Einleitung
Der Just Community - Ansatz von Lawrence Kohlberg ist eine demokratische Schulform, die auf deutsch übersetzt Schule der “Gerechten Gemeinschaft” bedeutet. Das Hauptziel dieses Ansatzes ist die Moralerziehung und ein entsprechendes soziales und moralisches Handeln der Schüler. Den Schülern soll Fairneß, Gerechtigkeit und Gemeinschaft verständlich gemacht werden. Auch soll in den Schulen, die sich auf den Just Community Ansatz beruhen, eine Weiterentweicklung der Schüler nach dem Stufenmodell von Kohlberg stattfinden. Die Schule soll zu einer Institution werden, in der man unter guten Umständen lernen und arbeiten kann.
Der Just Community Ansatz versucht ein Gleichgewicht zwischen Gerechtigkeit und Gemeinschaft zu erlangen. Die Schüler und Lehrer dieser demokratischen Schulform erarbeiten sich ihre eigenen Regeln und Normen durch moralische Diskussionen und demokratischen Entscheidungen gemeinsam und fühlen sich deshalb verantwortlich für das, was in der Gruppe passiert. Mit anderen Worten, sie stellen ihre eigenen Normen und Regeln auf und müssen so auch nach ihnen handeln. Die Lehrer haben die Aufgabe diese Entscheidungen und Diskussionen zu erleichtern und zu fördern, indem sie im Interesse der Gruppe z.B. Partei für eine bestimmte Meinung ergreifen. Die Lehrer haben das gleiche Stimmrecht wie alle anderen Mitglieder der Schule auch.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Definition von Ethik und Moralentwicklung
2.2. Biographische Daten und Ansichten von Lawrence Kohlberg
2.3. Unterschiede zwischen traditionellen und demokratischen Schulen
2.4. Beschreibung einer Just Community Schule
2.5. Stadien der Norminstitutionalisierung
3. Schluss
3.1. allgemeine Kritik
3.2. persönliche Stellungnahme
4. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Just Community“-Ansatz von Lawrence Kohlberg als demokratische Schulform und analysiert deren Potenzial für die Moralerziehung sowie die soziale Entwicklung von Schülern im Vergleich zu traditionellen Institutionen.
- Theoretische Grundlagen von Ethik und Moralentwicklung nach Kohlberg
- Strukturelle Unterschiede zwischen traditionellen und demokratischen Schulen
- Detaillierte Analyse der Institutionen einer „Just Community“-Schule
- Die Entwicklung kollektiver Normen im Stadienmodell
- Kritische Reflexion der praktischen Anwendbarkeit und Grenzen des Konzepts
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Just Community - Ansatz von Lawrence Kohlberg ist eine demokratische Schulform, die auf deutsch übersetzt Schule der “Gerechten Gemeinschaft” bedeutet. Das Hauptziel dieses Ansatzes ist die Moralerziehung und ein entsprechendes soziales und moralisches Handeln der Schüler. Den Schülern soll Fairneß, Gerechtigkeit und Gemeinschaft verständlich gemacht werden. Auch soll in den Schulen, die sich auf den Just Community Ansatz beruhen, eine Weiterentweicklung der Schüler nach dem Stufenmodell von Kohlberg stattfinden. Die Schule soll zu einer Institution werden, in der man unter guten Umständen lernen und arbeiten kann.
Der Just Community Ansatz versucht ein Gleichgewicht zwischen Gerechtigkeit und Gemeinschaft zu erlangen. Die Schüler und Lehrer dieser demokratischen Schulform erarbeiten sich ihre eigenen Regeln und Normen durch moralische Diskussionen und demokratischen Entscheidungen gemeinsam und fühlen sich deshalb verantwortlich für das, was in der Gruppe passiert. Mit anderen Worten, sie stellen ihre eigenen Normen und Regeln auf und müssen so auch nach ihnen handeln. Die Lehrer haben die Aufgabe diese Entscheidungen und Diskussionen zu erleichtern und zu fördern, indem sie im Interesse der Gruppe z.B. Partei für eine bestimmte Meinung ergreifen. Die Lehrer haben das gleiche Stimmrecht wie alle anderen Mitglieder der Schule auch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Konzept der „Gerechten Gemeinschaft“ und die Zielsetzung der Förderung moralischen Handelns in der Schule.
2. Hauptteil: Theoretische Herleitung von Ethik, biographischer Kontext zu Lawrence Kohlberg und Gegenüberstellung von traditionellen versus demokratischen Schulmodellen.
2.1. Definition von Ethik und Moralentwicklung: Klärung der Grundbegriffe Moral und Ethik sowie ihre Bedeutung für das Handeln des Individuums.
2.2. Biographische Daten und Ansichten von Lawrence Kohlberg: Überblick über das Leben von Kohlberg und die wissenschaftliche Grundlage seiner Forschungen zur kognitiven Entwicklung.
2.3. Unterschiede zwischen traditionellen und demokratischen Schulen: Vergleich der bürokratischen Hierarchien mit dem gleichheitsorientierten Ansatz der Just Community.
2.4. Beschreibung einer Just Community Schule: Vorstellung der praktischen Institutionen wie Gemeinschaftsversammlungen, Beratungsgruppen und Disziplin-Komitees.
2.5. Stadien der Norminstitutionalisierung: Erläuterung des Modells von Clark Power zur schrittweisen Etablierung kollektiver Normen in einer Schule.
3. Schluss: Zusammenfassung der Kritikpunkte und persönliche Reflexion der Autorin über das Modell.
3.1. allgemeine Kritik: Auseinandersetzung mit der Position von Jürgen Habermas bezüglich der Realitätsnähe des demokratischen Schulmodells.
3.2. persönliche Stellungnahme: Würdigung der Vorteile für die soziale Entwicklung bei gleichzeitiger kritischer Hinterfragung der praktischen Implementierung.
4. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden wissenschaftlichen Arbeiten.
Schlüsselwörter
Just Community, Lawrence Kohlberg, Moralerziehung, Demokratische Schule, Moralische Entwicklung, Gerechte Gemeinschaft, Schulalltag, Norminstitutionalisierung, Gemeinschaftsversammlung, Soziale Kompetenz, Moralische Urteilsfähigkeit, Bildungsethik, Schülerpartizipation, Konfliktbewältigung, Lehrerrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem „Just Community“-Ansatz, einer von Lawrence Kohlberg entwickelten demokratischen Schulform, die das Ziel verfolgt, Schüler zu moralischem Handeln zu befähigen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die philosophischen Grundlagen von Moral und Ethik, das Stufenmodell der Moralentwicklung nach Kohlberg sowie die strukturelle Umsetzung demokratischer Prinzipien im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise einer Schule als „Gerechte Gemeinschaft“ zu verstehen, die Wirksamkeit der Partizipation an der Regelfindung zu beleuchten und eine kritische Einschätzung zur Praktikabilität zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die Literaturrecherche und die Analyse von Diskursen rund um das Modell von Kohlberg und Power nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Fachbegriffen, eine historische Einordnung Kohlbergs, den Vergleich verschiedener Schulmodelle sowie die detaillierte Beschreibung der Institutionen innerhalb einer Just Community.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Just Community, Moralentwicklung, Schulentwicklung, Partizipation und demokratische Erziehung.
Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit des Konzepts für erziehungsschwierige Jugendliche?
Die Autorin äußert Bedenken, dass der Ansatz bei erziehungsschwierigen Schülern zu Überforderung führen könnte, und schlägt eine modifizierte, schrittweise Einführung durch gezielte Diskussionsstunden vor.
Welche Rolle nehmen Lehrer in diesem Schulmodell ein?
Lehrer fungieren weniger als Autoritätspersonen, sondern als Moderatoren und Unterstützer der Gemeinschaft, die jedoch selbst ein Stimmrecht besitzen und als Anwälte moralischer Inhalte agieren.
- Quote paper
- Miriam Pohl (Author), 1999, Ethik - Erziehung - Erziehungsschwierigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2478