißt doch Freizeitsport, also freiwillige Ausübung von Sport! Warum muss ich mir
auch da noch von jemand sagen lassen, wie ich was zu tun habe?
Oder ist es trotzdem wichtig, eine bestimmte sportliche Technik zu beherrschen,
damit die ausgeübte Bewegung sinnvoll wird? Kann man durch richtige Technik in
der Ausübung die gesundheitlichen Risiken senken? Und sollten sportliche
Betätigungen zur Prävention oder Rehabilitation nicht auch sehr zweckmäßig sein,
damit die Zielstellung der gesundheitlichen Erhaltung gewahrt bleibt?
Mit dieser Fragestellung soll sich diese Arbeit auseinandersetzen.
Unter dem Blickpunkt, in welchem Maße sportliche Technik im Freizeitsportbereich
benötigt wird, werde ich vorerst klären, was sportliche Technik bedeutet. Ich werde
auf die Ziele des Techniktrainings eingehen, sowie auf die Vorgehensweise bei der
Erlernung einer sportlichen Technik. Danach werde ich mich kritisch mit dem Thema
der Lerntheorien auseinandersetzen und eine spezielle Theorie auswählen, mit
welcher ich die Techniknotwendigkeit im Freizeitsport begründen werde. Die Theorie
auf, welche ich mich beziehen werde, ist das Neue „ABC“ im Techniktraining von
ROTH. Abschließend werde ich noch ein Resümee ziehen, welches die Zielstellung
meiner Arbeit abrunden wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Techniktraining
a. Begriffklärung
b. Ziele des Techniktrainings
c. Schritte des Techniktrainings
3. Lerntheorien
4. Freizeitsport
5. Ein neues „ABC“ für das Techniktraining im Sport
a. Erste Hauptkategorie ( A )
b. Zweite Hauptkategorie ( ABC )
c. Methodik
6. Sportliche Technik im Freizeitsport
7.Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den Stellenwert sporttechnischer Fertigkeiten im Freizeitsportbereich. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit professionelle Anforderungen an Techniktraining auf sportliche Betätigungen im Freizeitsektor übertragbar sind und welche Rolle dabei individuelle Faktoren spielen.
- Grundlagen des Techniktrainings und sportmotorischer Fertigkeiten
- Vergleich verschiedener Lerntheorien im Sport
- Analyse des "ABC"-Konzepts nach Roth zur Schwierigkeitsreduktion
- Methodische Ansätze der Technikvermittlung
- Evaluierung der Technikrelevanz im Kontext von Gesundheit und Freizeitsport
Auszug aus dem Buch
5. Ein neues „ABC“ für das Techniktraining im Sport
Nachdem ich mich im vorhergehenden Absatz mit den allgemeinen Lerntheorien auseinandergesetzt habe und das Konzept Motor – Action – Approach erklärt habe, werde ich nun eine Lerntheorie aufgreifen und mich mit ihr kritisch auseinander setzen. Ich habe mir von ROTH das neue „ABC“ für das Techniktraining im Sport gewählt. Diese Theorie ist in dem Motor – Action – Approach Konzept unter den Motor Approach Teil einzuordnen. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass der Lernende ein zentral gespeichertes motorisches Programm erwirbt. Dieses, gespeichert im Gedächtnis, gibt die Befehle an die Muskeln für eine geplante Bewegung. Beinhaltet in diesen gesendet Impulsen sind genaue Vorschriften über den Aktivitätsbeginn, das Aktivitätsende, sowie Informationen mit welcher Intensität der Einsatz erfolgen soll. ROTH fasst dies auch unter der Impuls – Timing – Theorie zusammen. Weiterhin ist für ihn eine wichtige Zusatzannahme die Gestaltkonstanz – Hypothese. „Aus der Sicht des Trainings genormter Bewegungsformen enthält sie die bedeutsame Vorhersage, dass die Grundstrukturen motorischer Programme, d.h. die Impulsfolgen, die relativen Impulsdauern und die relativen Impulshöhen auch dann unverändert bleiben, wenn die Impuls – Timing – Muster in zeitlicher und/ oder dynamischer Hinsicht gedehnt oder gestaucht werden. (Roth, K. 1990/91 S.12)“
In der von ROTH angeführten Lerntheorie geht es nun darum, dass ein Lernender, welcher eine angestrebte Zieltechnik nicht problemlos und auf Anhieb realisieren kann, mit Hilfe eines bekannten, generellen methodischen Prinzip dahin geführt wird. Die abstrakte Idee, die dahinter steckt, ist die Schwierigkeitsreduktion. Es soll also versucht werden, die Lösungskompetenz dadurch zu entwickeln, dass der Lernende vor lösbare Teilfragen oder vereinfachte Fragen gestellt wird. Um jedoch den gewünschten Zielzustand zu erlangen müssen im Laufe der Aneignungsprozesse die Problemerleichterungen allmählich reduziert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz technischer Fertigkeiten im Freizeitsport und Aufstellung der zentralen Forschungsfrage.
2. Techniktraining: Definition sportlicher Techniken und Trainingsziele sowie Darstellung der Phasen des Technikerwerbs.
3. Lerntheorien: Gegenüberstellung von Motor- und Action-Approaches zur Erklärung motorischen Lernens.
4. Freizeitsport: Definition des Freizeitsports als freiwillige Aktivität und Analyse der vielfältigen Bewegungsziele.
5. Ein neues „ABC“ für das Techniktraining im Sport: Detaillierte Vorstellung des Roth’schen ABC-Modells zur Schwierigkeitsreduktion durch A, B und C Kategorien.
6. Sportliche Technik im Freizeitsport: Kritische Reflexion über den tatsächlichen Bedarf an technischer Perfektion in nicht-leistungsorientierten Sportumfeldern.
7.Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Technikrelevanz für unterschiedliche Zielgruppen.
Schlüsselwörter
Techniktraining, Freizeitsport, motorisches Lernen, Schwierigkeitsreduktion, Roth, ABC-Training, Bewegungssteuerung, Zieltechnik, Sportmotorik, Trainingslehre, motorisches Programm, Leistungsfähigkeit, Bewegungsaufgabe, Koordination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert sporttechnische Fertigkeiten im Freizeitsport einnehmen sollten und ob der Anspruch an eine "perfekte" Technik im Freizeitbereich sinnvoll ist.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Definition des Techniktrainings, unterschiedliche Lerntheorien, das spezielle ABC-Modell von Roth sowie die Übertragbarkeit dieser wissenschaftlichen Ansätze auf den Freizeitsport.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob die für den Leistungssport entwickelten technischen Anforderungen und Trainingsmethoden auch im Freizeitsport gerechtfertigt sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Analyse sportwissenschaftlicher Modelle und Lerntheorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Begriffsklärung, dem Vergleich von Motor- und Action-Approaches sowie der detaillierten Beschreibung der ABC-Methodik zur Schwierigkeitsreduktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Techniktraining, Freizeitsport, Schwierigkeitsreduktion, motorisches Programm und das ABC-Modell nach Roth.
Warum ist die Anwendung von ROTHs ABC-Modell im Freizeitsport oft begrenzt?
Im Freizeitsport liegt der Fokus meist auf Spaß, Erholung und Geselligkeit. Viele der komplexen Anforderungen für technisches Training sind daher oft nicht notwendig oder werden aufgrund des Fehlens leistungsorientierter Ziele kaum angestrebt.
In welchem Fall ist Techniktraining im Freizeitsport dennoch sehr wichtig?
Besonders bei Sportarten mit ständig wechselnden Bedingungen (z.B. Ski- oder Wassersport) oder bei gesundheitsorientierten Übungen (z.B. Rückenschule) ist eine technisch saubere Ausführung zur Vermeidung von Verletzungen oder zur Steigerung der Effektivität unerlässlich.
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- cathleen burghardt (Author), 2004, Methodische Aspekte in der Ausbildung sporttechnischer Fertigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24750