Nathan reloaded? Die Idee der Ringparabel in der pluralistischen Religionstheologie


Diplomarbeit, 2004
89 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Einleitung

I. Lessing und die Idee der Ringparabel
1. Wer war Gotthold Ephraim Lessing?
1.1 Ein Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
1.1.1 Epoche der Aufklärung
1.1.2 Die Toleranzdebatte
1.1.3 Religionen im Deutschland des 18. Jahrhunderts
1.1.3.1 Die Lebenssituation der Juden
1.1.3.2 Das Islambild im 18. Jahrhundert
1.2 Einblicke in Lessings Leben
1.2.1 Seine Kindheit und Jugend
1.2.2 Lessing – der junge Schriftsteller
1.2.3 Sein Theaterstück "Die Juden"
1.2.4 Berlin und Hamburg
1.2.5 Sein letztes Lebensjahrzehnt in Wolfenbüttel
1.3 Sein Kampf um Toleranz oder der Fragmentenstreit
1.3.1 Die Fragmente Reimarus
1.3.2 Die Auseinandersetzung mit Pastor Goeze
1.3.3 "Nathan der Weise" als Lessings Antwort
2. Nathan der Weise
2.1 Das Theaterstück "Nathan der Weise"
2.1.1 Nathan wird geboren
2.1.2 Kurzer Abriss der Handlung
2.1.3 Der Mittelpunkt des Stückes – die Ringparabel
2.1.4 Die Ringparabel – eine Erfindung Lessings?
2.2 Vom Streit zum Wettstreit der Religionen
2.2.1 Die Pointe der Lessingschen Ringparabel
2.2.2 Der Wettstreit ist eröffnet
2.2.3 Die Einbettung der Ringparabel in Lessings Drama "Nathan der Weise"
2.2.4 Das gute Ende der Geschichte – eine Menschheitsfamilie
3. Lessings Ansatz

II. Zur Einordnung der pluralistischen Religionstheologie: Die Richtungen Exklusivismus und Inklusivismus
1. Der Exklusivismus
1.1 Der Exklusivismus als alleinige Lehrmeinung bis in die Moderne
1.1.1 Das Heil nur für getaufte Christen – Christus gegen die Religionen
1.1.2 Außerhalb der Kirche kein Heil oder das Konzil von Florenz
1.1.3 Der Wahrheitsexklusivismus rückt in den Vordergrund
1.2 Kritische Auseinandersetzung mit dem Exklusivismus im 20. Jahrhundert
1.2.1 Exklusivismus und Moderne prallen aufeinander
1.2.2 Kritik durch Ernst Troeltsch (1865-1923)
1.2.3 Die Gegenkonzeption Karl Barths (1886-1968)
1.3 Der Exklusivismus heute
1.3.1 Die Überwindung des Exklusivismus
1.3.2 Argumente gegen den Exklusivismus
2. Der Inklusivismus – Christus über den Religionen
2.1 Die Grundlegung des Inklusivismus durch Karl Rahner
2.1.1 Der Ansatz Karl Rahners (1904-1984)
2.1.2 Anonyme Christen
2.2 Theologiegeschichtliche Bausteine für den Inklusivismus
2.2.1 Die Lehre vom Logos Spermatikos
2.2.2 Einheit und Vielfalt (Nikolaus von Kues 1401-1464)
2.3 Der Umbruch – das II. Vatikanum
2.3.1 Die Rezeption des Inklusivismus auf dem II. Vatikanum
2.3.2 Der universale Heilswille Gottes
2.3.3 Das katholische Zwiebelschalenmodell
2.3.4 "Nostra Aetate"
2.4 Lehramtliche Aussagen nach dem II. Vatikanum
2.4.1 Redemptoris Missio (1990)
2.4.2 Das Christentum und die Religionen (1996)
2.4.3 Gottes Geist ist in den anderen Religionen am Werk
2.5 Kritik am Inklusivismus heute
3. Eine Gegenposition entsteht

III. Die pluralistische Religionstheologie
1. Der pluralistische Ansatz - Christus und die Religionen
1.1 Die kopernikanische Revolution im Christentum
1.2 John Hick – Gott und seine vielen Namen
1.2.1 Zur Person John Hick
1.2.2 Hicks Glaubensbegriff in "Faith and Knowledge"
1.2.3 Einwände gegen die Rationalität des Glaubens
1.2.4 Die Pluralistische Hypothese als Beantwortung der drei Anfragen
1.2.5 Verschiedene religiöse Erfahrungen einer einzigen Wirklichkeit
1.2.6 Von der Christozentrik zur Soteriozentrik
1.2.7 Das soteriologische Kriterium
1.2.8 Der Wert der Vielfalt
1.2.9 Das veränderte Inkarnationsverständnis
1.2.10 Dialogfähigkeit
2. Kritik an der pluralistischen Religionstheologie
2.1 Kritikpunkte an der pluralistischen Religionstheologie
2.1.1 Der methodologische Status der pluralistischen Hypothese
2.1.2 Erkenntnistheoretische Grundlage
2.1.3 Offenbarungsverständnis
2.1.4 Das Problem der Christologie
2.1.5 Verhältnis von Christologie und Superiorität
2.1.6 Absolutheitsansprüche anderer Religionen
2.2 Lehramtliche Kritik - Dominus Jesus (2000)
3. Gibt es eine Alternative?

Exkurs: Der Interiorismus
1. Der Interiorismus – eine neue Richtung?
1.1 Der Ansatz Gerhard Gädes
1.2 Kritik am Interiorismus

IV. Nathan und Die PLuralistische Religionstheologie
1. Gemeinsame Ansätze – das Argument der Nützlichkeit
2. Notwendige Abgrenzungen
2.1 Praxis und Theorie
2.2 Absolutheitsansprüche
3. Schlussfolgerung
4. Exkurs: "Das Projekt Weltethos" von Hans Küng
4.1 Keine neue Weltordnung ohne ein Weltethos
4.2 Fünf große Gebote der Menschlichkeit

Conclusio: Perspektiven für das 21. Jahrhundert
1. Thesen dieser Arbeit
2. Epilog

Danksagung

Literaturverzeichnis

Lebenslauf

Prolog

"Mama, kommen alle Menschen in den Himmel?"

Als kleines Mädchen stellte ich diese Frage meiner Mutter. Was der Auslöser dieser Frage war, weiß ich leider nicht mehr, aber sie beschäftigte mich immer wieder.

Ich fragte mich: Was passiert nach dem Tod mit Menschen, die Jesus nicht kennen lernen konnten, Menschen, die vor Jesus gelebt hatten oder auf einem fernen Kontinent so wie die Indianer? Was geschieht mit dem Dalai Lama oder meinem türkischen Nachbarmädchen, wenn sie sterben? Sind sie für ewig verdammt, obwohl sie ein Leben lang versucht hatten, gut zu leben? Die Vorstellung, dass Ureinwohner Australiens oder Chinesen nicht in den Himmel kommen sollten, nur weil sie Jesus nicht kannten, erschreckte mich zutiefst. Das wollte und konnte ich nicht akzeptieren und das passte auch überhaupt nicht in meine kindliche Vorstellung vom "Lieben Gott".

Die diplomatische Antwort meiner Mutter damals, auf Gott zu vertrauen, weil er einen liebevollen Plan für alle Menschen hat, beruhigte mich – vorläufig.

Die weltpolitischen Entwicklungen seit dem 11. September 2001 zeigen, dass die Frage des Zusammenlebens der Religionen immer mehr zu einer Überlebensfrage der Menschheit wird. Extremistische religiöse Kleingruppen schüren ein Klima der Intoleranz und schrecken auch nicht davor zurück, im Namen der Religion Gewalttaten zu verüben.

Aber auch in der europäischen Politik werden religiöse Fragen immer drängender: Soll Gott in der Verfassung stehen? Dürfen Schülerinnen Kopftücher tragen? Soll es islamischen Religionsunterricht geben?

Diese Fragen und Problematiken, die ich kurz angeschnitten habe, sollen aufzeigen, dass ein konstruktiver Dialog mit den anderen Weltreligionen nötiger ist als je zuvor.

Doch wie kann ein solcher Dialog aussehen, wenn wir Christen einen absoluten Wahrheitsanspruch vertreten? Artet dann der Dialog nicht in Mission aus? Oder bedeutet tolerant sein, nicht nur den eigenen Standpunkt zu hinterfragen, sondern auch ihn nicht mehr zu vertreten?

Die gesellschaftlichen Ereignisse weisen uns darauf hin, wie dringend wir uns der Frage stellen müssen, inwieweit Toleranz und Identität in einer multikulturellen Gesellschaft zu vereinbaren sind.

In diesem aktuellen Zusammenhang stellt sich mir erneut die Frage: Wie kann ein Miteinander der Religionen gelingen? Wie passen die anderen Weltreligionen in den einen Plan Gottes? Ist es recht, das Heil allein für die Christen zu beanspruchen?

Einleitung

Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich mir als Startpunkt meiner Überlegungen ein Theaterstück aus dem 18. Jahrhundert ausgewählt: "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing. Sicherlich muss man sich fragen, warum ich ein literarisches Stück an den Anfang meiner theologischen Diplomarbeit stelle.

Dies hat den einfachen Grund, dass Lessing im Bezug auf den Toleranzgedanken gegenüber anderen Religionen ein Vordenker seiner Zeit war. Es ist äußerst aufschlussreich, wie ein an der Theologie interessierter Schriftsteller das Zusammenleben der Religionen Judentum, Christentum und Islam vor ca. 250 Jahren gesehen hat. Die Sichtweise Lessings fasziniert seitdem viele Menschen bis in das jetzige Jahrhundert hinein. Die Ringparabel, die Lessing berühmt gemacht hat, gehört wohl mit zu den bekanntesten literarischen Werken der Neuzeit und fordert Theologen immer wieder heraus, sich mit ihrem Anspruch auseinanderzusetzen. In der neuen Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche findet man unter dem Begriff "Fragmentenstreit", den ich im Kapitel über die Biographie Lessings[1]noch näher erläutern werde, einige Aussagen zu Lessing:

"Hier erinnerte der Dichter, z.T. aus solider Kenntnis der früheren Kirchenväter, die evangelische Theologie seiner Zeit an vergessene Wahrheiten und Prinzipien: […] Entgegen der damaligen Überbetonung äußerlich-historischer Argumente zur Legitimation des Christentums setzte er auf dessen innere, der Vernunft einleuchtende und der Humanität förderliche Wahrheit. […] Die wegweisende Bedeutung von Lessings Anregungen findet in der gegenwärtigen Theologie neues Interesse."[2]

Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich kurz auf die Lebenssituation im 18. Jahrhundert eingehen, die Epoche, in der Gotthold Ephraim Lessing lebte. Dabei gilt es zuerst die Thematik dieser Zeit, die Anfänge der Aufklärung, herauszuarbeiten. Welche Strömungen waren vorhanden? Welche Grundthematik beschäftigte die Menschen? Inwieweit war Lessing ein Kind seiner Zeit oder muss man seine Ideen eher einem Außenseitertum zuschreiben? In einem zweiten Schritt werde ich mich dann mit der Biographie Lessings befassen und vor allem sein Werk "Nathan der Weise" und die damit verbundene "Ringparabel" beleuchten. Wie kann ein Miteinander der Religionen Lessings Auffassung nach aussehen?

Im zweiten und dritten Teil der Arbeit geht es mir um die aktuelle theologische Diskussion im Hinblick auf die Weltreligionen. Da das Anliegen dieser Arbeit darin besteht, einen Überblick über die Thematik zu verschaffen, können viele Themen leider nur oberflächlich angerissen werden. Die so genannte "Theologie der Religionen" beschäftigt sich mit den Fragen, wie man sich ein Miteinander der Religionen vorstellen kann und inwieweit die anderen Religionen Menschen heilsfähig machen. Vor allem die "pluralistische Religionstheologie" mit ihrem Hauptvertreter John Hick machte in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren von sich reden. Die offizielle Verurteilung dieser theologischen Richtung durch die Enzyklika "Dominus Jesus" im Jahr 2000 regte viele kontroverse Debatten an.

Die Frage, inwiefern Gedankengut von Lessing in die pluralistische Religionstheologie eingeflossen ist, gilt es dann im vierten Teil zu untersuchen. Decken sich die Beurteilungskriterien der pluralistischen Religionstheologie mit denen Lessings? Ist Nathan am Ende des 20. Jahrhunderts durch diese theologische Richtung wiederauferstanden?

In Zukunft wird es immer wichtiger werden, theologische Richtlinien zu erarbeiten, die dazu beitragen, die Vision Lessings – das geschwisterliche Miteinander aller Religionen – im 3. Jahrtausend zu verwirklichen. Mit dieser Arbeit hoffe ich einen kleinen Beitrag auf diesem Weg leisten zu können.

I. Lessing und die Idee der Ringparabel

1. Wer war Gotthold Ephraim Lessing?

1.1 Ein Schriftsteller des 18. Jahrhunderts

Gotthold Ephraim Lessing lebte von 1729 bis 1781. Um seine Lebenssituation und gesellschaftliche Prägung besser zu verstehen, möchte ich im Folgenden kurz auf die Verhältnisse des 18. Jahrhunderts eingehen.

1.1.1 Epoche der Aufklärung

Das 18. Jahrhundert wird als " Epoche der Aufklärung" bezeichnet.

Treffend formuliert wurde der Begriff "Aufklärung" von Immanuel KANT 1784: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen."[3]

"Aufklärung" kann somit als eine Zeit der Befreiung und des Erwachsenwerdens der Gesellschaft verstanden werden. Diverse gesellschaftliche Strömungen versuchten, den Menschen zur Mündigkeit zu erziehen. Alte Autoritätskonzepte wurden hinterfragt und die Menschen arbeiteten an einem neuen Selbst- und Weltbild.

Die Vernunft wurde zum kritischen Maßstab aller Beurteilung, man begann sich seines Verstandes zu bedienen. Auch der Staat und die Religion mussten sich an diesem Kriterium messen. Wer beispielsweise standesgemäße Vorrechte für sich beanspruchte, dem wurde vorgeworfen, in Vorurteilen verhaftet zu sein.[4]

Die Aufklärung bewirkte eine enthusiastische Aufbruchsstimmung. Das Bewusstsein der Menschen war geprägt von Zukunftsoptimismus, man erhoffte positive Veränderungen für diese Welt. Auch als im Jahr 1755 die Erdbeben von Lissabon und Lima diesen Optimismus zunächst wieder erschütterten, blieb dennoch die Gewissheit, dass die Vernunft den Menschen in eine bessere Welt führen würde.

Aufgrund des in dieser Zeit vorherrschenden Absolutismus konnten die Bürger ihre Ideen und Ideale nicht in der Politik verwirklichen und suchten andere Möglichkeiten. Ein Zeichen dafür sind die vielen neu gegründeten Zeitschriften und Zeitungen, die zahlreichen Akademien sowie Salons und Lesegesellschaften dieser Zeit, die zu Zentren öffentlicher Diskussion wurden. Die Kunst wurde zu einer wichtigen Ausdrucksform der Gesellschaft. Sie wurde der Gegenpol zum Absolutismus, in der Gewissheit, dass kein König sie beugen kann.[5]

Eine der Leitideen der Aufklärung wurde das neue Modewort "Toleranz". In zahlreichen Debatten setzte man sich mit dem Toleranzgedanken auseinander. Die Frage war, inwieweit man andere Konfessionen und Religionen auf dem eigenen Staatsgebiet tolerieren sollte. Auch befürchtete man – durch die Tolerierung anderer – den eigenen Wahrheitsanspruch der Religion aufzugeben.

Es ist wichtig zu beachten, dass durch den Toleranzgedanken in Deutschland (im Gegensatz zu den französischen Aufklärern[6]) nicht oder nur in Maßen der Atheismus Einzug hielt. Man forderte nicht die Aufhebung der Religion, sondern kritisierte ihre praktizierte Intoleranz gegenüber anderen Religionen. Den Kirchen wurden die Inquisition und die Brutalität der Glaubenskriege vorgeworfen, dennoch wurde die Heilsbedeutung des christlichen Glaubens nicht in Frage gestellt.[7]

ARENDT folgert: "Toleranz ist also nicht zu verwechseln mit Indifferenz; Duldung des Fremden ist nicht Gleichgültigkeit, sondern vernünftiges und das heißt opferbereites Handeln im Rahmen der großen Völker- oder Menschheitsfamilie."[8]

Toleranz hatte demnach im Deutschland des 18. Jahrhunderts nicht die Facette der religiösen Gleichgültigkeit, die ihr heute oft vorgeworfen wird. Es ging darum, im eigenen Glauben verwurzelt zu bleiben, auch wenn man den anderen Religionsgemeinschaften volles Existenz- und Lebensrecht zugestand.

1.1.2 Die Toleranzdebatte

In der Toleranzdebatte der Aufklärer wurde die Frage wichtig, inwieweit ein Gespräch mit Mitgliedern anderer Religionen überhaupt möglich sei. Um in einen Dialog zu treten, muss zunächst eine Gesprächsbasis gefunden werden, die von allen Teilnehmern akzeptiert werden kann.

Welche Grundwahrheiten des christlichen Glaubens, die evident zur Erlangung der Seligkeit sind, kommen dafür in Frage? Um eine gemeinsame Basis mit Nichtchristen zu schaffen, müssen diese Grundaxiome auch durch die Vernunft von jedem Menschen erkannt werden können. Die Idee einer "natürlichen Religion"[9]entstand. Einer Religion, die ohne Offenbarungen existiert und von jedem Menschen unabhängig seiner Herkunft und Kultur akzeptiert werden kann.

Die gemeinsame Grundlage, die ein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben der Völker ermöglicht, wurde in dem Leitwort "Sittlichkeit" gefunden. Unabhängig vom Wahrheitsanspruch einer Religion war es möglich, sich auf den Grundwert der Sittlichkeit zu verständigen. Wenn die Grundsätze sittlichen Handelns für jeden Menschen klar einsehbar sind, dann können auch mehrere Konfessionen und Religionen auf einem Staatsgebiet harmonisch zusammenleben. Der Bürger wird dann nicht nach seinem Glauben gefragt, sondern nach seinem Gemeinschaftsverhalten.[10]

Wie sah das Zusammenleben der Religionen aber in der Praxis aus?

1.1.3 Religionen im Deutschland des 18. Jahrhunderts

Die staatliche und kirchliche Ordnung beruhte im 18. Jahrhundert auf den Grundpfeilern des 16. und 17. Jahrhunderts. So waren beispielsweise die Staatsgrenzen mit den Konfessionsgrenzen identisch. Diese Gesellschaftsstruktur erschwerte die Reformgedanken der Aufklärer ungemein.

Die „neuen“ Ideen erlangten vor allem durch die Erfindung der Druckpresse rasche Verbreitung. Doch die Publizistik musste sich immer wieder staatlichen Zensuren unterwerfen. Theologische Einsichten, die an Universitäten schon gelehrt wurden, durften im Rahmen der Predigt nicht verkündigt werden. Besonders die Volksgruppe der Juden musste mit vielen Einschränkungen leben.[11]

1.1.3.1 Die Lebenssituation der Juden

Den Judenhass der Dummheit des unaufgeklärten Volkes zuzuschieben, wäre wohl etwas zu einfach, denn er ging quer durch alle Bevölkerungsschichten und wurde zudem durch die Lehre der katholischen Kirche untermauert. Die Geschichte der Pogrome begann schon mit dem ersten Kreuzzug 1096, als auf dem Weg ins Heilige Land in Mainz, Köln, Würzburg und Worms Juden getötet wurden, um das Blut Christi zu rächen. Einen negativen Höhepunkt erreichte diese Hetzjagd in den Pestjahren 1346 bis 1349, als den Juden vorgeworfen wurde, die Brunnen vergiftet zu haben.[12]

Auch im 18. Jahrhundert lebten die Juden mit Vorurteilen behaftet unter andauernder Anfeindung.

Dem absolutistischen Staat waren die Juden nur genehm, wenn sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügten. Für viel Geld konnte man einen Schutzbrief erwerben, die restlichen Juden mussten sich als wandernde Betteljuden durchschlagen. Die Schutzgelder wurden von Herrscher zu Herrscher erhöht, dazu kamen noch Hochzeits- Kinder- und Kalendergelder. Unter Friedrich I. wurde sogar der Leibzoll wieder eingeführt und unter Friedrich II. (1740 bis 1786) beibehalten.[13]

KUSCHEL: "Juden waren im Deutschland des 18. Jahrhunderts eine schon rein rechtlich schnöde diskriminierte Minderheit, geduldete Bürger zweiter Klasse, zwanghaft reduziert auf den Status von Hofjuden, Gettojuden oder streunenden Hehlern und Krämern."[14]

In den Köpfen der Deutschen waren viele Vorurteile gegenüber dem jüdischen Volk verankert: Märchen, die von der Grausamkeit der Juden gegen Christenkinder erzählten, zogen ihre Kreise. Den Juden wurde vorgeworfen, den Handel der Christen zu schädigen, indem sie sich verbünden und dunkle Finanzgeschäfte treiben würden.[15]Man unterstellte den Juden, verschlagen und betrügerisch zu sein. Dieses Vorurteil entstand vor allem durch ihre kaufmännischen Berufe, in die sie durch die Jahrhunderte lange Unterdrückung abgedrängt worden waren.[16]

Selbst Friedrich der Große, der als der aufgeklärte Monarch des 18. Jahrhunderts gilt und Toleranz gegenüber den christlichen Konfessionen vorlebte (jeder solle nach seiner Façon selig werden), war "von Abneigung und Vorurteilen gegen die Juden nicht frei".[17]Er bezeichnete die Juden als die gefährlichste aller Sekten. Daraus erklärt sich auch sein Anliegen, die Zahl der Juden in Preußen möglichst einzuschränken. Im Jahr 1750 erließ er ein Judenreglement, welches eine lange Liste von zusätzlichen Verboten und Beschränkungen enthielt.[18]

Unter den die Juden diskriminierenden absolutistischen Herrschern bildete einer eine Ausnahme. Joseph II. erließ im Jahr 1782 ein Toleranzpatent, das einige Erleichterungen für das jüdische Leben in Österreich bringen sollte. Hinter diesem Erlass stand aber nicht die christliche Nächstenliebe, sondern der Hintergedanke, die Juden als Konsumenten dem Staate nützlich zu machen. Im Endeffekt spielten also auch hier wirtschaftliche Interessen eine Rolle.

Die Forderung, Juden als gleichberechtigte Bürger zu akzeptieren, findet man bei den wenigsten Aufklärern. Stattdessen wurde ihr religiöses wie auch soziales Leben sehr eingeschränkt, wenn nicht gar verboten. Der öffentliche Gottesdienst wurde ihnen weiterhin verweigert.[19]Moses Mendelsohn, einer der bekanntesten jüdischen Philosophen und guter Freund Lessings, durfte zwar einen Preis der Berliner Akademie annehmen, von einer Universitätsprofessur wurde er aber zeitlebens ausgeschlossen.[20]

Einige Adelige und Intellektuelle Deutschlands diskutierten zwar über das Thema Toleranz gegenüber dem Judentum, doch sie erreichten damit kaum die breite Bevölkerung. Die wenigsten konnten den geistigen Überlegungen folgen, und Aberglaube und Vorurteile verhinderten eine Änderung der Verhältnisse. Die aufklärerischen Leitideen scheiterten an der Praxis.[21]

1.1.3.2 Das Islambild im 18. Jahrhundert

Auch der Islam hatte in Europa ein sehr schlechtes Image. Für die meisten war er keine eigenständige Religion, sondern eine christliche Häresie.[22]

Nur die wenigsten Menschen kamen mit dem Islam in Berührung, kaum jemand kannte persönlich Muslime. Wer sich zu den Intellektuellen zählte, las Bücher über den Islam, deren Islamkenntnisse aber nur sehr bruchstückhaft und zudem oft falsch waren. Dies führte dazu, dass viele Vorurteile geschürt wurden.[23]

Über den Orient hatte man sich ein eigenes Bild zurechtgelegt. Mit Scherzreimen machte man sich über die Vielehe, das Alkoholverbot und den Propheten lustig. Solche europäischen Orient-Phantasien wurden gebraucht, um die westliche Überlegenheit zu beweisen.[24]Wenn von einem Moslem geredet wurde, dann meist in einer abfälligen Haltung. Der Gedanke, Muslime als gleichwertige Partner zu akzeptieren, entsprach nicht den Einsichten der Mehrheit der Bevölkerung.

Insgesamt hatten nicht-christliche Religionen in Deutschland mit sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen. In der Toleranzdebatte tauchte zwar die Fragestellung auf, inwieweit man den anderen Religionen volles Existenzrecht zubilligen sollte, aber nur sehr wenige Aufklärer forderten tatsächlich Toleranz gegenüber Andersgläubigen, die allgemein als Heiden angesehen wurden.

1.2 Einblicke in Lessings Leben

Nachdem der Hintergrund von Lessings Leben beleuchtet wurde, möchte ich mich nun seiner Biographie zuwenden. Was für ein Mensch war Lessing?

1.2.1 Seine Kindheit und Jugend

Am 22. Januar 1729 wurde Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz geboren. Dieser kleine Ort in der Oberlausitz liegt zwar einsam, aber dennoch im Einflussbereich der Residenzstadt Dresden sowie der beiden Universitätsstädte Halle und Leipzig.[25] Lessings Vater war Pastor in der Kamenzer Marienkirche, seine Mutter eine Pfarrerstochter. Er wuchs in einer traditionellen lutherischen Familie auf. Gotthold kam als drittes von zwölf Kindern zur Welt, fünf seiner Geschwister starben jedoch bereits im Kleinkindalter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachdem Lessing die dortige Lateinschule besucht hatte, bekam er ein Stipendium für die Fürstenschule St. Afra in Meißen.[26]Nach Willi JASPER[27]bezeichnete er im Nachhinein diese fünf Jahre (1741 bis 1746) in dem strengen Lehr- und Erziehungsbetrieb als eine glückliche Zeit in seinem Leben. Zwar stand die christliche Erziehung im Vordergrund, doch die Schule bot ein erstaunlich weites Fächerangebot. Dort lernte Lessing nicht nur die alten Sprachen wie Latein, Griechisch, Hebräisch, sondern auch Französisch. Außerdem bekam er sogar Zeichen-, Musik-, und Tanzunterricht. Im Fach Deutsch lernte man allerdings nur die Kunst des Briefeschreibens, was bereits der junge Lessing bemängelte.

Schon früh zeigte sich, dass er ihn die Fragen nach Religion und Toleranz beschäftigten. Einer Lateinübersetzung fügte er hinzu: "Deshalb wollen wir die Juden nicht verurteilen, obwohl sie Christus verurteilt haben, denn Gott selbst sagt: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Wir wollen nicht die Mohammedaner verurteilen; auch unter Mohammedanern gibt es anständige Menschen. Schließlich ist niemand ein Barbar, außer der inhuman und grausam ist."[28]

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Im Zeugnis wurde er als ein "lebhafter Charakter" beschrieben. Das Schulmilieu schien allerdings den rebellischen Geist Lessings eher zu unterstützen als zu brechen.[29] "Er 'ist ein Pferd', schrieb ihm der Rektor ins Zeugnis, 'das doppeltes Futter haben muss.' Eine wohlmeinende Karikatur, die den Schüler Gotthold als bücherfressenden unruhigen Wildfang malt, dem der Stall früh zu eng und der geistige Hafer – dem viel Latein und Luther beigemischt war – zu mager geworden war".[30]

1.2.2 Lessing – der junge Schriftsteller

In den Jahren 1746 bis 1748 studierte Lessing in Leipzig Theologie, doch früh wandte er sich anderen humanistischen Fächern zu. An Leipzig interessierte ihn bald vor allem das gesellschaftliche und literarische Leben, was sein Studium schnell überschattete. Er knüpfte Kontakte zu Theaterkreisen und konnte im Januar 1748 sein erstes Theaterstück "Der junge Gelehrte" aufführen. Nach einem ernsten Gespräch mit seinem Vater fing Lessing ein Medizinstudium in Leipzig an, doch bald musste er vor Gläubigern fliehen und ging 1749 nach Berlin. Dort arbeitete er als freier Schriftsteller und finanzierte sich mit Theaterarbeiten, Etüden und rezensierenden Artikeln.[31]

"Lessing war in seiner Zeit der erste Autor, dem es über einen längeren Zeitraum gelungen ist, als freier Schriftsteller zu leben. Erst die aus der geplanten Familiengründung sich ergebenden Konsequenzen haben ihn veranlaßt, die Bibliothekarsstelle in einem höfischen Milieu anzunehmen."[32]

Die Berliner Jahre wurden für ihn vor allem durch seine dort beginnende Freundschaft mit dem Juden Moses Mendelsohn und dem Verleger Friedrich Nicolai wichtig.[33] Mit ihnen traf er sich regelmäßig und führte Gartenhausdiskussionen in der geistigen Tradition Epikurs.[34]

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1.2.3 Sein Theaterstück "Die Juden"

Im Jahr 1749 veröffentlichte Lessing sein Theaterstück "Die Juden", dessen Grundgedanken er in seinem Spätwerk "Nathan der Weise" wieder aufgreift.

Das Publikum erwartete aufgrund des Titels ein Lustspiel, das sich über Juden lustig macht. Doch in diesem Punkt hatte der 20-jährige Lessing die Zuschauer enttäuscht.

"In seinem Lustspiel 'Die Juden' brachte Lessing ganz entgegen der Tradition des Rollenfaches keinen lasterhaften Juden auf die Bühne. Vielmehr gab er dem Publikum einen edlen Juden zum Vorbild, um in der Reaktion auf diesen das antisemitische Vorurteil bloßstellen zu können".[35]Er verwirrte das Publikum, indem er als erster einen Juden auf die Bühne stellte, der nicht den typischen Vorurteilen dieser Zeit entsprach. Durch die negativ gezeichneten christlichen Rollen hielt er dem Publikum einen Spiegel vor, indem sie ihren Antisemitismus und ihre Vorurteile erkennen sollten.[36]

JASPER bemerkt in seiner Biographie treffend: "Bei Lessing saß das christliche Publikum im Theater und auf der Anklagebank. Gemeinsam mit dem Freund Moses Mendelsohn betrieb er eine deutsch-jüdische Aufklärungskampagne gegen den Widerstand verbohrter christlicher Theologen und eifernder Rabbiner".[37]

Im Unterschied zu den meisten deutschen Aufklärern setzte sich Lessing für das staatsbürgerliche Recht für Juden ein. Es ging ihm um eine wechselseitige Toleranz zwischen Juden und Christen, die mit einschloss, die jeweiligen religiösen und nationalen Besonderheiten zu akzeptieren. Er hoffte, diese Botschaft mit Hilfe seines Theaterstückes verbreiten zu können und damit einen großen Adressatenkreis auch in den unteren Schichten zu gewinnen.[38]

1.2.4 Berlin und Hamburg

Seine nächsten 10 Lebensjahre waren äußerlich unruhig. Er ging für kurze Zeit nach Wittenberg zurück, um sein Studium der Medizin zu vollenden; er besuchte Frankfurt an der Oder, Potsdam und Dresden und machte als Reisebegleiter eine klassische Bildungsreise.

Zur Überraschung seiner engen Freunde verließ er 1760 Berlin und begab sich in eine feste Anstellung als Gouvernementssekretär nach Breslau. Allerdings konnte er sich an das Beamtenleben nicht gewöhnen. Daraufhin ging er 1762 für zwei Jahre nach Berlin zurück, um danach den Posten des Dramaturgen an der Hamburger Nationalbühne anzutreten. In dieser Zeit lernte er die Familie Reimarus, seine spätere Frau Eva König und den Pastor Goeze kennen, der einer seiner berühmtesten Gegner werden sollte.

1.2.5 Sein letztes Lebensjahrzehnt in Wolfenbüttel

In seiner letzten Lebensphase (1770 bis 1781) trat er die Bibliothekarsstelle in Wolfenbüttel an. Diese Arbeit hat ihm zwar ein geregeltes Einkommen ins Haus gebracht, aufgrund seiner Spielleidenschaft klagte er jedoch oft über Geldmangel.[39]

Auch wenn Lessing seine Zeit in Wolfenbüttel als Leidensjahre bezeichnet hat, so lag die Schuld nicht an seinen beruflichen Lebensumständen. Seine wichtigsten Dramen "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise" entstanden dort, er ergriff zweimal die Gelegenheit, um für eine längere Zeit nach Italien zu reisen und erhielt verschiedene Ehrungen und Titel, an denen ihm aber nicht sehr viel lag.[40]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach einem jahrelangen Briefkontakt, der durch längere schwierige Phasen und Pausen gekennzeichnet war, heiratete Lessing 1776 seine langjährige Verlobte Eva König. Am Weihnachtstag des Jahres 1777 wurde sein Sohn geboren, der einen Tag später starb, am 10. Januar 1778 starb seine Frau an den Folgen der Geburt. Lessing reagierte sehr zurückhaltend und stoisch auf diesen Schicksalsschlag und flüchtete in seine Arbeit. Vor allem der Fragmentenstreit[41], auf den ich noch ausführlicher zurückkommen werde, intensivierte sich in den folgenden Monaten.[42]

In seinen drei letzten Lebensjahren litt er an Einsamkeit und Depressionen, worüber auch zahlreiche Briefkontakte nicht hinwegtäuschen können. Am 15. Februar 1781 starb Lessing in Braunschweig im Alter von 52 Jahren an einer Herzerkrankung.[43]

1.3 Sein Kampf um Toleranz oder der Fragmentenstreit

1.3.1 Die Fragmente Reimarus

Vor allem in seinem letzten Lebensjahrzehnt beschäftigte sich Lessing mit theologischen Fragen. Er diskutierte mit seinem Freund Moses Mendelsohn und unterhielt einen ausdauernden Briefkontakt mit seinem Bruder Karl. Den Anspruch, ein Theologe zu sein, wies er jedoch weit von sich, stattdessen sah er sich als ein Liebhaber der Theologie.[44]

Aus dem Nachlass seines Hamburger Freundes Reimarus erhielt Lessing verschiedene Fragmente zu theologischen Fragen. Diese entstammten Reimarus Hauptwerk "Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes", das in einer vollständigen Ausgabe erst zweihundert Jahre später erscheinen sollte. Im Jahr 1773 veröffentlichte Lessing einige umfangreich und kritisch kommentierte Auszüge unter dem Titel "Fragmente eines Ungenannten".[45]

Reimarus selbst hätte als Gymnasiallehrer die Veröffentlichung seiner Schriften nicht wagen können, da er in ihnen eine radikale Dogmen- und Bibelkritik übte.[46]

In seiner Schrift argumentiert Reimarus, dass eine „geoffenbarte“ Religion ihren Absolutheitsanspruch nicht geltend machen kann, weil unzählige Menschen diese Religion nicht kennen und es so vom biographischen Zufall abhängen würde, wer zum Heil berufen ist und wer nicht. Entwicklungspsychologisch hätten so nur wenige Menschen die reale Möglichkeit, ihre Religion zu wechseln.[47]Für ihn ist das Christentum unglaubwürdig, da es betont, den einzigen und wahren Weg zum Heil durch Jesus Christus erkannt zu haben. Gemäß der damaligen Einstellung folgte aus diesem Anspruch gezwungenermaßen die ewige Verdammnis für alle Nicht-Gläubigen. Reimarus fragte sich, ob dieses Vorgehen nicht ungerecht sei, da viele in ihrem Leben niemals die Chance hatten, Christus kennen zu lernen und ihn als ihren Herrn anzuerkennen.

KUSCHEL meint dazu: "Wer einen geschichtlich-dynamischen, pädagogischen Offenbarungsbegriff im Blick auf die gesamte Menschheit vertritt, der kann nicht länger eine Scheidung der Menschen in Gerettete und Verworfene mitmachen. Für den ist klar, dass Gott auch Menschen vor der christlichen Religion und außerhalb der christlichen Religion 'selig machen' wolle."[48]

Mit dieser Offenbarungskritik rüttelte Reimarus am Fundament der christlichen Religion. Er wollte den naiven leicht-gläubigen Glauben seiner Generation durch einen kritischen, vernünftigen Glauben ersetzen und hinterfragte die Aussagen des Neuen Testaments. Über den Zweifel an der Historizität der Wundergeschichten kam er zu fundamentalen Fragen: Sind nicht nur die Wunder, sondern auch der Auferstehungsglaube und die Göttlichkeit Christi ein Betrug der Jünger?

Zu seinem eigenen Schutz fügte Lessing seine Meinung als "Gegensätze des Herausgebers" der Schrift bei. Wenn auch größtenteils nur zum Schein distanzierte er sich dadurch vom ungenannten Verfasser.[49]

In den letzten Jahrzehnten wurde viel spekuliert, welcher philosophischen oder theologischen Richtung Lessing zuzuordnen sei. ALBRECHT meint dazu: "Fest steht mittlerweile, dass Lessings Beiträge zum Fragmentenstreit und seine umliegenden Schriften nicht auf einen einzelnen, eng begrenzten Standpunkt zurückbezogen und weder irgendeiner zeitgenössischen theologischen noch philosophischen Richtung restlos zugeordnet werden können. Genauso unzweifelhaft hat sich gezeigt, daß bei aller Religions- und Theologiekritik Lessings zwar Nähe zur christlichen Gläubigkeit, aber Distanz zur institutionalisierter Frömmigkeit bestand."[50]

1778 veröffentlichte Lessing eine Abhandlung mit dem Namen "Eine Duplik", in der er zur Wahrheitsfrage Stellung genommen hat. Sein Bekenntnis lautete: Wahrheit ist dem Menschen nicht zugänglich, sondern nur Gott. Damit sprach er allen politischen wie kirchlichen Autoritäten sichere dogmatische Aussagen ab. Für ihn zählte allein die ernst gemeinte Wahrheitssuche.[51]

1.3.2 Die Auseinandersetzung mit Pastor Goeze

Einige Theologen und Pädagogen reagierten schnell auf Lessings Fragmentepublikationen, seinen Hauptgegner fand er aber erst 1778 im Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze.[52] Dessen Einstellung charakterisiert KUSCHEL folgendermaßen kurz und prägnant: "Für Goeze und seinesgleichen gilt – die Wahrheit geht vor der Liebe; für Lessing umgekehrt: die Liebe geht vor der Wahrheit."[53]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kontroverse zwischen Goeze und Lessing spitzte sich noch in demselben Jahr zu.

"In vier kurzen Monaten, zwischen April und Juli 1778, schrieb er nicht weniger als 11 Streitschriften gegen Goeze, kurz und bündig Anti-Goeze genannt, in denen er gegen den Dogmatismus und die Intoleranz des Pastors polemisierte."[54]

Als politische Reaktion erhielt Lessing am 6. Juli 1778 vom Herzog von Braunschweig Publikationsverbot, auch die Fortsetzung seines "Anti-Goezes" wurde ihm untersagt.

1.3.3 "Nathan der Weise" als Lessings Antwort

Hamburg war im 18. Jahrhundert eine Hochburg der lutherischen Orthodoxie.

JASPER schreibt in seiner Biographie: "Lessing musste diese Erfahrung in der Auseinandersetzung mit dem militanten Hauptpastor Goeze machen, ein Streit, in dem sein Wort vom Theater als seiner 'alten Kanzel' eine geflügelte Bedeutung gewann. Die Bühne als Kanzel, das Dichterwort als Predigt, das Theater als Ort der Verkündigung – auch eine Offenbarung der Aufklärung? 'Theaterlogik' wurde zu einer Standardformulierung des Vorwurfs in den Streitschriften des Hauptpastors gegen Lessing. In indirekter Form und ironisch hat Lessing diesen Vorwurf aufgegriffen und umgemünzt. Nur in der Logik des Theaters, nur in der dichterischen Dramaturgie lasse sich noch darstellen, was er zum Wahrheitsanspruch der christlichen Religion zu sagen habe."[55]

Die Konsequenz, die Lessing aus seinem Publikationsverbot zog, war, sich auf das Theater als "seine Kanzel" zurückzubesinnen. Er verstand, dass er nur noch durch die Literatur seine Meinung zum Wahrheitsanspruch der Religionen kundtun konnte.

Als seine Freunde von einem geplanten Theaterstück gegen Goeze erfuhren, machten sie sich Sorgen, dass er sich damit noch mehr schaden werde. Er beruhigte sie, indem er ihnen sein Vorhaben mitteilte, eine Komödie zu schreiben, ein rührendes Familienstück, das die ernsten Konflikte auf eine heitere Art lösen werde.[56]

Lessing schrieb als Antwort des Fragmentenstreits "Nathan der Weise". In seinem letzten Lebensjahrzehnt entstand sein Hauptwerk, das auf eine humorvolle Art sein Toleranz- und Religionsverständnis verewigte.

KUSCHEL formuliert dies so: "Das Stück ist denn auch die Summe Lessings gerade in Sachen Theologie der Religionen. Viele der großen theologischen Themen seines Lebens kehren hier in einzigartig verdichteter Form noch einmal wieder: Toleranz gegenüber Andersglaubenden, Kritik und Überwindung der lutherischen Spätorthodoxie, Christentumskritik und die Vision eines anderen Christseins, Humanität in und durch Religiosität."[57]

Er nutzte die Kunst als sein Sprachrohr, um die Welt aufzurütteln. Das Stück erzeugte von Anfang an viel Aufsehen und bleibt bis in die heutige Zeit ein Werk nicht eingeholter Brisanz und Aktualität.

JASPER: "Wie wir wissen, wurde dann 'Nathan der Weise' seine berühmte und durchschlagendste Antwort auf die Kabinettsorder der Intoleranz. Im 'Nathan' ist nicht nur Freund Moses Mendelsohn verewigt und die 'Judenfrage' zum Hauptproblem der Toleranz erklärt, in der Figur des blutrünstigen Patriarchen ('Macht nichts, der Jude wird verbrannt!') erkannten Eingeweihte auch unschwer die Züge des unduldsamen Goeze. (…) Mit 'Nathan' war Lessing ein letztes Mal auf seine 'alte Kanzel', das Theater, zurückgekehrt. Die Uraufführung sollte er nicht mehr erleben – doch schon die Druckfassung des Textes (1779) erregte einiges Aufsehen. Für die einen war es eine Provokation, für die anderen eine Offenbarung."[58]

Was schockierte und provozierte seine Zeitgenossen? Um dieser Frage nachzugehen, möchte ich nun das Theaterstück "Nathan der Weise" genauer betrachten.

2. Nathan der Weise

2.1 Das Theaterstück "Nathan der Weise"

2.1.1 Nathan wird geboren

Im Mai 1779 erschien das Theaterstück "Nathan der Weise" beim Verlag C.F.Voß in Berlin. Am 14. April 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, wurde das Stück erstmals in Berlin uraufgeführt.[59]

2.1.2 Kurzer Abriss der Handlung

Da die Handlung sehr komplex ist, kann ich nur einige Spielstränge des Theaterstücks erläutern. Ich versuche mich dabei auf diejenigen zu beschränken, die für die Aussagen des Stückes wichtig sind.

Lessing versetzt die Geschichte von dem weisen Juden Nathan in das Jahr 1192, in die Zeit der Kreuzzüge. Als Ort wählt er die Heilige Stadt Jerusalem, in der Christen, Juden und Muslime auf engem Raum zusammenleben. Der muslimische Sultan Saladin hatte zwar die Stadt 1187 von den Christen zurückerobert und seit 1192 einen Waffenstillstand errungen, dennoch ist es ein Ort voller Spannungen und Konflikte.[60]

Im ersten Akt[61] kehrt Nathan von einer weiten Geschäftsreise zurück. Seine christliche Haushälterin Daja empfängt ihn mit der Schreckensbotschaft, dass sein Haus abgebrannt sei. Mit dem Schlüsselwort der ersten Szene "verbrannt" spielt Lessing auf die vielfältigen Pogrome der jüdischen Geschichte an. In letzter Sekunde rettete, wie Daja berichtet, ein Tempelherr, ein christlicher Kreuzfahrer-Ritter, seine Tochter Recha. Dieser junge Tempelherr hält sich, wie man im Verlauf der Geschichte erfährt, noch in Jerusalem auf, nachdem er vom Sultan begnadigt wurde, weil er ihn an dessen verschollenen Bruder erinnert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei einem ersten Gespräch mit seiner Tochter stellt Nathan fest, dass sie glaubt, von einem Engel gerettet worden zu sein, da der junge Mann nach seiner Heldentat schnell verschwand mit der Auskunft gibt, nichts mit Juden zu tun haben zu wollen. Nachdem der Tempelherr doch überredet werden konnte, das Haus Nathans zu betreten, ist Recha zwar von ihrer Träumerei geheilt, der junge Mann hingegen verliebt sich auf der Stelle in sie und möchte sie heiraten. Nathan zögert aber mit seinem Einverständnis, worüber der Tempelherr in Wut gerät, zumal er von Daja erfährt, dass Recha nicht Nathans leibliche Tochter ist, sondern christlich getauft wurde. Da Nathan – nach Meinung des Tempelherrn – als Jude kein Recht hat, ihm seine christliche Tochter vorzuenthalten, geht er zum Patriarchen von Jerusalem, um ihm diesen Fall vorzutragen. Dessen gnadenlose Auskunft ("Tut nichts! Der Jude wird verbrannt"[62]) schockiert den jungen Tempelherrn, worauf er Nathan nicht verrät.

In der Zwischenzeit erfährt Nathan über seinen muslimischen Freund, den Derwisch Al-Hafi, dass der Sultan Saladin in Geldnöten steckt. Al-Hafi ist zugleich der Schatzkanzler des Sultans und fühlt sich dazu genötigt, seinen Schach-Partner, den reichen Juden Nathan, um Geld für den Sultan zu bitten. Da Nathan als tüchtiger Geschäftsmann das Geld dem Sultan verweigert, besinnt sich Al-Hafi auf seine eigentliche Berufung, Derwisch zu sein und geht in die Wüste zurück.

Nun schaltet sich Sittah ein, die Schwester des Sultans. Sie überredet ihren Bruder dazu, Nathan in eine Falle zu locken, um ihn auf diese Weise gefügig zu machen. Nathan rettet sich, indem er Saladin die Ringparabel erzählt. Saladin ist von dieser Geschichte sehr berührt. Er lässt von dem Vorhaben ab, von Nathan Geld zu erpressen und bietet ihm stattdessen seine Freundschaft an. Da Saladin dies tut, ohne überhaupt die Geldbitte vorzutragen, möchte Nathan nun seinerseits seinem neuen Freund Geld borgen.

Im Verlauf des weiteren Stückes werden nun einige Geheimnisse gelüftet. Es erweist sich als wahr, dass Recha nicht Nathans leibliche Tochter ist. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt Nathan einem Klosterbruder vom Pogrom in Gath, in dem seine ganze Familie sterben musste. Ein Reitknecht brachte ihm damals ein kleines Kind, das Nathan als Zeichen neuen Lebens adoptierte. Der Klosterbruder gibt nun zu, dieser Reitknecht gewesen zu sein und offenbart Nathan die Identität seiner Tochter. Vordergründig ist Recha die Tochter eines Juden, in Wahrheit ist sie ein Kind einer muslimisch-christlichen Verbindung.

Aber auch weitere Figuren sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Der Tempelherr ähnelt dem verschollenen Bruder des Sultans deshalb so stark, weil er dessen Sohn ist. Er ist das Kind christlich-muslimischer Eltern, Sittah und Saladin sind sein Onkel und seine Tante. Außerdem ist Recha die Schwester des Tempelherrn. Das Drama entwickelt sich nun zu einem Happy End – eine Familie vereint sich wieder: Der Vorhang fällt "unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen"[63]

2.1.3 Der Mittelpunkt des Stückes – die Ringparabel

In der Mitte des Stückes lässt Lessing seinen weisen Nathan die Ringparabel erzählen und betont mit der Wahl dieses Zeitpunktes, dass die Ringparabel eine zentrale Stellung in diesem Theaterstück innehat.

Saladin bittet Nathan in sein Haus und stellt ihm die Frage, welche der Religionen die Wahrheit für sich beanspruchen dürfe.

"[Saladin:] Da du nun

So weise bist: so sage mir doch einmal –

Was für ein Glaube, was für ein Gesetz

Hat Dir am meisten eingeleuchtet?

[Nathan:] Sultan, ich bin ein Jud´.

[Saladin:] Und ich ein Muselmann.

Der Christ ist zwischen uns. – Von diesen drei

Religionen kann doch eine nur

Die wahre sein. – Ein Mann, wie du, bleibt da

Nicht stehen, wo der Zufall der Geburt

Ihn hingeworfen: oder wenn er bleibt,

Bleibt er aus Einsicht, Gründen, Wahl des Bessern.

Wohlan! So teile deine Einsicht mir

Dann mit. Laß mich die Gründe hören, denen

Ich selber nachzugrübeln nicht die Zeit

Gehabt."[64]

Nathan erkennt die Falle, die Saladin ihm mit dieser Frage stellen will, und bittet um eine kurze Bedenkzeit. Wenn er sein Judesein als die wahre Religion verteidigt, wird der Sultan als Moslem ungehalten sein und ihn zur Strafe Geld zahlen lassen. Wenn er aber seine eigene Religion relativiert, kann ihn der Sultan zur Konversion zwingen oder wiederum ihn nötigen, sich mit Geld freizukaufen.

Nathan beantwortet die Fangfrage mit der Ringparabel und versucht mit diesem Märchen der Hinterlist des Sultans zu entgehen.

"[Nathan:] Vor grauen Jahren lebt` ein Mann im Osten,

Der einen Ring von unschätzbarem Wert

Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein

Opal, der hundert schöne Farben spielte

Und hatte die geheime Kraft, vor Gott

Und Menschen angenehm zu machen, wer

In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,

Daß ihn der Mann im Osten darum nie

Vom Finger ließ; und die Verfügung traf

Auf ewig ihn bei seinem Hause zu

Erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring

Von seinen Söhnen dem geliebtesten;

Und setzte fest, daß dieser wiederum

Den Ring von seinen Söhnen dem vermache,

Der ihm der liebste sei; und stets der liebste,

Ohn` Ansehen der Geburt, in Kraft allein

Des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde. –

Versteh mich, Sultan.

[Saladin:] Ich versteh dich. Weiter!

[Nathan:] So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,

Auf einen Vater endlich von drei Söhnen;

Die alle drei ihm gleich Gehorsam waren,

Die alle drei er folglich gleich zu lieben

Sich nicht entbrechen konnte. Nur von Zeit

Zu Zeit schien ihm bald der, bald dieser, bald

Der dritte, – sowie jeder sich mit ihm

Allein befand, und sein ergießend Herz

Die andern zwei nicht teilten, – würdiger

Des Ringes; den er denn auch einem jeden

Die fromme Schwachheit hatte, zu versprechen.

Das ging nun so, solang es ging. – Allein

Es kam zum Sterben, und der gute Vater

Kömmt in Verlegenheit. Es schmerzt ihn, zwei

Von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort

Verlassen, so zu kränken. – Was zu tun? –

Er sendet in geheim zu einem Künstler,

Bei dem er, nach dem Muster seines Ringes,

Zwei andere bestellt, und weder Kosten

Noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,

Vollkommen gleich zu machen. Das gelingt

Dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt,

Kann selbst der Vater seinen Musterring

Nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft

Er seine Söhne, jeden insbesondre;

Gibt jedem insbesondre seinen Segen, –

Und seinen Ring, – und stirbt. – Du hörst doch, Sultan?

[Saladin (der sich betroffen von ihm gewandt):]

Ich hör, ich höre! – Komm mit deinem Märchen

Nur bald zu Ende. – Wird´s?

[Nathan:] Ich bin zu Ende.

Denn was noch folgt, versteht sich ja von selbst. –

Kaum war der Vater tot, so kömmt ein jeder

Mit seinem Ring, und jeder will der Fürst

Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,

Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht

Erweislich; – (nach einer Pause, in welcher er des

Sultans Antwort erwartet)

Fast so unerweislich, als

Uns itzt – der rechte Glauben."[65]

Saladin lässt sich jedoch nicht mit diesem Märchen abspeisen. Er bemängelt im folgenden Zwiegespräch, dass die Religionen im Gegensatz zu den Ringen sehr wohl zu unterscheiden wären. Alle drei Religionen zeichnen sich durch besondere Traditionen, Bräuche und Gewohnheiten aus.

Nathan erwidert auf diesen berechtigten Einwand, dass alle Religionen sich aber auf ein Geschichtsereignis berufen, und man von niemandem verlangen kann, der Tradition der eigenen Väter abzuschwören.

"[Nathan:] Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?

Geschrieben oder überliefert! – Und

Geschichte muß doch wohl allein auf Treu

Und Glauben angenommen werden? – Nicht? –

Nun, wessen Treu und Glauben zieht man denn

Am wenigsten in Zweifel? Doch der Seinen?

Doch deren Blut wir sind? Doch deren, die

Von Kindheit an uns Proben ihrer Liebe

Gegeben? Die uns nie getäuscht, als wo

Getäuscht zu werden uns heilsamer war? –

Wie kann ich meinen Vätern weniger

Als du den deinen glauben? Oder umgekehrt. –

Kann ich von dir verlangen, dass du deine

Vorfahren Lügen strafst, um meinen nicht

Zu widersprechen? Oder umgekehrt."[66]

[...]


[1]Siehe Kap. I.1.3 Lessing und die Idee der Ringparabel.

[2]SCHILSON: Art. Fragmentenstreit: in LThK3 Band III, 1378.

[3]KANT: Was ist Aufklärung?, 20.

[4]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 13.

[5]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 11f.

[6]Vgl. CASSIRER: Die Philosophie der Aufklärung, 178.

[7]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 12.

[8]Ebd. 13.

[9]Als "positive Religionen“ bezeichnet man alle Religionen, die durch Offenbarungen entstanden sind: Z.B. Christentum, Judentum, Islam. Demgegenüber bezeichnet man eine Religion, die rein durch die Vernunft erkannt werden kann als "natürliche Religion“.

[10]Vgl. SCHULTZE: Lessings Toleranzbegriff, 15ff.

[11]Vgl. Ebd. 12.

[12]Vgl. BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 12f.

[13]Vgl. Ebd. 23-27.

[14]KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 39.

[15]Vgl. CARMELY: Wie "aufgeklärt“ waren die Aufklärer in Bezug auf die Juden?, 177f.

[16]Vgl. SCHULTZE: Lessings Toleranzbegriff, 43.

[17]CARMELY: Wie "aufgeklärt“ waren die Aufklärer in Bezug auf die Juden?, 177.

[18]Vgl. CARMELY: Wie "aufgeklärt“ waren die Aufklärer in Bezug auf die Juden?, 178.

[19]Vgl. Ebd. 179f.

[20]Vgl. SCHULTZE: Lessings Toleranzbegriff, 12.

[21]Vgl. BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 48.

[22]Vgl. KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 56.

[23]Vgl. Ebd. 101.

[24]Vgl. KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 35f.

[25]Vgl. BRENNER: Gotthold Ephraim Lessing, 9.

[26]Vgl. KRÖGER: Literaturwissen für Schule und Studium, 5.

[27]Vgl. JASPER: Lessing, 32f.

[28]Zitiert nach KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 32-33.

[29]Vgl. JASPER: Lessing, 33.

[30]HARTH: Gotthold Ephraim Lessing, 12.

[31]Vgl. KRÖGER: Literaturwissen für Schule und Studium, 5-7.

[32]KRÖGER: Literaturwissen für Schule und Studium, 17.

[33]Vgl. Ebd. 5ff.

[34]Vgl. JASPER: Lessing, 106.

[35]KRÖGER: Literaturwissen für Schule und Studium, 28.

[36]Vgl. Ebd. 24.

[37]JASPER: Lessing, 25.

[38]Vgl. ALBRECHT: Gotthold Ephraim Lessing, 10.

[39]Vgl. BRENNER: Literaturstudium, 14-20.

[40]Vgl. Ebd. 22f.

[41]Siehe Kap. I.1.3 Lessing und die Idee der Ringparabel.

[42]Vgl. BRENNER: Literaturstudium, 29f.

[43]Vgl. BRENNER: Literaturstudium, 31f.

[44]Vgl. JASPER: Lessing, 45.

[45]Vgl. ALBRECHT: Gotthold Ephraim Lessing, 81.

[46]Vgl. BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 113.

[47]Vgl. KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 162f.

[48]KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 166.

[49]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 20f.

[50]ALBRECHT: Gotthold Ephraim Lessing, 82.

[51]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 21.

[52]Vgl. ALBRECHT: Gotthold Ephraim Lessing, 82f.

[53]KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 183.

[54]BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 113.

[55]JASPER: Lessing, 175.

[56]BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 114.

[57]KUSCHEL: Vom Streit zum Wettstreit der Religionen, 190.

[58]JASPER: Lessing, 262.

[59]Vgl. ARENDT: Grundlagen und Gedanken, 29.

[60]Vgl. BERGHAHN: Grenzen der Toleranz, 114.

[61]Vgl. LESSING: Nathan der Weise,.(I).

[62]LESSING: Nathan der Weise, (IV,2).

[63]LESSING: Nathan der Weise, (V,8).

[64]Ebd. (III,5).

[65]LESSING: Nathan der Weise, (III,7).

[66]LESSING: Nathan der Weise, (III, 7).

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Nathan reloaded? Die Idee der Ringparabel in der pluralistischen Religionstheologie
Hochschule
Universität Wien  (Dogmatik)
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
89
Katalognummer
V25301
ISBN (eBook)
9783638279727
Dateigröße
895 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schon Lessing hat mit seiner Ringparabel eine Vision entworfen, wie das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen möglich ist. Auch die gegenwärtige Theologie beschäftigt sich in der Theologie der Religionen mit dieser Frage. Die Konzepte: Exklusivimus, Inklusivismus, pluralitische Religionstheologie und Interiorismus versuchen eine Antwort zu geben. Ist Nathan durch die pluralistische Religionstheologie wieder auferstanden?
Schlagworte
Nathan, Idee, Ringparabel, Religionstheologie
Arbeit zitieren
Stefanie Meier (Autor), 2004, Nathan reloaded? Die Idee der Ringparabel in der pluralistischen Religionstheologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25301

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