Die quantitative und qualitative Forschung unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten, die der Autor im Folgenden näher erläutern wird. Der entscheidende Unterschied liegt im jeweiligen Bezug der beiden Forschungsarten zur Theorie. „Quantitative Studien unterscheiden sich von qualitativen in erster Linie durch die wissenschaftstheoretische Grundposition, den Status von Hypothesen und Theorien sowie dem Methodenverständnis“ (Atteslander 2000, S.77). Das bedeutet, dass der Ausgangspunkt eines quantitativen Meßverfahrens immer eine Theorie ist und das Ziel des jeweiligen Erhebungsverfahrens ist es, die Ausgangstheorie beziehungsweise die bestehenden Hypothesen durch die Messung sozialer Tatbestände zu überprüfen, also entweder zu falsifizieren oder als nicht falsifizierbar anzunehmen. Von Beginn an hat man somit einen festen Bezugsrahmen, der die zu erfassenden Tatbestände genau eingrenzt. Dem liegt auch die Annahme zugrunde, dass Soziale Realität objektiv ist, also von allen Menschen gleich wahrgenommen wird, und dass sie deshalb mittels kontrollierter Methoden erfassbar ist. Die erfassten Daten müssen den Kriterien der Reliabilität, das heißt Zuverlässigkeit, Validität, das heißt Gültigkeit und Repräsentativität standhalten können und außerdem intersubjektiv überprüfbar sein. (vgl. Atteslander 2000, S.77) Aus diesen Hintergründen und Ansprüchen hat sich die Notwendigkeit ergeben, fest strukturierte Beobachtungsschemata zu entwickeln: „Quantitativ orientierte Beobachtungsstudien sind durch eine hochstrukturierte, theoriegeleitete und kontrollierte Wahrnehmung, Aufzeichnung und Auswertung gekennzeichnet, wobei die Datensammlung und – Auswertung meist zeitlich und personell auseinander fallen“ (Atteslander 2000, S.77). Der Verfasser deutet darauf hin, dass der Unterschied zur qualitativen Forschung vor allem darin liegt, dass die quantitative Forschung von Beginn an von einem begrenzten Erfahrungsbereich und Tatbeständen ausgeht und die Gefahr besteht, „dass durch Standardisierung und Quantifizierung häufig nur noch Scheinobjektivitäten und Messartefakte generiert werden“ (Atteslander 2000, S.77).
Inhaltsverzeichnis
5 Empirische Forschung
5.1 Quantitative Forschung verus qualitativer Forschung
5.2 Die empirische Sozialforschung
5.3 Methoden der empirischen Sozialforschung
5.3.1 Zum Methodenüberblick
5.3.2 Zur Methodenkritik
5.4 Forschungsansätze in der Sportwissenschaft
5.5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit bietet einen fundierten Überblick über die Grundlagen der empirischen Sozialforschung und deren Anwendung in den Sportwissenschaften. Das primäre Ziel ist es, den methodischen Rahmen für ein Forschungsprojekt zur Motivation älterer Menschen beim Ausdauersport zu schaffen, indem verschiedene Erhebungsmethoden kritisch beleuchtet und gegeneinander abgewogen werden.
- Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen
- Methoden der Datenerhebung: Beobachtung, Befragung, Experiment und Inhaltsanalyse
- Kritische Analyse von Fehlerquellen in der empirischen Forschung
- Transfer der allgemeinen Methodenlehre auf sportwissenschaftliche Fragestellungen
Auszug aus dem Buch
Quantitative Forschung verus qualitativer Forschung
Die quantitative und qualitative Forschung unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten, die der Autor im Folgenden näher erläutern wird. Der entscheidende Unterschied liegt im jeweiligen Bezug der beiden Forschungsarten zur Theorie. „Quantitative Studien unterscheiden sich von qualitativen in erster Linie durch die wissenschaftstheoretische Grundposition, den Status von Hypothesen und Theorien sowie dem Methodenverständnis“ (Atteslander 2000, S.77). Das bedeutet, dass der Ausgangspunkt eines quantitativen Meßverfahrens immer eine Theorie ist und das Ziel des jeweiligen Erhebungsverfahrens ist es, die Ausgangstheorie beziehungsweise die bestehenden Hypothesen durch die Messung sozialer Tatbestände zu überprüfen, also entweder zu falsifizieren oder als nicht falsifizierbar anzunehmen.
Von Beginn an hat man somit einen festen Bezugsrahmen, der die zu erfassenden Tatbestände genau eingrenzt. Dem liegt auch die Annahme zugrunde, dass Soziale Realität objektiv ist, also von allen Menschen gleich wahrgenommen wird, und dass sie deshalb mittels kontrollierter Methoden erfassbar ist. Die erfassten Daten müssen den Kriterien der Reliabilität, das heißt Zuverlässigkeit, Validität, das heißt Gültigkeit und Repräsentativität standhalten können und außerdem intersubjektiv überprüfbar sein. (vgl. Atteslander 2000, S.77)
Zusammenfassung der Kapitel
5 Empirische Forschung: Einführung in die theoretische Relevanz und Systematik der empirischen Forschung für wissenschaftliches Arbeiten.
5.1 Quantitative Forschung verus qualitativer Forschung: Gegenüberstellung der beiden Forschungsansätze hinsichtlich ihrer wissenschaftstheoretischen Grundlagen und Zielsetzungen.
5.2 Die empirische Sozialforschung: Erläuterung der planmäßigen Erfassung und Deutung sozialer Tatbestände als problemorientiertes Handeln.
5.3 Methoden der empirischen Sozialforschung: Darstellung der zentralen Erhebungsinstrumente wie Beobachtung, Befragung, Experiment und Inhaltsanalyse.
5.3.1 Zum Methodenüberblick: Detaillierte Betrachtung der Funktionsweise und Anwendungsbereiche der verschiedenen Erhebungsmethoden.
5.3.2 Zur Methodenkritik: Diskussion potenzieller Fehlerquellen und Gültigkeitsprobleme bei der Durchführung empirischer Untersuchungen.
5.4 Forschungsansätze in der Sportwissenschaft: Einordnung der sportwissenschaftlichen Forschung in den Kontext interdisziplinärer Methodenlehre.
5.5 Zusammenfassung: Synthese der methodischen Erkenntnisse und Ausblick auf die praktische Anwendung im Forschungsprojekt.
Schlüsselwörter
Empirische Sozialforschung, Quantitative Forschung, Qualitative Forschung, Datenerhebung, Wissenschaftliche Methode, Sportwissenschaft, Beobachtung, Befragung, Experiment, Inhaltsanalyse, Methodenkritik, Sport im Alter, Reliabilität, Validität, Forschungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den methodischen Grundlagen der empirischen Sozialforschung und deren spezifischer Anwendung im Bereich der Sportwissenschaft, um die Voraussetzungen für eine empirische Untersuchung zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung von quantitativen und qualitativen Methoden, die verschiedenen Instrumente der Datenerhebung sowie die kritische Reflexion des Forschungsprozesses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, ein wissenschaftlich fundiertes methodisches Vorgehen zur Untersuchung der Motivation älterer Menschen im Sport zu erarbeiten und die verschiedenen Methoden der Empirie zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der gängigen Methodenlehre der empirischen Sozialforschung, um eine theoretische Basis für zukünftige empirische Studien zu bilden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Sozialforschung, die verschiedenen Erhebungsmethoden (Beobachtung, Befragung etc.) und deren kritische Anwendung in den Sportwissenschaften detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Empirische Sozialforschung, Qualitative und Quantitative Forschung, Methodenkritik sowie Sportwissenschaft geprägt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen quantitativer und qualitativer Forschung?
Er unterscheidet primär durch den Bezug zur Theorie: Während die quantitative Forschung bestehende Hypothesen prüft, zielt die qualitative Forschung auf die Interpretation subjektiver Sinnzuschreibung und individuellen Handelns ab.
Welche Bedeutung hat das Experiment in der sportwissenschaftlichen Forschung?
Das Experiment wird als sicherste Methode zur Feststellung von Kausalbeziehungen angesehen, wobei der Autor besonders den Unterschied zwischen Feldexperimenten und Laborstudien betont.
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- Daniel Seibel (Author), 2004, Sport im Alter - eine empirische Studie - Teilbereich Empirische Sozialforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25394