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Inge Müller: Lyrik - Leben in der Diktatur.

Title: Inge Müller: Lyrik - Leben in der Diktatur.

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: gut (2)

Autor:in: Nadine Hartje (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Während der mündlichen Ausführung meines Referates war eine umfangreiche und detaillierte Interpretation der Lyrik Inge Müllers auch aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Da ich aber gerade Ihre Lyrik als sehr veranschaulichend , „einfach“ und vor allem zugänglich empfinde, bin ich an einer ausführlichen Interpretation ihrer Gedichte interessiert. Insbesondere haben auch einzelne Diskussionen und unterschiedliche Erklärungsansätze meiner Kommilitonen über Inge Müllers Gedichte meine Neugierde zusätzlich geweckt. Während meiner mündlichen Ausführung werde ich in dieser schriftlichen Ausarbeitung auf einige Themenaspekte nicht eingehen. Autobiographische Daten sowie die Zeit vor 1961 werden keine Rolle spielen. Damit ist der zeitliche Rahmen dieser Arbeit festgelegt, er bewegt sich von August 1961 bis Juni 1966. Gegenstände dieser Arbeit werden sein die Interpretation der Gedichte „EIN MENSCH STEHT AN DER MAUER“ und „ MASKEN“. Gewählt habe ich diese Gedichte unter anderem in Anbetracht ihres ungefähren Entstehungszeitraumes, beide verfaßt Inge Müller zu einem Zeitpunkt, während ihre Zukunft als Schriftstellerin entscheidend geprägt und verändert wird. Der Bereich DDR, ihr Umgang mit Kultur, ihre Ästhetik soll am Skandal um das gemeinsame Stück von Inge und Heiner Müller „Die Umsiedlerin“ veranschaulicht und thematisiert werden. Beispiellos verallgemeinert dieses Ereignis die Situation vom Umgang der DDR – Regierung mit nicht entsprechender Literatur sowie deren Schriftsteller.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gedichtanalyse „Ein Mensch steht an der Mauer“

2.1. Interpretation

2.2. Intention der Schriftstellerin

2.3. Sprache, Ton und Satzbau

3. Kulturpolitik und Ästhetik der DDR

3.1. Kulturpolitische Etappen der DDR

3.2. Ästhetik der DDR

3.3. Der politische Eklat um „Die Umsiedlerin“

4. Gedichtinterpretation „Masken“

4.1. Interpretation

4.2. Ton, Sprache und Ausdruck

4.3. Die Beziehung Schriftstellerin und Lyrisches Ich

5. Schlußwort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lyrik von Inge Müller im Kontext der politischen Verhältnisse und der Unterdrückung von Künstlern in der DDR. Das Ziel ist es, anhand der Gedichtanalysen zu „Ein Mensch steht an der Mauer“ und „Masken“ aufzuzeigen, wie die Schriftstellerin ihre persönliche Betroffenheit, ihre Entfremdung vom Staat und das Erleben von Zensur und Zwang künstlerisch verarbeitete.

  • Analyse der Wirkung kulturpolitischer Repressionen auf die literarische Freiheit
  • Untersuchung von Inge Müllers poetischer Reaktion auf den Mauerbau
  • Darstellung des Zusammenhangs zwischen individueller künstlerischer Identität und staatlicher Normierung
  • Skizzierung des kulturpolitischen Umfelds anhand des Eklats um „Die Umsiedlerin“

Auszug aus dem Buch

2. Gedichtanalyse „Ein Mensch steht an der Mauer“

Zum Einstieg habe ich die Interpretation des Gedichtes “Ein Mensch steht an der Mauer“ gewählt. Es entstand um den 13. August 1961, der Teilung Berlins, dem Mauerbau. Vermutlich ist es eine ganz persönliche Reaktion Inge Müllers auf die geschichtlichen Ereignisse, die damals vor Ihren Augen ihren Lauf nehmen.

Erstaunlich empfinde ich die ersten unterschiedlichen Reaktionen der Eheleute Müller auf dieses Ereignis. Heiner teilt Anfangs die unter vielen Schriftstellern verbreitete Meinung, “es ist die Hoffnung auf in Aussicht gestellte geschütztere Freiräume fürs Schreiben.“ (Geipel 2002, 203). Der Mauerbau stellt zu diesem Zeitpunkt eine Erleichterung dar, in keiner Art und Weise aber eine Einschränkung in seiner Arbeit und seinem Lebensraum. Seine Frau Inge hingegen verfaßt intuitiv ein Gedicht, das entsetzt, ängstlich und vorausschauend die Geschehnisse reflektiert.

In ihrem Gedicht “Ein Mensch steht an der Mauer“ beschreibt Inge in Umrissen die Szene einer Exekution. Ihr Schreibstil erinnert beim ersten Lesen an einen Bericht, vergleichbar mit dem eines Augenzeugen. Sie schreibt einfach, kurz und prägnant trotzdem entsteht keine Distanz zwischen Leser und Gedicht. Im Gegenteil, eine unwahrscheinlich erschreckende Nähe zu der umschriebenen Situation entsteht.

In der Art, wie sie beschreibt, steckt eine schonungslose Distanzlosigkeit, die sich auf den Leser auswirkt, indem das Gedicht erschreckt, beklemmt und traurig stimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den zeitlichen Rahmen der Analyse fest (1961–1966) und begründet die Auswahl der zwei Gedichte sowie die Thematisierung der DDR-Kulturpolitik.

2. Gedichtanalyse „Ein Mensch steht an der Mauer“: Dieses Kapitel interpretiert Inge Müllers Reaktion auf den Mauerbau und beleuchtet ihre Sicht auf die Bedrohung durch ein Regime, das menschliche Werte neu definiert.

3. Kulturpolitik und Ästhetik der DDR: Der Abschnitt erläutert die kulturpolitischen Etappen und den „sozialistischen Realismus“ und analysiert den Skandal um das Stück „Die Umsiedlerin“ als Exempel für staatliche Gängelung.

4. Gedichtinterpretation „Masken“: Dieses Kapitel untersucht die im Gedicht ausgedrückte Wut, Enttäuschung und Resignation gegenüber dem Staat und die Suche nach einer unmaskierten Identität.

5. Schlußwort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, wie Inge Müllers Gedichte ihr Leiden unter dem kulturpolitischen Diktat und ihre Desillusionierung authentisch festhalten.

Schlüsselwörter

Inge Müller, DDR, Kulturpolitik, Lyrik, Mauerbau, sozialistischer Realismus, Die Umsiedlerin, Zensur, Masken, Identität, Unterdrückung, Schriftstellerverband, DDR-Geschichte, Exekution, literarischer Ausdruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Lyrik der Schriftstellerin Inge Müller und untersucht, wie diese ihre Wahrnehmung des politischen Drucks und der kulturellen Repression in der DDR verarbeitete.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Fokus stehen die Themenkomplexe der staatlich verordneten DDR-Kulturpolitik, das Schicksal des Stücks „Die Umsiedlerin“ sowie die lyrische Thematisierung von individueller Identität und Freiheit innerhalb eines diktatorischen Systems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Entwicklung von Inge Müllers schriftstellerischem Ausdruck im Kontext der politischen Einschnitte zwischen 1961 und 1966 zu beleuchten und ihre lyrische Auseinandersetzung mit der Situation als Schriftstellerin in der DDR aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Gedichtinterpretation unter Einbeziehung des historischen und kulturpolitischen Kontextes der DDR, um die Intention und Symbolik der ausgewählten Werke zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation der Gedichte „Ein Mensch steht an der Mauer“ und „Masken“ sowie eine Analyse des politischen Klimas und des Eklats um das Theaterstück „Die Umsiedlerin“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Inge Müller, Mauerbau, DDR-Kulturpolitik, literarische Identität, sozialistischer Realismus und politische Repression.

Inwiefern hat der Mauerbau Inge Müllers literarisches Schaffen beeinflusst?

Der Mauerbau wird im Werk als tiefer Einschnitt gedeutet, der bei der Autorin Ängste und eine Entfremdung auslöste, welche sie in ihren Gedichten als Verlust von Freiheit und Individualität thematisierte.

Welche Rolle spielt der Skandal um das Stück „Die Umsiedlerin“ für die Argumentation?

Das Stück dient als Fallbeispiel, um den bürokratischen und ideologischen Umgang des SED-Staates mit Literatur und Schriftstellern zu veranschaulichen, die nicht den offiziellen Vorgaben entsprachen.

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Details

Title
Inge Müller: Lyrik - Leben in der Diktatur.
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur 1)
Course
Proseminar Heiner Müller; Theaterstücke, Lyrik, Prosatexte - Einführung in das Werk.
Grade
gut (2)
Author
Nadine Hartje (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V24974
ISBN (eBook)
9783638277204
Language
German
Tags
Inge Müller Lyrik Leben Diktatur Proseminar Heiner Müller Theaterstücke Lyrik Prosatexte Einführung Werk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Hartje (Author), 2003, Inge Müller: Lyrik - Leben in der Diktatur., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24974
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