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Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht

Title: Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht

Seminar Paper , 2004 , 11 Pages , Grade: 1

Autor:in: Oliver Marc Siegl (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

Catulls Widmungsgedicht eingehend zu analysieren und interpretieren, soll Ziel
folgender Arbeit sein. Ausgangspunkt dieser Betrachtung muss auch und gerade die
Erst-Stellung des Gedichtes im Gesamtkorpus sein; denn die Annahme, dass am Beginn
einer Gedichtsammlung ein Blick auf das folgende Werk geworfen, aber auch
grundsätzlich das Wesen der eigenen Dichtung abgesteckt wird, liegt nahe. Die in der
Forschung vieldiskutierte Frage, ob der Autor selbst oder ein späterer Editor Urheber
des uns heute vorliegenden Gedichtbuches ist und carmen 1 ursprünglich nur einer
kleineren Sammlung von Gedichten voran stand,1 soll in dieser Arbeit jedoch außen vor
bleiben.
Nach einer Gliederung mit knapper Rekapitulation des Inhalts und einiger textkritischer
Anmerkungen, in deren Zentrum der umstrittene 9. Vers steht, entwickelt der
interpretatorische Teil folgende These: Catulls Widmungsgedicht enthält die 2 Ebenen
von Außen und Innen, von Oberfläche und Inhalt. Doch erst der Blick auf die zweite,
tiefer liegende Ebene offenbart die Intention des Dichters. Indem er sich nämlich
einerseits in die Tradition alexandrinischer Dichtung nach Art des Kallimachos stellt
und andererseits auch seine Vorliebe für den ironischen Witz gegenüber anderen wie
sich selbst aufblitzen lässt, macht er carmen 1 zu einem durch und durch
programmatischen Gedicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse und Interpretation von carmen 1

2.1 Übersetzung, Gliederung und Paraphrase

2.2 Textkritische Anmerkungen

2.3 Interpretation

2.3.1 Das Spiel mit Außen und Innen

2.3.2 Catulls Verhältnis zu Cornelius Nepos

3 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Catulls erstes Gedicht (carmen 1) als programmatisches Widmungsgedicht zu analysieren und zu interpretieren. Dabei wird die These untersucht, dass das Gedicht durch ein metaphorisches Spiel zwischen der physischen Buchform (Außen) und dem literarischen Inhalt (Innen) den poetischen Anspruch des Dichters in der Tradition der Alexandriner definiert.

  • Analyse der Erst-Stellung des Gedichts im Gesamtkorpus und dessen Bedeutung als Programm.
  • Untersuchung der metaphorischen Ebenen und der literaturkritischen Konnotationen einzelner Begriffe.
  • Deutung der Beziehung zwischen Catull und Cornelius Nepos vor dem Hintergrund poetologischer Ironie.
  • Einordnung des Werks in die kallimacheische Tradition und Abgrenzung gegenüber dem Epos.

Auszug aus dem Buch

Das Spiel mit Außen und Innen

Schon in der prospektivischen Frage der ersten beiden Verse eröffnet sich die ganze Bandbreite an Bedeutungen. Das Gedicht ist determiniert durch zwei unterschiedliche semantische Bereiche, dem des physisch fassbaren libellus und dem des literarischen Inhalts. Entscheidend für das Verständnis ist hierbei, über den ersten, nahe liegenden Bedeutungshorizont hinaus auch den zweiten adäquat zu erfassen, indem das Bedeutungsspektrum der Begriffe en detail erfasst wird.

Bereits die Verkleinerungsform libellum (V. 1) bezeugt das Streben nach der kleinen Form im Sinne der kallimacheischen Poetik. Denn im Zentrum dieses literarischen Selbstverständnisses steht die Ablehnung des ausufernden Epos und die Hinwendung zur literarischen Kleinform. Dass libellus darüber hinaus neben vielen weiteren Wendungen Mittel des understatement ist, soll später Gegenstand der Betrachtung werden.

Auch das Attribut novum (V. 1) in Verbindung mit Literatur stellt zur Zeit Catulls bereits eine eindeutige Wertung dar. Durch seine Zweitstellung in einer Reihe von Attributen erhält es besondere Bedeutung. Wenn Catull also ein „neues Büchlein“ vollendet und veröffentlicht, rechnet er sich der Gruppe der poetae novi zu, die sich im damaligen Rom als literarische Neuerer sahen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, indem sie das Widmungsgedicht als programmatischen Beginn des Gesamtkorpus vorstellt und die methodische Herangehensweise erläutert.

2 Analyse und Interpretation von carmen 1: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Textes, angefangen bei einer Übersetzung über textkritische Klärungen bis hin zur inhaltlichen Interpretation der poetologischen Ebenen und der Rolle von Cornelius Nepos.

2.1 Übersetzung, Gliederung und Paraphrase: Das Kapitel liefert eine grundlegende Übersetzung des Gedichts und skizziert dessen strukturelle Gliederung als Basis für die weitere Analyse.

2.2 Textkritische Anmerkungen: Hier werden spezifische Schwierigkeiten in der Textüberlieferung, insbesondere im neunten Vers, diskutiert und Lösungsvorschläge für die metrische und inhaltliche Korrektur erörtert.

2.3 Interpretation: Dieser Abschnitt erarbeitet die zwei entscheidenden Bedeutungsebenen des Gedichts und beleuchtet die literaturkritische Relevanz der gewählten Begriffe.

2.3.1 Das Spiel mit Außen und Innen: Der Fokus liegt hier auf der Abgrenzung Catulls von traditionellen epischen Formen hin zur alexandrinischen Kleinform durch die geschickte Verwendung programmatischer Begriffe.

2.3.2 Catulls Verhältnis zu Cornelius Nepos: Das Kapitel analysiert die ironische Tonalität des Widmungsgedichts und diskutiert, inwiefern die Darstellung von Nepos als historischer Gegenentwurf oder als respektvolles Rollenspiel zwischen Freunden zu verstehen ist.

3 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung von carmen 1 als programmatische Manifestation von Catulls dichterischem Selbstverständnis und seinem spielerischen Umgang mit poetischen Konventionen.

Schlüsselwörter

Catull, Carmen 1, Widmungsgedicht, Programmgedicht, Alexandrinische Dichtung, Kallimachos, Poeta doctus, Libellus, Cornelius Nepos, Intertextualität, Literaturkritik, Ironie, Poetae novi, Römische Literatur, Poetologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das erste Gedicht aus Catulls Sammlung, das sogenannte Widmungsgedicht, und analysiert dessen Funktion als programmatische Einleitung für das gesamte Werk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der kallimacheischen Poetik, der literarischen Selbstinszenierung Catulls, der Interpretation des Verhältnisses zu Cornelius Nepos sowie der formalen Gestaltung des Gedichts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Catull durch das Spiel mit Ebenen (Außen/Innen) seinen dichterischen Anspruch definiert und sich bewusst von der epischen Tradition abgrenzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philologische Textanalyse, die Übersetzung, Textkritik und interpretatorische Kommentierung kombiniert und dabei in der Forschung diskutierte Ansätze einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine textkritische Prüfung, die Analyse der poetologischen Begriffe und eine Untersuchung der Rolle des Widmungsempfängers Nepos im Kontext der römischen Literatur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Carmen 1, Programmatik, Alexandrinismus, poeta doctus, ironische Distanz und Intertextualität.

Welche Bedeutung hat der „Musenanruf“ am Ende des Gedichts?

Der Musenanruf dient dazu, den hohen pathetischen Ton der Dichtung ironisch zu brechen und den Dichter gleichzeitig in die literarische Tradition von Kallimachos zu stellen.

Ist die Beziehung zu Cornelius Nepos in diesem Gedicht als Kritik zu verstehen?

Die Forschung ist hier gespalten: Während einige eine kritische Abgrenzung sehen, deuten andere die Passage als ein ironisches, freundschaftliches „Rollenspiel“ zwischen zwei Gelehrten.

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Details

Title
Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht
College
University of Bamberg  (Klassische Philologie)
Course
Proseminar: Catull, Carmina minora
Grade
1
Author
Oliver Marc Siegl (Author)
Publication Year
2004
Pages
11
Catalog Number
V25279
ISBN (eBook)
9783638279536
Language
German
Tags
Carmen Catulls Widmungs- Programmgedicht Proseminar Catull Carmina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Marc Siegl (Author), 2004, Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25279
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