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Eine gesundheitspolitische Problemanalyse etwaiger Leistungsbegrenzungen auf Grund geforderter Beitragsstabilität

Titel: Eine gesundheitspolitische Problemanalyse etwaiger Leistungsbegrenzungen auf Grund geforderter Beitragsstabilität

Seminararbeit , 2002 , 67 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Roger Richter (Autor:in), Michael Zlatkin (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Deutschland wird der demographische Wandel vor allem nach dem Jahr 2010 massiv spürbar werden. Er zeigt sich in einer deutlich veränderten Altersstruktur der Bevölkerung. 1 Der Altersquotient (das zahlenmäßige Verhältnis der ab sechzig- jährigen zu den Erwerbsfähigen, den einundzwanzig bis neunundfünfzig- jährigen), der seit den siebziger Jahren leicht gesunken ist, wird sich bis zum Jahr 2030 von ca. 41% auf über 80% verdoppeln. Die Gesamtbevölkerung wird dabei spätestens ab 2010 sinken. Auf den Gesamtbedarf der Bevölkerung an medizinischen Leistungen wirkt sich die veränderte Altersstruktur positiv, die sinkende Bevölkerungszahl dagegen negativ aus. Klammert man unzulässigerweise den medizinischen Fortschritt aus der Betrachtung aus, könnte der Gesamtbedarf an medizinischer Ver-sorgung ab 2015 zurückgehen. Für die Belastung mit Krankenversicherungsbeiträgen ist jedoch nur die Altersstruktur verantwortlich. Die Beitragsbelastung wird in jedem Fall steigen (vgl. Knappe 1999).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Beschreibung der aktuellen gesundheitspolitischen Situation in Deutschland

1.1.1 Kurzer Überblick zur sozio - demographischen Entwicklung

1.1.2 Auswirkungen der demographischen Veränderungen sowie des medizinischen Fortschritts auf Leistungen und Kosten im Gesundheitswesen

1.2 Das gesundheitspolitische Problempanorama

2 Zum theoretisch - konzeptionellen Rahmen

2.1 Zum Gegenstandsbereich der Gesundheitspolitik

2.2 Beschreibung der rechtlichen Grundlagen in Deutschland

2.2.1 Vorbemerkungen zum Grundsatz der Beitragssatzstabilität

2.2.2 Rechtliche Verankerung des Grundsatzes

2.3 Zur Gesundheitsreform 2000

2.3.1 Politische Devise

2.3.2 Ziele der Gesundheitsreform 2000

2.3.3 Zentrale Regelungen der Gesundheitsreform 2000

2.3.4 Zusammenfassende Darstellung zu der Gesundheitsreform 2000

2.4 Beschreibung des gegenwärtigen Versicherungssystems in Deutschland

2.4.1 Zentrale Akteure im Krankenversorgungssystem

2.4.2 Steuerungsebenen der Gesundheitspolitik

2.4.3 Das Steuerungsmodell der GKV

2.4.4 Stellung des Krankenhauses im Versorgungssystem

2.4.4.1 Das gegenwärtige Vergütungssystem im Akut - Krankenhaus

2.4.4.2 Das DRG - System „diagnosis related groups“

2.4.4.3 DRG = (D)rastische (R)ationierung von (G)esundheitsleistungen?

2.4.5 Beziehung zwischen Leistungsspektrum und Beitragssatz

2.4.6 Zwischenfazit

2.5 Die Rollen von Staat und Markt im Gesundheitswesen in Deutschland

2.5.1 Mehrleistungen bei stabilen Beitragssätzen - das geht nicht auf!

2.5.2 Raus aus dem Teufelskreis!

2.6 Bewertung der gesundheitspolitischen Reformen und begleitenden Maßnahmen

2.6.1 Gesundheitsreform und Gesellschaftspolitik

2.6.2 Bewertung der gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Beitragssatzstabilität aus der betriebswirtschaftlichen Sicht

2.6.3 Zwischenfazit: Bewertung des Grundsatzes der Beitragsstabilität

3 Die Problemanalyse aus betriebswirtschaftlicher Sicht

3.1 Vorüberlegungen: Betriebswirtschaftliches Instrumentarium bei einer gesundheitspolitischen Problemanalyse?

3.2 Analyse der Transaktionsbeziehungen der Akteure im Gesundheitswesen

3.2.1 Transaktionsbeziehung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsanbieter

3.2.2 Transaktionsbeziehung zwischen Arzt und Patient

3.2.3 Transaktionsbeziehung zwischen Arzt - Patient - Krankenversicherung

3.3 Erstellung eines betriebswirtschaftlichen Analyserasters

4 Gesellschaftliche Trends und ihre Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitswesen

5 Zur empirischen Evidenz: Problemanalyse aus der Sicht der Akteure im Gesundheitswesen

5.1 Erwartungen des Beitragszahlers an eine leistungsfähige Krankenversicherung

5.2 Ansichten von Verbänden und Organisationen im Gesundheitswesen zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung

6 Zusammenfassende Diskussion

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert aus betriebswirtschaftlicher Sicht die gesundheitspolitische Problematik der Beitragssatzstabilität im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, die systematischen Fehlsteuerungen aufzudecken, die durch den politisch forcierten Grundsatz der Beitragssatzstabilität entstehen, und Ansätze für ein effizienteres Handeln der Akteure aufzuzeigen.

  • Betriebswirtschaftliche Analyse von Transaktionsbeziehungen der Akteure im Gesundheitswesen.
  • Untersuchung der Auswirkungen von Gesundheitspolitik auf Versorgungsstrukturen.
  • Kritische Beleuchtung des Steuerungsmodells der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
  • Empirische Evidenz zur Haltung von Versicherten und Verbänden zu Reformmaßnahmen.
  • Diskussion von Lösungsansätzen zur Überwindung von Finanzierungsdefiziten.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Transaktionsbeziehung zwischen Arzt und Patient

Arzt und Patient stellen eigentlich die Marktpartner im engeren Sinne dar. Der Erstkontakt zwischen beiden ist in der Regel von Patienten initiiert, der aufgrund seines subjektiven Leidens-empfindens den Leistungsproduzenten aufsucht. Der Prozess der Vertrags-anbahnung zwischen Patient (Principal) und Arzt (Agent) ist in erster Linie vom Dringlichkeitsgrad des Bedarfs an Gesundheitsleistungen bestimmt. Dieser determiniert wiederum das Suchverhalten und damit die Informations- und Zeitkosten des Principalen insofern, dass diese im Extremfall – Notfall – gegen 0 gehen (vgl. Toepffer 1997, S. 56-59).

Erteilt der Patient dem Arzt den Auftrag, eine Diagnose für seine Befindlichkeitsstörung zu stellen und eine geeignete Therapie vorzuschlagen, so handelt es sich bei dieser Transaktionsbeziehung insofern um eine Principal- Agent- Beziehung, als der Arzt durch den Wissensvorsprung gegenüber dem Patienten in einer Machtposition steht. Levinthal (1988) hat diese grundlegende Principal- Agent- Beziehung zwischen Arzt und Patient analysiert. Im Vordergrund stand dabei die Honorierungsformel, die dem Arzt (Agenten) genügend Anreize vermittelt, den Nettonutzen des Principalen zu steigern. Ergebnis der Analyse ist, dass der Patient versucht, einen Vertrag abzuschließen, der vorab (ex ante) die Aufteilung der Vorteile bestimmt.

Des weiteren zeigt die Analyse der Arzt- Patient- Beziehung, dass der Vertrauensaspekt eine wichtige Rolle spielt. Für den Patienten stellt sich die Reputation des Arztes als wesentliches Qualitätsmerkmal dar und hat somit für den Arzt eine „Signaling- Funktion“.

Zusammenfassend wird konstatiert, dass die Principal- Agent- Beziehung zwischen Arzt und Patient durch Folgendes gekennzeichnet ist: da die Überwachungskosten für den Patient sehr hoch sind, greift er auf das kostengünstigere Substitut Vertrauen zurück, sowie der Reputationsverlust bei ärztlichem Fehlverhalten stellt einen Anreiz für faires Verhalten dar (vgl. Kolan 1996, S. 236-237).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die demographische Entwicklung sowie die dadurch entstehenden Kosten- und Leistungsherausforderungen im deutschen Gesundheitswesen.

2 Zum theoretisch - konzeptionellen Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen, die Gesundheitsreform 2000, das Versicherungssystem sowie das Steuerungsmodell der GKV.

3 Die Problemanalyse aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Hier werden die Transaktionsbeziehungen der Akteure (Versicherte, Arzt, Versicherung) anhand der Principal-Agent-Theorie betriebswirtschaftlich analysiert.

4 Gesellschaftliche Trends und ihre Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitswesen: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen durch internationalen Wettbewerb, Technologisierung und demographischen Wandel.

5 Zur empirischen Evidenz: Problemanalyse aus der Sicht der Akteure im Gesundheitswesen: Hier werden Umfrageergebnisse zu den Erwartungen der Beitragszahler und Verbände an die Weiterentwicklung der Krankenversicherung dargestellt.

6 Zusammenfassende Diskussion: Die Diskussion resümiert die Analyseergebnisse und betont die Notwendigkeit staatsgesteuerter Reformen, die Anreize für eigenverantwortliches Verhalten schaffen.

Schlüsselwörter

Gesundheitspolitik, Beitragssatzstabilität, GKV, betriebswirtschaftliche Analyse, Principal-Agent-Theorie, Demographischer Wandel, Medizinischer Fortschritt, Leistungsbegrenzung, Gesundheitsreform 2000, Rationierung, Transaktionsbeziehungen, Solidarprinzip, Versorgungsstruktur, Kostendämpfung, Eigenverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht eine gesundheitspolitische Problemanalyse zur Frage, ob und wie Leistungsbegrenzungen im Gesundheitswesen aufgrund der geforderten Beitragssatzstabilität betriebswirtschaftlich zu beurteilen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die Analyse der Finanzierung der GKV, die Auswirkungen demographischer Trends, das Steuerungsmodell der Krankenversorgung sowie betriebswirtschaftliche Anreizstrukturen für die beteiligten Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für die „Kostenexplosion“ und die daraus resultierenden Fehlsteuerungen im deutschen Gesundheitswesen aus betriebswirtschaftlicher Sicht aufzudecken und Perspektiven für zukünftige Entwicklungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autoren nutzen betriebswirtschaftliche Theorien, insbesondere die Principal-Agent-Theorie, um die Interaktionsbeziehungen zwischen Versicherungsnehmern, Versicherungsanbietern und Ärzten zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretisch-konzeptionelle Analyse des Versicherungssystems, eine betriebswirtschaftliche Problemanalyse anhand von Transaktionsbeziehungen und die Auswertung empirischer Evidenz aus Befragungen von Versicherten und Verbänden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beitragssatzstabilität, Principal-Agent-Theorie, GKV-Steuerungsmodell, angebotsinduzierte Nachfrage und Leistungsspektrum definiert.

Wie bewerten die Autoren die aktuellen gesundheitspolitischen Reformen?

Die Autoren bewerten die Reformen kritisch als ein kurzfristiges Krisenmanagement zur Beitragssatzstabilität, das marktwirtschaftlichen Prinzipien kaum standhält und Fehlentwicklungen nicht ursachengerecht löst.

Welche Rolle spielt das "Moral-Hazard"-Phänomen im Text?

Das Phänomen beschreibt den Mangel an Anreizen für gesundheitsförderndes Verhalten bei den Versicherten aufgrund der Vollkaskomentalität im System der GKV, was zu Übernutzung und finanziellen Schieflagen führt.

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Details

Titel
Eine gesundheitspolitische Problemanalyse etwaiger Leistungsbegrenzungen auf Grund geforderter Beitragsstabilität
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin  (Pflege/-management)
Veranstaltung
BWL
Note
2.0
Autoren
Roger Richter (Autor:in), Michael Zlatkin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
67
Katalognummer
V25571
ISBN (eBook)
9783638281447
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine Problemanalyse Leistungsbegrenzungen Grund Beitragsstabilität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roger Richter (Autor:in), Michael Zlatkin (Autor:in), 2002, Eine gesundheitspolitische Problemanalyse etwaiger Leistungsbegrenzungen auf Grund geforderter Beitragsstabilität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25571
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Leseprobe aus  67  Seiten
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