Warum kam es zu Effizienzproblemen im tschechischen Unternehmens- und Bankensektor während und nach den Privatisierungen?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
26 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Abstract

1. Einleitung

2. Theoretische Vorbemerkungen

3. Privatisierung

4. Die Banken
4.1. Schaffung eines zweistufigen Bankensystems
4.2. Banken und Institutionen
4.3. Der Staat als Spielregelsetzer und Spieler

5. Auswirkungen auf Corporate Governance
5.1. Gründe des flow problems

6. Lösung der Situation
6.1. Privatisierung der großen Geschäftsbanken

7. Schlussfolgerungen

Literatur

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Mit der rechtlichen Privatisierung von staatlichen Unternehmen 1991-1995 wurde die Eigentümerstruktur nur geringfügig verändert, so dass die im Sozialismus bestandenen Ineffizienzen im Verhältnis von Staat/Banken/Unternehmen hinsichtlich der Verfügungsrechte weiter existieren konnten. Die Arbeit gibt eine Bestandsaufnahme der Situation während und nach den Privatisierungswellen, analysiert die Ineffizienzen in den Prinzipal-Agent-Beziehungen zwischen Staat, Banken und Unternehmen und gibt schließlich einen Ausblick auf die Lösung dieses Effizienzproblems durch den Rückzug des Staates als Prinzipal im Bankensektor.

1. Einleitung

In den letzten Jahren seit 1991 konnte man in der Tschechischen Republik (ýR) eine wirtschaftliche Entwicklung beobachten, die schwankend war. So stieg in den Jahren 1993-1996 das BIP kontinuierlich an, sackte in den Folgejahren 1997-1999 aber ab und wächst seit dem Jahr 2000 wieder.1 Wurde die ýR von 1990 bis 1995/96 als Musterland ökonomisch-sozialer Transformation in Mittel-/Osteuropa (MOE) betrachtet, so war spätestens 1997 klar, dass die ýR mit strukturellen Problemen in der Wirtschaft zu kämpfen hatte, die offensichtlich über die ersten Jahre der Transformation aufgeschoben werden konnten. Der Übergang von einer sozialistischen Planwirtschaft zu einer funktionierenden Markwirtschaft geriet ins Stocken.

Interessant ist es nun, sich anzuschauen, was dieses Stocken verursacht hat. Fragt man danach, welche Teilordnungen eine Marktwirtschaft konstituieren, so nennt Eucken: Flexible Preise, Vertragsfreiheit, Haftungsverpflichtung, Konstanz der Wirtschaftspolitik, stabiles Geld, Konkurrenz und privates Eigentum.2 Keilinghaus verdichtet diese sieben Teilordnungen auf „drei Basisinstitutionen, die beim Übergang zur Marktwirtschaft geschaffen werden müssen [...]:

- Privates Eigentum
- Wettbewerb
- Stabiles Geld.“3

Für diese Arbeit möchte ich nur den ersten Punkt berücksichtigen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Schaffung privaten Eigentums gelegt werden soll, und zwar im umfassenden Sinne. Das bedeutet, dass untersucht werden muss, auf welche Weise durch wen was privatisiert wurde und wer die neuen Eigentümer sind. Als theoretischen Hintergrund zur Analyse nutze ich dabei die Property-Rights- und die Agency-Theorie.

Meine Hypothese ist, dass durch die Schaffung privaten Eigentums sowohl in der Wirtschaft als auch im Bankensektor längerfristige Wohlfahrtssteigerungen erzielt wird. Klingt diese Hypothese auch sehr simpel, so sei ausdrücklich darauf verwiesen, dass es in der ýR eine umfangreiche Verstrickung von Unternehmens- und Finanzsektor gibt4, so dass die Verteilung von Verfügungsrechten ebenso intensiv untersucht werden muss.

Zunächst soll es in der Arbeit darum gehen darzustellen, auf welche Weise in den Privatisierungen zwischen 1991 und 1995 welche Verfügungsrechte an wen übertragen wurden. Danach werde ich das Problem der Corporate Governance in Wirtschaft und Banken analysieren. Schließlich werde ich einen Ausblick geben, welche Effekte die Umstrukturierung des tschechischen Bankensektors zwischen 1997 und 2001 auf die Volkswirtschaft hat.

Absicht der Arbeit soll es sein zu zeigen, dass entgegen einer oberflächlichen Abgeschlossenheit der Transformation in der ýR man bis heute einen enormen institutionellen Wandel beobachten kann, der von elementarer Bedeutung für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der ýR ist.

2. Theoretische Vorbemerkungen

Verfügungsrechte sind Institutionen, das heißt, sie „sind [.. spezielle] Spielregeln einer Gesellschaft oder, förmlicher ausgedrückt, die von Menschen erdachten Beschränkungen menschlicher Interaktion.“5 Die Spezifik der Verfügungsrechte (auch Property Rights genannt) besteht darin, dass sie die Beziehung von Personen6 zu Ressourcen regeln. Dem entsprechend geht man von vier potenziellen Verfügungsrechten aus:

1. Das Recht, eine Ressource zu nutzen (usus);
2. das Recht, die Erträge einer Ressource einzubehalten (usus fructus);
3. das Recht, die Form oder Substanz der Ressource zu ändern (abusus)
4. alle oder einzelne der Verfügungsrechte 1-3 auf andere Personen zu übertragen (Übertragungsrecht).7

Die Verfügungsrechte können entweder auf eine Person beschränkt sein; sie können aber auch unter mehreren Personen aufgeteilt sein. Tritt letzterer Fall ein, so muss die Beziehung jeder einzelnen Person zur Ressource geregelt werden. Da nun aber mehrere Personen auf dem Plan stehen, müssen auch die Beziehungen zwischen ihnen selbst geregelt werden. Die Institutionalisierung von Inter-Personen- Beziehungen hinsichtlich einer Ressource wird in der Agency-Theorie8 thematisiert.

3. Privatisierung

Im Falle der tschechischen Transformationsökonomie wurde in den Jahren 1990 bis heute durch den Prinzipal Staat versucht, Verfügungsrechte über Wirtschafts- und Finanzmarktsubjekte neu zu verteilen. Der Staat als Inhaber des Übertragungsrechts an fast 100 % der Wirtschaftssubjekte übertrug in verschiedenen Privatisierungsrunden sein Übertragungsrecht an private Investoren.9 Anders als in Polen, Ungarn, der Slowakei, Russland und in anderen ehemaligen sozialistischen Staaten MOEs wurde dabei die Voucherprivatisierung als bevorzugte Methode angewendet.

Für die Zwecke dieser Arbeit kann man die Ergebnisse der Kleinen Privatisierung sowie der Restitution ausblenden, da in diesen Privatisierungsrunden hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geschaffen beziehungsweise privatisiert wurden.10 Über den Verkauf bei öffentlichen Auktionen erzielte der Fonds für Nationales Eigentum (NPF) etwa 1 Mrd. US-$.11

Die großen Wirtschaftssubjekte, die 90 % der staatlichen Produktionseinheiten ausmachen,12 wurden in zwei Runden (1992-1993 und 1993-1995) der Großen Privatisierung veräußert.13 In einem ersten Schritt wurden die Unternehmensleitungen aufgefordert, Privatisierungskonzepte zu erarbeiten und beim neu gegründeten Privatisierungsministerium einzureichen. Aber auch Konzepte von anderen Personen (auch ausländischen) wurden berücksichtigt. Nach einer Prüfung wurden die genehmigten Konzepte und die entsprechenden Unternehmen an den NPF übertragen.14 Dieser war dann zuständig für die Entflechtung und die Evaluierung der Unternehmen im Rahmen der genehmigten Privatisierungskonzepte und organisierte schließlich die Veräußerung.

Tabelle 1 zeigt die Einnahmen aus der Großen Privatisierung zum 31.12.1995:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Einnahmen aus der Großen Privatisierung zum 31.12.199515

4. Die Banken

4.1. Schaffung eines zweistufigen Bankensystems

Im Bankensektor kam es bereits seit 1990 zu Umstrukturierungen. So existierte in der ýSSR bis 1989 eine Monobank und mehrere Spezialbanken, die der Monobank aber unterstellt waren. Es existierten zwei Geldkreisläufe: (a) der Buchgeldkreislauf für Verrechnungen zwischen Unternehmen entsprechend des Plans; und (b) der Bargeldkreislauf zwischen privaten Haushalten, Unternehmen und der Bank.16 Daneben existierte noch ein abgetrennter Valuta-Kreislauf für den Außenhandel.

Zum 1.1.1990 wurden die Geschäfte der tschechoslowakischen Monobank verteilt auf eine Zentralbank (SBý), zwei Geschäftsbanken (jeweils eine auf tschechischem und slowakischem Gebiet)17 und eine frühere Spezialbank18. Die anderen früheren Spezialbanken wurden ebenfalls in Geschäftsbanken umgewandelt. So existierten Anfang 1990 auf tschechischem Gebiet fünf Geschäftbanken: Komerþní banka (KB), ýeskoslovenská obchodní banka (ýSOB), Investiþní banka (IB), ýeská spoĜitelna (ýS) und die Živnostenská banka (ŽB). Die externe Institutionalisierung eines marktwirtschaftlich orientierten zweistufigen Bankensystems war vollzogen. Parallel dazu wurden die beiden Geldkreisläufe vereinigt und eine Politik des knappen Geldes eingeführt.

Während die SBC nur noch für die Währungspolitik und die Bankenaufsicht verantwortlich war sowie als Bank des Staates fungierte19, waren die neuen Geschäftsbanken, aber auch die Unternehmen mit einer veränderten Kreditpolitik konfrontiert. In der sozialistischen Planwirtschaft wurde unterschieden zwischen außerplanmäßigen und planmäßigen Krediten. Diese betrafen aber jeweils den Bargeldkreislauf. Außerplanmäßige Kredite dienten der Finanzierung von Planabweichungen, während planmäßige der Umsatzfinanzierung dienten20:

„In Verbindung mit der zeitlichen Struktur des Einkaufs der Vorleistungen, der Lohnauszahlungen und des Verkaufs der Endprodukte fielen auch in der Planwirtschaft Geldeinnahmen und Geldausgaben der Betriebe auseinander. Ähnlich wie in der Marktwirtschaft ergab sich aus der zeitlichen Verschiebung der Zahlungsströme ein Kreditbedarf.“21

Aufgrund der „passive[n] Funktion [der Banken] im Sinne der Unterstützung, Sicherung und Kontrolle des zentralen Plans“22 waren Banken Verwaltungseinheiten des Staates. Sie übernahmen keine aktive Funktion der Kapitalvermittlung.23 Daraus ergab sich, dass ein Kredit-Stock auf Seiten der Banken auflief, der zum großen Teil aus außerplanmäßigen Krediten bestand, und zum Zeitpunkt der Transformation des Bankensystems Anfang 1990 die Bilanzen der neuen Geschäftsbanken belastete. Diese Belastung wird als stock problem bezeichnet.24

4.2. Banken und Institutionen

Mit der Preisfreigabe 1991, der daraus erwachsenden Inflation und der veränderten Funktion der Banken entstand ein komplexes Problem:

Die Geschäftsbanken agierten nun in einem Umfeld knappen Geldes und Haftungsverpflichtung und waren dadurch gezwungen sich selbst zu refinanzieren. In einem solchen Falle, der in einer Marktwirtschaft idealerweise herrscht, kann man Banken als Intermediäre betrachten:

„Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Banken besteht darin, risikobehaftete, langfristige Verbindlichkeiten der Kreditnehmer in sichere, liquide Anlagen der Sparer bei gleichzeitig verringerten Kosten der Kapitalvermittlung zu transformieren“25

Der Bankensektor in einer Marktwirtschaft ist ein Institutionenbündel, das die Vermittlung von Kapitalanbietern und Kapitalnachfragern zum Zwecke der Kapitalbereitstellung regelt und transaktionskostensenkend wirkt. Die Banken sind dabei Vermittlungsagenturen, Intermediäre, und haben eine aktive Rolle für das Zustandekommen der Transaktionen.26

In der Property-Rights-Theorie wird nun aber nicht die Übertragung eines Gutes von einer Person zur anderen untersucht, sondern die Übergabe von property rights. Wenn man nun annimmt, dass Institutionen Unsicherheiten reduzieren sollen27, so übernimmt eine Bank in einem institutionalisierten Markt die aktive Rolle der Unsicherheitsreduzierung bei der Vertragsgestaltung zwischen Kapitalanbieter und - nachfrager. Dabei sind die Geschäftsbanken lediglich Spieler, die Staatsbank und die Legislative aber Spielregelsetzer.28

Nimmt man nun an, dass eine Bank transaktionskostensenkend wirkt, so heißt dies für Geschäftsbanken, dass sie bei der Anbahnung und bei Übertragung von property rights an Kapital, aber auch bei deren nachträglicher Überwachung effizienter arbeiten als einzelne Akteure. Dies bedeutet, dass sie über Informationsvorteile gegenüber dem Kapitalanbieter als auch gegenüber dem Kapitalnachfrager verfügen.

Das Problem, das entstand, als das Finanz- und Wirtschaftssystem ab 1990 in der ýSFR geändert wurde, war vor Allem ein komplexes Informationsproblem. In der sozialistischen Planwirtschaft herrschte das Problem der Unvollständigkeit der Pläne, das entstand aus einer strikten Trennung zwischen Übertragungs- und Nutzungsrechten. Es herrschte eine asymmetrische Informationsverteilung hinsichtlich des Produktionspotenzials eines Betriebes zwischen dem Staat als Inhaber der Übertragungsrechte (Prinzipal) und dem Management des Betriebes als Inhaber der Nutzungsrechte (Agent).29 Der usus fructus und abusus wurden durch diesen Konflikt von der Informationsasymmetrie betroffen und konnten je nach Zugriff und Informationsstand von Prinzipal und Agent genutzt werden. Es herrschte ein ausgeprägtes Verhalten von hidden action und hidden information auf Seiten der Agenten und ein Kontrollproblem auf Seiten des Prinzipals vor.30

Nach der Implementierung externer marktwirtschaftlicher Institutionen in der ýSFR dauerte dieses Verhalten jedoch fort, was eine Prolongierung des Informationsproblems bedeutete. Für eine effizientes und transaktionskostensenkendes Arbeiten von Banken stellte dies ein immenses Problem dar.

Um ein opportunistisches Verhalten der staatlichen Betriebe zu verhindern, sollten diese privatisiert werden. Während der Großen Privatisierung wurde so der größte Teil der Unternehmen in eine private Rechtsform umgewandelt. Dies führte dazu, dass der Anteil der privaten Unternehmen am BIP von 20,2 % im 1. Quartal 199231 auf 70 % 199732 stieg.

4.3. Der Staat als Spielregelsetzer und Spieler

Der BIP-Anteil der Unternehmen, die über die Voucherprivatisierung (VP) veräußert wurden, machte direkt nach der Großen Privatisierung über 50 % aus.33 Zwar wurde diese Methode zur Privatisierung in einem kurzen Zeitrahmen vor, während und nach der Voucherprivatisierung als gerecht, schnell und effizient bezeichnet,34 doch muss man hier unterscheiden zwischen einer Soll- und einer Ist-Situation.

Als Soll-Situation könnte man die Evaluierung der VP als gerecht, schnell und effizient bezeichnen: Das ganze Volk soll in die Privatisierung einbezogen werden, die Akzeptanz der Reformmaßnahmen dadurch erhöht werden. Die Privatisierung geht schnell vonstatten im Gegensatz zu Verkäufen an Investoren. Und effizient ist die Methode, weil durch die beinahe kostenlose Übergabe von staatlichen Unternehmen an private Investoren kein Geld für nötige Investitionen verloren ging.35

Die Ist-Situation möchte ich im Folgenden aber etwas ausführlicher beschreiben. Zugute halten kann man der Voucherprivatisierung, dass durch sie in verhältnismäßig kurzer Zeit Staatsunternehmen an private Investoren überführt werden konnten.36

Der Gerechtigkeitsanspruch wurde durch die VP nicht erreicht. Das Interesse der Bevölkerung an der Massenprivatisierung war anfangs nicht sehr hoch.37 Während der Ausschreibungsphase für die Privatisierungsprojekte gründeten sich jedoch spontan Investitionsgesellschaften (IC), deren Aktivitäten kurz nach der Gründung der ersten dieser Unternehmen vom Staat geregelt wurde. Die IC konnten Privatisierungsfonds (IPF) gründen, in denen die Bürger ihre Investitionspunkte anlegen konnten.38 Erst durch eine massive Werbekampagne und mehr oder weniger seriöser Gewinnversprechungen der IC gegenüber den Bürgern, setzte ein allerdings starkes Interesse ein. 8,54 Millionen Bürger erwarben Voucherhefte und 6,13 Mrd. (ca. 72 %) von 8,54 Mrd. Investitionspunkten wurden an die IPF übertragen, wovon 3,842 Mrd. Punkte (45 % aller Investitionspunkte) an die Fonds der sieben größten IC gingen. Die Fondsmanager konnten in den Auktionen die von ihnen verwalteten Punkte in Unternehmensanteile umwandeln.39

Zwar ist die rechtliche Umwandlung von Staats- in Privatbetriebe durch die hohe Beteiligung der Bevölkerung gesichert worden, doch war die Eigentümerstruktur der formell entflechteten Unternehmen40 nach der Privatisierung sehr verworren.

Unter den 13 größten IC während der ersten Welle der Großen Privatisierung waren Tochtergesellschaften fast aller neuen tschechischen und slowakischen Geschäftsbanken vertreten, die durch ihre IPF einen Großteil der Investitionspunkte verwalteten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Investitionspunkte der Tochter-IC der großen Geschäftsbanken43 Die neuen Geschäftsbanken wurden während der Großen Privatisierung auch teilweise privatisiert. Jedoch blieb ein großer Teil der Anteile beim NPF:

[...]


1 Grundlage hierfür sind die Daten aus dem Transition Report 2000 (EBRD 2000, S. 65). Zeitreihen für das BIP der ýR sind auch zu finden unter: http://www.czso.cz/csu/engedicniplan.nsf/p/1404-02 (verfügbar am 26.03.03). Vergleicht man die Daten der EBRD mit denen des Tschechischen Statistischen Amtes (CZSO) und der Tschechischen Nationalbank (CNB 2001), so stellt man Diskrepanzen hinsichtlich der Wachstumsrate um bis zu 1% fest.

2 Vgl. Eucken 1940 und 1952

3 Keilinghaus 1998, S. 21f.

4 Vgl. Europäische Kommission 1999, S. 15

5 North 1992, S. 3

6 Als Person meine ich hier und im Folgenden eine Person im Sinne der Gesetzgebung. Person kann sowohl eine natürliche als auch eine juristische Person sein.

7 Vgl. Ebers, Gotsch 1993, S. 194

8 Hier sei auf die unterschiedlichen Begrifflichkeiten verwiesen. Man findet in der Literatur die Begriffe Agency-Theorie, Agentur-Theorie und Vertretungstheorie. Den Begriff Agentur-Theorie (siehe Schulze 1997, S. 13) finde ich unglücklich gewählt, bedeutet agency doch nicht nur Agentur, sondern auch Mittel. Agenturtheorie impliziert das Vorhandensein einer Agentur, also einem Intermediär. Dieser ist jedoch nicht von Bedeutung, da es in der Agency-Theorie im eigentlichen Sinne nur um die Untersuchung von Regeln und Beziehungen geht.

9 Zu den Privatisierungsrunden siehe: Bayer 1999, S. 224-279; Eidel, S. 187-207.

10 Zur Kleinen Privatisierung (1991-1993) und Restitution siehe Bayer 1999, S. 224-233. Man muss anfügen, dass die meisten KMU während der Kleinen Privatisierung erst entstanden. So wurden meist Unternehmensteile aus Staatsbetrieben herausgelöst und als einzelne wirtschaftliche Einheiten veräußert. Dies zeigt sich auch in der Privatisierungsstatistik des CZSO (CZSO 1999, Tab. 21-1): Demnach gab es zum 1.1.1990 1.576 staatliche Betriebe bei einer Gesamtzahl von 18.837 Unternehmen. Zum 1.1.1994, nach Abschluss der Kleinen Privatisierung und Restitution, waren es 2.920 Staatsbetriebe unter 1.250.216 Unternehmen. Allerdings sei auch darauf verwiesen, dass diese Zahl hinsichtlich der Rechtsform, aber nicht der Eigentümerstruktur entspricht. Zum 31.12.1993 war der Staat an 11.113 Unternehmen beteiligt, dazu kamen 8.099 Beteiligungen durch Kommunen. Differenzierte Daten zum Jahr 1993 in: CZSO 1994, S. 358

11 Vgl. Eidel 2000, S. 189.

12 Vgl. ebd.

13 Zur Großen Privatisierung siehe Bayer 1999, S. 239-279; Brom/Orenstein 1994; Eidel 2000, S. 189- 207.

14 MejstĜík/Burger weisen darauf hin, dass es einerseits aufgrund von Zeitknappheit und Personalmangel im Privatisierungsministerium bestimmte Präferenzen hinsichtlich der Privatisierungsmethode (Voucherprivatisierung) getroffen wurden, andererseits es aber auch zu Korruptionsfällen kam. Vgl. MejstĜík/Burger 1992, S. 8-13; Bayer 1999, S. 253f.

15 Quelle: OECD 1998, S. 51. Modifizierte Tabelle übernommen von Eidel 2000, S. 195.

16 Vgl. Keilinghaus 1998, S. 18.

17 In der tschechichen Teilrepublik: Komerþní banka (KB), in der slowakischen Republik: ÚvČrová banka (ÚB).

18 Investiþní banka (IB)

19 Zu den Funktionen der SBC siehe Schröder/Pieper 1996, S. 72ff.

20 Vgl. Keilinghaus 1998, S. 15-17

21 ebd., S. 17

22 ebd., S. 18

23 Vgl. ebd.

24 Siehe Schwiete 1998, S. 214f., Keilinghaus 1998, S. 82ff.; Eidel 2000, S. 162-167; Buch 1996, 78- 86, Schröder/Pieper 1996, S. 79ff. In der englischsprachigen Literatur spricht man vom stock problem, während man in deutschen Publikationen die Begriffe old bad loans (Eidel), Altschulden(last) (Buch), Bestandsproblem (Keilinghaus) oder auch permanente Kredite (Pieper/Schröder) findet.

25 Keilinghaus 1998, S. 30

26 Dies funktioniert nur in einem Markt, der Unvollkommenheiten aufweist, also ein Markt, auf dem Transaktionskosten anfallen. Diese Kosten entstehen aufgrund von asymmetrischer Informationsverteilung.

27 Vgl. Schrooten/Engerer 2001, S. 4f.

28 Die Begriffe Spieler, Spiel, Spielregelsetzer verwende ich in Anlehnung an North 1992, S. 4f.

29 Vgl. Siehl 1998, S. 21

30 Zu den Begriffen hidden information (ex-ante-Problem) und hidden action (ex-post-Problem) siehe Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber 2000, S. 98ff. und Schulze 1997, S. 13f.

31 vgl. CZSO 1994, S. 40

32 vgl. EBRD 2000, S. 156

33 Vgl. Eidel 2000, S. 196

34 Vgl. Klaus 1990, S. 481; Bayer 1999, S. 277ff.

35 Vgl. Bayer 1999, S. 277f.

36 Die Große Privatisierung war immerhin nach dreieinhalb Jahren abgeschlossen. In Polen, wo die Voucherprivatisierung nicht in dem Maße wie in der ýR betrieben wurde, waren bis 1997 nur etwa 36 % der Mittel- und Großunternehmen privatisiert im Gegensatz zu etwa 74 % in der ýR. Vgl. Wielgohs 2001, S. 101.

37 Vgl. Eidel 2000, S. 193 und Brom/Orenstein 1994, S. 906

38 Voucherhefte konnten zum Preis von 1035 Kþs von jedem volljährigen Bürger der ýSFR zwischen Mitte 1991 und Ende Februar 1992 erworben werden. Ein Voucherheft enthielt 1000 Investitionspunkte, die bei den Auktionen der Großen Privatisierung eingesetzt werden konnten. Der NPF hatte im Vorfeld die zu privatisierenden Unternehmen evaluiert und die erforderlichen Investitionspunkte für einen Unternehmensanteil festgelegt. Vgl. Brom/Orenstein 1994, S. 906; Bayer 1999, 262-279.

39 Vgl. Brom/Orenstein 1994, S. 906f.

40 Vgl. S. 7

41 Im Juli 1990 gegründet und in 100-prozentigem Besitz des Staates, wurde im September 1998 die Banklizenz entzogen und wurde danach liquidiert. Vgl. CNB 2001, S. 54

42 Größte IC während zweiter Welle.

43 Vgl. Brom/Orenstein 1994, S. 907f. und S. 910

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Warum kam es zu Effizienzproblemen im tschechischen Unternehmens- und Bankensektor während und nach den Privatisierungen?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Osteuropa-Institut)
Veranstaltung
Transformationen in MOE
Note
2.0
Autor
Jahr
2003
Seiten
26
Katalognummer
V24840
ISBN (eBook)
9783638276160
Dateigröße
911 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Arbeit wird anhand der Problematik von Anreizstrukturen untersucht, weshalb der Unternehmens- und Bankensektor in der Tschechischen Republik im Zuge der Großen Privatisierung und danach eine ökonomische Ineffizienz produzierte statt sie zu vermeiden. Im Rahmen der Neuen Institutionenökonomie werden die relevanten Akteure und die Institutionen analysiert und schließlich die Notwendigkeit einer zweiten Privatisierungswelle insbesondere im Bankensektor dargestellt.
Schlagworte
Warum, Effizienzproblemen, Unternehmens-, Bankensektor, Privatisierungen, Transformationen
Arbeit zitieren
Uwe Krzewina (Autor), 2003, Warum kam es zu Effizienzproblemen im tschechischen Unternehmens- und Bankensektor während und nach den Privatisierungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24840

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