Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Männern benachteiligt, sie arbeiten unter schlechteren Arbeitsbedingungen und für eine geringere Entlohnung. Zwar sind viele Frauen berufstätig, viele geben aber ihre Berufstätigkeit auf, sobald sie eine Familie gründen und schaffen es kaum wieder in ihre berufliche Stellung zurück nachdem sie ihre Kinder aufgezogen haben. In führenden Positionen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert und eine Änderung dieser Tatsache ist nicht in Sicht.
Doch wie entsteht diese soziale Ungleichheit und kann sie aufgehoben werden?
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Aspekt der sozialen Schließung, die geschlechtsspezifische Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt enstehen lässt und reproduziert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deutschland: ein konservativer Sozialstaat
2.1 Definition
2.2 Prinzipien des deutschen Sozialstaates
3. Soziale Schließung
3.1 Der Begriff der sozialen Schließung
3.2. Schließungsstrategien
3.3 Gruppenidentität
3.4 Folgen von Schließungsprozessen
4. Ausschließung der Frauen aus dem Arbeitsmarkt
4.1 Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation durch Soziale Schließung
4.2 Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation durch Ausbeutung
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen geschlechtsspezifischer Ungleichheiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt und analysiert, inwieweit das Konzept der sozialen Schließung sowie die strukturellen Gegebenheiten des konservativen Sozialstaats zur Reproduktion dieser Benachteiligungen beitragen.
- Systematik und Leitbilder des deutschen Sozialstaates
- Theoretische Grundlagen der sozialen Schließung nach Weber und Parkin
- Mechanismen der Arbeitsmarktsegregation
- Unterscheidung zwischen sozialer Schließung und Ausbeutung
- Einfluss staatlicher Normen auf die Benachteiligung von Frauen
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Begriff der sozialen Schließung
Das Konzept der sozialen Schließung bezieht sich auf den Ausschluss sozialer Gruppen von sozialen Mitteln, auf die Benachteiligung sozialer Gruppen anderen gegenüber hinsichtlich sozialer, aber hauptsächlich ökonomischer Ressourcen. Soziale Schließung ist „das Ergebnis einer strukturellen Konstellation zwischen Gruppen, die unter Umständen zu offenen Auseinandersetzungen führen kann“. Vater der Theorie der sozialen Schließung ist Max Weber, der anhand dieses Konzepts konkrete bestehende Benachteiligungen sozialer Gruppen erklärt. Argumente für soziale Schließung sind soziale und körperliche Merkmale. Nach Weber kann jedes Merkmal einer sozialen Gruppe, z.B. Rasse, Sprache, soziale Abstammung, Grund zur Ausschließung sein. Diese Monopolisierung richtet sich gegen Konkurrenten, die ein gemeinsames Merkmal besitzen mit dem Ziel, diese Gruppe von gewissen sozialen bzw. ökonomischen Vorteilen auszuschließen. Theoretisch kann hierbei jede soziale Gruppe Ausschließung bewirken bzw. selbst ausgeschlossen werden.
Frank Parkin greift dieses Konzept wieder auf und erweitert es. Er sieht in sozialer Schließung nicht – wie Weber – eine mögliche Erklärung für die Quelle von Ungleichheiten, sondern die Ursache für die Bildung sozialer Klassen. Parkin sieht Schließung als Ausdruck von Macht. Er erklärt: „Schließungsmodi können auch als verschiedene Wege betrachtet werden, Macht zu mobilisieren, um Chancen und Ressourcen für sich zu beanspruchen“. Da Macht ein der Schließung „inhärentes Attribut“ ist, kann man die „fruchtlose Suche“ nach ihr aufgeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung benennt die anhaltende Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und führt das Konzept der sozialen Schließung als zentralen Analyserahmen der Arbeit ein.
2. Deutschland: ein konservativer Sozialstaat: Dieses Kapitel erläutert das deutsche Sozialstaatsmodell, seine katholisch geprägten Wurzeln sowie die institutionelle Verankerung des traditionellen „Familienernährermodells“.
3. Soziale Schließung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der sozialen Schließung nach Max Weber und Frank Parkin sowie die damit verbundenen Strategien der Ausschließung und des Solidarismus dargelegt.
4. Ausschließung der Frauen aus dem Arbeitsmarkt: Das Hauptkapitel analysiert die Anwendung von Schließungsmechanismen sowie die Rolle von Ausbeutung bei der Zementierung geschlechtsspezifischer Arbeitsmarktsegregation.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das Zusammenspiel aus staatlichen Leitbildern und sozialen Schließungsprozessen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern dauerhaft reproduziert.
Schlüsselwörter
Soziale Schließung, Arbeitsmarktsegregation, Geschlechtsspezifische Ungleichheit, Sozialstaat, Familienernährermodell, Ausbeutung, Macht, Ressourcenmonopol, soziale Ressourcen, Diskriminierung, Erwerbsleben, Arbeitsteilung, Frauenbenachteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum Frauen trotz gestiegener Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind und welche soziologischen Mechanismen diese Ungleichheit aufrechterhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das deutsche Sozialstaatsmodell, die Theorie der sozialen Schließung und die spezifische Segregation von Frauen im Erwerbsleben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Schließungsprozesse und staatlich legitimierte Leitbilder zur Benachteiligung von Frauen beitragen und warum diese Strukturen so beharrlich fortbestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse soziologischer Konzepte, die auf die reale Situation am deutschen Arbeitsmarkt angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von Ausschlussstrategien und Ausbeutung sowie deren Auswirkungen auf die Berufsbiografien und Karrieremöglichkeiten von Frauen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen soziale Schließung, Arbeitsmarktsegregation, Familienernährermodell, Ausbeutung und soziale Ungleichheit.
Wie unterscheidet sich soziale Schließung von Ausbeutung laut dieser Arbeit?
Soziale Schließung dient der Sicherung von Ressourcen durch eine Gruppe gegen eine andere, während Ausbeutung voraussetzt, dass eine Gruppe bereits über keinerlei soziale Ressourcen verfügt und wehrlos ist.
Welche Rolle spielt der deutsche Sozialstaat bei der Benachteiligung von Frauen?
Der deutsche Sozialstaat fördert durch sein traditionelles „Hausfrauenmodell“ eine Struktur, die Frauen faktisch in die Teilzeit oder die Nichterwerbstätigkeit drängt, was ihre abhängige soziale Position zementiert.
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- Magistra Artium Melanie Kindermann (Autor), 2000, Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25515