Aufgrund der zunehmenden Dynamik auf den Märkten, der steigenden Komplexität der Aufgaben sowie der schwierigen wirtschaftlichen Situation der letzten Jahre haben sich für Unternehmen neue Anforderungen ergeben. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben sind Anpassungsfähigkeit, Schnelligkeit sowie ganzheitliches Denken nötig. Das Wissen vieler Spezialisten muss zusammengeführt werden und die einzelnen Arbeiten sind weitgehend parallel auszuführen. Viele Aufgaben können nur fach- und abteilungsübergreifend gelöst werden. Unternehmen sind daher gezwungen, sich alternativ zum Liniensystem neu zu organisieren. Wie die folgende Abbildung zeigt, muss ein zielorientiertes Vorgehen in kleineren Teams ermöglicht und flache, flexible Organisationsformen geschaffen werden.
Projekte gewinnen daher immer mehr an Bedeutung und bestimmen verstärkt den Alltag der Unternehmenspraxis. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, für die Projektarbeit das Kerngeschäft darstellt, wie z.B. Unternehmen der Baubranche, der Software- und IT-Entwicklungsbranche, Beratungsunternehmen oder Unternehmen im Industrieanlagenbau. Genauso betroffen sind Unternehmen, die keine reinen Projekteinzelfertiger sind, sondern aufwändige, intern orientierte Projekte überwachen müssen. Beispiele hierfür sind die Installation komplexer Software, die Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen oder Prozess-Optimierungen sowie die Entwicklung neuer Produkte.
Aufgrund der hohen Bedeutung der Projektarbeit für den derzeitigen und zukünftigen Unternehmenserfolg ist es wichtig, Projektmanagement ernsthafter, konsequenter und sorgfältiger wahrzunehmen, um somit das Scheitern der Projekte zu verhindern. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Kosten. Die Budgets werden oft knapper und es gilt, mit immer weniger Geld auszukommen. Wer sein Projekt erfolgreich beenden möchte, muss daher die Kosten in den Griff bekommen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Vorbemerkung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 KOSTENMANAGEMENT ALS TEIL DES PROJEKTMANAGEMENTS
2.1 Das Projekt
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Projektarten
2.2 Projektmanagement
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Entwicklung des Projektmanagements
2.2.3 Aufgaben und Zielbereiche
2.3 Kostenmanagement im Projekt
3 KOSTENPLANUNG
3.1 Kostenplanung als Teil der Projektplanung
3.2 Aufgabe der Kostenplanung
3.3 Kostenschätzung
3.3.1 Prinzip der Schätzmethoden
3.3.1.1 Algorithmische Methoden
3.3.1.2 Vergleichsmethoden
3.3.1.3 Kennzahlenmethoden
3.3.1.4 Expertenbefragungen
3.3.2 Problematik der Kostenschätzung
3.4 Detaillierte Kostenplanung
3.4.1 Zusammenhang zwischen Projektkostenrechnung und UNTERNEHMENSKOSTENRECHNUNG
3.4.2 Vorgehen bei der detaillierten Kostenplanung
3.4.2.1 Ausgangsbasis
3.4.2.2 Erfassung und Bewertung der Kostenarten
3.4.2.3 Zuordnung der Kostenarten zu Kostenträgern
3.4.2.4 Projektkalkulation (Vorkalkulation)
3.4.2.5 Verteilung der Plankosten über die Projektdauer
3.4.3 Abstimmung der Kostenplanung mit der Liquiditätsplanung
3.4.4 Allgemeine Hinweise zur Projektkostenplanung
4 KOSTENÜBERWACHUNG
4.1 Ziel und Aufgabe
4.2 Mitkalkulation (Plan-Ist-Vergleich)
4.2.1 Erfassung der Istkosten
4.2.2 Vergleich von Ist- und Plankosten
4.3 Kosten-Trendanalyse (Plan-Plan-Vergleich)
4.3.1 Beschreibung der Methode
4.3.2 Vor- und Nachteile
4.4 Earned-Value-Analyse (Plan-Soll-Ist-Vergleich)
4.4.1 Notwendigkeit einer integrierten Projektüberwachung
4.4.2 Begriffsbestimmung
4.4.3 Beschreibung der Methode
4.4.3.1 Ermittlung der Kennzahlen
4.4.3.2 Interpretation der Daten
4.4.4 Hinweise zur Anwendung
4.4.5 Zahlenbeispiel
4.4.6 Beurteilung der Methode
5 KOSTENSTEUERUNG
5.1 Prinzip der Kostensteuerung
5.2 Ursachenanalyse
5.2.1 Ziel und Aufgabe
5.2.2 Beschreibung der Analysemethoden
5.3 Steuerungsmaßnahmen
5.3.1 Hinweise zur Auswahl
5.3.2 Mögliche Verfahren und Maßnahmen zur Kostensenkung
6 PROJEKTABSCHLUSS
6.1 Nachkalkulation
6.2 Erfahrungssicherung
7 AUSBLICK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, ein modernes Projektkostenmanagement vorzustellen, das speziell auf die finanziellen Anforderungen von Projekten ausgerichtet ist. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie durch Elemente, Verfahren und Methoden eine flexible Steuerung erreicht werden kann, um Kostenüberschreitungen zu vermeiden und den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten.
- Grundlagen und theoretische Einordnung des Kostenmanagements im Projektmanagement.
- Methoden der Projektkostenplanung, inklusive detaillierter Kostenschätzverfahren.
- Instrumente zur Kostenüberwachung, mit besonderem Fokus auf die Earned-Value-Analyse.
- Strategien zur Kostensteuerung und Ursachenanalyse bei Planabweichungen.
- Projektabschluss durch Nachkalkulation und Methoden der Erfahrungssicherung für Folgeprojekte.
Auszug aus dem Buch
3.3.1.2 Vergleichsmethoden
Die nächste Gruppe der Kostenschätzmethoden bilden die Vergleichsmethoden. Diese versuchen gemäß Burghardt (2002) einen Bezug zwischen dem geplanten Vorhaben und vergangenen Projekten herzustellen. Hierzu bedienen sie sich Erfahrungsdaten abgeschlossener Objekte unter Verwendung von aussagekräftigen Vergleichskriterien. Voraussetzung für die Anwendbarkeit von Vergleichsmethoden ist eine Erfahrungsdatenbank, in der die systematisch gesammelten Daten vergangener Projekte gespeichert sind. Der große Vorteil dieser Methodengruppe ist, dass sie sowohl für SW- als auch HW-Entwicklungen bereits in der Frühphase des Projektes genutzt werden kann. Zu den Vergleichsmethoden zählt die Fachliteratur die sogenannten „Analogiemethoden“ und die „Relationsmethoden“.
Wie unter anderem Litke (1995) schildert, wird bei den Analogiemethoden das zu untersuchende Projekt nach bestimmten Kriterien mit abgeschlossenen Projekten verglichen. Mögliche Kriterien sind laut Bundschuh u.a. (1991) z.B. der Leistungsumfang oder die Anzahl der Programme eines Software-Produktes, die Zeitdauer, die Produktivität des Personals usw. Die Erfahrungen des Schätzers sind hierbei sehr wichtig. Es soll ein ähnliches Projekt gefunden werden, anhand dessen dann Analogieschlüsse auf das künftige Projekt hinsichtlich Kosten angestellt werden.
Bei den Relationsmethoden wird, so Litke (1995), wie bei den Analogiemethoden auch, das neue Projekt mit abgeschlossenen Projekten verglichen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass der Vergleich der Kriterien mit Hilfe von Indizes erfolgt. Durch diesen formalisierten Ablauf wird der Schätzer unterstützt und ist nicht ausschließlich auf die Nutzung seiner Erfahrungen beschränkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die wachsende Bedeutung von Projektmanagement und die Notwendigkeit eines effektiven Kostenmanagements zur Vermeidung von Budgetüberschreitungen.
2 KOSTENMANAGEMENT ALS TEIL DES PROJEKTMANAGEMENTS: Vermittlung von theoretischem Grundlagenwissen zu Projektarten, Projektmanagement und der spezifischen Rolle des Kostenmanagements.
3 KOSTENPLANUNG: Detaillierte Erläuterung der verschiedenen Kostenschätzverfahren und des Ablaufs einer detaillierten Kostenplanung als Basis für den Projekterfolg.
4 KOSTENÜBERWACHUNG: Vorstellung von Instrumenten zur Kostenerfassung und -kontrolle, wobei die Earned-Value-Analyse als zentrales und effektives Analyseinstrument behandelt wird.
5 KOSTENSTEUERUNG: Darstellung von Methoden zur Ursachenanalyse bei Kostenabweichungen sowie Möglichkeiten zur aktiven Beeinflussung der Kostensituation.
6 PROJEKTABSCHLUSS: Betrachtung der Nachkalkulation und der systematischen Erfahrungssicherung, um die Basis für zukünftige Projekte zu optimieren.
7 AUSBLICK: Zusammenfassung zukünftiger Trends wie Globalisierung und steigender Innovationsdruck, die eine strategische Weiterentwicklung des Kostenmanagements erfordern.
Schlüsselwörter
Projektkostenmanagement, Projektmanagement, Kostenplanung, Kostenschätzung, Projektüberwachung, Kostensteuerung, Earned-Value-Analyse, Nachkalkulation, Budget, Ressourcen, Plan-Ist-Vergleich, Kostenartenrechnung, Projektstrukturplan, Meilensteine, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung des Kostenmanagements innerhalb von Projekten, um die Einhaltung von Budgets sicherzustellen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Kostenplanung, Kostenüberwachung, Kostensteuerung sowie den formellen Projektabschluss.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, dem Projektleiter Verfahren und Methoden an die Hand zu geben, um Kostenrisiken frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Managementkonzepte und der systematischen Darstellung relevanter Instrumente wie der Earned-Value-Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen des "Idealdurchlaufs" eines Projektes: Planung, Überwachung und Steuerung, jeweils mit detaillierter Beschreibung der methodischen Vorgehensweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Projektkostenmanagement, Earned-Value-Analyse, Kostenschätzung und Plan-Ist-Vergleich charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das 90-Prozent-Syndrom in dieser Arbeit?
Es wird als kritisches Problem bei der Schätzung des Fertigstellungsgrades erläutert, bei dem Verantwortliche dazu neigen, den Fortschritt bei 90 Prozent "festzuhalten", ohne den tatsächlichen Restaufwand realistisch zu bewerten.
Warum ist die Earned-Value-Analyse für das Projekt-Controlling so wichtig?
Sie gilt als das aussagekräftigste Instrument, da sie Kosten, Leistung und Zeit integriert betrachtet und somit eine objektive Prognose des Projektverlaufs ermöglicht.
- Quote paper
- Silvana Vrdoljak (Author), 2004, Kostenmanagement im Projekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25221