Sportwissenschaftler beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit mit Überlegungen,
wie man Trainingsmethoden optimieren und effizienter gestalten kann. Dabei wurde
versucht, das in der kognitiven Psychologie schon seit längerer Zeit genutzte
Phänomen des mentalen Trainings, auf sportliche Bewegungsabläufe zu übertragen.
In der vorliegenden Hausarbeit wird zunächst auf die Definition und die Formen des
Mentalen Trainings einzugehen sein, um dann praxisrelevante Aspekte aufzeigen zu
können, die die Wirksamkeit vom Mentalen Training auf eine verbesserte
Bewegungsausführung nachzuweisen in der Lage sind. Im Anschluss daran wird die
Frage diskutiert, ob Mentales Training das körperlich durchzuführende Training
ersetzten kann.
Die in der Literatur für die Effizienz des Mentalen Trainings verantwortlich gemachten
Erklärungshypothesen werden auf Plausibilität geprüft. Eine empirische
Untersuchung zur Schwimmausbildung, bei der an Versuchs- und Kontrollgruppen
Daten im kognitiven und bewegungsstrukturellen Leistungsbereich erhoben und auf
statistisch signifikante Unterschiede geprüft wurden, stellt den Validierungsrahmen
für diese Ansätze dar. Dabei werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und auf die
Erwartungen im Hinblick auf die Wirksamkeit des Mentalen Trainings bezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mentales Training als Grundform des Psychologischen Trainings
3 Definition „Mentales Training“
4 Formen des Mentalen Trainings
5 Mentales Training in der Praxis
5.1 Allgemeine Voraussetzungen für die Durchführung eines Mentalen Trainings
5.2 Ablaufphasen eines Mentalen Trainings
5.3 Ein Beispiel aus der Praxis
6 Die Wirksamkeit des Mentalen Trainings
7 Kann Mentales Training das körperlich durchgeführte Techniktraining ersetzen?
8 Erklärungsansätze
8.1 Wie lässt sich die Wirksamkeit von Mentalem Training erklären?
8.2 Emotional- motivationaler Ansatz
8.3 Ideomotorische Hypothese
8.4 Programm- Hypothese
8.5 Kognitive Hypothese
8.6 KR- Frequenzhypothese
9 Empirische Untersuchung zur Modifikation der internen Repräsentation bewegungsstruktureller Merkmale durch Mentales Training von S. NARCISS
9.1 Problemstellung
9.2 Theoretischer Hintergrund
9.3 Methodisches zur Untersuchung
9.4 Erhebungsverfahren
9.5 Versuchspersonen und Design
9.6 Versuchsablauf
9.7 Ergebnisse
9.7.1 Kognitive Leistungen
9.7.2 Bewegungsstrukturelle Ergebnisse
10 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von mentalem Training als Ergänzung zum sportlichen Techniktraining. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern mentale Trainingsmethoden sportliche Bewegungsabläufe optimieren können und welche wissenschaftlichen Erklärungsansätze für deren Effektivität existieren.
- Grundlagen und Definitionen des mentalen Trainings
- Praktische Anwendungsphasen und Voraussetzungen
- Vergleich der Wirksamkeit von mentalem versus körperlichem Training
- Analyse psychologischer Erklärungsmodelle wie der ideomotorischen und kognitiven Hypothese
- Empirische Validierung anhand einer Untersuchung zur Schwimmausbildung
Auszug aus dem Buch
5.2 Ablaufphasen eines Mentalen Trainings
Man unterscheidet zwischen fünf Lernphasen des Mentalen Trainings:
In der ersten Phase wird die Handlung, das heißt die Bewegung, die trainiert werden soll, vom Trainer laut beschrieben und aufgeschrieben.
In der zweiten Phase passiert dasselbe wie in Phase 1, nur wird diesmal vom Sportler die Bewegung selbst durchgeführt.
In der dritten Phase wird die Handlung subvokal beschrieben, wobei dies solange wiederholt wird, bis der Sportler in der Lage ist, die Bewegung jederzeit abzurufen.
In der vierten Phase werden die „Knotenpunkte“ der Bewegung subvokal beschrieben. Unter „Knotenpunkten“ versteht man Stellen im Bewegungsablauf, die die Qualität der Ausführung entscheidend bestimmen.
In der fünften Phase werden die Knotenpunkte symbolisch markiert, das heißt sie werden mit einer verbalen Kurzformel versehen, so dass ein schneller Abruf möglich ist. Im Idealfall stellt die Kurzformel einen doppelten Bezug zur Bewegung her, nämlich inhaltlich und in ihrer Länge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Einführung in die Thematik der Optimierung von Trainingsmethoden durch kognitive Psychologie.
2 Mentales Training als Grundform des Psychologischen Trainings: Einordnung des mentalen Trainings in den Kontext allgemeiner psychologischer Trainingsformen zur Leistungsoptimierung.
3 Definition „Mentales Training“: Klärung des Begriffs als systematisches Sich-Vorstellen einer Bewegung zur Leistungsverbesserung ohne praktische Ausführung.
4 Formen des Mentalen Trainings: Differenzierung zwischen subvokalem, ideomotorischem und verdecktem Wahrnehmungstraining.
5 Mentales Training in der Praxis: Erläuterung der notwendigen Voraussetzungen, der fünf spezifischen Lernphasen und eines konkreten Praxisbeispiels.
6 Die Wirksamkeit des Mentalen Trainings: Zusammenfassung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Effektivität des mentalen Trainings bei verschiedenen Aufgabentypen.
7 Kann Mentales Training das körperlich durchgeführte Techniktraining ersetzen?: Diskussion über die Grenzen des mentalen Trainings und dessen Nutzen als sinnvolle Ergänzung.
8 Erklärungsansätze: Detaillierte Darstellung verschiedener Hypothesen (emotional-motivational, ideomotorisch, kognitiv etc.) zur Wirkungsweise mentalen Trainings.
9 Empirische Untersuchung zur Modifikation der internen Repräsentation bewegungsstruktureller Merkmale durch Mentales Training von S. NARCISS: Ausführliche methodische Beschreibung und Ergebnisanalyse einer Studie zum Brustschwimmen.
10 Schlussbetrachtung: Fazit zur Eignung des mentalen Trainings als ergänzende Methode in der sportlichen Ausbildung.
Schlüsselwörter
Mentales Training, Sportpsychologie, Bewegungsvorstellung, Kognitive Hypothese, Ideomotorik, Techniktraining, Bewegungsabläufe, Leistungsoptimierung, Mentale Repräsentation, Selbstinstruktion, Schwimmausbildung, Knotenpunkte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kerninhalt der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet das mentale Training als psychologische Methode zur systematischen Verbesserung von sportlichen Bewegungsabläufen und prüft deren theoretische sowie praktische Fundierung.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und den Formen des mentalen Trainings, den Voraussetzungen für die Praxis, der Wirksamkeit in verschiedenen Disziplinen und der kritischen Reflexion theoretischer Erklärungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen des mentalen Trainings als komplementäre Methode zum körperlichen Techniktraining wissenschaftlich einzuordnen und durch eine empirische Studie zu validieren.
Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?
Die Autorinnen kombinieren eine Literaturanalyse der verschiedenen Erklärungsansätze mit einer detaillierten empirischen Untersuchung, die kognitive und bewegungsstrukturelle Daten bei Schwimmern erhebt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Wirkungsweisen (wie die ideomotorische oder kognitive Hypothese) und eine spezifische Fallstudie nach S. Narciss zur zeitlichen Kopplung beim Brustschwimmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Mentales Training, Kognitive Repräsentation, Bewegungsoptimierung, Sportpsychologie und empirische Untersuchung.
Warum ist mentales Training laut der Arbeit kein Ersatz für körperliches Training?
Die Autorinnen führen aus, dass körperliches Training eine stärkere Wirkung zeigt und das mentale Training lediglich als sinnvolle, ergänzende Stütze dient, insbesondere in Regenerations- oder Verletzungsphasen.
Welche Bedeutung haben „Knotenpunkte“ im mentalen Training?
Knotenpunkte sind kritische Stellen im Bewegungsablauf, die entscheidend für die Qualität der sportlichen Ausführung sind und durch gezieltes mentales Training symbolisch markiert und abgerufen werden.
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- Yvonne Jaschkiewitz (Autor), Anna Prang (Autor), 2004, Mentales Training, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24968