Kanga im Textilunterricht der Grundschule. Unterrichtsentwurf zum neuen Lehrplan 2004 in Baden-Württemberg


Unterrichtsentwurf, 2004
15 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse

2. Didaktische Analyse:
2.1 Sachanalyse
2.2 Einordnung in den Unterricht
2.3 Entscheidungen im Bereich der Intentionalität und Thematik
2.4 Lernziele

3. Methodische Überlegungen:
3.1 Verfahren
3.2 Organisationsstruktur
3.3 Unterrichtsform
3.4 Lernzielkontrolle
3.5 Unterrichtsfolge

4. Unterrichtshilfen

5. Literaturangaben

6. Bilder über die Entstehung einer Kanga

1. Bedingungsanalyse

Da es sich bei der geplanten Stunde um eine Art Kleinprojekt handelt, bei der das selbstständige und verantwortungsvolle Arbeiten Vorraussetzung ist, halte ich ein 3. und 4. Klasse für angemessen. Die SchülerInnen müssen jedoch die Regeln der Freiarbeit kennen und einhalten. Für den Verlauf der Stunde erscheint es mir sinnvoll, kleine Gruppen mit je 4 SchülerInnen zu bilden, in der ein Bildungsgefälle besteht, sodass die schwächeren SchülerInnen auf die Gruppen verteilt werden um gleich starke Gemeinschaften zu haben. Von den einzelnen Gruppen werden sie getragen und sind ein gleichwichtiger Partner bei der Arbeit.

Anthropogene / Soziokulturelle Voraussetzungen:

- Kinder ab 9 Jahren
- das Drucken mit einem Druckstock sollte ihnen bekannt sein, um eine unnötig lange Demonstrationsphase einzusparen und um den SchülerInnen eine größere Erfolgsaussicht zu ermöglichen

2. Didaktische Analyse:

2.1 Sachanalyse

Die Kanga

Mit ihrer rechteckigen Form stellt die Kanga, das afrikanische Wickelkleid, ein denkbar einfaches Formprinzip dar. Die Kanga wird aus leichtem, kühlendem Baumwollstoff angefertigt, den im Batik oder Druckverfahren aufgedruckte, leuchtende Farben zieren. Die Muster orientieren sich entweder an der Webkante oder an der Stoffmitte und haben oftmals eine symbolische Bedeutung.

Es gibt verschiedene Arten, die Kanga um den Körper zu wickeln. Je nach Geschmack, Klima und Funktion wird die Kanga ohne Nadeln und Ösen um die Hüfte, Die Brust, den Kopf oder schräg über die Schulter gewunden. Auch kann man sie so binden, dass auf dem Rücken eine Trageschlinge für ein Kleinkind entsteht.

In den ländlichen Gebieten Tansanias ist die Kanga immer noch das populärste Kleidungsstück der Frau.

Die Kanga hat viele Verwandte: das ägyptische Lendentuch, den indischen Sari und die römische Toga. Charakteristisch für all diese nahtlosen Gewänder ist, dass sie aus einem flachen, sorgfältig ausgewählten Stück Stoff bestehen und beim Tragen die Form eines dreidimensionalen Kleides erhält.

Das Drucken

Stoffdruck ist ein Verfahren zur farblichen Gestaltung von Gewebe. Mit Hilfe eines Druckstockes wird die Stofffläche gemustert. Der technische Ablauf ist einfach und übersichtlich. Farbe wird mit einem Schwämmchen (Druckwalze, Pinsel...) auf den Druckstock gebracht und in der Form seiner Druckfläche auf dem Gewebe abgedruckt. dieser Vorgang lässt sich beliebig wiederholen. Es entsteht ein Muster, eine ornamentale Ordnung, eine rhythmische Spur. Technik und Form sind dabei wechselseitig aufeinander bezogen.

Bei dieser Form des Druckens bzw. Stempelns, handelt es sich um ein Hochdruckverfahren. Die Druckform ist erhaben in Reliefform ausgearbeitet, das heißt, man druckt die stehen gebliebenen Flächen ab.

2.2 Einordnung in den Unterricht

Die geplante Stunde befindet sich in dem Kleinprojekt „Kanga für die Klasse" (Idee entnommen aus HTW Praxis 6/2002)

Hierfür werden ca. 3 Doppelstunden benötigt, sowie Zeit für eine Präsentation. Dieses Projekt lässt sich in den neuen Lehrplan, gültig ab 2004, wie folgt einordnen:

- Der Themenbereich Kinder in der Welt beinhaltet den Unterpunkt Bekleidung anderer Kulturen, darunter fällt wieder die Lerneinheit Gestaltungselemente anderer Kulturen. Das bedrucken afrikanischer Tücher, bzw. das Gestalten eines Kangas bietet den SchülerInnen die Möglichkeit, ein Gestaltungselement Afrikas kennen zu lernen und dieses auszuprobieren.

Das Kleinprojekt:

- Das mitzubringende Material wird schon frühzeitig angekündigt und in der Schule gesammelt.

- 1/2 Bettlaken pro SchülerInn
- Zwiebelschalen und Schwarztee zum Färben

In der 1. Doppelstunde des Projekts wird unter dem Aspekt HUS das Thema Afrika eingeführt. Gearbeitet wird in der Stunde mit verschiedenen Karten (Welt-, Europa- und Afrikakarte), Dias, Bildern, Bücher rund um das Leben in Afrika. Ziel dieser Stunde ist es, de SchülerInnen einen Eindruck des Kontinents zu vermitteln und ihnen Einblicke in das Leben verschiedener Völker zu ermöglichen und etwas von deren Kulturen zu erfahren.

In der 2. Doppelstunde wird der Aspekt der Farben und der Muster herausgegriffen und somit auf den textilen Aspekt verwiesen. Gemeinsam werden die Farben angesetzt um die alten Bettlaken zu färben. Dabei werden Naturmaterialien genutzt um einen möglichst natürlichen Farbton herzustellen. Während die Stoffe "ziehen", haben die Schüler die Möglichkeit, sich in Bildbänden, Bildern oder am PC (CD-Rom) die Muster der afrikanischen Kangas einmal genau anzuschauen. Dies dient als erste Vorlage für das Entwerfen des Druckstocks in der folgenden Stunde. Die gefärbten Stoffe werden aufgehängt, sodass sie zur nächsten Projekteinheit trocken sind.

In der 3. Doppelstunde werden die SchülerInnen ihre Druckstöcke entwerfen und herstellen um mit Stofffarbe ihre Kangas bedrucken zu können Weiterhin üben die Schüler ein kleinen afrikanischen Tanz ein, der bei der Präsentation den Gästen vorgeführt wird. Dabei stellen die SchülerInnen ihre eigenen Werke vor und erhalten Lob und Anerkennung durch die Besucher.

2.3 Entscheidungen im Bereich der Intentionalität und Thematik Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung:

In unserer Globalen Gesellschaft wird es immer wichtiger, die Traditionen, Kulturen Bräuche und den Glauben unserer Mitmenschen zu kennen um sie verstehen zu können. Der Interkulturelle Gedanke wird im neuen Lehrplan vor allem mit dem Bereich Kinder in der Welt aufgegriffen. Die SchülerInnen sollen für das anders sein empfänglich gemacht werden, sie sollen die Möglichkeiten, die Vielfalt und den damit verbundenen Reichtum kennen lernen. Die Möglichkeit, durch eigene Erfahrung bei der Herstellung eines afrikanischen Gewandes einen Einblick in die fremde Kultur zu geben, wird in dieser Stunde ermöglicht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kanga im Textilunterricht der Grundschule. Unterrichtsentwurf zum neuen Lehrplan 2004 in Baden-Württemberg
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau  (Institut für Technik, Haushalt und Textil)
Veranstaltung
Ästhetische Erziehung im Textilunterricht der Grundschule
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V25101
ISBN (eBook)
9783638278263
ISBN (Buch)
9783668269477
Dateigröße
935 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kanga, Klasse, Unterrichtsentwurf, Lehrplan, Baden-Württemberg, Erziehung, Textilunterricht, Grundschule
Arbeit zitieren
Cathrin Dehmer (Autor), 2004, Kanga im Textilunterricht der Grundschule. Unterrichtsentwurf zum neuen Lehrplan 2004 in Baden-Württemberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25101

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