Das Leib-Seele-Problem


Essay, 2002

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Leib-Seele-Dualismus (Eine Übersicht)

Der folgende Text bietet einen knappen Überblick über die Thematik Leib-Seele-Dualismus. Dabei beziehe ich mich vor allem auf die beiden im Seminar besprochenen Bücher:

- Pauen, M. (Zweite Auflage 2001). Grundprobleme der Philosophie des Geistes (Eine.

Einführung). Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag

- Brüntrup, G. (Zweite Auflage 2001). Das Leib-Seele-Problem (Eine Einführung). Stuttgart:

W. Kohlhammer.

Am Anfang der Überlegungen des Leib-Seele-Problems steht die Frage nach dem Verhältnis so wohl zwischen Materie und Geist, zwischen Körper und Seele als auch zwischen Sein und Bewusstsein. Existiert das Bewusstsein unabhängig von der Materie? Ist die Materie am Ende nur eine Qualität des Bewusstseins? Oder ist das Bewusstsein nur eine Eigenschaft der Materie? In welcher Weise wirkt dann aber die Materie auf das Bewusstsein?

Wenn man vom Leib-Seele-Problem spricht, meint man damit grob gesprochen eine Unterscheidung zwischen Leib und Seele, der einer phänomenologische Unterscheidung entspricht, die so gross ist, dass beide als sich gegenseitig ausschließend betrachtet werden können. Dennoch gibt es Gründe anzunehmen, dass beide, Leib und Seele, in einer so engen Beziehung zueinander stehen, dass sie sich gar nicht gegenseitig ausschließen dürfen.

Das Leib-Seele-Problem wirft die Frage nach dem Zusammenhang zwischen psychischem Erleben und Körperlichkeit auf. Ob also der Geist eine kausale Rolle in unserer Welt spielt. Oder wie sich überhaupt das physische vom Mentalen unterscheidet. Dabei gibt es zunächst folgende Anschauungsweisen:

- Alles Reale ist physischer oder mentaler Natur
- Das Mentale und Physische ist völlig verschieden
- Zwischen Mentalem und Physischem gibt es eine bidirektionale kausale Interaktion

Monistische Ansichten bestreiten jegliche Beziehung zwischen Geist und Materie. Im Gegensatz zum Dualismus postulieren monistische Ansätze, dass nur eine der beiden Welten existiert. Der Bewusstseinsmonismus geht von der alleinigen Existenz der geistigen Welt aus. Heute gibt es wohl kaum noch Vertreter dieser Strömung. Für den Materialismus dagegen existiert allein die physikalische Welt. Das Bewusstsein, bzw. mentale Begriffe wie Denken, Fühlen, Wollen, wird dann entweder als nicht notwendig für die Erklärung der Welt gesehen (logischer Behaviorismus), oder aber das Bewusstsein wird als Epiphänomen, also als Begleiterscheinung der materiellen Vorgänge angenommen.

Nach dualistischer Auffassung handelt es sich bei Gehirn und Bewusstsein um zwei völlig unterschiedliche Entinitäten, die unabhängig voneinander auftreten können und zwei verschiedenen Gegenstandsbereichen angehören.

Eine absolute Unabhängigkeit der beiden Phänomenbereiche steht jedoch im Widerspruch zu unserer Alltagsauffassung. Wir bemerken, dass wir durch einen willentlichen Entschluss Einfluss auf die materielle Welt nehmen können, sie verändern können. Auch stellen wir fest, dass physische Umstände Veränderrungen unserer Psyche bewirken können. So kann zum Beispiel der Mangel an Sonnenlicht zu einem negativen Stimmungsbild führen (durch Ausschüttung von Neurohormonen erklärbar).

In der aktuellen Diskussion herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, wie das Verhältnis von Gehirn und Bewusstsein zu beschreiben ist und ob es zwischen geistigen und neuronalen Prozessen Kausalbeziehungen gibt.

Der psychophysische Parallelismus bestreitet eine Wechselwirkung zwischen dem Mentalen und der materiellen Welt. Physische Ereignisse treten demnach immer parallel zu einem psychischen Ereignis auf und umgekehrt. Damit ist zwar das Problem der Kausalbeziehung zwischen Körper und Geist umgangen, die Frage, wie die Korrespondenz zwischen psychischen und physischen Prozessen statt findet, wird jedoch aufgeworfen. Leibniz begegnet diesem Problem, indem er sich auf Gott beruft: Gott schuf eine prästabilierte Harmonie von mentalen und physischen Prozessen, die wie synchron laufende Uhren nebeneinander laufen. Diese Theorie beruht auf einem radikalen Determinismus. Spätere Vertreter wie Fechner oder Mach erklären die Korrespondenz so, dass mentale und neuronale Phänomene nur zwei Aspekte eines einzigen Vorgangs sind.

Der Epiphänomenalismus betrachtet psychische Zustände als Produkte physischer Einflüsse, bestreitet jedoch umgekehrt die kausale Wirksamkeit des Mentalen auf die materielle Welt.

Demnach sind psychische Prozesse nur Begleiterscheinungen physischer Vorgänge. Unter Berufung auf die Evolutionstheorie liesse sich hier einwenden, dass, angenommen das Bewusstsein wäre ein Epiphänomen, so wäre es im Laufe der Evolution nicht erhalten geblieben. Der erkenntnistheoretische Einwand lautet, dass wenn das Mentale ein Epiphänomen wäre, so könnten wir gar keine Kenntnis von ihm haben, denn Erkenntnis können wir nur von Sachverhalten haben, die kausale Wirkung ausüben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das Leib-Seele-Problem
Hochschule
Hochschule für Philosophie München  (Metaphysik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V24965
ISBN (eBook)
9783638277143
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leib-Seele-Problem
Arbeit zitieren
Stefan Rumpfinger (Autor), 2002, Das Leib-Seele-Problem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24965

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