Zur Klassifikation von Arabismen bei Raja Tazi


Seminararbeit, 2004
11 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Klassifikation der Arabismen
2.1 Allgemeines und Materialgrundlage
2.2 Terminologie, Methodik und Vorgehensweise
2.2.1 Interferenz, Transferenz und Integration
2.2.2 Arabisch
2.2.3 Vermittlersprachen
2.2.4 Ausdruck und Inhalt

3. Bewertung

Literatur

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll Raja Tazis Dissertation mit dem Titel Arabismen im Deutschen. Lexikalische Transferenzen vom Arabischen ins Deutsche[1], die 1994 in Heidelberg abgeschlossen wurde, rezensiert werden.

Das Thema dieser Studie behandelt, wie der Titel es schon deutlich macht, lexikalische Arabismen im Deutschen. Jene sind verglichen mit den Entlehnungen aus europäischen Sprachen, wie dem Englischen oder Französischen, eher selten, aber dennoch voll integriert in den deutschen Wortschatz. Es werden 200 Arabismen von Tazi untersucht, welche zu verschiedenen Zeiten auf unterschiedlicher Art und Weise entlehnt wurden.

Die Rezension bietet zunächst einen inhaltlichen Überblick, wobei die Zielsetzung und das erkenntnisleitende Interesse dieser Arbeit hervorgehoben werden. Wichtig hierbei sind der Aufbau, die Vorgehensweise sowie die Materialgrundlage, wobei die zentrale Fragestellung, die der Klassifikation der Arabismen im Vordergrund steht.

Weiterhin würde sich die Frage stellen, ob diese Studie dem sprachwissenschaftlichen Problem der Erforschung der Arabismen im Deutschen gerecht wird, wobei die Kontinuität zu anderen Arbeiten nicht außer Acht gelassen werden dürfte. Dieser Aspekt würde einen Vergleich mit anderen Studien dieser Art erfordern, um mögliche Differenzen, Weiterführungen oder Bestätigungen zu ermitteln. Dies würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen, so dass auf einen Vergleich verzichtet wird .

2. Zur Klassifikation der Arabismen

2.1 Allgemeines und Materialgrundlage

Die Grundlage dieser Untersuchung bildet ein Wortkorpus von 200 Wörtern arabischen Ursprungs im Deutschen, die eine lange Tradition im deutschen Wortschatz aufweisen und im heutigen Deutsch noch vorhanden sind. Die Mehrzahl dieser Wörter gelangte nicht direkt ins Deutsche. Gründe hierfür sind u.a. die fehlenden geographischen sowie historischen Gegebenheiten, die einen nennenswerten unmittelbaren arabisch-deutschen Lehnwortaustausch unterstützt hätten. Die meisten Arabismen wurden im Mittelalter entlehnt und durch die arabisch-islamische Expansion durch Handelsbeziehungen und Kreuzzüge im Mittelmeer verbreitet. Eine komplexe Überlieferung und Heterogenität der Kontaktsprachen führte zu erheblichen ausdrucks- und inhaltsseitigen Veränderungen der arabischen Wörter. Die zentrale Fragestellung dreht sich um den Entlehnungsvorgang, d.h. dass Wörter arabischen Ursprungs im Deutschen durch Rückverfolgung über verschiedene Sprachstufen sowohl der Vermittlersprachen als auch des Deutschen nach sach- und kulturgeschichtlichen, phonetischen und semantischen Gesichtspunkten untersucht werden.

Auf Grund dessen legt Tazi eine weitläufige Untersuchung an, die einen größeren Rahmen der Geschichtsbetrachtung ins Auge fasst, wobei die Kulturbeziehungen des Abendlandes mit dem Orient ausführlich dargestellt werden.

Tazi orientiert sich bei der Untersuchung der Arabismen immer am deutschen Wort. Das methodische Prinzip setzt die Zurückverfolgung des deutschen Wortes bis zum ursprünglich arabischen Wort oder zur arabischen Vorlage, welche selbst aus dem Griechischen oder Persische entlehnt wurde, voraus. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der diachronischen Betrachtung.

Das Ziel der Dissertation dient v. a. der Untersuchung der einzelnen Wörter auf ihre Herkunft, ihre Veränderung, ihr Vorkommen in schriftlichen Quellen und ihren Bedeutungswandel. Das hier verwendete lexikalische Material beruht im wesentlichen auf den Wortsammlungen der einschlägigen Arbeiten zum Thema arabische Wörter im Deutschen. Tazi zählt hier als Referenz die Autoren Littmann (1924)[2], Lokotsch (1927)[3] und Osman (1982)[4] auf, distanziert sich aber in der Vorgehensweise von diesen Werken. So wird z.B. in einem dieser Werke die Zugehörigkeit eines Lexems mit aller Überzeugung dem arabischen zugeschrieben, obwohl dies nicht der Fall ist. Es herrscht Uneinigkeit bei der Herleitung der Arabismen. Ferner stimmen Angaben über Arabismen in den verschiedenen romanischen und in den deutschen Wörterbüchern sowie die Angaben über die Bestimmung der Vermittlersprachen nicht überein.

Die unwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema veranlasst Tazi zur Kritik der unzureichend behandelten Materie von den oben genannten Autoren. Sie legitimiert ihren Ansatz eines sprachwissenschaftlichen Anspruchs, der Erstbelege, Präzisierung über die Vermittlersprachen, Angaben über den Laut- und Bedeutungswandel sowie wortgeschichtliche Angaben impliziert.

[...]


[1] Tazi, Raja: Arabismen im Deutschen. Lexikalische Transferenzen vom Arabischen ins Deutsche. Berlin 1998

[2] Littmann, Enno: Morgenländische Wörter im Deutschen. 1924

[3] Lokotsch: Etymologisches Wörterbuch der europäischen Wörter orientalischen Ursprungs. 1927

[4] Osman, Nabil:Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. München 1982

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Zur Klassifikation von Arabismen bei Raja Tazi
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
Lexikologie und Lexikographie im Deutschen
Note
1,6
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V24872
ISBN (eBook)
9783638276436
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klassifikation, Arabismen, Raja, Tazi, Lexikologie, Lexikographie, Deutschen
Arbeit zitieren
M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka (Autor), 2004, Zur Klassifikation von Arabismen bei Raja Tazi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24872

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