Die folgende Arbeit, welche die Problematik der Vermittlung von Idiomen zum Thema hat, wird eingeleitet von der Definition der Begriffe „Idiom“ und „Idiomatik“, wobei sowohl der Zusammenhang beider Termini als auch der Unterschied zwischen ihnen dargelegt werden soll. Im darauffolgenden Abschnitt werden diverse, jedoch mitunter auch ineinander übergehende, beziehungsweise kombinierbare Möglichkeiten gezeigt, wie Idiome in Kategorien eingeteilt und somit genauer analysiert werden können. Hier sind vorab beispielsweise Fraser und Makkai zu nennen, deren Klassifikationen von Idiomen angeführt werden.
Nachdem somit der Terminus „Idiom“ mit seinen verschiedenen Facetten genauer erläutert worden ist, befasst sich der Text mit der Vermittlung der Idiome an den Englisch-Lerner. Eingeleitet wird dieser Teil mit den Problemen sowohl auf Seiten des Schülers, als auch auf Seiten der Lehrkraft im Vergleich mit dem Verhalten eines Muttersprachlers zu Phraseologismen. Eingeleitet wird dieser Teil jedoch mit dem allgemeinen Problem der Übersetzung von Idiomen und deren Äquivalenztypen.
Als nächster Punkt folgt die Aufzählung und Erklärung experimenteller Tests, welche durchgeführt wurden um Aufschluss über den Gebrauch von Kollokationen, insbesondere von Idiomen, sowohl bei Muttersprachlern als auch bei Lernern zu geben. Anschließend werden einige Denkansätze, die bisher von Sprachwissenschaftlern wie Nattinger oder auch Krashen entwickelt wurden, aufgeführt, welche den Lehrern bei der Vermittlung im Unterricht und somit den Lernern beim Erwerb von Idiomen eine Hilfestellung bieten. Abschließend werden die Resultate und Folgerungen, welche sich aus den davor aufgeführten Möglichkeiten für das zumindest etwas vereinfachtere Erlernen der Idiome im Englischen ergeben, angeführt, um nochmals einen Überblick zu verschaffen.
Ihren Abschluss findet die Arbeit mit der Darstellung der vergangenen und heutigen Entwicklungen und Zustände der Fremdsprachendidaktik und der Nennung einiger Voraussetzungen, welche auch in Zukunft eine konstante Verbesserung im Lehren von Idiomen und Vokabular im allgemeinen gewährleisten können.
Inhaltsverzeichnis
A. Vorschau auf die Abhandlung
B. Die Vermittlung von Idiomen im Unterricht
I. Zu den Begriffen „Idiom“ und „Idiomatizität“
1. Definition der Termini
2. Diverse Unterteilungen von Idiomen
a.) Idiome und ihre Unterklassen
b.) Unterteilung nach Weinreich
c.) Klassifikation von Makkai
d.) Fraser’s „frozenness hierarchy“
e.) Gläsers syntaktische Klassifikation
II. Vermittlung von Idiomen an den Schüler
1. Auftretende Probleme beim Erwerb und der Übersetzung von Idiomen
a.) Äquivalenztypen bei Idiomen
b.) Idiome und der native speaker
c.) Hindernisse für den Nicht-Muttersprachler
d.) Schwierigkeiten für die Lehrkraft
2. Untersuchungen, Experimente, Denkansätze
a.) Beobachtungen den Gebrauch von Idiomen betreffend
b.) Übungen und Aufgaben zum leichteren Erlernen von Kollokationen
3. Zusammenfassung der Ergebnisse
C. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Fremdsprachendidaktik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Vermittlung von Idiomen im Englischunterricht, ausgehend von theoretischen Definitionen bis hin zu praktischen didaktischen Ansätzen und Experimenten. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch gezielte Methoden den Spracherwerb und das Verständnis von Phraseologismen bei Nicht-Muttersprachlern verbessern können.
- Theoretische Grundlagen und Klassifikationsmodelle von Idiomen.
- Herausforderungen beim Erwerb und der Übersetzung von Phraseologismen.
- Analyse empirischer Untersuchungen zum Gebrauch von Kollokationen bei Muttersprachlern und Lernern.
- Didaktische Strategien und Ansätze zur Förderung der phraseologischen Kompetenz im Unterricht.
- Die Rolle von awareness strategy und retention im modernen Fremdsprachenunterricht.
Auszug aus dem Buch
2. Diverse Unterteilungen von Idiomen
Es gibt unzählige diverse Möglichkeiten, Idiome in Kategorien und Typen einzuteilen, was in dieser Arbeit dazu zwingt, die meistgenannten und meiner Meinung nach sinnvollsten Unterteilungen einzubringen, alle übrigen Varianten hier jedoch zu vernachlässigen.
a.) Zum ersten sollte darauf hingewiesen werden, dass Idiome in drei Unterklassen zu unterteilen sind, in die pure idioms, die semi-idioms und die literal idioms. Die Erstgenannten sind aus den einzelnen Bedeutungen der Komponenten nicht verstehbar und können entweder unveränderlich (red herring, spick and span) oder beschränkt variabel (pitter-patter / pit-a-pat) sein. Unter Semi-Idiomen versteht man Idiome, welche mindestens eine wörtlich zu verstehende Konstituente und wenigstens ein Wort beinhalten, das keinen wörtlichen Sinn vermittelt. Sie können sowohl beschränkt veränderlich (good morning / day) als auch unabänderlich fest (catch fire, kith and kin) sein. Die wörtlich zu verstehenden Idiome schließlich können ebenso wie die gerade genannten Unterklassen entweder nicht (on foot, in sum) oder nur eingeschränkt variiert werden (opt in favour of / for, for example / instance). Einige nur in geringem Maße variablen literal idioms können außerdem mit oder ohne einem weiteren Element stehen, für welches der Sprecher sich entscheidet, wie beispielsweise abstain (from), develop (from) (into) 18.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Vorschau auf die Abhandlung: Diese Einleitung skizziert das Vorgehen der Arbeit, von der Begriffsklärung über die Analyse von Klassifikationsmodellen bis hin zur didaktischen Reflexion.
B. Die Vermittlung von Idiomen im Unterricht: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Definitionen und Klassifikationen von Idiomen, beleuchtet Lernschwierigkeiten für Nicht-Muttersprachler und präsentiert empirische Studienergebnisse sowie methodische Anregungen für den Unterricht.
C. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Fremdsprachendidaktik: Das abschließende Kapitel kritisiert die historische Vernachlässigung des Vokabulars und formuliert Anforderungen für eine effektivere zukünftige Didaktik unter Berücksichtigung von awareness strategy und retention.
Schlüsselwörter
Idiome, Phraseologie, Fremdsprachendidaktik, Kollokationen, Spracherwerb, Nicht-Muttersprachler, Input Hypothese, Äquivalenz, Lexikon, Unterrichtsmethodik, Wortschatzarbeit, Sprachlernforschung, Phraseologismen, Mehrwortausdrücke, Idiomatizität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und Strategien bei der Vermittlung von englischen Idiomen und Phraseologismen im Unterricht für Nicht-Muttersprachler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen von Idiomatizität, der Klassifikation von Idiomen, Problemen beim Erwerb durch Lerner sowie praktischen didaktischen Ansätzen zur Verbesserung der Sprachkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer Idiome effektiv in den Unterricht integrieren können, um den Schülern zu helfen, komplexere Strukturen zu beherrschen und ihren Sprachfluss zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Studien und Untersuchungen von Sprachwissenschaftlern wie Makkai, Fraser, Howarth und Krashen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung und Unterteilung von Idiomen sowie die Analyse von Problemen und Lösungsansätzen bei der Vermittlung im Unterricht, inklusive einer Auswertung von Kollokationsstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Idiome, Phraseologie, Fremdsprachendidaktik, Spracherwerb, Äquivalenz und die Förderung der phraseologischen Kompetenz durch gezielte Unterrichtsmethoden.
Wie unterscheidet sich die Kompetenz von Muttersprachlern und Lernern laut Howarth?
Howarth stellte fest, dass Muttersprachler etwa doppelt so viele idiomatische Ausdrücke verwenden wie Nicht-Muttersprachler, die häufiger Fehler bei der Wortwahl oder Kollokationen begehen.
Welche Bedeutung kommt dem Bildgedächtnis beim Erlernen von Idiomen zu?
Die Arbeit hebt hervor, dass die Verknüpfung von Idiomen mit bildlichen Darstellungen den Lernern dabei hilft, Phrasen besser im Gedächtnis zu speichern und diese situativ leichter abzurufen.
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- Moni Kirner (Author), 2003, Idiome und ihre Vermittlung im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24783