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Enthospitalisierung und Empowerment. Die Rolle von SA/SP bei der Assistenz von Menschen, die als geistig behindert gelten

Title: Enthospitalisierung und Empowerment. Die Rolle von SA/SP bei der Assistenz von Menschen, die als geistig behindert gelten

Diploma Thesis , 1998 , 103 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jochen Amsink (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit entstand anläßlich meines Studiums zum Diplom-Sozialpädagogen an der Fachhochschule Niederrhein in Mönchengladbach.

Diese Arbeit handelt von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, neue Wege in der Arbeit mit Menschen, die als geistig behindert gelten, zu erschließen.

Empowerment halte ich für eine Chance, neue Sichtweisen in der Behindertenhilfe und von den Menschen, die dort betreut werden, zu ermöglichen. Menschen mit Behinderung sind Menschen und erst dann behindert. Diese Erkenntnis hat sich bis heute noch nicht durchgesetzt.

Mit meiner Arbeit möchte ich darstellen, daß es viele Bereiche gibt, in denen Menschen mit einer geistigen Behinderung selbstbestimmt und autonom handeln können. Bevor das aber soweit ist, müssen die Faktoren bekämpft werden, die zur Hospitalisierung der Menschen mit geistiger Behinderung geführt haben.

Die Rolle der Sozialarbeit muß sich ändern. Sozialarbeit wird als Assistent des Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten. Daß das eine Veränderung des Rollenverständnisses beinhaltet, werde ich darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN

2.1 GEISTIGE BEHINDERUNG AUS GESETZLICHER UND LEISTUNGSRECHTLICHER SICHT

2.1.1 Eingliederungshilfe

2.1.1.1 Wohnen

2.1.1.2 Arbeit

2.1.1.3 Frühförderung

2.1.2 Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

2.2 GEISTIGE BEHINDERUNG AUS SICHT DER BETROFFENEN PERSON

3 HOSPITALISIERUNG VON MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN

3.1 IDEOLOGISCHE BZW. KONZEPTIONELLE GRÜNDE FÜR HOSPITALISIERUNG

3.2 STRUKTURELLE (ORGANISATORISCHE) GRÜNDE FÜR HOSPITALISIERUNG

3.3 MITARBEITERBEZOGENE GRÜNDE FÜR HOSPITALISIERUNG

3.4 AUSWIRKUNG VON HOSPITALISIERUNG AUF DEN MENSCHEN MIT EINER GEISTIGEN BEHINDERUNG

3.5 FAZIT

4 ENTHOSPITALISIERUNG VON MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN

5 DIE EMPOWERMENT-IDEE

5.1 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DES EMPOWERMENT

5.2 EBENEN DES EMPOWERMENT

5.2.1 Individuelle Ebene

5.2.2 Gruppen- und Organisationsebene

5.2.3 Strukturelle Ebene

5.2.4 Fazit

5.3 INHALTLICHE SCHWERPUNKTE DES EMPOWERMENT

5.3.1 Wichtige Werte bzw. die Philosophie des Empowerment

5.3.2 Methoden, die Empowerment ermöglichen

5.3.2.1 Beratung für einzelne Personen

5.3.2.2 Soziale Gruppenarbeit

5.4 EMPOWERMENT UND SOZIALE ARBEIT

5.5 PROBLEME/KRITIK

6 EMPOWERMENT UND GEISTIGE BEHINDERUNG

6.1 SELBSTBESTIMMUNG

6.2 CHANCENGLEICHHEIT UND GERECHTIGKEIT SOWIE DEMOKRATISCHE PARTIZIPATION

6.3 ASSISTENZ

6.4 EMPOWERMENT UND PEOPLE FIRST GRUPPEN

7 MÖGLICHKEITEN, UM EMPOWERMENT FÜR MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG ZU REALISIEREN

7.1 INDIVIDUELLE ZUKUNFTSPLANUNG

7.1.1 Individuelle Entwicklungsplanung der Lebenshilfe Wien

7.1.2 „I want my Dream!“ Persönliche Zukunftsplanung zusammengestellt von S. Doose

7.2 ERWACHSENENBILDUNG

7.3 SELBSTHILFEGRUPPEN

8 KONSEQUENZEN FÜR DIE ENTHOSPITALISIERUNG - SCHLUBWORT

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Empowerment-Konzept als Strategie zur Enthospitalisierung von Menschen mit geistiger Behinderung, mit dem Ziel, deren Selbstbestimmung und Teilhabe durch moderne Assistenzmodelle statt fremdbestimmter Betreuung zu fördern.

  • Historische und strukturelle Ursachen der Hospitalisierung in Behinderteneinrichtungen.
  • Entwicklung und theoretische Fundierung der Empowerment-Idee und deren Transfer auf den Behindertenbereich.
  • Die Neudefinition der Rolle professioneller Akteure vom Betreuer zum Assistenten.
  • Praktische Methoden wie die Individuelle Zukunftsplanung zur Realisierung von Empowerment.

Auszug aus dem Buch

3.4 Auswirkung von Hospitalisierung auf den Menschen mit einer geistigen Behinderung

HÄHNER (1997a, 124) zeigt auf, daß Menschen mit Behinderung sich gegenüber anderen Menschen nur schwer abgrenzen können. Er sieht das als „.... eine von verschiedenen Erklärungsansätzen, warum sie sich so wenig als Person wahrnehmen und so intensiv nach außen orientiert sind, d.h., sich an dem orientieren, was ihnen von ihren Bezugspersonen vorgegeben wird. Diese Distanzlosigkeit (die, nebenbei bemerkt, Menschen mit Behinderungen sehr oft als eine Eigenschaft unterstellt wird) ist Produkt der Tatsache, daß eine eigenständige Entwicklung nicht gestattet wird.“

Ich halte es für wichtig, den Begriff „erlernte Hilflosigkeit“, der meiner Meinung nach ein elementarer Bestandteil der Hospitalisierung von Menschen, die als geistig behindert gelten, ist, differenziert darzustellen.

Exkurs: erlernte Hilflosigkeit

Die Situation mit ihrer allumfassenden Fremdbestimmung, der Zentralversorgung und den bürokratischen Strukturen sorgt bei dem Menschen mit einer Behinderung für ein Gefühl der Machtlosigkeit. Machtlosigkeit ist ein zentrales Element der Theorie der „erlernten Hilflosigkeit“, von der viele Menschen in Einrichtungen betroffen sind und die ich jetzt darstellen werde.

In eine Situation der Hilflosigkeit gelangt man, wenn man keine Möglichkeit sieht, eine Krisensituation mit eigenen Mitteln zu lösen. Man fühlt sich in dieser Situation völlig machtlos. Für FREIRE (1973, zit. n. HERRIGER 1997, 52) entsteht Machtlosigkeit dort, wo der einzelne lernt, sich als Objekt zu begreifen, das von Umweltgegebenheiten abhängig ist, nicht aber als Subjekt, das die Lebenswelt aktiv und produktiv zu gestalten vermag. Zudem äußert er, daß die Person mit der Einübung der Objektrolle alle tauglichen Werkzeuge für die eigengesteuerte Konstruktion sozialer Wirklichkeiten verliert: „Machtlosigkeit, so FREIRE, spiegelt sich so in der passiven Hinnahme repressiver soziokultureller Gegebenheiten und in der Verneinung der eigenen Ansprüche auf Lebenssouveränität in einer ‚Kultur des Schweigens’ (culture of silence)“ (HERRIGER 1997, 52).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der historischen und aktuellen Situation der Sozialarbeit und der Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland.

2 MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN: Definition des Personenkreises aus gesetzlicher Sicht und Reflexion der persönlichen Sichtweisen Betroffener.

3 HOSPITALISIERUNG VON MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN: Analyse der ideologischen, strukturellen und mitarbeiterbezogenen Gründe für Hospitalisierung sowie der psychischen Folgen.

4 ENTHOSPITALISIERUNG VON MENSCHEN, DIE ALS GEISTIG BEHINDERT GELTEN: Diskussion von notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen und regionalen Ansätzen zur Lebensweltorientierung.

5 DIE EMPOWERMENT-IDEE: Einführung in die Geschichte, die Ebenen und die inhaltlichen Schwerpunkte des Empowerment-Konzepts.

6 EMPOWERMENT UND GEISTIGE BEHINDERUNG: Gegenüberstellung traditioneller Behindertenhilfe und des Empowerment-Konzepts mit Fokus auf Assistenz und Selbstbestimmung.

7 MÖGLICHKEITEN, UM EMPOWERMENT FÜR MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG ZU REALISIEREN: Vorstellung praktischer Methoden wie Individueller Zukunftsplanung und Erwachsenenbildung.

8 KONSEQUENZEN FÜR DIE ENTHOSPITALISIERUNG - SCHLUBWORT: Zusammenfassendes Plädoyer für den Paradigmenwechsel hin zu einem Assistenz-Modell in der Behindertenhilfe.

Schlüsselwörter

Empowerment, Enthospitalisierung, geistige Behinderung, Assistenz, Selbstbestimmung, erlernte Hilflosigkeit, soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Individuelle Zukunftsplanung, Behindertenhilfe, Normalisierungsprinzip, Selbsthilfegruppen, soziale Integration, Teilhabe, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation von Menschen, die als geistig behindert gelten, und kritisiert die Strukturen der stationären Behindertenhilfe, die zu Hospitalisierung und Fremdbestimmung führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Auswirkungen von Anstaltsunterbringung, die Philosophie des Empowerment und die Transformation der Rolle professioneller Fachkräfte hin zur Assistenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Empowerment-Konzept dazu beitragen kann, Menschen mit geistiger Behinderung aus hospitalisierenden Strukturen zu befreien und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse sozialpädagogischer Fachliteratur, Konzepte zur Zukunftsplanung und soziologischer Theorien zur Institutionenkritik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Hospitalisierung, die theoretische Einführung des Empowerment, die Anwendung dieses Konzepts auf Menschen mit geistiger Behinderung und die Vorstellung praktischer Instrumente der Zukunftsplanung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Empowerment, Enthospitalisierung, Selbstbestimmung, Assistenz und Lebensweltorientierung charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das Konzept der „erlernten Hilflosigkeit“ für die Arbeit?

Es dient als zentrales Erklärungsmodell für die psychischen Folgen der totalen Institution, durch die Menschen mit Behinderung verlernen, ihre Umwelt aktiv zu gestalten und an sich selbst als handelndes Subjekt zu glauben.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Betreuer“ und „Assistent“ so wichtig?

Die Unterscheidung markiert den Übergang von einem fürsorglichen, aber fremdbestimmenden Modell (Betreuer) zu einem dialogischen Modell, in dem die Fachkraft den Willen des behinderten Menschen umsetzt und ihn bei der Zielerreichung unterstützt (Assistent).

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Details

Title
Enthospitalisierung und Empowerment. Die Rolle von SA/SP bei der Assistenz von Menschen, die als geistig behindert gelten
College
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach  (FB Sozialwesen)
Grade
1,7
Author
Jochen Amsink (Author)
Publication Year
1998
Pages
103
Catalog Number
V2521
ISBN (eBook)
9783638115315
ISBN (Book)
9783638686600
Language
German
Tags
Enthospitalisierung Empowerment Rolle SA/SP Assistenz Menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jochen Amsink (Author), 1998, Enthospitalisierung und Empowerment. Die Rolle von SA/SP bei der Assistenz von Menschen, die als geistig behindert gelten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2521
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