"Ausbruch aus dem Bildungskeller" von G. G. Hiller in Bezug auf "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" von U. Beck


Rezension / Literaturbericht, 2003

6 Seiten


Leseprobe

In seinem Buch „Ausbruch aus dem Bildungskeller“ schildert G. G. Hiller eine mögliche Neugestaltung des vorhandenen Schulsystems. Besonders berücksichtigt er dabei die lernschwachen Kinder, die eine Haupt- oder Sonderschule besuchen. Lernschwache Schüler sind Schüler deren Eltern und Verwandte sie meist nicht an eine übliche Lebensbewältigung heranführen können. Dadurch benötigen sie öfter die Hilfe von öffentlichen Institutionen, wie z.B. Beratungsstellen. Sie bekommen selten eine Chance finanziell vom Staat unabhängig zu werden, da ihre schulischen Leistungen nicht für entsprechende Ausbildungen genügen oder sie von vorneherein ausschließen. Meist werden sie beschuldigt an ihrer Lage selbst schuld zu sein. Hiller macht dafür eher das vorhandene Bildungssystem verantwortlich. Drei Vorwürfe macht er dem existierenden System:

- Es orientiere sich an kleinbürgerlichen Lebensformen, die heute jedoch nicht mehr selbstverständlich sind und bereite die Schüler zudem nicht auf nichtkonventionelle Lebensformen, in denen sie mehr und mehr landen werden, vor.
- Die Schule erstarre inhaltlich und methodisch zu einer „kulturimperialistischen Einrichtung“ (Hiller, 1991, S.13), die anderen Formen des Vernünftigseins als ihrer eigenen ratlos und ablehnend gegenüber stehe.
- Die Schule halte entgegen der Realität an der Auffassung fest, sie sei lediglich dazu da, das zu ergänzen, was durch die Familie an Bildung und Erziehung bereits geleistet wurde.

In seinem Buch beschäftigt er sich mit der Frage, ob eine Vielzahl an schülernahen und lebensweltbezogenen Schulen, die sich jeweils auf die Chancen und Beschränkungen der Schüler beziehen, die Lösung der beruflichen und privaten Nicht-Integration von schwachen Schülern wäre. Wobei die Schüler der höheren Schulen zu Fürsprechern der schwächeren erzogen (bzw. unterrichtet) werden könnten. Damit in Zukunft nicht mehr jeder Fünfte aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wird, fordert Hiller ein Jugendbildungsgesetz. Sein Buch ist in drei Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel fordert er eine sogenannte Jugendschule, die nicht nur Wissen vermitteln soll, sondern auch die Lebenswelt der Schüler zum ihrem Bezugspunkt macht. Es sollen z.B. Kontakte zu Personen, auf welche sich die Jugendlichen im späteren täglichen Leben verlassen können, hergestellt werden (Freunde, Sporttrainer, Sozialarbeiter...). Vorrangiges Ziel dieser Schule wäre es den schwachen Schülern Zugang zu einer Beschäftigung zu verleihen, die ihnen die wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglicht. Es wäre nötig die Schüler von vorneherein auf Gefahren und Schwierigkeiten, mit denen sie später zu kämpfen haben werden, aufmerksam zu machen. Im zweiten Kapitel werden Möglichkeiten für eine entsprechende Unterrichtsgestaltung aufgezeigt. Die betroffenen Schüler sollen lernen sich von dem was sie bedrängt zu distanzieren und bereit sein, ungewöhnliche Wege zu gehen. Nur so könnten sie ihren Weg „zwischen Herkunftsmilieu und bürgerlicher Kultur“ (Hiller, 1991, S.8) gehen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage nach dem Zugang zu Arbeitsplätzen für schwache und schwierige Schüler. Dabei stellt sich heraus, dass gerade Mädchen und junge Frauen diesen Milieus kaum Chancen haben zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu gelangen.

In dem Kapitel „Perspektiven der Schule für Lernbehinderte“ zeigt Hiller „Umrisse eines Bildungskonzeptes für Kinder und Jugendliche der unteren Statusgruppen“ (Hiller, 1991, S.58) auf.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
"Ausbruch aus dem Bildungskeller" von G. G. Hiller in Bezug auf "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" von U. Beck
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Einführung in die Pädagogik bei Kindern mit einer Lernbehinderung
Autor
Jahr
2003
Seiten
6
Katalognummer
V24942
ISBN (eBook)
9783638276993
ISBN (Buch)
9783656854753
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit handelt von zwei kritischen Büchern, die sich mit dem Problem der "Unterausbildung" und der damit verbundenen Chancenlosigkeit bei der Suche eines Ausbildungsplatzes. Es wird ein Schulmodell vorgestellt, dass diese ausweglose Situation verbessern soll. Die Arbeit entstans aus der Idee, herausfinden, wie ein Autor den Gedanken eines anderen weiterführt.
Schlagworte
Ausbruch, Bildungskeller, Hiller, Bezug, Risikogesellschaft, Moderne, Beck, Einführung, Pädagogik, Kindern, Lernbehinderung
Arbeit zitieren
Dorothee Schnell (Autor), 2003, "Ausbruch aus dem Bildungskeller" von G. G. Hiller in Bezug auf "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" von U. Beck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24942

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