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Die funktionalistische Schichtungstheorie

Title: Die funktionalistische Schichtungstheorie

Presentation (Elaboration) , 2004 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Vandrey (Author), Florian Popp (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die ungleiche Verteilung von Macht, Besitz, Reichtum und Privilegien dominiert in allen uns bekannten Gesellschaften. Unscheinbar waren die Ungleichheiten in Personengruppen, wo der Mensch als Jäger und Sammler sein Überleben sicherte. Mit der Erwirtschaftung eines Überschusses waren jedoch Eigentum und Güter ungleich verteilt.
Eine Vielzahl von Versuchen sollten eine Erklärung über die Ungleichheiten in Gesellschaften liefern. Man kam zu dem Ergebnis, dass bei ökonomischen Theorien ein Problem von Angebot und Nachfrage auftrat, wobei eine Person mit knappen Gütern und Talenten auf dem Markt eine höhere Belohnung erhalten wird, als eine Person, die nur hat, was jeder hat. Dabei ist es von Bedeutung, dass die besonders Begabten nicht immer höhere oder höchste Belohungen erhalten. Durch einen Überschuss Höchstqualifizierter würde nämlich der Marktwert derer in der Gesellschaft sinken.
Den Höhepunkt der Ungleichheit ordnet man den Agrargesellschaften zu, der aber im Rahmen der Modernisierung wieder abnimmt. Die Gültigkeit dieser Behauptung lässt Fragen offen – jedoch bestehen in unserer Gesellschaft gravierende Diskrepanzen in Einkommen und Besitz. Diese Thematik greifen Davis und Moore in ihrer funktionalistischen Schichtungstheorie auf, die zu großen Teilen von Kritikern (Renate Mayntz, Erich Weede, George Huaco) kontrovers diskutiert wurde. Diese Arbeit befasst sich sowohl mit der Ausgangstheorie als auch mit den angeführten Kritiken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Hauptteil

1. Davis, Kingsley/ Moore, Wilbert E. (1967)

Einige Prinzipien der sozialen Schichtung

1.1. Ausgangsannahmen und Analyse

1.2. Fragestellungen

1.3. Das Positionssystem

1.4. „Wer nimmt welche Position ein?“

1.5. Synonyme

2. Weede, Erich (1992)

Mensch und Gesellschaft

2.1. Ausgangsannahmen

2.2. Kritikpunkte

2.3. Schlussfolgerung

3. Mayntz, Renate (1965)

Kritische Bemerkungen zur funktionalistischen Schichtungstheorie

3.1. Ausgangsannahmen

3.2. Kritikpunkte

3.3. Schlussfolgerung

4. Huaco, George A. (1974)

Die funktionalistische Schichtungstheorie

4.1. Ausgangsannahmen

4.2. Kritikpunkte

4.3. Schlussfolgerung

5. Ideologiekritik

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die funktionalistische Schichtungstheorie nach Davis und Moore zu analysieren und sie mit den kontroversen Perspektiven ihrer Kritiker – Renate Mayntz, Erich Weede und George Huaco – in den Dialog zu bringen, um die Legitimität sozialer Ungleichheit kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen der funktionalistischen Schichtungstheorie nach Davis und Moore
  • Analyse des Positionssystems und der Motivationsmechanismen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der funktionalen Bedeutung von Positionen
  • Diskussion über Marktmechanismen und Statusvererbung
  • Ideologiekritische Einordnung der Leistungsideologie

Auszug aus dem Buch

1.4. „Wer nimmt welche Position ein?“

Unter der Annahme der sozialen Schichtung müssen in jeder intakten Gesellschaft einige funktional bedeutsame Aufgaben erfüllt werden. Diese für die Gesellschaft besonders elementaren Verpflichtungen können nur erfüllt werden, wenn die dafür zuständigen Positionen kompetent besetzt sind. Die Fähigkeiten sind nur gesichert, wenn sich besonders befähigte Personen um diese Positionen bewerben. Qualifizierte Personen bewerben sich nur um funktional bedeutsame Positionen, wenn diese besser belohnt sind als andere.

Unter der Annahme des Davis´- Moore´schen Kernargumentes muss der Anreiz eine bestimmte Position einnehmen zu wollen, abhängig vom Grad der funktionalen Bedeutsamkeit, ungleich verteilt sein. Zum anderen muss die Gesellschaft dafür Sorge tragen, dass die mit den Positionen verbundenen Pflichten erfüllt werden. Dies geschieht ebenso durch ein Anreizsystem. Die Einführungen von Belohnungen als Anreiz verursacht demnach die soziale Schichtung.

Angenommen, die mit verschiedenen Positionen verbundenen Pflichten werden gleichermaßen angenehm für den menschlichen Organismus, gleichermaßen wichtig für den Fortbestand der Gesellschaft und angewiesen auf die gleichen Fähigkeiten oder Talente, so wäre es gleichgültig, wer welche Position einnimmt. Dem entgegnend benötigt die Gesellschaft für bestimmte Positionen, spezielle Begabungen oder Ausbildungen, um adäquat funktionieren zu können. Die Eignung für eine Position ergibt sich durch die angeborene Begabung und die durchlaufene Ausbildung. Zu dem haben nach Davis und Moore bestimmte Positionen eine größere funktionale Bedeutung als andere. Wie oben angeführt, müssen die Individuen, die eine bestimmte Position einnehmen, einen entsprechenden Anreiz bzw. eine Belohnung erhalten in Form der Sicherung des Lebensunterhaltes oder der Bequemlichkeit, der Unterhaltung oder Zerstreuung bzw. der Förderung der individuellen Selbstachtung und Entwicklung. Belohnungen sind den Autoren nach in die Positionen integriert und wirken erstrebenswert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Davis, Kingsley/ Moore, Wilbert E. (1967): Die Autoren begründen soziale Schichtung als notwendiges Instrument, um funktional wichtige Positionen durch kompetente Individuen mittels Anreizsystemen zu besetzen.

2. Weede, Erich (1992): Der Kritiker hinterfragt die Bestimmung funktionaler Wichtigkeit und argumentiert, dass soziale Schichtung eher zu Marktverzerrungen als zu effizienter Zuordnung führt.

3. Mayntz, Renate (1965): Sie bezeichnet die Theorie als zu allgemein und kritisiert, dass soziale Ungleichheit durch Statusvererbung determiniert wird, statt allein auf meritokratischem Wettbewerb zu basieren.

4. Huaco, George A. (1974): Er bezweifelt die Universalität der Schichtungstheorie und kritisiert die Vernachlässigung historischer Perspektiven sowie die mangelnde Nachprüfbarkeit funktionaler Bedeutung.

5. Ideologiekritik: Das Fazit stellt fest, dass die Theorie primär eine Leistungsideologie transportiert, die soziale Ungleichheit rechtfertigt und eine systemstabilisierende Funktion übernimmt.

Schlüsselwörter

Soziale Schichtung, Funktionalismus, Davis und Moore, soziale Ungleichheit, Positionssystem, Motivation, Leistungsgesellschaft, Meritokratie, Statusvererbung, Renate Mayntz, Erich Weede, George Huaco, Ideologiekritik, Marktmechanismen, Leistungsideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der funktionalistischen Schichtungstheorie von Davis und Moore sowie die Argumente ihrer Kritiker bezüglich sozialer Ungleichheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die funktionale Notwendigkeit von Schichtung, das Anreizsystem zur Besetzung wichtiger Positionen, Marktmechanismen und die Kritik an der Annahme einer leistungsgerechten Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die funktionalistische Sichtweise auf Schichtung durch den Einbezug kritischer Positionen in einen differenzierten wissenschaftlichen Kontext zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und den Vergleich unterschiedlicher soziologischer Positionen, um die Schwachstellen der funktionalistischen Theorie herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die Theorien von Davis und Moore sowie die Gegenpositionen von Erich Weede, Renate Mayntz und George Huaco detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Schichtung, Funktionalismus, Meritokratie, Ungleichheit und die kritische Auseinandersetzung mit der Leistungsideologie.

Wie bewerten die Kritiker die Definition der „funktionalen Wichtigkeit“?

Kritiker wie Weede und Huaco bemängeln, dass es keinen intersubjektiv nachprüfbaren Maßstab gibt, um die Wichtigkeit bestimmter Positionen objektiv festzulegen.

Warum ist laut der Ideologiekritik die Theorie systemstabilisierend?

Da die Theorie soziale Ungleichheit als notwendig und funktional darstellt, dient sie dazu, bestehende Macht- und Besitzverhältnisse als gerechtfertigt zu legitimieren.

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Details

Title
Die funktionalistische Schichtungstheorie
College
University of the Federal Armed Forces München  (Fakultät für Pädagogik)
Grade
2,0
Authors
Christian Vandrey (Author), Florian Popp (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V25513
ISBN (eBook)
9783638281140
Language
German
Tags
Schichtungstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Vandrey (Author), Florian Popp (Author), 2004, Die funktionalistische Schichtungstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25513
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