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Reisen im rollenden Häuschen - Zur Geschichte des Cavanings

Title: Reisen im rollenden Häuschen - Zur Geschichte des Cavanings

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Verena Ludwig (Author)

History - Miscellaneous
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Was ist Reisen? Allgemein definiert zunächst eine Bewegung „von A nach B“, von einem Ausgangsort an ein bestimmtes Ziel. Die Bindung an die tatsächliche körperliche Bewegung ist jedoch nicht zwingend nötig. Wir „verreisen“ täglich in unseren Gedanken, ganze Reiseromane wurden geschrieben, ohne daß Autor oder Autorin sich auch nur einen Meter vom heimischen Schreibtisch weg bewegt hätten. Denn Reisen bedeutet viel mehr: Das Zurücklassen des Vertrauten, des Heims und der Heimat, die Suche nach und die erwünschte Konfrontation mit dem Fremden, das „Über- den- Tellerrand- Gucken“, das idealerweise zur Findung und zur Erweiterung des Selbst führt. Seit Jahrtausenden macht der Mensch sich auf die Reise, erweckt die Sicherheit und Vertrautheit des Lebens innerhalb einer seßhaften Gesellschaft auch immer Sehnsucht nach dem Fremden und der Ferne. Die Neugier, eine der elementarsten menschlichen Treibfedern, läßt ihn sein Bündel schnüren, Heim und Herd hinter sich lassen und in die- heute immer weniger- weite Welt hinaus ziehen. Was aber, wenn er Heim und Herd gar nicht zurückläßt, sondern auf Räder stellt und hinter sich herzieht? Wenn er die Konfrontation mit dem Fremden weitestgehend vermeidet, sich mit Gleichgesinnten auf umzäunten Plätzen niederläßt und vom Rei-seland nur kleine, bequeme Häppchen, wie „die Aussicht“ und „den Badesee“ kennen lernt? Caravaning ist eine Sonderform des Reisens. Wie sie entstand, was sie besonders macht und was für Menschen Caravaner, beziehungsweise Camper, denn als solchen versteht man allgemein einen Caravaner, der an seinem Ziel angelangt ist, sind, da rum soll es in dieser Hausarbeit gehen. Dazu soll zuerst ein Überblick über die Geschichte des „rollenden Häuschens“ gegeben werden, während der zweite Teil der Arbeit sich mit den gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten dieser Form des Reisens befassen wird. 1 Im Jahr 2001 unternahmen deutsche Urlauber „weit mehr als drei Millionen Ca mpingreisen“ 2 , der Deutsche Tourismusverband zählte 1999 „56 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen“ 3. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

1. Zur Geschichte des Wohnanhängers

1.1 Historische Caravaner

1.2 „Eins, zwei, drei- Haus dabei“- Die ersten deutschen Caravans

1.3 „Wanderniere“ an der Front - Wohnwagen im zweiten Weltkrieg

1.4 Massenmotorisierung und Polyester- Caravaning in den 50er und 60er Jahren

1.5 Von den 70ern bis heute- Einzug der Satellitenschüssel

2. Abenteurer oder Stubenhocker?- Caravaning als Sonderform des Reisens

B. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Caravaning als spezifische Sonderform des Reisens und analysiert, wie sich das Bedürfnis nach dem „rollenden Häuschen“ historisch entwickelt hat und welche gesellschaftlichen sowie kulturellen Aspekte diesen Reisetrend prägen, wobei kritisch hinterfragt wird, inwiefern das moderne Caravaning tatsächlich mit dem ursprünglichen Freiheits- und Abenteuergedanken des Reisens korreliert.

  • Historische Entwicklung des Wohnanhängers von frühen Formen bis in die Moderne.
  • Die Anfänge und Popularisierung des Caravanings in Deutschland.
  • Technischer Fortschritt und der Wandel der Innenausstattung.
  • Die soziologische Betrachtung des Campers als Individuum.
  • Das Spannungsfeld zwischen der Suche nach Freiheit und dem Bedürfnis nach vertrauter Umgebung.

Auszug aus dem Buch

Zur Geschichte des Wohnanhängers

Die Idee, mit seiner Wohnung auf Reisen zu gehen, beziehungsweise in seinem Reisegefährt auch zu wohnen, ist nicht so modern, wie man denken mag, sondern im Gegenteil schon viele hundert Jahre alt.

So soll schon Kleopatra mit ihrem Mark Anton auf einer Art rollenden Lagerstatt zur Vogeljagd am Nil gefahren sei, ihr Gefährt war mit Möbeln und einem Sonnensegel ausgestattet und wurde von Sklaven gezogen.

Marco Polo berichtete im 13. Jahrhundert von den Tartaren, sie führen in einem riesigen, von zwei Dutzend Ochsen gezogenen Zelt auf Rädern, in dem sie äßen und schliefen.

Durch den Biographen Friedrich Sieburg ist dokumentiert, das Napoleon viele seiner Schlachten von seinem Wohnwagen aus lenkte, einer Reisekutsche, die zugleich Büro, Bibliothek, Wohn-und Schlafzimmer war:

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff des Reisens und führt in die Fragestellung ein, wie sich Caravaning als Sonderform des Reisens und kulturelle Gruppierung historisch und soziologisch einordnen lässt.

1. Zur Geschichte des Wohnanhängers: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des mobilen Wohnens von antiken Beispielen bis zur industriellen Serienproduktion in Deutschland.

1.1 Historische Caravaner: Beleuchtung der frühen Ursprünge mobiler Behausungen, die bereits vor der modernen Campingbewegung existierten.

1.2 „Eins, zwei, drei- Haus dabei“- Die ersten deutschen Caravans: Untersuchung der Anfänge des Campings in Deutschland und der Entwicklung erster erschwinglicher Modelle wie dem „Hausdabei“.

1.3 „Wanderniere“ an der Front - Wohnwagen im zweiten Weltkrieg: Beschreibung des zweckentfremdeten Einsatzes von Wohnanhängern während des Zweiten Weltkriegs.

1.4 Massenmotorisierung und Polyester- Caravaning in den 50er und 60er Jahren: Analyse des Booms des Caravanings im Zuge des Wirtschaftswunders und technischer Innovationen durch Kunststoffe.

1.5 Von den 70ern bis heute- Einzug der Satellitenschüssel: Betrachtung der Kommerzialisierung und des zunehmenden Komforts im modernen Caravaning.

2. Abenteurer oder Stubenhocker?- Caravaning als Sonderform des Reisens: Eine soziologische Analyse, die das Selbstverständnis von Campern hinterfragt und den Kontrast zwischen Freiheitssuche und Beibehaltung vertrauter Strukturen aufzeigt.

B. Zusammenfassung: Fazit zur Zwiegespaltenheit der Reiseform, die oft in einer „Horizontverengung“ statt in einer Horizonterweiterung resultiert.

Schlüsselwörter

Caravaning, Camping, Wohnanhänger, Mobiles Reisen, Reisekultur, Tourismusgeschichte, Campingplatz, Freiheitsgefühl, Automobilismus, Freizeitgestaltung, Soziologie des Reisens, Individualtourismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und den soziologischen Hintergründen des Caravanings als Form des Reisens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Wohnwagens, die technische Evolution des Reisens und die Analyse des Lebensgefühls von Campern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie sich das Caravaning als Reisemodell etabliert hat und ob die damit verbundene Idee von Freiheit in der heutigen Realität noch Bestand hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die auf Literaturrecherche und der Analyse soziologischer Begrifflichkeiten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Entwicklung des Wohnwagens und eine soziologische Reflexion über die Beweggründe und die Realität der Camper.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Caravaning, Camping, Reisekultur und Tourismusgeschichte charakterisiert.

Warum wird im Text von einer „Horizontverengung“ gesprochen?

Die Autorin argumentiert, dass Camper oft ihre vertraute häusliche Umgebung mitnehmen, anstatt sich auf die Fremde einzulassen, wodurch der eigentliche Reisezweck der Horizonterweiterung entfällt.

Welche Rolle spielt die Technik für das moderne Caravaning?

Technik wird als Mittel gesehen, den gewohnten häuslichen Komfort (wie Fernsehen oder Satellitenempfang) auch unterwegs beizubehalten, was den ursprünglich abenteuerlichen Aspekt des Campings zunehmend in den Hintergrund drängt.

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Details

Title
Reisen im rollenden Häuschen - Zur Geschichte des Cavanings
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie)
Course
Grundkurs: Geschichte des Reisens im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Verena Ludwig (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V25623
ISBN (eBook)
9783638281898
Language
German
Tags
Reisen Häuschen- Geschichte Cavanings Grundkurs Geschichte Reisens Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Ludwig (Author), 2003, Reisen im rollenden Häuschen - Zur Geschichte des Cavanings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25623
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